Schwangerschaft mit dem Schaefchen

Mittwoch, 27. März 2013
Guten Abend meine lieben Herzchenleser,
viele wollten noch einmal ausfuehrlich lesen, wie das so war - in der Schwangerschaft mit Leni und auch die Geburt. Also moechte ich das alles mal aufschreiben. Ich mache das auch gerne fuer mich, als Erinnerung und vielleicht kann ich ja auch jemandem Mut machen, der so wie wir, ein Baby still geboren hat. Fuer mich kann ich abschließend schon mal sagen, dass es richtig war, seine Angst zu ueberwinden. Das es richtig war, wieder schwanger zu werden. Denn sein lebendes, zauberhaftes Baby im Arm zu halten ist das Allerschoenste, was es auf dieser Welt gibt.

Aber ich beginne von vorn. Fuer den Herzmann und mich stand von Anfang an fest, dass das Kinderzimmer nicht leer bleiben wird. Das ich die Pille nicht wieder nehmen wuerde und das ich wieder schwanger werde, wenn alle bereit dazu sind. Wir haben uns also nicht unter Druck gesetzt und unsere Angst zur Seite geschoben. Wir waren uns nach ungefaehr 4 Wochen einig, dass wir es -schon- mit uns vereinbaren koennen, wenn ich wieder schwanger werden wuerde. Unsere Trauer war allgegenwaertig, aber wir haben es Jonas ueberlassen. Waere er bereit wuerde er uns ein Geschwisterchen schenken. Wir waren voellig klar im Kopf und wussten, dass Jonas nicht ersetzt wird. Jonas ist Jonas. Unser Sohn, den wir unendlich lieben und welcher immer seinen festen Platz in unserem Herzen hat. Unser Engel, der auf seinem Stern sitzt und uns beobachtet.
Ich hatte genau einmal meine Periode nach der Geburt von unserem Engel. Genau an dem Tag, als die Periode erneut einsetzen sollte, tat sie das auch, jedenfalls dachte ich das. Jedoch blieb sie nicht mal einen ganzen Tag. Daraufhin machte sich schon Hoffnung bei mir breit und jaaa, ich besorgte einen Schwangerschaftstest. Ich wollte aber ewig nicht testen, zu groß war die Angst, dass es doch nicht geklappt hatte. Und obwohl wir es nicht darauf anlegten, wurde ich schon traurig, wenn ich nur daran dachte, dass der Schwangerschaftstest negativ sein koennte. Ich schrieb ein bisschen mit meiner Hebamme Solveig (ihr erinnert euch). Sie wollte mir natuerlich keineswegs Hoffnung machen, nein, eher versuchte sie mich von dem Gedanken abzubringen. Einen Tag spaeter, war die Periode noch immer nicht -wieder- in Sicht und ich wollte nicht mehr laenger warten. Es war der 16. November 2011. Der Herzmann war in der Kueche und bereitete den Kaffee vor und ich stapfte ins Bad um den Test zu machen. Diese Minuten, ehe die Streifen auf dem Test sichtbar werden, schienen ewig. Der eine war da, aber wichtig war ja der Zweite. Und ploetzlich glaubte ich ihn schwach erkennen zu koennen. Ich lief wie in Trance zum Mann in die Kueche, zitterte am ganzen Koerper und gab ihm den Test in die Hand - ich fragte: "Da ist doch ein zweiter Streifen oder bilde ich mir das ein? Er ist nur schwach, aber er ist doch da, oder?" Der Herzmann schaute rauf und sagte dann: "Klar ist da ein zweiter Strich!" Wir lachten und weinten, hielten uns fest in den Armen. Wir waren so uebergluecklich. Natuerlich war immer noch nichts sicher. Ich hatte im Internet gelesen, dass es eventuell noch ein Rest-HCG sein koennte, aber Solveig verneinte. Dieser Wert faellt eigentlich sehr schnell ab. Total bloed war, das meine Frauenaerztin noch die ganze Woche im Urlaub war - wir hatten doch gerade mal Mittwoch. Am Montag den 21. November rief ich an, schilderte der liebevollen Schwester meine Situation und bekam einen Termin fuer Donnerstag den 24. November. Ich habe oft gelesen, dass Frauen die Aerztin gewechselt haben, weil sie mit der Erinnerung nicht umgehen konnten, aber ich fuehlte mich einfach so unendlich wohl dort, sie waren einfuehlsam und kannten meine Geschichte. Fuer mich war das ein sicherer Hafen. Die Zeit bis Donnerstag verging - richtig, GAR NICHT! Als es dann soweit war, war ich unendlich aufgeregt, wurde aber schon am Telefon gebeten, meinen Mutterpass mitzubringen. Das fuehlte sich so schoen an, so vertraut und ich hoffte instaendig, dass meine Aerztin auf dem Ultraschall die Schwangerschaft bestaetigen konnte. Der Herzmann war auch dabei und wir waren so aufgeregt. Dann wurde ich endlich ins Behandlungszimmer gerufen. Nach einem lieben Gespraech mit allen wichtigen Informationen, sollte ich mich frei machen und ein Ultraschall wurde gemacht. Und an dieser Stelle lasse ich ein Bild sprechen.


Ich war wieder schwanger. 6+0! Der Herzmann und ich hatten Traenen in den Augen, obwohl man nichts weiter sehen konnte - ausser ganz gewiss, dass ich schwanger war, uebermannten uns die Gluecksgefuehle. Aber die Angst blieb. Meine Aerztin war von Anfang an sehr verstaendnisvoll und versicherte mir, dass ich IMMER vorbei kommen koennte, wenn ich denke, dass etwas mit dem Baby ist. Ansonsten bekam ich alle 14 Tage einen Termin. Insgesamt hatte ich in Lenis Schwangerschaft 19 Termine bei meiner Frauenaerztin. Hinzu kamen 3 Termine zur Feindiagnostik, von welchen wir aber auch 5 hatten, einfach weil die neue Chefaerztin in unserem Krankenhaus ebenso verstaendnisvoll war. Ich fuehlte mich sicher, aufgehoben - einfach in guten Haenden. Am 09. Dezember 2011 hatte ich also den naechsten Termin. Der Herzmann war wieder dabei. Ich war mittlerweile 8+1 und freute mich so unheimlich auf den Ultraschall. Heute wuerde ich mein Baby sehen. Jedenfalls hoffte ich das. Immer wieder kreisten schreckliche Gedanken in meinem Kopf. Was, wenn da kein Baby mehr ist? Ich wurde gewogen, mein Blutdruck wurde gemessen und mein HB und ph-Wert bestimmt. Ich bekam Eisentabletten. Demnaechst stand auch wieder der Diabetes-Test an, da ich ja in der Schwangerschaft mit Jonas eine leichte Schwangerschaftsdiabetes hatte. Dies wurde aber in der Schwangerschaft mit Leni nicht bestaetigt. Am 9. Dezember bekam ich dann dieses schoene Ultraschallbild meines Babys. Gott, ich war so unendlich gluecklich. 


Hach, hach. Unser Baby war ploetzlich so greifbar. Kopf und Koerper deutlich zu erkennen. Das kleine Wunderwesen in mir entwickelte sich praechtig. Herztoene - positiv. Wir konnten unser Glueck kaum fassen. Dies sollte allerdings nur 6 Tage anhalten. Als ich am 15.Dezember am Morgen auf die Toilette ging, blutete ich. Dem Mann erzaehlte ich sofort davon. Mir war schlecht und der Mann musste zur Arbeit. Es war schrecklich. Ich wartete eine Zeit ab in der Hoffnung das die Blutung stoppt. Aber dem war nicht so. Ich war verzweifelt, rief den Mann an, sackte im Flur auf den Boden und heulte. Noch beim Telefonat musste ich mich uebergeben. Das war zu viel. Ich wollte mein Baby nicht schon wieder verlieren. Es gehoerte -seit dem positivem Test- zu uns. Das kleine Wunderwesen war Teil unseres Lebens, nicht mehr wegzudenken. Der Herzmann berichtete seiner Mama von den Geschehnissen. Sie sagte zu ihm, er solle in Ruhe weiter arbeiten, sie wuerde mich abholen und mit mir sofort zu meiner Aerztin fahren. Ihr koennt euch kaum vorstellen, wie unendlich dankbar ich dafuer war. Ich haette es zu Fuß nicht geschafft, waere bestimmt vor ein Auto gerannt. Ich konnte nicht klar denken, hatte rote, geschwollene Augen. In der Praxis angekommen, laechelte mich die Sprechstundenhilfe erst noch nett an, bis sie meine Augen sah. Sofort fragte sie liebevoll was los sei und ich erzaehlte ihr alles. Ich sollte meine Jacke sofort aufhaengen und dann schon mal auf die Toilette gehen und zum Wiegen und Blutdruck messen. Zu der einen Sprechstundenhilfe -die das alles durchfuehrte- gesellte sich dann die zweite und beide waren ganz interessiert, ob es denn meine Mama oder die Schwiegermama sei. Ich fluesterte dann, dass es meine Schwiegermama ist und sie waren voellig hin und weg und beeindruckt und beglueckwuenschten mich zu so einer lieben Schwiegermama. Keine Frage, ich konnte mich gluecklich schaetzen. Dann durfte ich ins Untersuchungszimmer und es war Gott sei Dank, alles in bester Ordnung. Ich kann euch nicht mehr genau wiedergeben, was es war, aber ich bekam etwas um die Blutung zu stoppen, was auch direkt half. Am 22. Dezember hatten wir dann die naechste Vorsorgeuntersuchung mit allem drum und dran. Mittlerweile war ich 10+0 und bekam eines meiner liebsten Ultraschallbilder ♥ Scheitel-Steiß-Länge: 31,0mm
 

Ist das nicht wahnsinnig sueß? Man konnte auf einmal noch so viel mehr ekennen. Dort wuchs ein kleines Baby in mir, ganz von allein. Und es ist so zauberhaft und so unfassbar sueß. Da ich von Jonas ja erst in der 14. SSW erfuhr, war das ja auch wirklich alles noch ganz neu fuer mich und ich war jedes Mal aufs Neue fasziniert, wie schnell sich das kleinen Wunderwesen in mir entwickelt. Der naechste Termin mit Ultraschall war am 17. Januar. Ich war 13+5 und unser Wunderwesen lag in Querlage. Keine Auffaelligkeiten. Herzaktivitaet - positiv!


Am 26. Januar (2 Tage vor meinem Geburtstag) hatten wir dann die erste Feindiagnostik und ich freute mich wie ein Honigkuchenpferd. Die neue Chefaerztin des Krankenhauses in dem ich auch erneut entbinden wollte, war unglaublich nett - ich war hin und weg. Eine Schwester -welche unsere Geschichte kannte- informierte sie schon darueber, was uns geschehen war. Sie war sehr aufmerksam und einfuehlsam. Sie garantierte mir, dass WIR dieses kleine Wunderwesen in mir lebend auf die Welt bekommen. Das sie alles dafuer tun wuerde. Sie versicherte mir, dass ich immer ins Krankenhaus kommen koennte, wenn etwas sein wuerde. Ich koennte mich auch jederzeit ein paar Tage zur Ueberwachung aufnehmen lassen, falls meine Angst zu groß werden wuerde und sie wuerde bei mir auch schon vorzeitig einleiten, auch wenn sie das nicht unbedingt befuerwortete. Sie verstand uns, unsere Situation. Sie wusste, wie man mit Menschen umgeht, die ein Baby verloren haben. Sie verstand mich - als Mama und Frau. Nach dem ausfuehrlichen Gespraech durften wir unser Baby dann endlich wieder sehen :)) Woche 15+0!


Ohja, ich war ganz fasziniert von der Wirbelsaeule. Mein Baby. Hier gab es dann schon eine Vermutung ueber das Geschlecht unseres Wunderwesens, welche uns aber nicht verraten wurde. Jedoch bekam ich es mit Betteln aus meiner Hebamme Josephine raus. Die Vermutung: ein Maedchen. ♥ Die Mama meiner Freundin erzaehlte mir mal, dass sie eine Reportage ueber Muetter sah, die mal ein Kind verloren. 9 von 10 Frauen bekamen das gegenteilige Geschlecht. Sollte ich eine von ihnen sein? Glauben konnte ich das ja noch nicht. Kopfumfang: 11,3cm Groeße ca. 11,9cm  ; Kindsbewegung darstellbar ; sonst alles unauffaellig oder noch nicht darstellbar. :)) Mein kleines Wunderwesen wird groß :) Und ich hatte eine Vorderwandplazenta - was ich doof fand', daher spuerte ich erst realtiv spaet die Tritte meines Babys und es kam zu einem Zwischenfall, bei dem der Herzmann und ich einfach in die Frauenarztpraxis fuhren, weil ich doch mein Baby schon mal spuerte und ploetzlich war da wieder nichts mehr. Die Angst wuchs, wurde uns aber mit einem Ultraschall wieder genommen. Und erneut war meine Aerztin so verstaendnisvoll und konnte das gut nachvollziehen. Inzwischen wurde so ziemlich alles getestet, was getestet werden kann. Um sicher zu gehen, das alles in Ordnung ist. Roeteln, HIV, Chlamydien, LUES, Antikoerper, Toxoplasma ... etc.! Am Ende kam heraus, das ich eine Schilddruesenunterfunktion hatte. Die Praxis in Leipzig zu der ich musste, war sehr kompetent, die Aerztin unglaublich nett und ich fuehlte mich -auch hier- direkt wohl. Die Nachricht, das ich eine Schilddruesenunterfunktion hatte, bekam ich per E-Mail, da dies ein schneller Weg der Kommunikation ist. Und wann habe ich sie gelesen? Um 2h nachts. Ich brach in Panik aus, googelte alles darueber und was mein Baby fuer Schaeden davon tragen koennte. Ich hatte so Angst. Wieso immer diese ganzen Komplikationen. Kann auch mal einfach NICHTS sein. Aber wie das so immer ist, macht einen das Internet kirre. Am Ende bekam ich Tabletten, die meine Schilddruese in Einklang brachten und dann konnte auch nichts weiter passieren.
Der naechste Ultraschall war am 27. Februar bei meiner Frauenaerztin. Unser Baby hatte nun einen Kopfumfang von ca. 17cm, war ca. 23cm groß und wog ungefaehr 310gr.!


Wie immer ist alles unauffaellig gewesen und unser Wunderwesen lag in Schaedellage :) Hier sah ich jetzt schon, wie wunderschoen und perfekt mein Baby war. Ich hatte immer, bei jeder Untersuchung Angst, das etwas nicht stimmt. Deswegen untersuchte meine Aerztin immer ganz genau die Nabelschnur, zeigte mir immer und immer wieder das Herzchen schlagen und sprach mir gut zu, war fuer mich da. Ich bekam immer ein Bild, wenn ich darum gebeten hatte und mein Baby sich ein wenig zeigte. Es war naemlich schuechtern. Das Gesicht hat unser Wunderwesen ewig nicht gezeigt. Am 14. Maerz war es dann soweit. Wir hatten wieder einen Termin im Krankenhaus zur Feindiagnostik.


Unser Wunderwesen, welches nun eindeutig eine kleine Prinzessin war, hielt sich die Hand vor ihr huebsches Gesicht. Die kleine schuechterne Maus. Ich war so gluecklich und zittere ein wenig. Mein Maedchen entwickelte sich toll. Ich war so stolz wie sie wuchs, ganz von allein. Wie oft sie sich bewegte und mich spueren ließ, dass ich nicht alleine bin. Das da in mir, die kleine Schwester von unserem Jonas wuchs. Das Schaefchen hatte nun einen Kopfumfang von 18,3cm und eine Groeße von ca. 25,2 cm :) Herzaktivitaet: positiv. Sie lag wieder in Querlage und hatte es sich bequem gemacht. Woche 21+6!

Generell hatte ich uebrigens wenig Beschwerden in der Schwangerschaft mit dem Schaefchen. Nichts Auffallendes. Nur Steiß und Rueckenschmerzen. Das laesst sich aber auf die raschgefolgte Schwangerschaft schieben. Jedoch wachte ich am 26. Maerz um ca. 3h nachts auf und mir war unendlich schwindelig. Ich wollte auf die Toilette, musste jedoch den Mann bitten mich zu begleiten, weil ich nicht daran glaubte, dass mich meine Beine bis dahin tragen wuerden. Danach legte ich mich wieder ins Bett und schlief auch nochmal ein. Als ich am Morgen erwachte, gab es keine Aenderung. Mir ging es kotzelend. Ernsthaft. Und das Kotzen setzte ich auch mehrmals in die Tat um. Aber nur Magensaeure. Was soll da auch frueh am Morgen sonst sein? -.- Ekelhaft! Mir war so schwindelig, ich konnte ernsthaft kaum laufen. Ich kam mir vor wie besoffen. Schlimmer! So besoffen war ich jedenfalls nie - das ich nicht wusste wo ich hinlief oder ob ich gleich gegen etwas laufen wuerde. Ich wusste und auch der Herzmann wusste, ich muss zum Arzt, aber schaffte ich das? Ich weiß nicht wie, aber zum Glueck war es schon relativ warm an dem Tag. Ich schmiss ein langes, weißes, bodenlanges Kleid ueber und eine Strickjacke. Zog meine weißen "Tennisschuhe" an und los gings. Vor dem Haus, an der Straße, wo so in einer Minute 20 Autos langfuhren, kotzte ich dann nochmal. Fein. Gar nicht peinlich. Zu meiner Frauenaerztin dauert es zum Glueck nur 5min. mit dem Auto - dort angekommen durfte ich erstmal ins CTG-Zimmer, mich auf eine Liege legen. Stehen haette ich auch kaum koennen. Musste dann kurz ins Sprechzimmer und wurde dann sofort ins Krankenhaus ueberwiesen. Bei mir wolle man sicher gehen. Auch wenn ein kurzer Ultraschall zeigte, das mit unserem Baby alles in Ordnung war. Zum Glueck. Der Herzmann fuhr mich dann. Dort wurde ich aufgenommen - von einer eher unangenehmen Schwester - aber naja. Nochmal Ultraschall gemacht und dann habe ich einen Tropf mit Fluessigkeit bekommen, denn an dieser mangelte es mir - logisch! Ich schlief ein, bestimmt 2 Stunden. Der Herzmann war an meiner Seite. Meine Liebe. Mein Mann. Als ich erwachte, war der Tropf auch komplett durchgelaufen und ich fuehlte mich topfit. Wollte nach Hause, durfte aber nicht. Schock! Ich wollte aber. Mir war klar, der Liebste konnte nicht bleiben. Ich war zwar nicht alleine auf dem Zimmer, aber ich bin schuechtern. Ach man. Das war nix fuer mich. Ich wollte heim. Habe geheult, aber man ließ mich nicht. Auf eigene Gefahr wollte ich nicht, wollte ich doch, dass mit meinem Baby alles gut ist und vor allem bleibt. Also verabschiedete sich der Mann um 18h. Irgendwie kam ich dann doch noch mit meiner Zimmergenossin ins Gespraech. Sie war auf Verdacht einer Schwangerschaftsvergiftung im Krankenhaus. Und ein Gutes hatte die Sache, noch heute haben wir Kontakt. Wir verstanden uns auch wirklich gut :) Trotzdem war ich froh, als ich am naechsten Tag Aerzte und Schwestern ueberzeugen konnte, dass ich nach Hause koenne. Denn dort ist es am Schoensten. Ich kann entspannen und mich ablenken. Abschlussuntersuchung, CTG - alles in Ordnung, noch ein Mittagsschlaf (denn unter staendiger Muedigkeit litt ich :D) und dann ging es nach Hause. Der Herzmann holte mich ab. Wie schoen! 
Am 03. Mai hatten ich dann mein erstes CTG mit unserer Helene. Der Name stand schon immer fest. Schon als ich mit Jonas schwanger war, fragte mich der Herzmann an einem warmen Sommerabend, an dem wir grillten, ob wir unser Baby -wenn es ein Maedchen wird- Helene nennen koennen, da seine verstorbene Lieblingsomi so hieß. Ihr Spitzname war Leni. Und da ich den Namen wunderschoen fand' und auch kein Fan von amerikanischen Namen bin, war ich sofort einverstanden. Und der Herzmann war einfach nur unendlich gluecklich. 
Das Schaefchen tat sich bei jedem CTG schwer. Bewegte sich hin und her. Strampelte und war wieder schuechtern. Wollte nichts preisgeben. Oft hat sie auch einfach geschlafen. Beim ersten Mal mussten wir das CTG sogar am naechsten Tag wiederholen. Angst durchfuhr mich. Aber das 2. CTG war dann besser. Wenn auch nicht ideal. Also noch ein Ultraschall. Und meine wundervolle Aerztin schlaltete auf 3D - ein kleines Traeumchen wurde wahr. Es war schwer die schuechterne Prinzessin einzufangen, zumal sie gerne mit der Planzenta kuschelte (:D!!) und doch hat es meine Aerztin geschafft. Die Schoenheit war nun einmal mehr UNABSTREITBAR :P 


29+0 - Schaedellage ♥ Wunderschoen oder? Hach, ich war verliebt. Habe immer wieder geheult wenn ich dieses Bild angeschaut habe. Bin vor Stolz fast geplatzt. Jeden Tag habe ich Jonas dafuer gedankt. Ohne ihn, haette ich dieses Glueck nie erfahren. Er ist Glueck und er schenkte uns noch mehr Glueck. Wir besuchten ihn zu der Zeit oft am Grab - so wie wir es eigentlich immer taten und immer wieder betete ich, dass er zurueck kommen wuerde um seine Schwester in meinem Bauch wachsen zu sehen und um dann zu sehen, wie sie ihm nacheifert. Der Anblick, wie sehr die zwei sich lieben, wird mir immer verwehrt bleiben, aber ich weiß, dass es so ist. Jonas ist hier - bei uns. 
Weitere 5 CTG'S folgten. Und noch 3mal ein Besuch im Krankenhaus. Die Chefaerztin wollte einfach selbst sehen, wie sich die Prinzessin entwickelte. Den letzten großen Ultraschall bei meiner Frauenaerztin gab es am 04. Juni - genau einen Monat vor Lenis Geburt. WOW, das habe ich auch nicht gewusst, bis ich das hier geschrieben habe :) Mittlerweile war ich 33+4 (ich wollte noch erwaehnen, das natuerlich auch immer Doppler gemacht wurden) ... Leni wurde auf 2470gr. geschaetzt und auf eine Groeße von 47cm! Und auch diesmal haben wir einen 3D Ultraschall gemacht. Diesmal wollte sich das Schaefchen noch weniger zeigen, wir erwischten sie dann aber doch noch, nachdem sie uns den Vogel zeigte (jaja, damals schon frech) ... aber sie hatte die Lacher der Aerztin, des Mannes uns mir auf ihrer Seite ;) Mein Herzblatt! 


Das letzte Ultraschallbild unserer Prinzessin :) Und immer noch war ich hin und weg von meinem Wunderwesen. Dieses kleine, zauberhafte Wesen sollte mein Baby sein. Unser Baby?! Ja! Der Tag der Woche in der Jonas verstarb rueckte immer naeher. Wir dachten, dass wir in unheimliche Trauer fallen wuerden. Warum auch immer ... vielleicht wollte Jonas es so, verrechneten wir uns. Und der Tag war rum, ohne das wir es wussten. Es war gut. Ja, das war es. Denn so hatte ich keine Angst, dass die Tritte aufhoeren wuerden, dass das Herz nicht mehr schlagen wuerde.
Am 20. Juni hatten wir unsere letzte Feindiagnostik im Krankenhaus an dem wir alle zusammen entschieden, dass ich am 28. Juni zur Einleitung kommen wuerde. Denn die Angst, dass dem Schaefchen etwas passiert hielten wir nicht mehr aus. Nein, ich konnte nicht mehr. War am Ende meiner Kraefte. Ich hatte Angst um mein Baby. Wuerde ich mein Schaefchen verlieren, wuerde ich nicht mehr exestieren koennen. So durfte ich also am 28. Juni kommen und mich aufnehmen lassen. Nicht alleine, sondern mit meinem Herzmann, im Familienzimmer. Am 27. Juni hatte ich somit den letzten Termin bei meiner Frauenaerztin. Dort gestand mir meine Hebamme, das sie und Solveig ganz doll an DEM Tag an uns gedacht haben und uns Kraft geschickt haben. Herrje, ich bin so unendlich dankbar, so wundervolle Menschen an meiner Seite zu haben, die immer an uns und an unseren Jonas dachten. Ihr seid so wahnsinnig liebevolle Menschen, ich kann es mit Worten nicht beschreiben. Mit unserem Schaefchen war alles in bester Ordnung und so wurden wir mit den besten Glueckwuenschen und der Bitte Bescheid zu geben, wenn die kleine Helene da ist, verabschiedet. 

Meine Lieben, viel ist es geworden, ich hoffe ich habe nichts vergessen - ansonsten ergaenze ich es nachtraeglich. Bauchbilder werde ich noch hochladen, falls das Interesse besteht. Ansonsten bin ich jetzt fix und foxi und splitte Schwangerschaft und Geburt. Ich wuensche euch eine entspannte, ruhige Nacht. Schlaft schoen
Ich hafte nicht fuer meine Rechtschreibung. 
Kommentare on "Schwangerschaft mit dem Schaefchen"
  1. Wow! Ich konnte gar nichts anderes zwischendurch machen als lesen, denn es war so spannend und ich so neugierig :-) und natürlich möchte ich Bauchbilder sehen! Unbedingt! Ich selber hatte nämlich nur ganz, ganz wenige und bin total unglücklich darüber. Ich habe in den letzten Tage immer nur gelesen und gar nicht mehr geschrieben weil es bei uns momentan drunter und drüber geht. Es passieren so viele neue Dinge in meinem und Leben und ich muss so viel organisieren da bleibt mir kaum Zeit zum Schreiben.Wenn du magst erzähl ich dir davon. Liebste Grüße und einen wunderschönen Gründonnerstag

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    1. Ich habe auch gar nicht so viele Bilder, aber einfach weil ich mich gerne nicht so im Seitenprofil ansehen mag ;)
      Du kannst mir gerne davon erzaehlen, warum es bei euch drunter und drueber geht.

      Alles Liebe :)

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  2. Danke für den nächsten Teil Eurer Geschichte! Toll, dass Du Dich noch so genau erinnerst. Ich würde es wohl nicht hinbekommen, so genau über die Schwangerschaft berichten zu können. Eine schöne Erinnerung auch für Lenchen für später.

    Wie wunderbar, dass Ihr so einfühlsame Begleitung während der zweiten Schwangerschaft hattet! Jonas hat wohl auch da sein Händchen drüber gehalten.

    Ich wünsche Euch frohe Ostern!

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    1. Danke, das du es gelesen hast :) Ich finde es auch eine schoene Erinnerung, wobei einem im Nachhinein immer noch ein paar Sachen einfallen, aber die kann ich ja beliebig ergaenzen. Gibt es einen Grund, wieso du das so nicht mehr zusammen bekommen wuerdest? Bei mir braucht es immer ein wenig Ueberwindung, das alles aufzuschreiben.

      Das hat er bestimmt ♥

      Wuensche ich euch auch :)

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  3. Danke für euren ganz persönlichen Einblick.

    Frohe Ostern wünscht die Räuberbande <3

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  4. Eine wundervolle Zusammenfassung deiner Schwangerschaft mit eurem Schäfchen! <3 Ich lese deine Texte so gern, du schreibst mit so viel Gefühl.

    Bei mir wurde übrigens auch eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft festgestellt. Hab mich, als ich es erfahren habe, natürlich auch erstmal total damit verrückt gemacht und hatte Angst, was wohl passieren könnte. Ich bin dann auch richtig eingestellt worden und musste alle vier Wochen zur Blutkontrolle - war dann zum Glück ja auch alles kein Problem.
    Musst du die Tabletten eigentlich immer noch nehmen? Die Werte steigen ja durch den erhöhten Bedarf in der Schwangerschaft ziemlich schnell an, aber danach sinken sie dann ja auch relativ schnell wieder.

    Vielleicht schaffe ich es ja noch, an deinem Ostergewinnspiel teilzunehmen, wenn ich etwas mehr Zeit habe. Die Gewinne sind wirklch alle ganz zauberhaft. :)

    Ansonsten wünsche ich euch schonmal ein wunderschönes Osterfest! <3

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    1. Oh danke fuer das liebe Kompliment, ich lese deine Texte auch sehr gerne :)

      Schlimm oder? Das Internet kann einen so unglaublich verrueckt machen. Ich weckte um 3h nachts den Mann und habe ihn die Ohren vollgeheult ;)
      Siehst du, ich vergesse immer noch was aufzuschreiben. Nein, ich muss sie nicht mehr nehmen, war alles wieder top in Ordnung. Bei dir auch?

      Ich wuerde mich auf jeden Fall sehr freuen, wenn du noch teilnimmst. Ansonsten mach dir noch eine wunderschoene Zeit ♥

      Das wuensche ich euch auch!!

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    2. Das freut mich. :)

      Ja, man sollte bei so etwas einfach niemals googlen. Man findet immer nur Horrorstories, obwohl eigentlich in den meisten Fällen alles halb so wild ist.
      Ich nehme jetzt nur noch eine ganz niedrige Dosierung und lasse das jetzt langsam auslaufen. Wenn die Packung alle ist, werden nochmal meine Blutwerte untersucht und sollte dann alles in Ordnung sein, muss ich sie voerst wohl nicht mehr nehmen.

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