Unser Sternenkind Jonas #2

Dienstag, 12. März 2013
Ihr Lieben,
ich moechte mich ganz doll fuer eure lieben Worte zu dem ersten Eintrag von unserem Jonas bedanken. Ich freue mich wirklich, das ihr es lest. Es ist ein Tabuthema und ich moechte gerne darueber schreiben, weil Jonas ein Teil von uns ist, weil er seinen eigenen großen Platz in unseren Herzen hat. Weil wir ihm Raum geben.
Auch bei dem heutigen Eintrag, dem zweiten Eintrag ueber unseren Jonas moechte ich wieder dazu sagen, dass das unsere persoenlichen Erfahrungen sind - so wie wir sie erlebt haben. Es sind unsere Empfindungen, Dinge die uns passierten.


Der 7. September. Wir kamen im Krankenhaus an. Alle waren bestuerzt, wirkten bedrueckt. Spaeter erfuhren wir, dass es in dieser Klinik ungefaehr einmal im Jahr passiert, dass hier ein Baby tot geboren wird. Natuerlich gab es auch Aerzte, die sich nichts anmerken ließen, die ueber der Sache standen, weil man darueber stehen muss. Weil sie es wahrscheinlich nicht das erste und auch nicht das 10. mal erlebten ... Ich las mal einen Artikel, dass ca. 1500 Babys pro Jahr allein in Deutschland tot geboren werden. Warum man das nicht weiß? Ich denke die Frage koennt ihr euch selbst beantworten. Ich erwaehnte ja bereits, dass Sternenkinder ein Tabuthema in unserer Gesellschaft sind. Bis vor einigen Jahren wurden Babys, die unter 500gr. wogen mit dem Klinikmuell entsorgt. Die Eltern durften ihre Babys nicht sehen, nicht beerdigen... Bis vor einiger Zeit, wurden Babys die unter 500gr. wogen nicht als Menschen angesehen. Das hat sich Gott sei Dank geaendert. Ein Elternpaar, welches 3 Sternenkinder hat (davon einmal Zwillinge) haben sich dafuer eingesetzt, dass auch Babys unter 500gr. eine Geburtsurkunde erhalten. Sie haben sich dafuer stark gemacht, dass jedes noch so kleine Wesen, welches zu frueh sterben muss -auch natraeglich- eingetragen werden kann. So besteht auch eine realistische Chance sein Baby beerdigen zu duerfen. Das sind erstmal ein paar harte Fakten, die man aber eventuell mal gehoert haben sollte.

Ich wurde also im Krankenhaus aufgenommen, bekam ein Zimmer ganz am Ende des Flurs, mit einem extra Ausgang (welcher eigentlich nur ein Notausgang ist) ... diesen durften wir aber nutzen um nicht immer Babygeschrei zu hoeren und schwangere Frauen oder Eltern mit gesundem Babys zu sehen. Natuerlich ließ sich das trotzdem nicht vermeiden! Man kann sich wohl nicht annaehernd vorstellen, wie schlimm das ist. Du stehst da, hast einen kugelrunden Bauch, jeder sieht, dass du schwanger bist, aber keiner weiß, was du weißt. Das mein Baby nicht mehr lebt. Ich wurde untersucht, habe die Augen geschlossen, da ich den Ultraschall einfach nicht mehr sehen konnte. Ich wollte nicht sehen, wie sich NICHTS mehr bewegt. Ich weinte ... und doch hoffte ich immer, dass mir jemand sagte, dass sein Herz wieder schlug, dass er sich in mir bewegte. Der Mann fuehlte sich unterdessen in der Lage noch die restlichen Sachen aus der Wohnung zu holen, die wir brauchten - unter anderem auch seine Kamera. Vielleicht wuerden wir sie ja benutzen. Diese Stunde des Alleinseins wuerde ich ueberstehen, doch danach sollte er nicht mehr von meiner Seite weichen. Informiert hatte ich meine Mutter, meine beste Freundin und deren Mama und meine Hebamme. Leider wohnten meine Mutter und auch meine beste Freundin und deren Mama in Berlin. Ich bin ja auch aus der Hauptstadt ;) Aber die Liebe verschlaegt einen manchmal in andere Staedte ... Meine Mutter wollte vorbeikommen und auch meine beste Freundin mit Freund und Eltern. Ich wurde zuerst mit Gel und Tabletten eingeleitet. Der Herzensmann und ich hatten viel Zeit zum Nachdenken, zum Weinen ... ich glaube wir weinten fast den ganzen Tag. Mir war nicht nach rausgehen. Ich wollte im Bett liegen, weinen, mich mit fernsehen ablenken. Der Herzensmann und ich waren uns am Anfang sicher, dass wir unseren Engel NICHT sehen wollten. Wir konnten uns nicht vorstellen, ein totes Baby zu sehen. Unser totes Baby. Wir sagten, das unser zweites Baby dann den Namen Jonas bekommen wuerde... wir waren ueberfordert, das waren nur UNSERE ERSTEN Gedanken. Eine liebe Freundin von uns und Arbeitskollegin vom Herzensmann (welche uns die Wiege schenkte) brachte uns Infomaterial mit, welches sie aus dem Internet hatte. Und hier hoerten wir zum ersten Mal von "Sternenkindern"!

Als Sternenkinder werden im engeren und ursprünglichen Sinn Kinder bezeichnet, die mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm vor, während oder nach der Geburt versterben. Im weiteren Sinne wird Sternenkinder von betroffenen Eltern auch für solche Kinder verwendet, die mit mehr als 500 Gramm Geburtsgewicht sterben.
Der poetischen Wortschöpfung liegt die Idee zugrunde, Kinder zu benennen, die „den Himmel“ (poetisch: die Sterne) „erreicht haben, noch bevor sie das Licht der Welt erblicken durften. In neuerer Zeit wird der Begriff auch generell für verstorbene Kinder verwendet. [Quelle: Wikipedia]

So waren wir also Eltern eines Sternenkindes. Mir gefiel dieses Wort. Es hatte so viel Positives in einer solchen Situation. Von einer anderen Seite (ich werde euch am Ende Seiten verlinken, die uns geholfen haben) erfuhren wir, dass viele Eltern ihr totes Baby nicht sehen wollen, dieses aber am Ende bereuen und froh sind, dass zumindestens das Krankenhaus ein Foto gemacht hat (das ist aber auch leider immer noch nicht ueberall der Fall...) Sie legten den Eltern ans Herz, alles mitnehmen zu koennen was man mitnehmen kann, ist es doch alles was man hat. Hand & Fußabdruecke, eine Haarlocke [...] sie legten ebenfalls ans Herz, viel Zeit mit dem Baby zu verbringen, viele Fotos zu machen. Und ich denke genau da kam dann auch der Wendepunkt bei uns. Wir brachen in Traenen aus, sagten immer wieder, dass wir Jonas unbedingt sehen wollen, dass wir so viel Zeit mit ihm verbringen wollen, wie es nur eben geht ... und natuerlich, dass er seinen Namen behaelt. Er IST Jonas. Es ist SEIN Name, den wir fuer ihn auswaehlten, der so hervorragend zu ihm passt. Wir waren so dankbar, dass wir diese Informationen bekamen, danke an Heike ♥ 
Am naechsten Tag kam meine Mutter und auch mein Opa. Ich hatte nicht darum gebeten (dass Verhaeltnis zu meiner Mutter war sehr angegriffen), aber sie wollte es. Sie kamen, blieben ein paar Stunden und fuhren wieder. Dankbar fuer die "Ablenkung" war ich natuerlich trotzdem. Ich spuerte unterdessen nichts. Es tat sich NICHTS. Wir mussten einen Tag mit der Einleitung pausieren und das kam mir wie ein schlechter Scherz vor. Noch laenger warten? Ich halte das nicht mehr aus. Bin ein Wrack. Dem Mann ging es nicht anders. Am darauffolgenden Tag bekam ich endlich einen Wehentropf. Jetzt muesste sich ja dann mal so langsam was tun. An diesem Tag kam meine beste Freundin + Eltern und Freund. Und ich war so unendlich dankbar, dass sie kamen. Es war der 11. September, aber auch diesmal tat sich nichts. Wir redeten viel mit Hebammen, eine Psychologin schickten sie uns auch vorbei ... ich musste was wegen einer PDA unterschreiben, falls ich eine haben wollen wuerde. Mittlerweile dachten wir schon ueber einen Kaiserschnitt nach, auch wenn uns davon abgeraten wurde (wegen der Verarbeitung, eventuell weiterer Kinder). Aber wir wollten nicht mehr warten. Am Abend redeten wir mit Jonas. Wir sagten ihm, dass wir uns eigentlich auch nicht trennen wollen, aber das es sein muss, dass wir uns sonst schaden koennten, wenn er noch laenger in meinem Bauch bliebe und das er morgen bitte rauskommen soll. Und hier war wohl der naechste Knackpunkt - meine Psyche stand mir nicht mehr im Weg. Am naechsten Tag mit Wehentropf tat sich auch erstmal wieder NICHTS. Um 18:30h rief meine beste Freundin nochmal an um sich zu erkundigen, ich legte dann auf, mit den Worten "Immer noch nichts..." Ploetzlich zog es einmal maechtig in meinem Bauch. Erst nahm ich das nicht ernst, bis es immer und immer und immer wiederkehrte. Ich ging auf die Toilette und das Fruchtwasser plaetscherte. Dann kam die Hebamme - Solveig! Meine Hebamme sagte noch ein paar Tage zuvor, dass ich Glueck haette, wenn Solveig Jonas holt. Warum, wieso, weshalb sagte sie mir nicht. Ich wollte noch nicht in den Kreißsaal, wollte mich -wie immer- mit fernsehen ablenken. Doch ziemlich schnell kamen die Wehen alle 2 Minuten, mit ablenken war da nichts mehr, also hoch in den Kreißsaal. Ich musste dauernd anhalten und mich am Gelaender abstuetzen, weil die Wehen schmerzten. Im Kreißsaal angekommen, untersuche Solveig meinen Muttermund (an dieser Stelle kann ich euch keine Angaben ueber cm machen ... das habe ich einfach nicht wahrgenommen). Ich durfte auf jeden Fall nochmal auf die Toilette. Unterdessen daemmte Solveig das Licht, schaltete Musik ein (weil ich es wollte...) und bereitete alles vor. Es war ungefaehr 20h, denke ich. Es gab in unserem Krankenhaus 2 Kreißsaele und wir waren ganz alleine auf der Etage. Es war soooo ruhig! Ich habe im Nachhinein gelesen, dass Frauen ihr Baby still zur Welt brachten, waehrend nebenan eine andere Frau ihr Baby lebend gebaehrte. Ich bin so unendlich dankbar, dass mir wenigstens das erspart blieb. Bis heute bin ich mir sicher, dass Jonas das so wollte. Er waehlte den 12. September aus, er waehlte Solveig aus ... er waehlte den Moment, die Zeit. Die Wehen kamen in wirklich kurzen Abstaenden, die Zeit dazwischen nahm ich um zu verschnaufen, mich zu beschweren, zu heulen ... im Geburtstvorbereitungskurs erzaehlte meine Hebamme mal, dass Frauen richtig ausfallend unter der Geburt werden koennten. Ich sagte also dem Herzmann (als ich noch Herr meiner Lage war), dass er nicht vergessen soll, dass ich ihn liebe, egal was ich sagen wuerde. Irgendwann, es muss gegen 22h gewesen sein wollte ich eine PDA, hatte ja schließlich was unterschrieben, jetzt wollte ich das auch haben. Solveig sagte dann, dass ich sie ruhig hassen duerfte, ich jetzt aber keine mehr bekomme, weil der Muttermund schon 8cm offen war (glaube ich) ... daraufhin schaute ich den Herzmann an und sagte: "Ich hasse dich" ... aber es war nicht so gemeint, das erklaerte ich ja bereits ;) ich bekam dann irgendein Schmerzmittel ueber meine Flexuele. Das war sowas wie "LMAA-Tropfen" oder so. Ich kam mir auf jeden Fall benebelt vor, aber die Schmerzen linderte es kaum. Solveig meinte, dass mir meine Psyche erneut ein wenig im Weg steht. Ich wollte meinen Engel einfach nicht gehen lassen. Ich wollte nicht Abschied nehmen muessen. Es dauerte dann nicht mehr lange und ich musste beginnen zu pressen, bekam mit, wie Solveig die Aerztin anrief und ihr mitteilte, dass Jonas jetzt gleich da ist ... der Kopf tat am meisten weh, der kleine, zarte Koerper rutschte einfach hinterher. Und da war mein Engel geboren am 12. September 2011 um 23:08h mit 52cm und 2825gr.! Und auch wenn ich bis zuletzt hoffte, war da nichts ausser Stille. Unertraegliche Stille! Eine Sache, die uns "erleichterte" war die Tatsache, dass es nichts mit mir oder meinem Koerper zu tun hatte, dass Jonas verstarb. Wir waren froh, dass wir darueber nicht im Ungewissen blieben. Man sah es direkt. Also ich nicht, ich konnte nicht ... Jonas hatte die Nabelschnur 5mal um seinen Hals und einen Knoten. Die Nabelschnur war unglaublich lang. Solveig nahm Jonas also erst einmal mit, hat ihn gewogen und gemessen und hat ihn uns dann gebracht. Und das war der schoenste und gleichzeitig schlimmste Augenblick in meinem ganzen Leben. Ich war so stolz, mein kleiner Jonas war fertig, er sah aus, als wuerde er friedlich schlafen. Er hatte so wunderschoene kleine Haende und Fueße, er hatte das schoenste Gesicht, dass ich je sah. Er war perfekt. Ich liebte ihn. Mit jeder Faser meines Herzens. Er musste jetzt nur noch seine Augen oeffnen. Ich hielt ihn lange einfach nur fest, weinte kaum, war wie in einer Schock-Starre. Der Mann weinte, holte seine Kamera hervor und machte die schoensten Fotos, die man in dieser Situation machen kann. Dafuer werde ich mein Leben lang dankbar sein. Diese Fotos kann mir niemand nehmen, niemand kann mir meine Erinnerung nehmen. Ich probierte es ebenfalls. Der Herzmann nahm seinen wunderschoenen Sohn in die Arme, streichelte und kuesste ihn. Ich war noch sehr erschoepft, die Kamera so unglaublich schwer und trotzdem versicherte mir der Herzmann, dass es ein Foto gab, fuer welches er mir, immer dankbar sein wird.

 
 Some people only dream of angels - i held one in my arms. ♥ 

Die Zeit verging viel zu schnell. Ich weiß nicht wie lange wir im Kreißsaal waren. Irgendwann kam Solveig, wir legten unseren Engel in ein Bettchen mit seiner Spieluhr und zuendeten eine Kerze fuer ihn an. Wir weinten - zu dritt - um unseren wundervollen Engel. Ich fragte Solveig, ob dies ihre erste stille Geburt war, sie nickte nur ... und ich verstand, was meine Hebamme meinte. Ich haette mir wirklich keine bessere Hebamme als Solveig vorstellen koennen. Ich verstehe, warum Jonas sie fuer sich auswaehlte. Solveig war einfuehlsam und lieb. Auch ihr werde ich niemals genug danken koennen. Wir verabschiedeten uns dann von Jonas, mit der Gewissheit ihn am naechsten Tag noch einmal sehen zu duerfen um uns dann "richtig" zu verabschieden. Ich glaube es war 3h als wir wieder auf unserem Zimmer waren. Ich weiß nicht wie wir schlafen konnten, aber es funktionierte. Wahrscheinlich weil wir die Naechte zuvor kaum ein Auge zutaten, erschoepft waren ... lange schliefen wir allerdings nicht. Am Morgen muss Solveig nochmal im Zimmer gewesen sein, denn sie hinterließ uns noch das ...

Ich war so geruehrt. Es waren ebenfalls eine Haarlocke und noch einige persoenliche Worte von Solveig dabei. Ausserdem die Karte von seinem Bettchen und eine Blume, die er an seiner Krankenhauskleidung trug. Ich bin bis heute unendlich dankbar, dass alles zu haben, aufbewahrt in seiner ganz eigenen Erinnerungskiste. 
Der Mann und ich mussten uns nun um einen Bestatter kuemmern, um die Beerdigung. Ich kann euch nicht annaehernd beschreiben wie schrecklich das ist. Vor 2 Wochen dachtest du noch, dass du schon bald dein wunderschoenes Baby im Arm halten kannst, ihm all deine Liebe schenken kannst und ploetzlich kommt alles ganz anders. Gestern hast du noch die Wickelkommode gekauft, heute ueberlegst du, was fuer Blumen du auf dem Grab willst. Ob du eine stille Zeremonie willst, oder ob jemand ein paar Worte sagen soll. Der Herzmann hatte von Arbeitswegen her mal mit einem Bestatter zu tun gehabt und bisher auch nur Gutes ueber ihn gehoert und kontaktierte diesen. Es dauerte nicht lange und er traf im Krankenhaus ein. Wir erzaehlten ihm alles und er beriet uns toll. Er verhielt sich sehr mitfuehlend und liebevoll. Er sagte uns, das wir ihm Kleidung von Jonas geben koennen, damit er sie tragen kann. Wir durften ebenfalls eine Decke und sein erstes Schnuffeltuch dazu tun und jeder einen Brief an ihn schreiben... Ich weiß heute nicht mehr, wie wir es schafften all diese Entscheidungen zu treffen. Ich denke, man funktioniert einfach. So gut man es kann. Es ist das einzige was ich in dem Moment FUER Jonas tun konnte, was WIR tun konnten. WIR entschlossen uns fuer eine Feuerbestattung. Ich konnte zwar den Gedanken kaum ertragen und musste heulen, aber noch weniger haette ich den Gedanken ertragen koennen, einen kleinen Sarg zu sehen, der in die Erde gelassen wird ... ganz zu schweigen von dem Zerfressen durch Wuermer (entschuldigt die Wortwahl). Nein nein, das wollten WIR nicht. Bitte bedenkt nochmal, das sind nur unsere Empfindungen und Entscheidungen. Das macht jeder so, wie er es am "schoensten" findet. 
Nachdem der erste Teil dessen geschafft war, gingen wir wieder auf unser Zimmer und kurz darauf, bekamen wir nochmal unseren Engel. Wir konnten mit ihm nochmal so viel Zeit verbringen, wie wir es wollten -allein. Wir wiegten ihn in unseren Armen, liefen mit ihm durchs Zimmer. Kuschelten. Kuessten ihn. Ich werde seinen wunderbaren Geruch niemals vergessen. Er ist allgegenwaertig. Irgendwann kam der Zeitpunkt "Auf Wiedersehen" zu sagen. Ich musste mich von meinem eigenen Kind verabschieden. Ich musste, ich hatte keine Wahl ... auch wenn ich ihn am liebsten fuer immer bei mir gehabt haette, am liebsten mit ihm abgehauen waere. Ich weinte und weinte, der Herzensmann ebenso. Ich WOLLTE meinen Sohn nicht abgeben. Unsere Verbindung, unsere Liebe war so stark. Der Mann betaetigte dann den Knopf, die Schwester kam und nahm unseren Engel mit - fuer immer. Das war das letzte Mal das ich meinen Engel in den Armen halten durfte. Ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen, es tut heute weh wie damals. Unser Engel fehlt so sehr. Jeden Tag.

 

An dieser Stelle habe ich mich entschlossen noch einen 3. Teil zu schreiben, das liest ja sonst niemand durch. Alles andere waere jetzt wahrscheinlich auch zu viel. Ich war auch ehrlich gesagt nicht mehr in der Stimmung auf Fehler zu kontrollieren (zu verheult) ... bitte seht mir das nach. Alles Liebe und habt noch einen schoenen Abend ♥ 


Interessante Links fuer Betroffene und fuer Angehoerige von Betroffenen!

Ein Artikel zu dem neuen Gesetz bei dem auch Babys unter 500gr. als Menschen anerkannt werden.
Land der Sternenkinder - Eine Seite auf die ich immer wieder gerne geschaut habe, die mir half! 
Sternenkinder Eltern - Viel ueber Rechtliches, was man unbedingt wissen sollte und ein Grabstellenverzeichnis.
Now i lay me down to sleep - Eine wunderschoene Organisation. Fotografen kommen ins Krankenhaus um die Eltern mit ihren Sternenkindern wunderschoen abzulichten. Eine Erinnerung fuer immer. Leider in Deutschland noch nicht so weit verbreitet. 

 

Kommentare on "Unser Sternenkind Jonas #2"
  1. Ich danke Dir, dass Du Eure Geschichte erzählst. Mich hat beim Lesen besonders berührt, dass meine Tochter Marie ungefähr mit dem Engelflug von Jonas ihren Weg auf die Erde begonnen hat - ich hatte am 12.9.2011 um ca. 22 Uhr meinen Blasensprung. Vielleicht sind sich die beiden ja noch begegnet.

    Ich bin froh, dass Euch zum richtigen Zeitpunkt Menschen unterstützt haben und Ihr Euch so richtig damit gefühlt habt, Jonas zu sehen und zu spüren!

    Lieben Gruß von Michaela

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    1. Vielen Dank fuer deine Worte und deinen Glauben.
      Alles Liebe!

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  2. Ich bewundere eure Stärke und finde es toll, dass und wie du über eure Erlebnisse schreibst. Das ist, was wirklich niemandem passieren sollte! In den Beiträgen spürt man die unendliche Liebe zu eurem kleinen Engel...

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    1. Danke fuer deine lieben Worte. Fuer mich ist das auch nach wie vor ein Prozess der Trauerbewaeltigung und Aufarbeitung.

      Alles Liebe!

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  3. Hallo ihr lieben . Ich bin gerührt und zugleich froh das ihr so tolle Menschen um euch rum hattet.den Schmerz den ihr empfindet werde ich nicht nachempfinden können - ich kann euch aber mein Beileid aussprechen und für die Zukunft viel liebe und Freude wünschen . ich glaube dir aufs Wort das das zusammenschweißt und eure liebe noch mehr gewachsen ist . Im richtigen Moment - den richtigen Partner zu haben - das ist pures Glück . Ich wünsche euch aufjedenfall alles alles gute für den weiteren weg . Lg isabella

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    1. Das wuensche wir dir auch und danke fuer deine Worte :)

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  4. Das hast du sehr schön geschrieben.

    Eine Sternenkindgeburt habe ich in meiner Kreißsaalzeit einmal erlebt und kann nur hoffen, dass ich mich ähnlich einfühlsam verhalten habe, wie Solveig. (Und einmal eine späte Fehlgeburt in der Rettungsstelle - unter 500g - wir haben der Mutter trotzdem ermöglicht, das Kind zu sehen und mit ihm alleine zu sein, ich hatte es gewaschen und schön eingepackt in weiße Handtücher, nicht in diese blöden grünen Kliniklappen ...)

    So wie das Thema bei den Familien und in der Gesellschaft tabu ist, ist es das leider auch in der Ausbildung. Du kriegst im Studium die Fakten, klar. Aber das wars dann auch. Es redet einfach keiner drüber. Du sprichst mit tausend Diabetikern und mit Krebspatienten, auch Kindern, aber nicht mit betroffenen Müttern und Vätern, Hebammen, Gynäkologen, Psychologen.

    Das Schweigen brechen, so wie du es hier tust, ist nicht nur anrührend und schön, sondern auch so sehr wichtig für unser Verständnis, für unser aller Zusammenleben.

    Danke für deinen Mut!

    Grüße! N.

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    1. Vielen lieben Dank fuer deine lieben Worte. Vielen Dank fuer deine Sichtweise. Die Sicht einer Hebamme.
      Ich finde es toll, dass es Hebammen gibt, so wie es Solveig ist und so wie du es sicher auch bist.
      Erschreckend ist es, dass das Thema auch in der Ausbildung tabu ist. Ich denke, das ist fuer alle Betroffenen -also auch fuer die Hebammen- ein schreckliches Erlebnis. Man kann sich darauf ja schon kaum vorbereiten, weil Erzaehlungen noch etwas anderes sind, als eigene Erlebnisse, aber es wuerde sicher helfen, damit konfrontiert zu werden, in der Erzaehlweise von Betroffenen. Und vor allem, wollen die meisten Betroffenen auch reden, viele trauen sich nur einfach nicht.

      Und deinem letzten, wundervollem Satz, kann ich einfach nichts mehr hinzufuegen.

      Ich danke dir dafuer, dass du es gelesen hast.

      Alles Liebe!

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  5. Mir fehlen die Worte und ich habe Tränen in den Augen.

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  6. Danke für Deine Ehrlichkeit und Stärke.
    Alle Worte und Gedanken sind nichtig im Anblick eines Verlustes.

    Und gerade deshalb finde ich es großartig und stark, dass Du Deine Geschichte aufgeschrieben hast, einfach um das Tabu zu brechen.

    Ganz liebe GRüße!

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  7. Ich sitze gerade heulend vor dem Computer. So traurig. Das wünscht man keiner Mutter!

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