Die Geburt von unserem Schaefchen

Samstag, 13. April 2013
28. Juni 2012
Das Gute an einer Einleitung ist, das man theoretisch nichts vergessen kann. Habe ich auch nicht. Aber geschlafen habe ich auch kaum. Ich war so aufgeregt. Zwar wusste ich das eine Einleitung eine Weile dauern kann, nur dachte ich, es wuerde schneller gehen als bei Jonas. Aus verschiedenen Gruenden, die ihr euch sicher denken koennt und die ich ungerne erneut naeher erlaeutern moechte.

So standen der Herzmann und ich also am 28. Juni um 7:30h vor den Kliniktueren. Mein Herz schlug bis zum Hals. Diesmal wuerden wir zu dritt das Krankenhaus verlassen.

Nachdem wir uns angemeldet hatten, gingen wir auf die Geburtsstation, wo wir nicht so freundlich empfangen wurden. Das Familienzimmer waere NOCH nicht frei und wir muessten warten. Sofort wurde tausendfach erklaert, dass man die Familie ja nicht einfach rausschmeißen koennte, dass sie sicher erst nach dem Mittagsessen gehen wuerden. Okay okay ... dachte ich, haltet mal die Luft an. Wir haben doch gar nichts gesag?! Wir haben nicht einmal auf das Familienzimmer bestanden, waeren auch -so wie damals- auf ein normales Zimmer gegangen, aber eben wieder mit Mann. Natuerlich war es schoen zu hoeren, das Familienzimmer ab Nachmittag haben zu koennen. Leider tat man gerade so, als haette ich darauf ausdruecklich bestanden und wohlmoeglich noch extra dafuer bezahlt. Okay, vielleicht uebertreibe ich etwas, aber mal ehrlich ... ich dachte mir nur, dass das ja gut anfaengt. Um ehrlich zu sein -bitte versteht das nicht falsch- aber alle kannten uns noch, unsere Geschichte. War sie doch noch nicht mal ein Jahr her. Ich dachte, man wuerde uns offener aufnehmen, liebevoller und man wuerde uns beglueckwuenschen. Ja, ich bin dafuer bekannt mir manchmal rosa Zuckerwatte vorzustellen. Vielleicht war es auch einfach stressig - ich weiß es nicht. Zunaechst einmal musste ich eh zum Ultraschall und CTG. Dann bekam ich das erste Mal Gel gelegt und durfte mich dann frei bewegen. Zunaechst bezogen wir ein normales Zimmer, packten aber nichts aus, da wir ja am Nachmittag in das Familienzimmer wechseln wuerden. Der Mann und ich gingen spazieren und wieder aufs Zimmer. Ich mag den Sommer ja nicht so. Der ist mir echt zu warm. Habe jeden Tag immer auf Regen gehofft. Es geht im Sommer nichts ueber Sommerregen ;) Am Mittag kam dieselbe Hebamme nochmal zu uns und fing so an wie am Morgen. Das Paar mit Baby waere jetzt weg, aber jetzt muss erstmal das Zimmer geputzt werden und so schnell geht das nicht, aber dann koennten wir rein. Okay okay ...halt stop, wir haben uns doch nicht eine Sekunde beschwert?! Naja, was solls. Ich musste alle 3 Stunden ans CTG. Natuerlich tat sich nichts. Ich bekam dann nochmal Gel gelegt, aber es tat sich wieder nichts. Am Nachmittag konnten wir dann ins Familienzimmer. Es war sooo schoen dort. Wirklich. Man fuehlte sich gleich weniger in einem Krankenhaus. Wir packten alles aus und machten es uns gemuetlich. Das Bett allerdings war fuer Schwangere und auch fuer frischgebackene Eltern eher unguenstig, da ich gar nicht so lange Beine habe um da irgendwie clever raufzusteigen. Hatte am Ende sicher 10 blaue Flecke von dem Ding. Den restlichen Tag tat sich nichts weiter und so schliefen wir am Abend ganz normal ein.

29. Juni 2012
Wir wachten am Morgen auf. Ich himmelhochjauchzend. Heute geht es los - bestimmt. Radio angeschaltet. Die Visite kam und beschloss einen Tag Pause einzulegen. Ich wollte heulen, auf die Barrikaden gehen, heulen, schreien, mich auf den Boden schmeißen und jaaaa, heulen!!! Einen Ultraschall machten wir. Unser Wunderwesen lag in der richtigen Position und auch sonst war alles gut. Der Herzmann und ich fruehstueckten. Ich hatte mein Buch ausgelesen, hatte aber noch ein Buch eingepackt. Allerdings war ich irgendwie zu faul oder zu erschoepft um dieses schwere Hardcover-Buch zu halten oder auch noch darin zu lesen. Also las der Mann mir vor. Das war total schoen. Meinetwegen duerfte er mir heute noch taeglich vorlesen - tut er aber nicht :D Um den Mittag rum kam die Chefaerztin und meinte, wir duerfen fuer den Nachmittag das Krankenhaus verlassen, aber sollen im Ort bleiben. Ich soll den Kopf frei bekommen und mich nicht so fertig machen. Pff, den Ort nicht verlassen, weil man ja hier so viel machen kann. Bravo. Gott, ich war soooo sauer und genervt. Naja, wir gingen dann aber doch noch spazieren, besser als sich hier eine Frau nach der anderen zu geben wie die schreit und heult, weil sie gerade ihr Kind bekommt und dabei so schreit, als wuerde sie sterben. Pfff. Gott, sagte ich schon das ich sauer und genervt war? Pff ...
Der Herzmann und ich liefen ein bisschen an den Straßen entlang wo es ein paar Laeden gab, 2 oder 3 - wuhuuu! Ich kaufte ein Buch in welches ich schreiben wollte, was die Tage im Krankenhaus so passierte, tat es aber nicht. Jetzt bereue ich es ... ich bekomme die Tage hier schlechter zusammen, als meine Schwangerschaft. Und ich kaufte noch ein paar Schlappen fuers Krankenhaus. Ich hatte zwar Ballerinas dabei, aber so Schlappen waren noch besser. Danach genehmigten wir uns noch einen großen Eisbecher, fuhren nochmal in einen Supermarkt um etwas zu Naschen zu kaufen und waren dann zurueck im Krankenhaus wo erneut ein CTG geschrieben wurde und ich dann zurueck aufs Zimmer konnte. Der Abend lief genauso ab, wie der zuvor.

30. Juni 2012
Der zweite Tag der Einleitung. Im Gegensatz zu damals bei Jonas, durfte ich diesmal auch essen, wenn eingeleitet werden sollte. Das hat die neue Chefaerztin "eingefuehrt". In einigen Krankenhaeusern wollen die Aerzte es nicht, weil sie unter der Geburt Angst vor verschiedenen Auscheidungen aus diversen Koerperoeffnungen haben ;) Jedenfalls haben der Herzmann und ich gefruehstueckt, Radio gehoert, geduscht und etwas gelesen. Dann kam die Visite. Wir beschlossen also weiter einzuleiten. Entgegen meiner Hoffnung sofort an einen Wehentropf gehangen zu werden, gab es wieder "nur" Gel und stundenlanges CTG schreiben. Stunden in denen sich nichts tat. Stunden in denen anderen Frauen die Fruchtblasen nur so platzten. Am Ende verzeichnete das Krankenhaus in der Zeit, in der wir dort waren, die meisten Geburten in den wenigsten Tagen, in diesem Jahr - dazu aber spaeter nochmal mehr. Mich wurmte das. Natuerlich war es 14 Tage zu frueh. Eventuell etwas mehr oder etwas weniger. Natuerlich wollte ich das nachgeholfen wird, wo nicht nachgeholfen werden sollte. Aber ich schaeme mich nicht dafuer. Es wurde von allen Seiten abgesegnet. Ich war unter staendiger Aufsicht. Ich haette einfach nicht damit leben koennen, wenn meinem Baby in meinem Bauch noch etwas passierte. Wie auch den Tag zuvor, bekam ich noch ein zweites Mal Gel gelegt. Und wie am Tag zuvor, passierte wieder nichts. Meine Hebamme vom Geburtsvorbereitungskurs und fuer die Nachsorge (auch eine wundervolle Hebamme) gab mir dann noch etwas homooepatisches. Kuegelchen in Wasser aufgeloest. Alle Stunde einen Schluck oder so. Erinnere mich kaum noch. Ich glaube, am Abend lief ein EM-Spiel - sicher weiß ich das aber nicht mehr. Wir aßen zu Abend, schauten noch etwas fern und schliefen dann wieder ein.

01. Juli 2012
Der dritte Tag der Einleitung. Heute, heute kommt definitiv der Wehentropf. Haste gedacht. Nix da. Gel. Immer nur Gel. Und CTG. Und die Fruchtblasen die platzen. Ausser meine. Am liebsten war mir das CTG im ersten Kreißsaal. Der war so schoen. Dort kam Jonas zur Welt. Aber immer oefter lag ich in dem Raum, der offiziell kein Kreißsaal mehr war. Denn es bekamen alle ihre Babys, nur ich nicht. Langsam wurde ich launisch und zickig. Ich wollte nicht mehr. Bereute das alles. Heulte. Ich wollte doch auch nur endlich mein Baby im Arm halten. Aber die Prinzessin wollte sich wohl noch schoen machen ;) Taeglich riefen meine beste Freundin und auch ihre Mama an. Die liebste Mama der Welt. Sie erkundigten sich, sprachen mir gut zu, drueckten uns die Daumen. Irgendwann war ich es aber leid, immer wieder sagen zu muessen, das eben nichts passierte. Es war nervenaufreibend. Zermuerbend. 3-4 mal taeglich wurde das CTG ueber 1-3 Stunden geschrieben. Tja und ploetzlich waren da mal leichte Kontraktionen. Das wars. Und auch nur, wenn ich auf der Seite lag. Seitenlage war meine Lieblingslage - schließlich spuerte ich da sowas wie Wehen-Wehwehchen :D Der liebste Herzmann las mir immer noch vor, wenn ich es wollte. Hielt meine Hand, wenn ich das brauchte. Er war einfach immer da. Ausser er musste sich mal die Beine vertreten und eine rauchen. Mit seiner Mama telefonieren oder aehnliches. Mehr als die leichten Kontraktionen tat sich aber nicht und so verging auch dieser Tag ... heiß war es und ich war so dankbar fuer ein bisschen Regen. Haette auch ruhig abkuehlen duerfen, aber neee schwuel wurde es. Puuuh. Irgendwie schliefen wir aber irgendwann wieder ein.

02. Juli 2012
Wir erwachten so gegen 7:30h. Voller Vorfreude. Heute kommt bestimmt der Wehentropf, heute geht es los. Bei den anderen klappt es ja auch. Wieder das Radio an. Das Fruehstueck kommt. Die Visite kommt. Pause. Wir machen Pause. Bitte wie? Was haben die da gerade gesagt? Abgesehen davon, dass man eh beim Einleiten pausieren muss, ist derzeit eh kein Kreißsaal frei. Na prima. Toll. Ich bin aber schon 4 verflixte Tage hier und will auch endlich mein Baby. Ich halte es nicht schon wieder aus, mich einen ganzen Tag zu langweilen. Hier ist nichts. Ein Spaziergang dauert im langsamsten Schritt 30min. Yay. Meine Solveig kam vorbei um uns Mut zuzusprechen. Nagut, das brauchte wohl nur ich. Sie erklaerte nochmal wieso, weshalb, warum und sagte, dass sie morgen nach Berlin faehrt. Geburtstagsgeschenk vom Freund. Sie wuerde aber sofort losfahren, sollte es doch losgehen. Gott, ich haette heulen koennen, so unglaublich fand' ich das. Ich war so unendlich dankbar, so eine Hebamme an meiner Seite zu haben. Nachdem Solveig weg war, beschlossen der Herzmann und ich zu fragen, ob wir heute Nachmittag nochmal raus duerfen. Urlaub vom Krankenhaus quasi. Fuer ein paar Stunden. Der Papa vom Herzmann hat naemlich Geburtstag. Wir fragten also, ich musste was ausfuellen und dann durften wir los. Wir fuhren mit dem Auto und ich machte das Fenster ganz auf. Der Mann fuhr schnell und ich genoss den Wind der meine Haare wehen ließ, die kuehle Luft, die Freiheit. Es war wunderbar. Und fuer ein paar Minuten dachte ich nicht nur daran, dass mein Schaetzchen sich mal auf den Weg machen muesste. Als wir am Haus der Eltern vom Herzmann ankamen, saßen schon alle im Garten :) wir setzen uns dazu und redeten kurz ueber die Einleitung, das Krankenhaus und meinem mittlerweile sehr hauchduennem Nervenkostuem ;) Dann plauderten wir nur noch ueber andere Dinge. Der Grill wurde angeschmissen und ich genoss eine Bratwurst und etwas Salat. Tat richtig richtig gut. Und natuerlich passierte nichts. Wobei ich das insgeheim natuerlich hoffte. Das es losgeht, wenn ich NICHT im Krankenhaus bin. Pustekuchen. Gegen 20:30h machten wir uns dann wieder auf den Rueckweg. Im Krankenhaus angekommen, wurde nochmal das CTG angeschlossen und nachdem es -wie immer- nichts ausser gute Herztoene der Prinzessin anzeigte, verabschiedete sich die Schwester, wir schauten noch etwas fern und schliefen dann ein.

03. Juli 2012
Heute aber. Der 03. Juli ist doch ein wunderschoener Tag um ein Baby zu bekommen. Mein Baby, meine Prinzessin. Radio an, duschen, fruehstuecken, Visite. Die sagen, das wir nicht sofort anfangen mit einleiten. Bitte was? Doch nicht schon wieder. Sobald aber ein Kreißsaal frei werden wuerde, wuerde man mich holen und an einen Wehentropf haengen. Jetzt hieß es beten, dass nicht noch 5 Frauen vor mir dran kommen wuerden. Ist doch alles nicht wahr. In dem Moment goennte ich es keiner. Kann doch nicht sein, dass die nach mir kommen und vor mir entbinden. Schoen ist es auch, wenn dann besagte Hebamme von Tag 1 zu uns sagt, dass ja heute eine Frau mit Gel eingeleitet wurde und 3 Stunden spaeter war das Kind da. Danke, nett ... genau das war, was ich hoeren wollte. Tzz. Langsam begann ich alle in diesem Krankenhaus zu hassen. Sie wollten mir mein Baby nicht holen. Warum haben sie mir dann angeboten einzuleiten. Ihr muesst wissen, meine Nerven lagen blank. Das Krankenhaus war toll, sonst waere ich nach der Geburt von Jonas nicht wieder dort hingegangen. Aber ich hatte das Gefuehl alle haetten sich gegen mich verschworen. Ich habe sogar gesagt, dass ich nie wieder dieses Krankenhaus betreten wuerde und das naechste Kind woanders bekommen wuerde ;) Der Mann sagte nur immer wieder, dass das in jedem Krankenhaus gleich gehandhabt wird. Neee, wirds nicht, wollte ich es immer wieder besser wissen. Der Mann und ich gingen spazieren. Danach las er mir wieder vor und die Zeit schlich so dahin, ohne das etwas passierte. Das Mittagessen kam. Wir schliefen, spazierten, schauten fern. Gegen 14h kam dann ein erloesender Anruf. Ein Kreißsaal waere frei, ich duerfe jetzt hochkommen. Ohhh, so schnell war ich in meiner Schwangerschaft zuvor nie unterwegs. Koennt ihr euch ja denken. Erst kam ich wieder ans CTG, dann der Wehentropf. Juhuuu! Jetzt aber, bei Jonas ging es nach dem 2. Wehentropf dann auch los. Und die wuerde es ja nicht bei einem belassen, wenn es nicht losgehen wuerde. Hah und diesmal SOLLTE ich recht behalten. Die Chefaerztin kam und sagte, dass wir ab jetzt durchziehen und nicht aufhoeren wuerden bis mein kleines Wunderwesen da ist. Immer wieder sollte der Muttermund untersucht werden, wenn er weit genug offen sein sollte, duerfte entsprechende Hebamme die Fruchtblase oeffnen. Das war um 18h. Bis dahin tat sich nichts. Immer wieder wurde die Dosierung erhoeht. Ein Wehentropf nach dem anderen. Wehen nur in Seitenlage.

04. Juli 2013
Ich lief dann mit dem Mann mitten in der Nacht immer den Gang hoch und runter, hoch und runter. Ich spuerte nichts, der Wehenschreiber zeigte aber etwas leichtes an. Aber sonst nichts. Es wurde immer spaeter und nichts tat sich. Ich war hundemuede, wollte schlafen ... der Mann auch. Aber es ist schwer. Auf der Kreißsaalliege. Auf der einen Seite das CTG, auf der anderen der Wehentropf. Der Mann war auch hundemuede. Zuerst versuchten wir gemeinsam auf der Liege zu schlafen. Funktionierte aber nur maeßig. Der Mann holte sich dann aus dem Vorraum der Entbindungsstation 2 Stuhl-Sessel. Ich weiß gerade nicht wie die richtig heißen. Er schob sie zusammen und knuellte sich dann in die Dinger. Richtig ungemuetlich. Total verrenkt. Aber die Muedigkeit uebermannte ihn auch irgendwann. Um 6h oder so war die Nacht dann auch vorbei. 3-4 Stunden Schlaf. So am Stueck. Eventuell. Wieder eine neue Hebamme. Ich sollte duschen gehen. Und dann bekam ich nochmal ein neues "Hemdchen". Dann kam die Chefaerztin, untersuchte mich und ENDLICH der ersehnte Satz. Ca. 3cm war der Muttermund auf. Es fehlte der Druck von oben. Die Fruchtblase wollte nicht platzen. Kurzum beschloss die Chefaerztin die Fruchtblase aufzumachen. Juhuuu!!! Ich wollte singen, tanzen, mit dem Popo wackeln. Heute werde ich mein Baby in den Armen halten. Der Mann rief seine Mama an, die Hebamme rief meine Hebamme an. Solveig. 30 Minuten nachdem die Fruchtblase zum Platzen gebracht wurde kam die erste richtige Wehe. Die, bei der ich wusste, dass es eine ist. Das es diese Wehen sind, die mir mein Kind schenken. Erst alle 5 Minuten, dann ziemlich schnell alle 2 Minuten! Nach genau einer Stunde stand Solveig im Kreißsaal und ich war so gluecklich. Sie notierte sich viel und war bei jeder Wehe an meiner Seite. Stand mir bei, massierte und beruhigte mich. Untersuchte den Muttermund. Der Mann ging dann nochmal eine rauchen und holte seine Kamera. Lange wuerde es nicht mehr dauern. Solveig versicherte mir, dass wir die Maus in den naechsten Stunden in unseren Armen halten wuerden. Da war es ca. 9h und schon jetzt hatte ich keinen Bock mehr auf die Schmerzen. Dabei hatte ich sie gerade 1 1/2 Stunden ;) Egal dachte ich. Sie bringen mir mein Baby. Solveig gab mir dann homooepatische Kuegelchen und noch ein Schmerzmittel durch meine Flexuele. Wurde aber nicht besser. Na egal. Einmal schrie ich kurz. Solveig meinte, ich solle das lassen, ich braeuchte meine Kraft noch. Okay okay. Also veratmen. Ging aber schwer, ich lag lieber einfach nur da und wollte das die Schmerzen vorbei gehen. Diesmal konnte ich sogar ab und an lieb mit dem Mann reden und er musste nicht dauerhaft aus meinem Sichtfeld gehen. Und immer wenn ich denke, JETZT kann ich wirklich nicht mehr, gehts richtig los. Ich wusste noch von Jonas das die Schmerzen im Stehen leichter zu ertragen sind, aber nach der Nacht und 3-fachem Wehentropf hatte ich dazu keine Kraft und auch keine Lust mehr. Also liegen. Dann auf die Seite. War aber doof, also wieder auf den Ruecken. Es schmerzte. Sehr. Ich wollte das es vorbei ging. Dann kontrollierte Solveig wieder den Muttermund und rief dann die Aerztin an. Ohje...ich wusste was das bedeutete. Mein Baby wuerde gleich da sein. In meinen Armen. Alles wurde bereit gemacht. Solveig legte Handtuecher, Schuesseln etc. bereit. Ich weiß noch, dass ich mich auch uebergeben musste. Pff, nach der Nacht auch kein Wunder. Und dann kein Fruehstueck. Aber dafuer waere ja eh keine Zeit gewesen. Solveig legte die Schere zur Nabelschnur-Durchtrennung bereit und alles andere. Der Herzmann wusste bis zuletzt nicht, ob er es koennte. Ob er die Nabelschnur durchtrennen koennte. Dann begannen die Presswehen. Solveig und auch die Aerztin ermutigten mich. Unterstuetzten mich. Ich sollte nun mitpressen bei jeder Wehe. Scheibenkleister tat das weh. Aber ich glaube, ich machte das ganz gut. War ja auch nicht meine erste Geburt. Dann riefen alle schon wie verrueckt, dass sie den Kopf sehen koennen. Und jetzt sollte ich langsamer pressen. Gott, erwaehnte ich wie nervig das daemliche CTG war? Haette das am liebsten abgerissen. Und dann wollte ich nicht mehr. Ich sagte wirklich wahrhaftig: "Ich schaffe das heute nicht mehr" - Aha, ja ... ist klar. Wir koennen das jetzt natuerlich auch unterbrechen und morgen weiter machen! "Ich kann den Kopf sehen, du kannst ihn auch anfassen" "Nein ich will nicht" "Das Koepfchen ist gleich da, langsamer pressen" Mensch. Erst pressen. Dann nur halbe Kraft. Was denn nun? ;) Aber ich tat es, ging ja schließlich um mein Baby. Man denkt immer gar nicht, dass man das alles einfach kann, weil wir Frauen dafuer vorgesehen sind. Aber wir koennen das. Einfach so. Ohne es jemals geuebt zu haben. Und ich muss euch sagen. Das Schlimmste ist fuer mich der Kopf. Aua. Vor allem wenn er 2 Wehen braucht und zwischen den 2 Wehen "da unten steckt und streckt"! Boese boese. Ich fasste dann doch den Kopf von meinem Baby an. Er war so weich und flauschig. Viele Haare also. Aber das dachte ich mir schon, bei dem Sodbrennen ;) Und dann wusste ich, war es nur noch ein Klacks. Der Koerper rutscht nach. Und so war es auch. Noch 2 Wehen und mein Baby war geboren. Es schwappte wallartig aus mir herraus. Ein unfassbar erleichterndes Gefuehl. Es wurde warm zwischen meinen Oberschenkeln. Der Mann schnitt die Nabelschnur durch und durfte so seine Tochter als erstes sehen und er weinte. Er war so unfassbar stolz. Dann wurde mir die kleine Schoenheit auf den Bauch gelegt und ich konnte es nicht fassen. Da lag sie. Ihr Herz schlug auf meinem. Eben war sie noch in mir und ploetzlich liegt sie da. Schreit nicht, aber lebt. Atmet. Duftet so wunderbar. Und der Mann schaut mich an und weint und ich kann es noch immer nicht glauben. Ich sage nur die ganze Zeit: "Sie lebt, sie lebt und sie ist so wunderschoen" ... ich schließe meine Augen. Ich genieße ihre Waerme. Ihren kleinen zarten Koerper auf meinem Bauch. Ich druecke sie, streichele sie und bewundere sie. Mein Baby, meine wunderschoene kleine Helene in ihrer ganzen Perfektion. Und ich denke an Jonas, bete fuer ihn und danke ihm fuer dieses Wunder. Fuer seine kleine Schwester. Und ich weiß, dass ich dieses kleine Menschlein niemals wieder loslassen wuerde. Niemals gehen lassen wuerde und das ich fuer sie sterben wuerde. Jeder Atemzug ist fuer sie. Ich lebe fuer sie. Und ich liebe sie bedingungslos, ebenso wie den Herzmann. Wir sind eine Familie. Zu viert. Mit Jonas - tief im Herzen und Leni - fest an der Hand.

Helene - Geboren am 04. Juli 2012 um 11:03h bei Sonnenschein! 52cm und 3305gr




Kommentare on "Die Geburt von unserem Schaefchen"
  1. Ein wunderschönes Kind. Selbst so kurz nach der Geburt, wo andere noch ganz schrumpelig sind. Hihi.
    Mein Mann meinte einmal zu mir, dass er so fasziniert davon war, wie viel Kraft wir Frauen doch haben. Um die Worte meiner damaligen Hebamme zu wiederholen: "Wenn Männer Kinder kriegen müssten, würde die Menschheit aussterben." :D

    Und jetzt schau, es ist noch gar nicht soooooo lange her, die Geburt von Leni. Und doch kann dein kleines Wunder schon so viele Sachen. Kinder sind so was wundervolles.<3

    Ich wünsche dir einen schönen Tag und falls du Post bekommen solltest, würde ich mich freuen, wenn du mir Bescheid geben könntest, ob der Inhalt alles heil überstanden hat.

    Lg :)

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    1. Ach du Liebe,
      vielen lieben Dank :)

      Da haben dein Freund und deine Hebamme aber was wahres gesagt :) Und so ein Kompliment vom Mann hoert man doch gerne, oder?

      Ja, sie entwickeln sich so rasend schnell das man nicht mehr hinterherkommt. Ganz furchtbar und trotzdem so wunderbar anzusehen. Stolz!

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  2. Oh <3
    Am Anfang habe ich oft schmunzeln müssen. Wunderbar geschrieben <3 dann kullerten die Tränchen..eure kleine Fee hat sich den Weg in eure Arme erkämpft. Mit viel Liebe geschrieben, das sogar ich Pipi in den Augen bekam :)

    Euch ist von Herzen alles Glück auf Erden gegönnt. Mit euren wunderschönen Kindern <3

    Ich bin glücklich, jeden Tag die kleinen und großen Geschichten von dir zu hören. Leni ist ein Wunder <3 ein wahres Wunder! Nochmal zu diesem Augenblick, <3-lichen Glückwunsch :*

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    1. Danke Liebes,
      dann habe ich ja alles richtig gemacht :) Und ich bin so dankbar das Leni bei uns ist und bei uns bleiben wird.

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  3. Wow, was für eine lange Reise. Zu Beginn des Artikels habe ich mir fest vorgenommen, mich zusammen zu reissen. Aber am Schluss musste ich doch wieder eine Träne verdrücken ;-)
    Ich habe es auch am schmerzhaftesten empfunden, als der Kopf da so steckte. Aber alles geht vorbei ;-)
    Eure Helene ist wunderschön, tolle Bilder und danke für deinen Geburtsbericht.

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    1. Das war es, da hast du recht.
      Oh, ich moechte euch ja eigentlich nicht zu Traenen ruehren, aber es ist ja auch nicht schlimm, wenn es passiert.

      Ich danke dir fuer deine lieben Worte.

      Und du hast recht, der Schmerz ist schnell vorbei. Und ganz ehrlich? Sollte ich noch ein Kind bekommen, freue ich mich schon wahnsinnig auf die Geburt - es ist eben sowas einzigartiges, was wir nicht oft erleben.

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