Gedankenmatsch!

Samstag, 11. Mai 2013
Ich lasse einfach mal wieder meine Gedanken schweifen. Einfach weil mir danach ist. Ab und zu kann ich die Gedanken in meinem Kopf nicht ordnen. Es scheint, als waere er zu klein dafuer. Oft verarbeite ich das dann vor dem Einschlafen. Mit Einschlafen hat es sich dann allerdings eine lange Zeit erledigt. Doof ist das. Dann lieg ich wach und denke nach. Will ich aber gar nicht. Also schreibe ich es jetzt auf. Auch wenn es nur Gedankenmatsch ist. Ich bin es los, ihr koennt es lesen. Wenn es euch interessiert, wenn nicht, habt ihr ja die Option es weg zu klicken. Ich kann den Kopf nicht einfach ausschalten. Manchmal wuenschte ich mir, ich koennte das. Vielleicht mache ich das jetzt oefter. Gedankenmatsch schreiben. Falls es beim Einschlafen hilft. Gedankenmatsch ist im Prinzip wie Wortkotze. Aber ich will nicht immer den Mann damit zusuelzen. Er kann es ja auch hier nachlesen, wenn er will. Ich wuerde nicht wollen. Manchmal nerve ich. Mich selbst. Wie muss es dem Mann erst gehen? Aber er nervt mich auch oft. Ich glaube das ist normal. Die Lebenssituation ist ja ganz anders seit das Schaefchen da ist. Natuerlich ist es die schoenste Veraenderung in unserem Leben. Ganz klar. Aendert aber nichts dran, dass der Tag gestern scheiße war. So richtig. Das Schaefchen wollte einfach nicht einschlafen. 3 Stunden habe ich es probiert. Dann kam um kurz nach 21 Uhr endlich der Mann nach Hause. Und schwuppdiwupp - Kind schlaeft. Hallo? Wie macht er das? Oder die viel wichtigere Frage, was mache ich falsch? Das habe ich mich lange gefragt. Ich habe mir Vorwuerfe gemacht. Ich fuehlte mich schlecht. Ich war sauer auf das Schaefchen und auf den Mann. Und dann habe ich mir weiter Vorwuerfe gemacht und nachgedacht. Der Abend war eh gelaufen. Ich liebe mein Schaefchen. Ich erinnere mich, als waere es gestern gewesen, wie sie das erste Mal auf meiner Brust lag und ich ihren Herzschlag und ihren wundervollen Duft vernahm. Wenn ich einen schlechten Tag mit dem Schaefchen hatte, schaue ich mir abends viele Fotos von ihr an. Als sie noch so klein war, dass sie als komplettes kleines Wunderwesen einzig auf meinem Bauch Platz hatte. Oder auch Fotos vom Tag, der am Anfang besser war als zuletzt. Eigentlich faengt der Tag immer gut an. Das Schaefchen ist super drauf und spielt unglaublich viel und gerne. Testet ihre Grenzen aus und versucht sich an neuen Dingen. Sie lacht viel und verstaendigt sich mit mir. Sie bringt mein Herz zum Schmelzen. Leider kann ich diese Momente nicht abrufen, wenn sie dann so unglaublich anstrengend wird. Wenn sie mich 3 Stunden lang anschreit und ich sie mit nichts beruhigen kann. Und das nicht, weil ihr etwas weh tut, sondern einfach weil sie nicht schlafen will und das obwohl sie hundemuede ist. Sowas macht mich ja rasend. Und ich will dann einfach das sie schlaeft und nicht noch rumturnt, weil ihr das nach 5 Minuten auch nicht mehr recht ist, eben weil sie so muede ist. Wenn es gar nicht gehen will, kann sie auch rumtoben, besser als mich anbruellen zu lassen. Ich bin dann sauer. Manchmal komme ich mir vor, als wuerde ich mein Herz ausschalten. Wenn sie dann so muede ist und unfassbar ausgelaugt vom Schreien, weint sie ... bitterliche Krokodilstraenen. Sie laufen die Wange hinunter und ich kuesse sie weg. Ich streichele ihr zauberhaftes, weiches Haar und druecke sie feste an mich. Dann spuere ich ihren Herzschlag und hoere wie sie schluchzt. Sie tut mir so Leid und ich beginne zu weinen. Dann lacht sie mich an und ich spuere diese unendliche Liebe, dieses unsichtbare Band, welches uns verbindet. Und trotzdem sitze ich abends oft da. Habe den Gedanken versagt zu haben. Oder das Gefuehl nicht genug zu sein. Nicht genug zu opfern und zu viel zu wollen. Obwohl ich schon alles habe, was ich immer wollte. Mein Baby!

Jetzt kann ich ganz klar denken und weiß das alles gut ist und auch immer gut sein wird, solange sie an meiner Seite ist und ich ihre Hand halten darf. Ihren Herzschlag spueren kann. Und der Mann, der ist auch noch da. Fuehlt sich oft ungeliebt und glaubt ich wuerde ihn nur anzicken. Doch ich fuehle mich oft allein. Mit dem Schaefchen, mit dem Haushalt. Ich will fuer uns ein schoenes Zuhause. Das wir uns alle wohlfuehlen. Und ich danke dem Mann fuer die ganzen Stunden, die ich am Morgen nachholen darf. Ich danke ihm, dass er mit dem Schaefchen aufsteht und mich dann mit ihr weckt. Und ich danke ihm dann fuer das Gefuehl gebraucht zu werden. Denn wenn ich aufstehe freut sich mein Maedchen so sehr mich zu sehen, wie bei ihrem Papa - wenn dieser nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt. Ich bin angekommen. Hier ist mein Platz. Hier werde ich gebraucht und hier bin ich nicht mehr wegzudenken.


1 Kommentar on "Gedankenmatsch!"
  1. Hachja. Kommt mir so bekannt vor. Einfach in dem Moment (oder in Ruhe nachher) bewußt sein, dß es ganz normal und menschlich ist, auch mal frustriert zu sein. Das ist eben auch eine Grenze, die das Kind lernt. Der andere Mensch gegenüber hat auch seine Gefühle. Und der Rest, der Rest ist Erziehung und Dein Überblick als Mama :-)

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