Gedankenmatsch #2

Freitag, 4. Oktober 2013
"Ich habe da so eine ganz wunderbare, atemberaubende Tochter, das mir schlichtweg die Worte fehlen." schrieb ich heute auf meinem privaten Facebook-Account. Die letzten Tage mit dem Schaefchen waren so unglaublich perfekt. Ich hielt das Glueck quasi fest. Sie schlaeft dauerhaft durch. Desoefteren wieder allein in ihrem Bett, sodass der Mann und ich am Abend Zeit fuer uns haben und diese auch nutzen. Okay, wir liegen auf dem Sofa und schauen die neuesten CSI Folgen, aber das ist so wunderbar. Das Schaefchen isst am Morgen immer ihr Muesli und liebt es. Sie trinkt danach ihre Milch und dann spielen wir den ganzen Vormittag oder putzen zusammen, hihi :) Sie liebt zum Beispiel Waescheklammern oder den Staubwedel. Auch der Staubsauger beschert ihr gute Laune. Manchmal spielt sie mit ihm Gitarre oder jagt ihn durch die Wohnung ;) Egal was es zum Mittag gibt, sie isst es. Alles! Pesto-Nudeln, Gemues-Risotto, Kartoffeln mit jeglichem Gemuese, den Couscous-Schmarrn, Tomaten-Nudeln etc.! Auch mit dem Abendessen klappt es endlich besser. Das ausgestochene Sternchen-Brot mit Kaese wird verschlungen. Ebenso die Weintrauben und die Gurke. Manchmal auch ein bisschen Wiener und danach fordert sie ihre Milch. Ich war so stolz das sie das in den letzten Tagen voller Freude gegessen hat. Selbststaendig.

Heute war genau solch ein Tag. Nach dem Mittagsschlaf kuschelten wir ganz intensiv. Das macht das Schaefchen nicht so oft und deswegen genieße ich jede Sekunde in der sie meine Naehe so sehr einfordert. Danach haben wir rumgealbert - Fangen und Verstecken gespielt. Wir waren die Zeitung aus dem Briefkasten holen und haben viele Buecher angeschaut. Ausserdem haben wir Sprachnachrichten fuer den Papa aufgenommen und ihm geschickt. Da hat er sich tierisch gefreut. Als der Mann dann mit dem Arbeiten fertig war, sind wir noch fuer das Wochenende einkaufen gewesen. Wir brauchten wirklich noch eine Menge, waren aber trotzdem relativ schnell durch. Zuhause angekommen packte ich die Einkaeufe aus und bereitete das Abendessen fuer das Schaefchen zu. Und dann wurde der Abend zu so einem richtig doofen Abend. So einer, der einen vorerst diesen ganz wundervollen Tag vergessen laesst. Sie wollte partout nichts essen. Kein Kaesebrot, keine Gurke, keine Wiener. Nichts. Ueberall kurz abgebissen und dann wurden wir mit ihrem Abendessen beschmissen. Lustig! Sie faengt dann an zu schreien und weint kleine Krokodilstraenen. Sie zieht so richtig ihre Show ab. Die "ich-bin-muede-und-habe-hunger-bin-aber-viel-zu-faul-zum-essen-und-kauen"-Show. Jaja. Das gibt es hier oefter. Aber nur beim Abendessen versteht sich. Sonst kann man zu jeder Tageszeit so ziemlich alles essen. Und wer dann glaubt sie muesste ja in einen Tiefschlaf fallen, der taeuscht sich. Nein nein. Nachdem die Milch alle ist, wird geweint bis der Schnuller den Platz im offenen Mund fuellt. Danach wird so getan als waere man kurz vorm Einschlafen um die Eltern in Sicherheit zu wiegen um dann im naechsten Moment eine schnelle Drehung auf den Bauch zu machen und aufzustehen. Wenn man dann nicht wach sein darf, wird wieder geheult. Am Ende muss man sie quasi zum Schlafen zwingen, obwohl sie hundemuede ist. Und dann wird auch durchgeschlafen. Der naechste Tag ist immer ein Ueberraschungsei - kommt eben auf die Nacht an. 

Wenn ich hier aber jetzt so sitze und das Schaefchen sitzt im selben Raum - ganz stumm - und ich den Tag Revue passieren lasse, sind da diese wunderbaren Momente. Ich hatte kurz Zeit zum Runterfahren, habe mich beruhigt. Habe im Stillen alles gesagt, was ich wollte ... und denke jetzt daran, wie gluecklich das Schaefchen war, als ich mit meinen Fingern beim Wickeln ueber ihren Bauch bis auf ihre Nase tippelte. Wie sie voller Glueck gelacht hat, als ich meine Augen mit ihren Fueßchen verdeckte und dann "Guck Guck" sagte. Daran, wie sie mich auffordert ihr zu erklaeren was in dem Buch abgebildet ist, meinen Finger nimmt und damit auf die entsprechende Sache zeigt. Daran, wie sie mir freudestrahlend die Waescheklammern klaut und wie sie mit einer Pfandflasche telefoniert. Ich denke an gestern und vorgestern und den Tag davor. Ich denke daran, wie unendlich gluecklich meine Prinzessin mich macht. Wie sie mir ihre Welt zeigt. Daran wie stolz sie ist, wenn sie auf Papas Gitarre "spielt" und darauf wartet das ich applaudiere um dann wie ein Honigkuchenpferd zu strahlen. Das Schaefchen kann sich an allem erfreuen. Wenn Mama Rockstar spielt und beim "Headbangen" die Haare durch die Luft fliegen und das Schaefchen kitzeln. Wenn sie den Schluesselbund haben darf und so tut als wuerde sie die Tuer aufschließen. Sie macht alles richtig und wenn sie das tagtaeglich tut, spuert sie das, weil wir sie das spueren lassen. Das Schaefchen ist da. Immer. Und auch wenn ich mich manchmal nach etwas Freiheit sehne, dann kann ich mir trotzdem keinen Tag ohne meine Prinzessin vorstellen. Ihr Lachen laesst mich leben. Ich bin so gluecklich wie nie zuvor. Mein Schaefchen ist der wunderbarste, kleine Mensch den ich kenne. Sie flutet jeden Raum mit Liebe und Freude. Am liebsten wuerde ich sie euch allen vorstellen. Ich weiß, ihr wuerdet sie lieben. Sie hat dieses gewisse Etwas. Sie hat diesen unsagbar zauberhaften Charakter und so viel Charisma. Sie lebt und liebt ihr Leben. Sie lacht stundenlang und ist ein glueckliches Kind. 

Am Ende des Tages bleibt also eins: Wir sind gluecklich, das Schaefchen ist gluecklich und wir sind angekommen. Wir sind eine Familie. Wir sind stark und wir gehen dieses Leben - zusammen. Hand in Hand. Wir tragen unsere Herzen. 






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