* Halte diesen Augenblick fest *

Freitag, 7. März 2014
Wenn der Papa nicht zuhause ist, sind die Tage anstrengender. Das Schaefchen ist sehr anhaenglich und weicht nicht von meiner Seite. Sie klebt foermlich an mir. Ganz oft kuschelt sie mich und fordert dies sogar richtig ein. Sie schaut dann in meine Augen, schlingt ihre kleinen Arme ganz feste um meinen Hals und drueckt mich. Manchmal streichelt sie dann meinen Arm oder meinen Kopf. Ab und an sagt sie dazu "eii". Mein Herz pocht dann immer ganz doll und es fuehlt sich manchmal an, als koennte mein Brustkorb es nicht halten. So viel Liebe zu empfinden ist fuer mich ein Wunder. Ein Wunder, welches man nur erlebt, wenn man Kinder hat. Das Glueck meines Maedchens steht an oberster Stelle. Ich sauge diese tiefliebenden Momente in mich auf. Ich genieße jede Sekunde so gut ich es kann. Ich halte es ganz fest - lasse nicht los. Nichts in der Welt koennte schoener sein, als mein Maedchen zu druecken, zu kuessen, ihren Herzschlag zu vernehmen, ihren Duft zu riechen und ihre Hand zu spueren. Ihre Hand in meiner. Ihr Herz auf meinem. Ihren Atem in meinem Ohr.


Trotzdem ist es sehr anstregend, wenn sie einfach nicht alleine sein will. Wenn sie sich -auch nicht nur eine Sekunde- alleine beschaeftigen moechte. Also binde ich sie in den Haushalt ein. Ich moechte nicht das sie mir hilft - viel mehr moechte ich, dass sie sich gebraucht fuehlt. Sie moechte gerne all das machen, was Mama auch macht, also darf sie das. Sie salzt ihre Kartoffeln. Sie ruehrt ihren Spinat. Sie bekommt einen Pinsel und eine Puderdose, wenn ich mich schminke. Sie darf Fotos auf meinem Handy anschauen (ohja!) und bei dem Schaukelbild sagt sie immer "huiii", wenn sie ein Fotos sieht auf dem wir sie kuessen, verteilt sie Kuesse und wenn sie eine ihr vertraute und bekannte Person sieht, nennt sie dessen Namen: Isi (meine beste Freundin) und Papa sind dabei am meisten vertreten. Ausserdem hilft sie mir beim Staubsaugen, darf mit anfassen oder den Tisch beseite schieben. Wenn ich die Betten machen, schmeißt sie sich allerdings lieber direkt rein und verlangt nach Kuschel- und Kitzeleinheiten im Bett. Wenn ich aus dem Fenster schaue, moechte sie das auch. Und dann sieht sie immer ganz viele "Autou" und freut sich darueber. Wenn ich die Blumentoepfe wieder auf das Fensterbrett stelle, moechte sie helfen und darf das auch. Sie macht das allen naemlich ganz wunderbar.


So oder so aehnlich laeuft das immer bei uns ab, wenn der Papa nicht da ist. Und das klappt mittlerweile wirklich gut. Natuerlich puzzlen und malen wir auch. Spielen mit Lego oder Playmobil. Alles worauf wir gerade Lust haben. Manchmal setzen wir uns nachmittags auch einfach auf das Sofa und essen Waffeln. Und ein taegliches Muss ist ausserdem das Singen und Tanzen - durch die ganze Wohnung. Ihr muesstet die Freude in ihren Augen sehen. Unebzahlbar.


Heute waren wir auf dem Spielplatz. Ganz allein. Ohne Papa. Und wir sind mit dem Kinderwagen, anstatt mit dem Auto unterwegs gewesen. Ich weiß ja, dass mein Maedchen nicht lange still sitzen kann und hatte schon einen Plan. Auf dem Weg zum Spielplatz muessen wir erst ein Stueck an einer vielbefahrenen Straße vorbei und anschließend kommt ein "Kinder-und Fahrradweg". Dort habe ich sie dann rausgelassen und sie durfte rumlaufen. Keine Gefahr von Autos und ueberhaupt niemand weit und breit zu sehen. Ausser ein aelterer Mann in seinem Garten. Nachdem sie selbst den Kinderwagen schob, der Sonne entgegen rannte und mit Steinchen und Stoeckchen spielte, sagt ich ihr, dass sie nun wieder in den Wagen muesse, weil wir jetzt wieder an eine Straße mit Autos kommen wuerden. Und entgegen aller Aengste meinerseits (wegen einem Bock, hehe) klappte das wunderbar. Geben und Nehmen. Das passt ganz gut. Das habe ich mir wieder bewusst gemacht. Ich gab ihr Zeit alleine zu laufen und mit den Steinchen zu spielen. Im Gegenzug ließ sie sich problemlos zurueck in den Wagen setzen. Wir kamen an schoenen und weniger schoenen Einfamilien-Haeusern vorbei, an wunderschoenen Vorgaerten mit tollen Fruehlings-Bluehern und 2 Bahnuebergaengen. Am ersten mussten wir warten und ich musste nun dem Schaefchen klar machen, dass gleich ein großer Zug kommt und wir warten muessen. Das fand sie nicht so toll und staenkerte ein bisschen. Als dann der Zug kam, machte sie aber ganz große Augen. Ebenso als sie sah, wie die Schranken hochgingen und wir weiter "fahren" konnten. Dann war es nur noch ein kleines Stueck und schon waren wir am Spielplatz. Das weiß sie auch sofort und wird dann schon ganz hibbelig in ihrem Wagen. Schnell die gefuehlten 100 Stufen runter und ab in den Kies. Das laeuft auch immer gleich. Sie WILL sich alleine beschaeftigen, die Welt alleine entdecken. Ich darf hoechstens am Rand sitzen und zuschauen ;) Eine gute Zeit um Fotos zu machen. Manchmal kommt sie dann aber doch auf mich zu und bringt mir Steinchen oder will schaukeln. Das was sie eben noch nicht alleine kann - bzw. kann sie allein schaukeln, kommt aber nicht AUF die Schaukel. Anfangs waren wir zu dritt, spaeter kamen noch mindestens 12 weitere Kinder. Das Schaefchen ist da ja auch ganz aufgeschlossen und geht auf jeden zu. Eine Weile spielte sie mit einem Jungen. Steinchen in die Haende geben usw.! Ihr Lieblingsspiel eben. Ansonsten machte es ihr am Ende auch sehr viel Spaß vor der Mama wegzurennen. Ab in Richtung Feld und wenn die Mama dann kam, wurde schnurstracks kehrt gemacht und gelacht. Herrlich. Einmal half ich einem Jungen und legte einen kurzen Weg zurueck, mein Schatz immer in Sichtweite. Und dann passierte etwas, was zuvor noch nie passiert war. Sie weinte und rannte auf mich zu. Weil ich ihr zu weit weg war. Ich haette heulen koennen - vor Glueck und ein bisschen deswegen, weil ich sie "alleine" ließ. So kenne ich das eben nicht. Dem Schaefchen ist es normalerweise egal wo wir sind. Sie rennt einfach 100 Meter weiter, auch wenn wir Tschuess rufen. Sie winkt, dreht sich nicht mal um und rennt weiter. Das ist mein Maedchen. Das heute war neu. Ich lief dann ganz schnell zu ihr, umarmte und kuesste sie und sagte ihr, dass ich doch da bin und nicht mehr weggehe. Das ich immer da bin und sie nie alleine lassen wuerde. Dann war sie auch schon wieder weg - mit Steinchen spielen ;) Am Ende wollte sie gar nicht gehen. Auf dem Rueckweg mussten wir dann an beiden Bahnuebergaengen halten und ich versuchte sie zweimal zu bespaßen und ihr zu erklaeren, dass jetzt gleich große Zuege kommen. Auf dem Kinder-und Radweg durfte sie dann wieder laufen und schob fast den ganzen Weg allein den Kinderwagen. 


Dieser Tag endete auch ganz wunderbar. Vom Mittagessen war noch Kartoffel-Moehren-Pueree uebrig geblieben und dieses bekam sie zum Abendbrot. Da dies in letzter Zeit immer in einem Desaster endet, hoffte ich mit dem Pueree auf der sicheren Seite zu sein. Und recht hatte ich. Alles verlief problemlos, sodass sie auch noch einen Nachtisch bekam. Dann noch Zaehne putzen und ab ins Bettchen. Ich bedankte mich bei ihr, fuer den schoenen Tag, dafuer das ich sie habe und sagte ihr, dass ich mich auf morgen freue - auf einen neuen Tag mit ihr. Wir gehen naemlich mit ihrer Oma und ihrer Tante morgen spazieren und auf einen anderen Spielplatz. Darauf freue ich mich schon sehr.
Ich hoffe ihr verbringt dieses wunderschoene Fruehlings-Wochenende auch ausserhalb der Wohnung und vielleicht goennt ihr euch ja auch das erste Eis :) Somit wuensche ich euch einen zauberhaften Abend und einen tollen Start ins Wochenende


Kommentare on "* Halte diesen Augenblick fest *"
  1. Ach, das klingt nach einem wunderschönen Tag und ich kann es kaum erwarten, auch mit meiner Maus so schöne Ausflüge zu machen :)
    Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende :)

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  2. so eine süße maus deine kleine :)
    und es klingt doch nach einem super tag! ihr kommt doch gut zurecht ohne den papa :)

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