KiTa-Gedankenmatsch

Dienstag, 1. April 2014
Heute ist tatsaechlich schon der erste April. Ich bin genervt von den (meistens) schlechten Aprilscherzen und moechte euch damit verschonen. Ich kann sowas eh nicht - konnte ich noch nie.

Ich moechte euch einfach gerne erzaehlen, was mich beschaeftigt, denn mit dem April koennte eine große Veraenderung kommen. Diesen Monat bekommen wir einen Brief, ob das Schaefchen ab dem Spaetsommer, einen Platz in unserer Wunsch-KiTa bekommt. Sie ist fuer mich -auch zu Fuß- super erreichbar, ausserdem hat die Chefin der KiTa einen wunderbaren ersten Eindruck auf mich gemacht. Ganz abgesehen davon, dass es eine wunderschoene, ebenerdige Einrichtung ist. Das Schaefchen fuehlte sich bei der "Besichtigung" damals sehr wohl und schob gleich alle Puppenwagen durch die KiTa. Sie ging auf die Kinder zu, welche gerade von ihren Eltern abgeholt wurden, war offen und froehlich. Natuerlich geht man davon aus, dass das eigene Kind in jeder KiTa sehr gut untergebracht ist, trotzdem spuert man da ja was. Ein Wohlbefinden. Das hat sich dort viel mehr eingestellt, als in der anderen Einrichtung, in der wir gewesen sind. Ich moechte mein Kind gut augehoben wissen. Sie soll sich wohl fuehlen.

Ich muss zugeben das diese Umstellung sehr viel schwieriger fuer mich, als fuer die Pueppi wird. Lieber haette ich sie noch ein Jahr bei mir, aber die Arbeit ruft und von nichts kommt ja nichts. Um mein Maedchen mache ich mir auch keine Sorgen. Sie ist Fremden und besonders Kindern gegenueber sehr aufgeschlossen. Sie hat keine Beruehrungsaengste, ist mitfuehlend und spielt gerne. Sie tobt am liebsten auf dem Spielplatz und in freier Natur herum. Ich wette, sie wird das superspitzenmaeßig finden. Im Gegensatz zu mir. Versteht mich nicht falsch, ich freue mich fuer sie und auch ueber die neuen Erfahrungen die sie machen wird. Aber in meinem Kopf kreisen immer dieselben "doofen" Gedanken. Was, wenn jemand meinem Maedchen wehtut (und vor allem, wenn ICH sie NICHT troesten kann)? Was, wenn sie enttaeuscht wird? Was, wenn sie sich stoeßt, hinfaellt und ich nicht die Traenen-Trocknerin bin? Das Schaefchen ist ueberhaupt nicht wehleidig und kann eine Menge ab, aber die Sorge ist deswegen ja nicht weg. Und ja, ich bin mir 1. darueber bewusst, dass sie auch solche Erfahrungen machen muss und 2. das alles gar nicht so schlimm ist und die guten Erfahrungen und Erlebnisse ueberwiegen, aber fuer mich ist schon das schlimmste die alleinige Vorstellung davon, dass ihr auf irgendeine Weise weh getan wird. Das zerreißt mein Herz!
Und nein, ich bin keine Glucke und das liegt auch nicht daran das ich "Erstlingsmama" bin. Es ist mein eigenes Wesen, mein eigener Charakter - meine eigenen Aengste, die ich auf diese Situation projeziere. Ich versuche daran zu arbeiten. Wenn das alles klappt und es unsere Wunsch-KiTa wird, ist das schon mal eine "Entlastung" quasi. Alles andere wird sich von selbst ergeben. Ich werden lernen damit umzugehen. Ich werde sehen, wie gut es ihr geht und wie sehr sie es lieben wird in die KiTa zu gehen. Ich werde sie bestimmt trotzdem jede Sekunde vermissen, meine Gedanken werden immer wieder um sie kreisen und am Anfang schaue ich wahrscheinlich alle 5 Minuten auf mein Handy, aber ich glaube an mich und (noch viel mehr) an mein Maedchen. Wir packen das! Und dann, ist da ja noch der Papa. Der kann das alles viel besser als ich.

Kommentare on "KiTa-Gedankenmatsch"
  1. Liebe Sahra,

    ich finde es toll, dass Du Dir so viel Gedanken darüber machst und uns/mir ging es genauso. Aber ich sehe, welche tollen Möglichkeiten und Erfahrungen sich durch die Kita für Marie ergeben haben, die wir ohne Geschwisterkind so nie hätten "bieten" können. Sein Kind in die Kita geben, hat für mich viel mit Loslassen zu tun und das fällt mir schwer. Und tatsächlich kommen Situationen, in denen Dinge passieren, bei denen man sich fragt, ob die Zuhause auch passiert wären. Marie hatte zwei Unfälle in der Kita. Einen gleich nach ca. 8 Wochen, wo sie von einem Podest gefallen ist und sich ein Bein gebrochen hat. Das Podest wurde im Anschluss daran so gesichert, dass das keinem anderen Kind mehr passieren konnte, aber natürlich kam da bei uns die Frage auf, wäre uns das auch passiert. Nachdem Marie heute von der neuen Gartentreppe gefallen ist, obwohl wir direkt dahinter gegangen sind, muss ich sagen, ja, das hätte uns auch passieren können. Aber man ist da bei fremden Betreuern erst einmal skeptisch.
    Am Tag des zweiten Unfalls hatte ich sogar morgens ein ungutes Gefühl, als ich Marie in die Kita gebracht habe.
    Marie hat sich aber in beiden Fällen gut von den Erzieherinnen trösten lassen und damit also auch etwas gelernt. Und so waren beide Unfälle auch irgendwie wichtig, wenn auch jeweils schmerzhaft. Ich hoffe, Du verstehst, wie ich es meine.

    Ich drücke Euch sehr die Daumen, dass es mit der Wunsch-Kita klappt. Das würde Dein Herz auf jeden Fall etwas leichter machen. Und dann denke ich, wird auch schnell bei Dir ein Vertrauen einsetzen, so dass Du das kleine Schäfchen mit gutem Gefühl morgens dort abgeben wirst.

    Lieben Gruß auch Hamburg!

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    1. Meine liebe Michaela,
      ich danke dir zuerst einmal wieder fuer deine wundervollen Worte. Ich freue mich immer sehr, von dir zu lesen. Ganz sicher bin ich mir, dass meine Pueppi wirklich auch viele tolle Moeglichkeiten ergeben werden. Wobei hier die Familienplanung wahrscheinlich noch nicht abgeschlossen ist, sind das ja immer noch 2 Paar Schuhe. Ich bin ja wirklich der Meinung, dass eine KiTa ganz toll ist, aber wie du schon sagst, es hat viel mit Loslassen zu tun und das kann ich wohl genauso wenig wie du.

      Die Unfaelle klingen wirklich unschoen, aber ich verstehe was du meinst. Die Verantwortung fuer sein Kind in andere Haende zu legen ist schon schwer, sich dann aber im Griff zu haben wenn schlimme Dinge passieren und sich immer wieder zu sagen, dass das eben auch haette zuhause passieren koennen, nochmal etwas anderes.

      Ich bin froh, das ihr zu dieser Erkenntnis gelangt seid und ich hoffe, dass ich irgendwann dieselbe Meinung zu dem ganzen Thema habe wie du. Ich verstehe genau wie du das meinst. Kinder muessen ja lernen und wenn ihnen was passiert und sie spueren das die Erzieher immer da sind, dann wenden sie sich auch das naechste Mal an eben diese.

      Ich danke dir fuer das Daumen druecken und hibbel selbst die ganze Zeit, dass es bitte in dieser KiTa fuer uns klappt.

      Liebe Grueße ♥

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  2. Ich habe mir auch so viele Gedanken gemacht, ähnliche Ängste gehabt und sowohl die Gedanken als auch die Ängste kommen phaseweise immer mal wieder. Ich habe bei der Tagesmutter ein Kind angemotzt, als es meine Kleine geschubst hat (und noch dazu fies schaute dabei, glaube ich) und ich weine alle paar Monate meine Sorgen raus... Da platze ich eben...
    Letztendlich liebt es mein Mädchen bei der Tagesmutter. Und ich fühle mich noch befriedigter, weil ich meine Arbeit habe. Ok, ich würde mir wünschen, dass ich nur 20 Stunden arbeiten müsste und Kalea nur ein paar Stunden zur Tagesmama ginge. Aber du weißt ja wie das ist... nicht jeder kann das Geld seines Mannes auf den Kopf hauen. ;)
    Das Allerwichtigste sind die Menschen in der Kita. Schöner Schein? Bringt nix. Die Erzieher müssen ein Erzieherherz haben und leidenschaftlich, liebevoll, gerecht, fürsorglich und warm sein. Ich hatte Glück mit der Person, die meinen Käfer betreut und bin unendlich dankbar. Aber man steckt nicht drinnen. Ich hoffe, dein Schäfchen findet da eine wunderbare Bezugsperson. Und dann ist alles klar... :)

    Ich bin sooo gespannt, was du darüber berichtest. Über deinen Gedankenmatsch und alles weitere...

    Liebe Grüße
    Tanja

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    1. Liebe Tanja,
      danke fuer deinen lieben Kommentar. Ich bin -glaube ich- Fremden gegenueber gar nicht so der Motzmensch. Aber wenn das jemand mit meiner Maus machen wuerde, waere ich auch ganz schoen boese. Ein Kind auf dem Spielplatz schaukelte mal absichtlich los, als unser Maedchen genau drauf zulief. Das war wirklich Absicht. Da der Mann mit an der Schaukel war, motzte er, aber ich haette das ebenso gemacht. Natuerlich darf ich keine anderen Kinder erziehen, aber ihnen zu sagen das es falsch war, darf ich sehr wohl, vor allem wenn es angemessen war.

      Nein, leider koennen wir nicht das Geld unserer Maenner auf den Kopf hauen ;) Aber vielleicht ist das ja auch ganz gut so. Eben Dinge schaetzen zu wissen und das auch weiter zu geben :) Auch wenn wir uns wuenschen wuerden viel viel oefter bei unseren Kleinsten zu sein.

      Da hast du recht und da hoffe ich einfach instaendig das die Erzieher ganz wunderbare, warmherzige Menschen sind. Mir sind eben diese Werte - die du aufzaehlst - ganz besonders wichtig.

      Ich freue mich sehr fuer euch, dass ihr so eine wunderbare Betreuung gefunden habt und danke dir, dass du und Glueck wuenschst.

      Berichten werde ich auf jeden Fall, sobald ich was Neues weiß und vor allem wenn es dann losgeht ;)

      Alles Liebe ♥

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