Junggesellinnenabschied in Berlin & Wochenrückblick #27

Dienstag, 22. Juli 2014
Und schon wieder ist es so wahnsinnig still auf dem Blog geworden. Der Sommer ist vollgepackt wie viele Jahre nicht mehr. Der zweite Geburtstag vom Zukkermädchen, die dazugehörigen Vorbereitungen. Der Geburtstag vom Papa des Männchens. Eine Hochzeit diesen Freitag und der dazugehörige Junggesellinnenabschied vergangenen Samstag. Das eine Wochenende an dem nichts geplant war ausgeruht und nichts gemacht. Kurzfristig haben der Mann und ich ein gutes Angebot bekommen uns ein bisschen zusätzliches Geld zu verdienen, was uns quasi jeden Abend und mich mittag (wenn die Püppi schläft) einspannt. Außerdem mussten schon Fotos für 2 Blogeinträge geschossen werden, damit ich nur noch die Texte dazu schreiben muss. Und zu guter Letzt natürlich die Eingewöhnung in der KiTa, welche seit Montag läuft. 

Aber eins nach dem anderen. Am vergangenen Freitag-Nachmittag habe ich mich auf den Weg nach Berlin gemacht. Relativ kurzfristig - zum Junggesellinnenabschied. Ohne Männchen und ohne Püppi. Der Abschied fiel mir so unglaublich schwer, das ich am liebsten direkt umgedreht wäre. Von den Tränen der kleinen Zuckerschnute mal ganz zu schweigen. Es hat echt mein Herz zerrissen. So richtig! Am liebsten wäre ich gar nicht in den Bus gestiegen. Und ehrlich gesagt war ich auch völlig fertig, wurde nicht fröhlich, die Tränen standen 2 ganze Stunden in meinen Augen. Als ich dann in Berlin ankam wurde es etwas besser. Heimat und so. Da fühlt man sich direkt besser. Ich wurde von meiner Herzfreundin empfangen und anschließend ging es zum Alex. Blumenmädchenkleid für unser Zukkermädchen kaufen - zum Glück auch fündig geworden. Anschließend etwas leckeres zum Abendessen geholt und damit im nahe gelegenen  Volkspark Friedrichshain auf eine Decke gesetzt. Gequatscht, Musik gehört ... kurzzeitig vom Nichtstun nicht geschwitzt und Menschen beobachtet. Da war es ein bisschen für früher. Die Sehnsucht wurde kleiner, bis ich dann alleine im Bett lag. Es fehlt eben immer was. Ich möchte wieder zurück nach Berlin - für immer. Damit ich solche Abende erleben kann und trotzdem später zu meiner Familie nach Hause komme. Hier wo ich momentan wohne, kann ich solche Abende leider nicht haben, weil ich hier bis heute kaum Freunde habe ... nicht mal Bekannte, mit denen man mal was trinken gehen kann. Am nächsten Tag hatte ich dann kaum Zeit zum Vermissen, aber die Püppi war natürlich trotzdem immer bei mir. Wenn der Mann mir Fotos schickte oder ich kurz mit ihr telefonieren konnte war ich so dankbar und glücklich dieses wundervolle Mädchen in meinem Leben zu wissen und bei dem Gedanken sie am nächsten Tag wieder in die Arme schließen zu können, schossen mir immer und immer wieder die Tränen in die Augen.

Am nächsten Morgen blieb kaum Zeit zum Vermissen. Nach ausgiebigem Frühstück gings los. Als erstes trafen wir uns bei einer Freundin von der zukünftigen Braut. Es war schon brühend heiß um 10:30h und da begann der Junggesellinnenabschied ja gerade einmal. Wir zogen dann alle unsere Shirts an (ich war die einzige, der ihres kaum passte und aussah wie ne Presswurst die da reingeschossen wurde - keine Ahnung wann ich mich das letzte Mal so unwohl in meiner Haut fühlte), dazu dann mindestens 37 Grad (gefühlt 50) und klitschnasse Haare. Danke Hormone. Neben mir standen dann nur schlanke Mädels, die sich alle die Hälfte vom Shirt abgeschnitten haben, ein Bandeautop drunter zogen und dazu knappste Shorts. Da fühlste dich dann gleich noch 3mal so fett wie vorher. Kein Scheiß! Meine roten Haare fand' ich plötzlich auch ganz furchtbar schrecklich und bin kurz davor morgen nochmal auf braun umzufärben. Make-Up kannste bei den Temperaturen eh vergessen. Auf den Fotos fiel dann immer nur ich auf, weil ich doppelt so breit war wie die anderen. Tja, selbst Schuld wa? Anschließend ging es ab auf die GoKart-Bahn und ich ließ mir 100mal von meiner Herzfreundin versichern das ich ins Kart passe. Naja ... reingequetscht habe ich mich. Joah. Zu dicker Arsch und zu breit. Der Bauch per se hat keine Probleme bereitet. Aber wir wurden dann einmal alle fotografiert - glaubt mir, ich sehe aus als würde ich da drin keine Luft bekommen. Nunja. Selbst Schuld. Auf der Kartbahn selbst war es ganz cool. Hat schon Spaß gemacht. Irgendwann hats auch am Po nicht mehr wehgetan und viel bewegen muss man sich ja Gott sei Dank nicht ;) Im Qualifying wurde ich 7. von 8. Im Rennen verbesserte ich mich dann einen Platz und wurde 6. von 8. Durchgeschwitzt  war ich trotzdem schon und die Haare klebten noch immer. Ich hätte am liebsten eine Dusche genommen. Aber da war keine. Klar, wa? Dann musste die Braut Telefonnummern auf ihrem Shirt sammeln - das belustigte alle. Wir hatten dann da noch so nen Spruch den wir immer fleißig in einem Sing-Sang wiedergaben: Malin ist heut' unsre Braut, die sich nächsten Freitag traut. Ja, sehr einfallsreich, ich weiß. Eine Freunde der zukünftigen Braut hatte eine Trillerpfeife dabei und das amüsierte mich jedes Mal aufs Neue. Danach gab es erstmal etwas zu essen (hätte ich mittlerweile am liebsten ausfallen lassen), aber der Burger im Burgeramt war auch einfach zu gut, die Leute nett - was will man mehr? Und es wurde wirklich immer heißer. Kaum noch aushaltbar. Ich habe dann beschlossen das ich nie wieder einen Junggesellinnenabschied im Hochsommer mitmache. Die Klamotten klebten fest und immer mehr sehnte ich die Nacht herbei, in der ich dann endlich meine wohlverdient Dusche nehmen würde. Zuvor ging es aber noch ein paar Nummer sammeln und anschließend auf das deutsch-französische Volksfest. Wurde mit der Hitze nicht besser. Liegt nämlich in der prallen Sonne - ohne Bäume. Vorher noch ein bisschen Alkohol reingeschüttet. Machts nur noch schlimmer, gehört aber dazu. Die süßen Mädels fuhren dann die Wilde Maus und ich packte mich mit der Herfreundin und einem anderen Mädel unter nen Sonnenschirm. Und ich fühlte mich echt so elendig. Schmutzig, durchgeschwitzt, nass...die Haare gingen gar nicht mehr, der Pony gesträhnt - ich sah bestimmt wie so ne Pennerin aus, die sich 3 Wochen nicht geduscht hat. Mindestens! Und noch schlimmer fühlte sich das an. Wie die anderen Mädels es geschafft haben, wie am Morgen auszusehen: Ich weiß es nicht! Naja, ick sah aus wie ick aussah und kugelte vor mich hin :D Bisschen komisch angeglotzt haben mich auch alle. Kein Plan ob ich denen peinlich war - konnte ich aber auch nichts machen. 2 Slushys und eine Wasserrutschte später gings mit dem Schwitzen, für die Haare war das dann der tödlichste Tod, aber war dann auch egal. Abschließend dann zum Karaokesingen und Cocktails schlürfen. Alles vollgestunken, getrunken und gesungen. Wir waren alle völlig fertig und beendeten den Abend dann um 22:30h! War an sich auch wirklich schön, wären es 15 Grad weniger gewesen und das Shirt größer. Nun überlege ich die ganze Zeit, ob ich mich wirklich auf der Hochzeit blicken lassen sollte :D Mein Selbstbewusstsein ist seit dem JGA so dermaßen im Keller. Nachdem ich die Fotos nochmal allein anschaute war ich wirklich erschrocken wie schlimm ich aussah. So sehe ich mich selbst nicht, aber vermutlich ist das die grausame Wahrheit. Shred wird also wieder richtig durchgezogen wenn es mein Kreislauf mitmacht. Der gibt nämlich bei 27-30 Grad in der Wohnung plus Sport auch auf. Allerdings wird sich bis Freitag nichts ändern. Muss ich dann auch mit leben. Irgendwie wirds schon gehen. Und außerdem bin ich ne mini Randfigur - um mich gehts ja nicht und bei den Gruppenfotos bin ich dann halt auf Klo oder die Püppi rennt weg - da fällt mir schon was ein ;) Nur der Mann tut mir Leid - taucht der da mit der Presswurst auf, hahaha!

Witzigerweise bin ich dann zuhause auf süße Blogeinträge gestoßen die sich in meinem Feed befanden. Ungelesene Blogbeiträge. Und darunter sind auch ein paar Plus-Size Bloggermädels. Das habe ich mir dann erstmal reingezogen und die hübschen Frauen bewundert. Dafür, wie schön sie sich kleiden. Dafür das sie sich nicht scheuen ihre Oberarme zu zeigen. Dafür, dass sie ihre Beine nicht in Leggings oder Strumpfhosen hüllen. Dafür, dass sie sich lieben und akzeptieren. Und ich weiß, das sagt man so nicht, weil es normal sein sollte. Jeder sollte sich und seinen Körper zeigen dürfen wie er will. Niemand hat ein recht darüber zu urteilen ob das falsch oder richtig ist, nur weil er es nicht schön findet. Wieso soll jemand mit ein paar oder vielen Kilos auf den Hüften im Sommer in langer Jeans schwitzen? Also versuche ich mir ein Beispiel zu nehmen, denn was nämlich wirklich Ausstrahlung verleiht, ist das eigene Selbstbewusstsein. Wenn man von innen strahlt, trägt man das auch nach außen. Das versuche ich also am Freitag und wer weiß, vielleicht strahle ich auf einem Foto so sehr, dass ich es euch zeigen werde :)

Eigentlich wollte ich euch jetzt noch von den ersten beiden Eingewöhnungstagen in der KiTa erzählen, aber das wäre wirklich zu viel. Der Eintrag folgt dann seperat - vielleicht noch am Donnerstag, wenn ich es von Berlin aus auf die Reihe bekomme. 

Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Abend und hoffe, ihr seid gut in die Woche gestartet!

Daumen hoch für: Gute Musik, selbstbewusste Frauen und Akzeptanz!
Daumen runter für: Intoleranz, Arroganz und Hitzewellen!
Hörenswert: Das komplette Album von Mark Forster "Bauch und Kopf" () Von meiner Liebe zu Au Revoir berichtete ich euch bereits mehrmals. Endlich habe ich es mal geschafft in das komplette Album reinzuhören (das mache ich nicht mehr oft -leider, nur wenn ich denke, dass es sich echt lohnen könnte) und ich bin wirklich sehr begeistert. Meine Lieblingsstücke neben Au Revoir sind: Immer immer gleich und Königin Schwermut () Unbedingt reinhören!
Lesenswert: Gone Girl - am Donnerstag habe ich es ausgelesen und es ist wirklich zu empfehlen. Spannend und überraschend bis zur letzten Seite. Außerdem hat es mich etwas fragend und verstört zurück gelassen - ein Buch über das man noch lange nachdenkt.
Gegessen: Chicken-Curry Burger beim Burgeramt, Chicken Sandwich & Bulgur-Salat von Scoom, Pollo Piccante nach Vapiano-Art, Bratwurst & Hähnchen vom Grill, Ofenhackbällchen mit Käse, Spaghetti mit Jagdwurst, Kartoffelstampf mit Spinat & Rührei, Kartoffeln mit Quark, viel Obst, Müsli
Getrunken: Weinbrause Zitrone Rhabarber, Watermelon on the beach, Maracuja-Schorle, Malibu mit O-Saft, diverse Slushy's, Wasser, Säfte, Kaffee, Vitamin-Water (ziemlich lecker), Vanilla Milkshake, Pepsi
Gekauft: Jeans für den Mann, 2 Kleider für die Püppi, Leggings & Bluse für die Püppi, Schwimmreifen und Wasserball für die Püppi, Geschenkbänder
Geärgert: Über die Hitze - das ist einfach zu viel des Guten, vor allem bei einem Jungesellinnenabschied!
Gefreut: Ich bin 6. beim GoKart-Fahren geworden. Es gab aber auch nur 8 Plätze ;) Am meisten habe ich mich gefreut, als ich die Püppi nach 2 Tagen & Nächten wieder in die Arme schließen konnte! Außerdem kam mein Laptop mit neuer Festplatte aus der Reperatur und der neue Handyakku an - ich bin also wieder voll mittendrin, statt nur dabei ;)
Gestaunt: Wie viel Muskelkater man vom GoKart-Fahren bekommen kann.
Süchtig nach: dem Album von Mark Forster "Bauch und Kopf"
Vorfreude auf: die Hochzeit einer lieben Freundin am Freitag, auch wenn ich noch nicht weiß wie das mit der Püppi und der Hitze werden soll...
Letzte Sünde: Weinbrause und Chicken Wings
Gut zitiert: Ich weiß jetzt, auf dem Weg, auf dem ich lauf bin ich an so vielen vorbeigerauscht. Auf dem Weg liegt was ich such. Ich schau jetzt hin, ich lass es endlich zu. [Mark Forster - Auf dem Weg]

 Frühstück: Erdbeercrunch, Weizen gepufft, Blaubeeren, Naturjoghurt, frische Ananas und Chia Samen | Lecker Abendessen á la Vapiano | Obst-Frühstück mit Kirschen, Blaubeeren und Ananas
 Der KiTa-Rucksack ist angekommen | Die Püppi springt für ihr Leben gerne | Gone Girl ausgelesen
 Junggesellinnenabschied in Berlin | Abend im Volkspark Friedrichshain verbringen | Erste Station beim JGA: GoKart-Bahn!
 2. Station beim JGA: Burgerarmt - ich habe einen Chicken-Curry-Burger genossen | 3. Station beim JGA: Deutsch-Französisches Volksfest bei mindestens 37 Grad!
4. und letzte Station beim JGA: Karaokebar und Cocktails | Am nächsten Tag zurück | Die Püppi endlich wieder in die Arme schließen - ihr Lachen genießen
Kommentare on "Junggesellinnenabschied in Berlin & Wochenrückblick #27"
  1. Puuuuh harter Tobak. Jetzt verstehe ich warum du auf meine Aussage über mich so allergisch reagiert hast. Aber ich kann dir versichern, ich finde stabilere Menschen weder abschreckend noch Sonstiges. Ganz im Gegenteil. Die meisten die ich kenne, sind so herrlich echt! :)

    Du, ich kann aber auch net verstehen, wie manche Menschen, bei gefühlten 50°C Außentemperatur so frisch und fruchtig aussehen können. Wie machen die das? Ich klebe da auch nur vor mich hin (egal ob Schwanger oder nicht) und fühle mich "schmutzig". Ich denke mit hoch erhobenen Hauptes hätte ich da auch nicht durch Berlin tänzeln können.

    Achja, ich verfolge auf Insta auch einige Plussize Models, auch wenn ich nicht in die Sparte passe. :) Ganz einfach weil ich den Stil so mag und sie einfach eine Bomben Ausstrahlung haben.

    Ich freue mich sehr auf den baldigen Bericht zur Kita-Eingewöhnung! Bin so gespannt wie sie sich macht.

    Liebste Grüße
    Jana

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  2. Du bist so toll ehrlich! Das sind Gedankengänge, die sicher die allermeisten kräftigen Màdels haben. Ich kenne sie jedenfalls. Fotos angucken... baah. Da wird man auf den harten Realitätdboden verfrachtet, wo man doch zuvor selbstbewusst war, sich super fühlte und hübsch. Aaaaber i h glaube, dass du (oder andere) gar nicht so gesehen wirst, wie das auf dem Foto aussieht. Denn da kommt ja noch die Ausstrahlung hinzu und die Art wie man sich bewegt, das Lachen und und und.

    Ich bin sehr gespannt auf den Post über die Eingewöhnung!!! Ist schon eine intensive und emotionsgeladene Zeit!

    Ich schicke dir ganz liebe Grüße!

    Tanja

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