KiTa-Eingewöhnung Update (Tag 6-9)

Montag, 4. August 2014
Wir befinden uns mitten in Woche 2 der Eingewöhnung und was soll ich euch sagen? Es läuft perfekt. Ich kann euch weder von kleinen noch von großen Dramen berichten. In der letzten Woche blieb das Zukkermädchen immer von 9-11:30h in der KiTa. Ich holte sie also vor dem Mittagessen ab. Es gibt keinen Abschiedsschmerz, keine Tränen. Allerhöchstens mal einen traurigen Blick. Ich gebe ihr dann einen Kuss (falls sie noch nicht total ins Spielen vertieft ist), sage ihr das ich sie lieb habe und sie später wieder abholen komme. Das klappt prima. Wenn wir in der KiTa ankommen schnappt sich die Püppi ihre Hausschuhe aus ihrem Fach, setzt sich auf die Bank und wir ziehen diese an und stellen anschließend ihre Sandalen in das Fach. Jacke aus (falls man am Morgen eine benötigt) und Hut in das dafür vorgesehene Fach und schon gehts ab in die Gruppe. Dort begrüßt sie ihre Erzieherin und geht dann direkt auf die anderen Kinder zu und sie spielen gemeinsam. Am Donnerstag wurde sie von einem Mädchen begrüßt, welches genauso heißt wie sie und bekam direkt eine Umarmung und einen Kuss aufgedrückt. Mama und Papa sind da ganz schnell vergessen. Donnerstag war der erste Tag an dem wir versuchen wollten, sie zum Mittagessen in der KiTa zu lassen um am Freitag direkt den Mittagsschlaf anzuschließen. Leider holte ich die Püppi aber Donnerstag-Mittag mit 37,9 Fieber von der Kita ab und zuhause glühte sie dann schon mit 39,3 Grad vor sich hin. Natürlich aß sie dementsprechend auch kein Mittag. Sie schlief zuhause fast nur neben, mit oder auf mir und konnte sich nicht auf den Beinen halten. Um 18:35h gab ich ihr dann ein Zäpfchen und man merkte von Minute zu Minute wie es ihr besser ging. Am Freitag Morgen hatte sie dann noch eine leicht erhöhte Temperatur, woraufhin wir sie lieber noch zuhause ließen um am Montag dann voll durchzustarten. Der Mann fuhr von der Arbeit aus kurz an der KiTa vorbei und brachte dann in Erfahrung, dass wir am Montag direkt Mittagessen und Mittagsschlaf probieren.

Dieser Tag war heute. Das erste Mal, dass wir die Püppi um 8:30h in die KiTa brachten und sie um 14:30h wieder abholen sollten, außer wir bekommen vorher einen Anruf. Die Erziehrin der Püppi hielt das aber direkt für sehr sehr unwahrscheinlich und ich pflichtete ihr bei. Mittlerweile bleibt die Püppi schon ruhiger am Tisch sitzen und nach wie vor integriert sie sich ganz wunderbar in die Gruppe. Zugegeben hatte ich in meinen zuvor ausgemalten Vorstellungen sehr viel Angst davor, dass unser Mädchen in der KiTa schläft, einfach weil sie sehr viel Ruhe benötigt und manchmal auch schwerer einschläft, was grundsätzlich kein Thema ist, weil sie wirklich immer Mittagsschlaf macht und diesen auch braucht - sonst kann man mit ihr am Nachmittag nichts mehr anfangen. Als ich sie aber am Donnerstag abholte und schon mal einen Blick darauf erhaschen konnte, wie das mit dem Mittagsschlaf dort so läuft, hatte ich kaum noch Bedenken. Alles wird schön abgedunkelt und es läuft leise und ruhige Musik. Es ist eine wirklich schöne Atmosphäre und alle Kinder waren sehr friedlich und still. Natürlich ist mir bewusst, dass das sicher nicht immer der Fall ist, aber die Erziehrinnen haben ihre Gruppe schon wirklich gut im Griff ;) 
Der Mann und ich hatten also heute zum ersten Mal seit über 2 Jahren mal 6 Stunden für uns ganz allein. Gemeinsam. Diese nutzten wir zunächst um das Grab von unserem Engel Jonas wieder hübsch herzurichten, das ist in letzter Zeit wirklich viel zu kurz gekommen und das macht mich unendlich traurig. Nochmal werden wir nicht so viel Zeit vergehen lassen. Anschließend musste der Mann kurz noch etwas auf der Arbeit erledigen und danach fuhren wir zu einer lieben gemeinsamen Freundin, die vor einigen Tagen ihr 2. Baby bekommen hat - 6 Wochen zu früh. Aber es musste alles genauso passieren, sonst wäre der kleine Mann gestorben. Ich bin so unendlich dankbar und glücklich das die Beiden wohlauf sind und ich heute -wenigstens- durch eine Scheibe auch einen Blick auf den Prinzen werfen konnte. Wenn es eine Frau verdient hat, mit dem Glück eines zweiten Kindes belohnt zu werden, dann sie. Eine ganz wunderbare Mama, die ihre Kinder abgöttisch liebt. Irgendwie verbindet uns dasselbe Schicksal, was das Ganze sehr emotional macht und ich war einfach so so froh, dass ich sie sehen konnte und mich wirklich selbst davon überzeugt habe, dass soweit alles okay ist. Unser Geschenk wird ein Familien-Fotoshooting und noch eine Kleinigkeit, über die ich hier aber nicht berichten kann, weil die betreffende Person sicher mitliest , nicht wahr? ;)
Danach fuhren wir dann nach Hause und plötzlich trat sehr sehr großes Püppi-Vermissen auf. Es war schon fast 13h und ich schätzte das unser Mädchen schlief, der Mann glaubte nicht daran. Eine Stunde und ein paar Minuten später konnten wir die Püppi abholen und ich war so aufgeregt und habe mich unendlich auf sie gefreut. Die Erzieherin, die unser Mädchen so gerne mag hatte heute früher Feierabend und so war nur noch die andere Erzieherin da. Wir erhaschten einen kurzen Blick durch das Fenster neben der Tür, wo wir dann auch schon ganz viele wache Kinder gesehen haben. Ein paar Minuten später kam unser Zukkermädchen aus dem Bad und setzte sich ganz lieb auf eine Matte, weil sie noch keine Windel anhatte und zuvor wohl auf der Toilette gewesen ist. So öffneten wir die Tür und begrüßten unsere Püppi, die uns aber nur ein kurzes Lächeln schenkte und weiter wie angewurzelt auf der Matte saß. Ich machte extra nichts und fand' es toll, dass sich die Püppi von der Erzieherin wickeln und beim Anziehen helfen ließ - ohne meckern oder darauf zu bestehen, das ich oder der Mann das übernehmen. Die Erzieherin fragte dann, ob die Püppi quengelig wird, wenn bei ihr langsam die Müdigkeit auftritt. Wir bejahten. Sie meinte dann, dass unser Mädchen schon gegen 10:30h schwächelte und eben quengelig wurde. Außerdem weinte sie wohl ein bisschen, aber daraufhin kam ein Mädchen aus ihrer Gruppe, machte "eiii", umarmte und streichelte sie. Das ist doch wirklich herzallerliebst. Unser Mädchen ist in ihrer Bienchen-Gruppe angekommen. Sie wird gemocht und versteht sich toll mit den anderen Kindern. Das macht mich glücklich und stolz. Ich bin so froh, das alles problemlos funktioniert. Die Püppi aß auch gut zu Mittag und beschmadderte sich ordentlich (was ich anhand ihres Shirts und ihrer Shorts sehen konnte). Sie wurde zum Mittagsschlaf in ein Gitterbettchen gelegt und schlief auch sehr gut. Und dann erntente sie noch ein großes Lob. Als sie wach wurde, machte sie sich zwar bemerkbar, aber ganz leise und friedlich, ohne ein anderes Kind zu wecken. Sie schlief ca. von 12h bis 13:30h - was wirklich eine gute Zeit ist. Die Püppi geht dann gerne mit uns aus der KiTa und kennt die kompletten Abläufe. Unfassbar schnell hat sie diese abgespeichert. Sie verabschiedet sich mit einem "Tssüsss" und winkt unauffällig (hihi), dann sucht sie ihr Fach und wir wechseln die Hausschuhe gegen die Sandalen, setzen den Hut auf und verlassen die KiTa.

Ich bin wirklich ganz ganz begeistert und auch wenn ich eigentlich gewusste habe, dass es gut laufen wird, ist man doch erleichtert, wenn man recht behält. Denn egal wie gut man sein Kind kennt, wird man doch immer wieder überrascht. Aber die Püppi hat von Anfang an verstanden, das ich immer wieder komme um sie abzuholen. Bis dahin genießt sie einfach die Zeit mit den anderen Kindern. Ich werde nicht weinend verabschiedet und nicht überschwänglich begrüßt, aber das ist okay. Sie macht es mir damit auch leichter und ich schaffe es wirklich ganz gut mir nicht anmerken zu lassen, wie schwer es mir fällt, sie loszulassen. Zusammen haben wir da unseren idealen Weg gefunden - denke ich. Sie lächelt mich breit an, sobald ich die Gruppe betrete und kichert. Aber sie steht nicht einfach vom Stuhl auf oder verlässt das Spiel, sondern wartet, bis ich sie frage, ob wir nach Hause gehen wollen. Dann kommt sie zu mir und nimmt mich an die Hand. Ich drücke sie dann ganz fest an mich und sage ihr, dass ich sie vermisst habe und auch das finde ich okay. Mit der Zeit wird das besser werden. Es ist nicht einfach mit der Veränderung. Alles ist neu und im Umbruch, aber wir werden uns an unseren neuen "Alltag" gewöhnen. Zugegeben, die Püppi hat das längst und ich meine zu spüren, dass sie die KiTa am Wochenende schon schwer vermisst. Aber das ist doch genau das, was sich jedes Elternteil wünscht, oder? Kann eine Eingewöhnung unkomplizierter laufen? Ich glaube nicht und ich bin sehr dankbar dafür.
1 Kommentar on "KiTa-Eingewöhnung Update (Tag 6-9)"
  1. Liebe Sahra,
    das klingt ja alles wunderbar! Dass Du Dir schwer tust, ist für mich gut nachvollziehbar! Ich versuche immer schnell zu gehen und meinen Blick/Gedanken auf etwas anderes zu lenken, damit ich nicht traurig werde oder Marie vermisse und so gewöhnt man sich ganz gut daran, dass die Lütte einige Stunden ihre eigene Welt hat, an der ich keinen Anteil habe.

    Bei uns dürfte man gar nicht am nächsten Tag das Kind in die Kita bringen, wenn es Fieber hatte - mind. 24 Stunden müssen die Kinder fieberfrei sein, was ich eigentlich auch richtig finde.

    Toll, dass Leni so lieb von den anderen Kindern aufgenommen worden ist!

    Weiter so! :-)

    Herzliche Grüße aus HH
    Micha

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