KiTa- und Kinderarzt Geschichten!

Dienstag, 19. August 2014
Drei Wochen KiTa liegen nun hinter uns und ich muss sagen: Es ist wunderbar! Ein weiterer, großartiger Schritt. Die Püppi wird so schnell groß und lernt in kürzester Zeit so viel, das mir manchmal schwindelig wird. Seit dem Kita-Einstieg passiert da wieder so viel mehr und noch so viel schneller. Alles bekommt man gar nicht mehr selbst mit - jedenfalls nicht zum ERSTEN Mal. Das macht mich natürlich wehmütig und doch, habe ich mich mittlerweile gut mit dem Gedanken angefreundet, dass unser Zukkermädchen in die KiTa geht. Und wenn wir noch ein, zwei Gespräche geführt haben, werden wir wohl auch von 6 auf 9 Stunden wechseln. Diese müssen wir natürlich NICHT ausschöpfen und ich denke auch nicht, dass wir das jemals tun werden. Aber: Das Männchen, ich oder auch gemeinsam können wir sie am Morgen pünktlich zum Frühstück bringen und am Nachmittag erst nach dem Vesper und nicht direkt nach dem Mittagsschlaf holen. Ich denke das werden dann immer zwischen 7 und 7 1/2 Std. sein. Es ist natürlich blöd, das man trotzdem die 9 Stunden bezahlt, aber vielleicht benötigt man die früher oder später doch mal und dann ist man froh, dass man sie hat. Ich werde euch auf jeden Fall berichten, wenn wir uns endgültig entschieden haben. 

Wie läuft das jetzt so bei uns? Nach der schönsten und unkompliziertesten Eingewöhnung ging es genauso weiter. Am Morgen bringen wir die Püppi gegen 8:30h in die KiTa. Wir ziehen Jacke und Mütze aus, wechseln Straßenschuhe gegen Hausschuhe und dann begrüßen wir auch schon die Erziehrinnen und die anderen Kinder im Gruppenraum. Manchmal spielt die Püppi auch noch im Eingangsbereich rum und schiebt die Kinderwagen kreuz und quer, die dann natürlich auch wieder akkurat eingeparkt werden müssen, aber spätestens danach geht es in den Gruppenraum der Bienchen. Sie begrüßt ihre Erzieherin und wird auch immer mit einem Lächeln empfangen. Meistens sitzen die Kinder alle noch an ihrem Platz und essen ihre letzten Bissen vom Frühstück. Viele rufen dann schon ihren Namen oder sagen "Guten Morgen". Dann winkt sie uns auch schon und sagt "Tsüüü". Ich möchte mich dann aber gerne noch mit einem Kuss und einem "Ich habe dich lieb" verabschieden, knie mich hin, strecke die Arme aus und die Püppi verabschiedet mich dann ganz toll. Anschließend sagen ich noch "Bis später" und winke ihr. Sie tut es mir gleich und ich schließe die Tür. Manchmal gucke ich dann nochmal durch das kleine Fenster und sehe wie die Püppi mit der Erzieherin an der Hand geht und schon das erste Spiel spielt oder sich mit an den Tisch an ihren Platz setzt und einen Becher Tee trinkt. Bisher hat es meistens so geklappt, dass der Mann und ich die Püppi zusammen bringen konnten, weil er seinen ersten Termin erst gegen 9h hatte. Dann fährt er mich auch wieder mit dem Auto nach Hause. Dort kümmere ich mich dann um den Haushalt und mache ehrlich gesagt nichts weiter. Irgendwie tut aber genau das mal gut. Eine Folge der Lieblingsserie sehen und zu wissen, man wird jetzt definitiv von niemanden unterbrochen? Genau das ist so ein Moment, der nur mir gehört. Meistens ist Stillstand aber dann doch nichts für mich und ich schaue, dass ich Blogbeiträge vorbereite, Papierkram erledige, Bilder bearbeite etc.! Ich gehe Anzeigen zu Jobangeboten durch und stelle immer wieder fest das Initiativ-Bewerbungen wohl doch das Beste sind. Außerdem muss dann ja auch alles passen. Ich kann zwar um 6 anfangen, muss aber um 14h Feierabend haben. Einen Führerschein habe ich nicht, bin aber bereit bis zu 30min. in die Stadt zu laufen. Aber viel bleibt da ehrlich gesagt nicht übrig. Die Busse fahren spärlich. In Berlin brauchte ich keinen Führerschein, hier ist eigentlich dringend einer von Nöten. Ich werde also sehen wie das weiter geht, wenn ich wieder gesund bin. 

Denn wie sollte es anders sein? Uns hats erwischt! So richtig. Ich kämpfe seit Tagen mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Halsweh. Die Püppi mit Erbrechen, Husten und geringem Schnupfen. Tagsüber ist sie quietschfidel, ich könnte sie quasi in die KiTa schicken. Sie hustet kaum, die Nase läuft kaum bis gar nicht. Erbrechen und Durchfall? Keine Spur. Bis es Nacht wird. Vor 2 Nächten das erste Mal. Da hatte ich mir noch keine großen Gedanken gemacht. Der Sonntag lief eigentlich auch ganz gut, trotzdem wollte ich das die Püppi sich auskuriert und am Montag in der KiTa aussetzt. Da wir ja schon vor einer Woche mit Schnupfen zu kämpfen hatten. Und letzte Nacht erbrach sie sich dann direkt zweimal und am Morgen kam noch schlimmer Durchfall dazu. Komischerweise ist sie auch danach immer queitschfidel, als wäre nichts passiert. Und ich frage mich wirklich was das ist. Heute wollte ich dann also direkt früh um 8h zum Arzt. Unsere Ärztin hatte allerdings Urlaub, also sind wir zur Vertretung gefahren (zwischen diesem und unserer Ärztin hatten wir damals die Wahl) und dort hatte ich dann sowas wie ein Schlüsselerlebnis. Die Sprechstundenhilfen waren super freundlich, haben gelächelt, der Püppi direkt Komplimente gemacht und sie stellte sich direkt nach Aufforderung ohne Meckern auf die Waage. Eine der beiden Sprechstundenhilfen witztelte dann noch, dass sie die Schuhe der Püppi behält, weil die so schick sind ;) Dann nahmen wir Platz und mussten ca. 30min. warten, was vollkommen in Ordnung war, dafür dass das Wartezimmer schon ziemlich voll war, wir unangemeldet kamen und der Arzt auch noch den Vertretungsdienst übernehmen musste. Das Wartezimmer war schön groß. Nicht so viel Spielzeug wie bei unserer Ärztin, aber ausreichend. Dann gab es noch einen kleinen Bereich der an diesen grenzte und in dem sich 3 (!!) Wickeltische befanden. Bei uns gibt es lediglich einen und dieser reicht oft nicht aus. Als der Arzt bei einem Sprechzimmerwechsel schon die Püppi bemerkte, weil sie voll cool mit ihrer Sonnenbrille auf einem Schaukelpferd saß und er das auch ziemlich toll fand, mochte ich ihn sofort, weil er dies auch kundtat. Kurz darauf kam noch ein kleines Mädchen mit ihrer Mama herein und die Püppi zeigte direkt auf das Schaukeltier neben ihr und sagte: "schau schau, ja? schau schau, ja?", aber das Mädchen wollte leider nicht bzw. konnte sie das vielleicht auch noch gar nicht. Bis wir aufgerufen wurden dauerte es nicht mehr lange und als ich dann mit Männchen und Püppi eintrat und der Arzt uns direkt ein Lächeln schenkte und ganz toll mit unserem Mädchen umging, schoss mir schon zum zweiten Mal an diesem Morgen derselbe Gedanke: Ich möchte, nein, ich WILL DIESEN Arzt!!! Das versteht vielleicht nicht jeder, aber doch diejenigen die schon einmal unzufrieden mit ihrem Kinderarzt waren. Und ich gehe noch weiter, das war der tollste Kinderarzt, den ich JEMALS kennen gelernt habe. Nicht mal meiner früher war so nett und kompetent. Ebenso einfühlsam und mit ganz viel Verständnis. Das Herz am rechten Fleck. Er begrüßte die Püppi: "Ach du bist das" (wegen der Sonnenbrille) und ich sagte: "Ohne die gehts nicht aus dem Haus" ... der Mann und Arzt witzelten noch was von Augenringen und der letzten Nacht. Dann fragte der Arzt ganz in Ruhe nach den Beschwerden und wollte der Püppi anschließend den Bauch abhören. Und das kann unser Zukkermädchen gar nicht haben. Im Gegensatz zu unserem Arzt musste sie hier auf eine Liege, welche sehr viel niedriger ist, als der "Schrank mit Wickelauflage" bei unserer Ärztin. Das Sprechzimmer auch um ein vielfaches größer. Natürlich weinte und quengelte die Püppi auch, aber sie schrie nicht als würde man ihr etwas Böses antun, so wie sie es sonst tut. Der Arzt ging viel mehr auf sie ein, fragte wo ihre Sonnenbrille sei (die ich dann gleich holte und dann ging es tatsächlich schon besser) und er immer wieder mit ihr redete, dass sie eine Prinzessin mit schönen Haaren sei. Dann griff er nach ihren Händen und sie zog sich hoch - schlaues Mädchen ;) Daraufhin hörte er den Rücken ab und sie lehnte sich leicht an seinen Oberkörper, was mir zeigte, das sie ihm vertraut, auch wenn sie noch immer weinerlich war. Es verlief insgesamt viel ruhiger. Ich bin mir sicher, dass die Püppi sich, genauso wie ich, direkt viel woher fühlte. Der Arzt erklärte uns dann noch alles ganz in Ruhe, checkte auch ob Magen-Darm gerade in unserer KiTa ausgeschrieben ist (ist es bisher nicht) und stellte fest, dass sie zwei Zähne bekommt und das sie eben auch Magen-Darm Anzeichen hat. Noch stellt er das in Verbindung mit den Zähnen, falls es jedoch sehr viel schlimmer werden sollte oder sie Fieber bekommt, sollen wir sofort wieder kommen. Dabei war er sehr ruhig und freundlich. Er hat gelächelt und sich Zeit genommen. Unsere Ärztin ist immer hektisch und überhaupt machen die immer viel Stress. Hier war das alles viel entspannter. Und wenn das so einfach geht, möchte ich unbedingt den Arzt wechseln. Sofort. Die Püppi konnte den Raum zwar nicht schnell genug verlassen und rief schon die ganze Zeit "Autou, Autou", aber sie sagte ebenso "Tsüüü" und verteilte Luftküsse. Habe ich bei unserer Ärztin so noch nicht erlebt. Mein Entschluss steht also. Arztwechsel. Zu unserem Wohl! Die Püppi soll jetzt diese Woche zuhause bleiben, wenn nichts mehr kommt, kann sie Montag wieder in die KiTa. Total ärgerlich, dass uns jetzt direkt eine ganze Woche fehlt, aber ich glaube nicht, dass das zu Problemen führt.

Zurück zur KiTa! Pünktlich um 14:30h hole ich die Püppi immer ab. Leider kann ich meistens dann auch nicht so viel mit der Erzieherin quatschen, weil die sich ja um die anderen Kleinen kümmern muss. Das Zukkermädchen wird nach dem Schlafen immer zuerst fertig gemacht, weil sie als erste abgeholt wird. Die anderen Kinder müssen dann eben noch angezogen werden, Haare gekämmt - ihr kennt das. Aber am Freitag gab es direkt 2 gute Nachrichten. Erstens: Die Püppi schlief ohne Stillkissen, Panda und Nucki. Sonst ihre treuen Begleiter (keine Belehrungen bitte, wir wissen was wir tun). Sie war so geschafft, dass sie sich nicht einmal die Geschichte vor dem Mittagsschlaf anhörte, sondern stattdessen schon in IHR Bett ging und schon schlief, als die anderen sich gerade erst hinlegten. Nach dem Schlafen machte sie dann das erste Mal in der KiTa ins Töpfchen. Yay! Zuhause klappt das auch nur ab und zu, aber es klappt. Es wird. Ich denke, ihr ist das irgendwie noch suspekt. Bei uns hat sie seit einiger Zeit einen richtigen Platz neben unserer Toilette. Dort liegen auch Bücher, weil sie das gerne mag diese anzusehen, während sie auf dem Töpfchen sitzt. Hach. Die kleine Püppi wird groß. In Elefantenschritten. Wirklich wahr! Und ich bin so stolz. Sie hört ganz toll auf die Erzieherinnen (besser als auf mich) und vertraut ihnen sehr. Sie ist beliebt und spielt viel und gerne mit den anderen Kindern. Sie ist aufmerksam und nimmt niemanden etwas weg. Sie geht an der Hand, hört, wenn sie etwas nicht machen soll und bleibt beim Morgenkreis ruhig sitzen. Beim Mittagessen sowieso. Es klappt hervorragend. Letztens waren sie bei der Feuerwehr eingeladen, die sich quasi neben der KiTa befindet und haben sich dort alles angeschaut. Dann konnten sie den großen Kindern zusehen, wie diese mit der Feuerwehr mitgefahren sind und anschließend haben sie dann noch ein Bild von dem Feuerwehrauto gemalt. Diese wurden an eine große Pinnwand gehangen, welche sich direkt neben dem Eingang des Gruppenraumes befindet. Als ich das gesehen habe, sind mir Freudentränen gekommen. Ich war so glücklich und habe mich so gefreut, wie schön sie das gemacht hat. Ist das albern? Nein, ich finde nicht. Es ist schön zu sehen, dass sie kreativ sind (Fotos und Bilder werden alle in einem Ringordner aufgehoben - ich habe endlich auch einen schönen, kindgerechten gefunden, den ich am Montag direkt mit in die KiTa nehme), dass alle Kinder ungefähr dasselbe malen und das eben alles so gut funktioniert. Einfach so! EINFACH SO! Schon eine Woche zuvor war ich unendlich gerührt als an der Eingangstür des Gruppenraumes ein Plakat angebracht war auf dem Fotos vom Sommer geklebt wurden und die Püppi auf 2 von ihnen schon mit drauf war. Das macht mich so glücklich, dass mir schon wieder die Tränen kommen. Sie wurde so toll aufgenommen und sie liebt es in ihrer Gruppe. Sie liebt es in die KiTa zu gehen. Sie ist dort angekommen. Von Anfang an und wir haben genau die richtige Entscheidung getroffen, als wir uns genau für diese Einrichtung entschieden haben. Ich könnte die Welt umarmen. Wirklich. Es ist fabelhaft. Die Püppi wird groß und sie wird von großartigen Erzieherinnen und zauberhaften Kindern begleitet. Wir gehen Hand in Hand. Mit der KiTa. Es gibt keine Verpflichtungen, es wird auf unsere Bedürfnisse eingegangen und ich könnte mir keinen besseren Ort vorstellen, als diesen um mein Kind auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Und dafür bin ich sehr dankbar. 

Die Püppi ist angekommen in ihrer Bienchen-Gruppe und ich bin glücklich und stolz. Dieses kleine Mädchen muss man einfach lieben.

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