Sommererinnerungen & Wochenrückblick #31

Sonntag, 17. August 2014
Mitten im August herrschen herbstliche Temperaturen. 23 Grad, grau, nass und kalt. Keine Frage, ich mag das. Ich liebe es. Wenn sich der Sommer langsam verabschiedet. Doch er lässt sich Zeit, er rast nicht. Er entschleunigt sich selbst. Schickt uns die ersten kühlen Winde, Regenschauer, Kälte. Gegen halb neun geht das Licht fast komplett. Es wird langsam Zeit für Regentänze und Pfützenspaß. Trotzdem wünsche ich mir noch ein paar warme Tage um den Sommer gebührend zu verabschieden. Denn eigentlich ist der August in meiner Erinnerung noch oft ein Hochsommermonat, der den Spätsommer dem September überlässt. Ich will abgrillen. Ein letztes Glas Wein auf dem Balkon genießen. Knallgelbes Licht, die Sonne ganz oben am Himmel. Der Himmel blau, bedeckt mit einigen Schleierwolken. Ein letztes Eis vom Eiscafé, bevor es schließt. Ein letztes Mal auf dem Brunnen sitzen, im Wasser planschen. Ja, ich mag den Sommer eigentlich nicht und doch wurden mir dieses Jahr erneut die schönen Seiten bewusst. Wenn ich die "schlechten" Seiten ausblende, dann muss ich zugeben, ist der Sommer doch ganz okay. Ich kann mit ihm leben und irgendwie habe ich ihn sogar genossen. Vielleicht liegt es daran, dass er sich dem Ende neigt. Vielleicht. Oder aber, ich verändere mich. Denn bevor ich schwanger wurde, kann ich mich nicht daran erinnern, den Sommer jemals so verachtet zu haben, wie ich es die letzten 3 Jahre tat. Ich mochte den Sommer. In Berlin. Stundenlange Gespräche im Lieblingspark auf einer Decke mit der Herzfreundin. Menschen beobachten. Ungesundes Essen. Literweise Zuckerwasser. Dazu Musik vom Handy, ein Buch, Kameras, Fotos. Viele alkoholische und nicht-alkoholische Cocktails in der Simon-Dach-Straße. Gute Gespräche, draußen sitzen und der Sonne beim Untergehen zusehen. Die Abenddämmerung. Schmerzende Füße und ein letzter Döner vor dem nach-Hause-gehen. Ruderboot fahren auf der Spree. Von der Insel der Jugend bis zur Oberbaumbrücke. Unser kleines Boot mit Sekt geweiht. Die Sonne genossen, der Hektik entkommen und uns selbst entschleunigt. Nur Zeit für uns. Frühstück auf dem Balkon. Mit Brötchen und Erdbeeren und Sekt. 

Mai, Juni, Juli, August, September - Open Air Konzert-Monate. Silbermond in der Zitadelle Spandau mit der Herzfreundin. Ich trage eine dünne Jeans und eine violette Kurzarm-Bluse. Ich fühle mich wohl und freue mich. Auf dem Weg sehen wir einen Regenbogen. Versuchen ihn einzufangen. Wir kommen langsam an, müssen warten, aber die Hitze bemerkt man kaum. Dopamin. Wir werden eingelassen und Bosse spielt. Wir setzen uns an den Rand auf die Wiese. Ein freier Platz und viele Menschen sitzen um uns herum. Es ist Sommer. Ich hole mir ein Kaktusfeige-Mixbier und setze mich wieder zu ihr. Wir reden, wir singen und tanzen. Bis der Abend vorbei ist. Stars for free in der Wuhlheide. Milow, Marit Larssen. Sunrise Avenue und die Backstreets Boys. Ich war wieder 14! Dazu Erdbeerbowle und Sonnenschein. Ich bin ausgelassen, ich genieße den Sommer. 

28. August 2009. Die Toten Hosen in der Waldbühne Berlin. Machmalauter. 17000 Menschen. Eine liebe Freundin und ich wollen in der ersten Reihe stehen. "Ein Hosen-Konzert musst du in der erste Reihe mitgemacht haben" sagt sie. Es ist drückend warm. Ich trage kurze Hosen und ein lockeres Shirt. Ich habe mal wieder rote Haare. Ich stehe ganz vorne. Nur 10 Meter von der Bühne entfernt. Getrennt von einem Gitter und vielen Securitys. Alles ist voller Sand, die Luft ist trocken. Die Menschen strömen in Massen herein und sichern sich ihre Plätze. Ich weiche nicht einen Meter von meinem Platz, drücke mich selbst manchmal fester ans Gitter und dann geht es los. Die erste Vorband rockt die Bühne. Es ist noch nicht viel los, die Waldbühne noch nicht voll. Das ändert sich als die zweite Vorband die Bühne betritt und mit Ska die Meute heiß macht. Die Sonne steht schon tief am Himmel und legt sich wie ein Schleier über die Waldbühne. Der erste Song beginnt und mir kommt es vor, als würden 16999 Menschen mich gegen das Gitter drücken. Es schmerzt, aber es ist ein tolles Gefühl. Es berauscht. Ich fange ein Plektrum und ein Kerl will mir das für 3 Bier abschwatzen. Der denkt auch ich bin blöd. Es ist warm, aber das stört mich nicht. Ich bin viel zu aufgedreht und freue mich zu sehr auf die Hosen. Aufgeben gibt es nicht. Und als sich die Sonne langsam hinter die Bühne schiebt und die Dämmerung einsetzt wird die Bühne mit tanzenden Lichtkegeln beleuchtet. Eine leise Melodie setzt ein und alle singen geschlossen: "Hey ho, let's go! Hey ho, let's go!" Die Band betritt die Bühne und dann Campino. Es wird mitgeträllert. Dann wird es kurz dunkel und anschließend setzt nur noch das Schlagzeug ein, das Licht flackert. "Einen wunderschönen guten Abend Berlin. Seid ihr bereit für ein kleines bisschen Horrorshow?!" brüllt Campino in sein Mikro. Klar sind wir das und dieses Konzert hätte kein anderes Eröffnungslied als dieses zugelassen. Es schmettert "Strom" und die Waldbühne rockt, springt, kreischt. Ich habe Gänsehaut, auch wenn sich die Massen an mich drücken und ich kaum Luft bekomme. Ja, in mir schlummert eine kleine Rockgöre. Ich kann richtig headbangen - wenn ich will. Es ist wie "kurz auf die Kacke hauen". Das hier ging allerdings fast 2 Stunden und ist DAS Konzert gewesen. Das Konzert, welches ich GENAU SO erleben musste. Ich habe nie wieder irgendwas vergessen, habe alle Erinnerungen abgespeichert. Da war so viel Dopamin, das hätte für 100 gereicht. Ich konnte mich gehen lassen und habe es auch getan. Ich habe es nie bereut. Es wurden Feuer gezündet und die Securitys sind über die Absperrungen geklettert um diese zu löschen. Ich wurde getreten, geschubst, gedrückt. Ich hatte den Sand noch 3 Tage später in Nase und Ohren, aber es war einfach grandios. Bis es vorbei war, merkte ich gar nicht wie sehr meine Füße schmerzten. Erst als ich mich wieder in Gang setzen musste und meinen hart erkämpften Platz verlassen konnte, spürte ich ihn. Aber der Schmerz hatte sich verdammt nochmal gelohnt. Auch die blauen Flecken, die abgeschürften Ellenbogen und ein drückender Schmerzen zwischen Brust-und Bauchbereich der einige Tage anhielt. Das war es wert. Ich kann auf einem Silbermond-Konzert entspannt sitzen, die Lieder mitsingen und den lauen Sommerabend genießen, ich kann aber auch rocken. So richtig. Und das beides bin ich. Danach bin ich glücklich. Währendessen sowieso. Ich liebe Musik, Sommerabende, Open-Air-Konzerte. Ich kann gar nicht genug davon bekommen. 2009, da habe ich meinen Sommer noch nach meinen Bedürfnissen gestaltet, musste keine Rücksicht nehmen. Hatte Zeit und keine Verpflichtungen. Ich war locker, frei und ungebunden. Und ich wünschte, es könnte noch einmal so sein. Und ich weiß, es wird irgendwann wieder so sein. Ich muss es nur selbst zulassen. Und das werde ich. Nicht heute und nicht morgen, aber vielleicht schon nächsten Sommer. Denn der ist eigentlich gar nicht so schlimm, der ist eigentlich ziemlich gut.
(und für ein bisschen Horrorshow / Machmalauter / Toten Hosen Waldbühne 2009 Feeling: klick und klick)

Daumen hoch für: Erinnerungen!
Daumen runter für: das volle Programm einer Erkältung!
Hörenswert: Alles was meine selbst zusammen gestellte Hart of Dixie-Playlist zu bieten hat. Klare Favoriten: Gloriana - Wild at Heart Lady Antebellum - Just a Kiss Matt Nathanson feat. Sugarland - Run & Eli Young Band - Even if it breaks your heart
Sehenswert: Hart of Dixie! Habe Staffel 3 beendet und bin noch immer ganz begeistert.
Gegessen: Thailändisches Hähnchencurry, Kartoffelbrot, viel Obst und Obstsalat, 3-Käse Sandwiches, Döner, Grießbrei mit Ananas, Schokomuffins, Kartoffelpuffer
Getrunken: Wasser, Kaffee, Detox-Tee, diverse Teesorten, diverse selbstgemachte Smoothies, Weißwein
Gekauft: Ausschließlich Lebensmittel und Getränke
Geärgert: Darüber das wir nun schon wieder krank sind. Werde mich und die Püppi jetzt erstmal auskurieren.
Gefreut: Über die nach wie vor ansteigende, positive Entwicklung der Püppi in der KiTa. Sie integriert sich so wunderbar und hat ein ganz tolles Verhältnis zu ihrer Betreuerin aufgebaut.
Gestaunt: Die Püppi kann plötzlich so viel mehr  - das geht so wahnsinnig schnell.
Süchtig nach: meiner warmen Badewanne, die mir vor dem Schlafen gehen sämtliche Gliederschmerzen und "Schüttelfrost"-Erscheinungen nimmt.
Vorfreude auf: einer bald einkehrenden Genesung ;)
Letzte Sünde: Weißwein!
Gut zitiert: I know that if we give this a little time, it will only bring us closer to the love we wanna find - it's never felt so real, no it's never felt so right ...  [Lady Antebellum - Just a Kiss] 

Ich wünsche euch einen zauberhaften Abend, eine ruhige Nacht & einen tollen Start in die neue Woche    
 Montags-Freitags ist die schönste Vorfreude, wenn ich die Püppi aus der KiTa abhole | das Zukkermädchen und die anderen Bienchen besuchten die Feuerwehr und malten anschließend dazu, jeweils ein Bild von der Feuerwehr (der Püppi gehört oben das erste!)   
 Perfekter Start in den Tag mit der Hart of Dixie Playlist und einem Smoothie   
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