Die Serientäterin empfiehlt ...

Dienstag, 23. September 2014
Ich weiß gar nicht mehr genau, wann ich Serienjunkie wurde, aber es muss irgendwo zwischen CSI: Miami, Supernatural und Gilmore Girls passiert sein. Und wann immer ich eine Staffel beendete, die Serie eine Pause einlegte oder sogar zu Ende erzählt war, musste eine Neue her. Und so wurde ich relativ schnell, in kürzester Zeit ein Serienjunkie und verbrachte viele freie Abende mit Sam & Dean, Carrie, Patrick Jane, den Desperate Housewives und zuletzt mit Zoey Hart. Ganz extrem aufgefallen ist mir meine Sucht bei Criminal Minds. Ich habe das damals im TV weggeschaltet, weil es mir zu blutig und gruselig war. Als ich dann aber älter wurde, interessierte sie mich doch sehr und so hatte ich ungefähr 5 Staffeln aufzuholen. Damit konnte ich wirklich viele Abende füllen ;) Für die ersten 3 Staffeln Pretty Little Liars habe ich ungefähr einen Monat gebraucht, weil ich stellenweise 5 Folgen am Stück schaute, weil es einfach viel zu spannend war. Das fiel allerdings auch genau auf den Zeitpunkt, als ich Mama von der Püppi wurde und somit viel Zeit hatte, wenn sie schlief und ja, manchmal auch wenn ich sie stillte oder der Mann sich um sie kümmerte und ich noch im Bett lümmeln konnte. Der Mann ist übrigens auch ein ziemlicher Serienjunkie. Zum Glück haben wir viele Überschneidungspunkte und so schauen wir mittlerweile viele Serien gemeinsam. Aber so wie ich, hat auch er Vorlieben, welche sich nicht immer miteinander vereinbaren lassen.
Und auch wenn jetzt vermutlich bei dem ein oder anderen negative Gedanken aufkeimen - NEIN, ich sitze nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher bzw. vor dem Laptop. Dort schaue ich nämlich grundsätzlich alle Serien. Einfach weil ich sie sehr gerne auf englisch sehe und wirklich ungelduldig bin. Das heißt: Ich kann nicht auf deutsche Erstausstrahlungen warten. Es ist schon wirklich schwer, Sommerlöcher zu überstehen, weil quasi alle Serien gleichzeitig enden und erst im Herbst wieder anlaufen. Und da wir uns gerade in der heißen Phase befinden, möchte ich euch gerne ein paar Serien vorstellen. Entweder um jetzt einzusteigen, zu wissen was man eventuell schauen könnte oder um das nächste Sommerloch zu überbrücken. Und mal ganz ehrlich: Serien machen ja nicht blöd, also kann man davon ruhig einige schauen (höhö). Für mich ist das so ungefähr der beste Weg mal komplett abzuschalten. Wenn mich eine Serie fesselt (und das tut sie meistens, direkt ab Folge 1 - wenn sie das nicht tut, schaue ich meisten nicht einmal weiter), dann kann ich komplett in sie eintauchen und vergesse so ziemlich alles um mich herum. Deswegen sind Serien und deren Protagonisten eben auch oft Seelentröster, Unterhaltungskünstler und Seelenverwandte. Okay, das kommt dem ein oder anderen vielleicht übertrieben vor, aber mit einem Glas Wein oder Sekt, einem leckeren Eis oder Schokolade sind so Serienabende schon ne ziemlich coole Sache.

Ich möchte heute also ein paar Serien mit euch teilen und um schon mal ein bisschen die Luft rauszunehmen, die Klassiker wie Desperate Housewives, Sex & the City, Breaking Bad, Gilmore Girls, Homeland etc. werdet ihr hier nicht finden. Ich gehe davon aus, dass jeder diese kennt und meine Meinung dazu nicht benötigt wird bzw. ich gar keine Meinung dazu habe, weil ich sie nicht schaue, weil sie mich nicht interessieren oder mich nicht ab Folge 1 gefesselt haben. Dabei bekniet mich der Mann Breaking Bad eine zweite Chance zu geben. Aber ähem, ick will nisch.

Los gehts jetzt also mit den Serien, die ihr vielleicht noch nicht kennt, die mich aber nachhaltig beeindruckt haben. Die Serien, bei denen ich nicht mehr abschalten konnte und die ich euch bedingungslos ans Herz legen kann.


TRUE DETECTIVE
Diese Mini-Serie (bestehend aus nur 8 Folgen) ist nichts für schwache Nerven. Sie ist weniger blutig, sondern nistet sich eher im Kopf ein. Im Zentrum der Serie stehen Rust Cohle und Martin Hart gespielt von Matthew McConaughey und Woody Harrelson. Die Charaktere sind unfassbar gut gezeichnet und nehmen die Serie komplett ein. Neben einem alten Mordfall in dem aktuell wieder ermittelt wird, weil man von einem Serienkiller ausgeht, steht im Fokus der Serie vor allem die Zusammenarbeit von Rust und Martin die unterschiedlicher nicht sein könnten. Rust ist gezeichnet vom Leben und im ersten Augenblick ein Charakter mit dem man nicht warm wird. Aber ziemlich schnell lernt man ihn besser kennen und beginnt, seine sehr eigene Sicht auf das Leben zu verstehen. Martin ist genau das Gegenteil: Beliebter Cop mit Haus und Familie, der sich selbst ziemlich toll findet. Aber schon zu Beginn bröckelt die Fassade. Die Serie spielt in verschiedenen Zeitebenen, was eine erhöhte Konzentration erfordert. Rust und Martin werden zum alten Fall verhört und schon  bald merkt man, dass die Komissare einen der beiden ganz besonders ins Visier nehmen. Rust glaubt nicht daran, dass damals der richtige Mann verhaftet wurde, Martin ist das ziemlich egal - der Fall war gelöst. Doch dann gibt es immer mehr Ungereimtheiten. Die Serie fesselt ihren Zuschauer von der ersten Minute. Der Mann und ich haben sie an 3 Abenden verschlungen und waren echt traurig, die Protagonisten gehen lassen zu müssen. Das Ende ist nicht vorhersehbar. Gepaart mit den intelligenten Dialogen, der guten Inszenierung und der gesamten Storyline ist True Detective eine der besten Krimiserien, die ich jemals gesehen habe. Seit ein paar Tagen könnt ihr die Serie auch hierzulande auf DVD kaufen. Eine 2. Staffel ist in Planung und ein Hauptdarsteller steht schon fest, allerdings werden das nicht mehr Matthew McConaughey und Woody Harrelson sein, weil deren Geschichte komplett abgeschlossen ist.




RECTIFY
Von dieser Serie gibt es bisher erst 2 abgeschlossene Staffeln. Eine 3. ist für 2015 angekündigt. Hauptprotagonist der Serie ist Daniel Holden, welcher nach 19 Jahren im Todestrakt  (Vergewaltigung und Mord), aufgrund von neuen DNA-Beweisen frei gelassen wird. Damit ist seine Unschuld nicht bewiesen, stellt aber seine Schuld infrage. Das ist es auch, was ihm den "Wiedereinstieg" in sein "altes" Leben so sehr schwer macht. Die einzige Person, welche zu 100% hinter ihm steht, ist seine Schwester. Bei den anderen Familienmitgliedern ist man sich nie so richtig sicher, was sie glauben. Sein Stiefbruder hält mit seiner Ablehnung und seinem Ekel Daniel gegenüber, nicht hinterm Berg. Die anderen Menschen begegnen ihm mit Ablehnung, Angst oder einer Art von Faszination. Die Charaktere sind wahnsinnig eigen und jeder auf seine Art ganz besonders. In dieser Serie ist jeder Satz wichtig, jede Musik mit Absicht genau SO gewählt, jede Szene ganz besonders gefilmt. Ich erinnere mich da eine Szene mit seiner Mutter. Sie reden über etwas Belangloses. Sie stehen in verschiedenen Räumen. Zuerst ist man im Haus dabei, anaschließend wird die Szene durch das Fenster weiter gezeigt, wo der Abstand den sie halten, erst richtig deutlich wird. Diese einzige Szene sagt unheimlich viel über das Verhältnis von Mutter und Sohn aus. Von diesen Szenen gibt es gefühlte tausend, was eine hohe Aufmerksamkeit erfordert. Die Serie zeigt vermutlich genau das, was wirklich passiert, wenn jemand plötzlich aus dem Todestrakt entlassen wird. Erschrenkend ehrlich und oft ist es wirklich beklemmend, schnürt einem die Kehle zu. Die Serie lässt nicht mehr los, man denkt noch lange darüber nach und teilweise schleicht sie sich in dein Herz und lässt dich verstört zurück. Man weiß nicht so richtig, wem man glauben oder vertrauen kann. Man weiß nicht einmal selbst ob Daniel schuldig ist oder nicht. Bisher haben wir nur die erste Staffel und die erste Folge der 2. Staffel von Rectify gesehen. Vermutlich werden wir wahnsinnig, wenn wir nicht bald weiterschauen.




PERCEPTION
Wirkt im ersten Moment vielleicht erst einmal unscheinbar. Dr. Daniel Pierce ist ein exzentrischer Neuropsychiater, welcher bei der Aufklärung von Mordfällen hilft - in erster Linie FBI-Agentin Kate Moretti. Jaja, ich weiß, das klingt erstmal platt. Hat aber mit CSI und Co. nichts zu tun. Perception schafft es Spannung und Humor erstaunlich gut miteinander zu verbinden. Herr Pierce ist selbst an paranoider Schizophrenie erkrankt und hat eine imaginäre "Lebensgefährtin", die ihm immer wieder in seinem Leben, auf die Sprünge hilft. Perception ist eine Serie bei der man wirklich etwas lernt. Über das Gehirn und seine Aktivitäten und das macht sie mit ganz viel Charme. Dr. Pierce muss man einfach mögen, obwohl auch er ein wirklich gewöhnungsbedürftiger Charakter ist. Ich wünschte, ich könnte euch jetzt hier einfach mal eine Folge verlinken, die euch viel besser näher bringen kann, wie gut diese Serie ist, als ich das schaffe. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass ihr Daniel und Kate eine Chance gebt - es lohnt sich. Ein kleiner Anreiz ist vielleicht, die baldige deutsche Free-TV- Erstausstrahlung auf VOX ab dem 8. Oktober!



Was für andere also vielleicht Bücher sind oder das Nähen oder basteln oder das Spielen an der Konsole, sind für mich die Serien. Ich bin süchtig. Und damit diese Sucht immer und immer wieder gestillt werden kann, würde mich natürlich auch brennend interessieren, was schaut ihr für Serien? Welche haben euch besonders beeindruckt und welche könnt ihr immer wieder sehen?

Und da ich nicht nur Serienjunkie bin -sondern auch Filme, Musik und Bücher liebe- werde ich meine Reihe fortsetzen. Vielleicht wird es auch noch ein 2. Serien-Special geben. Ich hoffe, da ist dann auch für  jeden von euch etwas dabei - ich würde mich jedenfalls riesig freuen. Ich verabschiede mich nun und beginne mit dem Mann noch eine neue Serie, denn ihr wisst ja: Einmal Serienjunkie, immer Serienjunkie ;)



Kommentare on "Die Serientäterin empfiehlt ..."
  1. Ich und der Mann sind auch Serienjunkies. Hast uns paar neue Ideen geliefert. Danke �� Ich war auch erst total skeptisch bei Breaking Bad ,aber Ich muss sagen es ist eine der besten Serien die ich je gesehen habe. Musst es unbedingt probieren.

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    1. Oh das freut mich sehr. Da hat sich der Aufwand ja schon gelohnt :) Ich hoffe, ihr werdet die Serien mögen. Ich werds mal sehen. Sagt ja irgendwie jeder, dass die total toll ist ;)

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  2. Danke für deine Empfehlungen. Die ersten beiden stehen jetzt auf meiner Liste :) Ich suche immer was das auch meinem Besten gefällt, der ist da sehr wählerisch. Game of Thrones will er zB nicht sehen und die üblichen Verdächtigen wie CSI usw mag er auch nicht. Wir haben Breaking Bad und The walking dead gesuchtet, aber ich glaube letzterer war nicht so dein Genre, oder? Ich freue mich so auf die Spinofs die bald erscheinen, zu BrBa gibt es ja eine Miniserie mit Saul Goodman die bald rauskommt. Da bin ich sehr gespannt.
    Ich schaue auch einiges solo, pll hab ich auch wieder angefangen und hoffe dass das Loch am Anfang der zweiten Staffel bald über ist.
    Ansonsten steht auf meiner Watchliste noch Sons of Anarchy und Sherlock, aber nur weil eine Freundin mich dazu drängt :D

    Liebe Grüße

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    1. Sehr gerne :) Ich freue mich total, dass etwas für euch dabei ist.
      Neee, ich glaube The Walking Dead ist nichts für mich. Der Mann guckt es aber und sagt mit natürlich auch das es gut ist. Ich habs aber einfach nicht so mit Zombies im Allgemeinen :D
      Neue Serien sind ja immer sehr spannend und mit SpinOffs ist es ja manchmal schwierig, weil sie an etwas Großes anknüpfen wollen. Ich hoffe jedenfalls, dass du nicht enttäuscht wirst :) Kannst ja dann mal hier Bescheid geben!
      Also PLL wird eigentlich von Staffel zu Staffel besser und vor allem auch irgendwie gruseliger und dunkler - das mag ich sehr. Ich denke, durchhalten lohnt sich.
      Sherlock würde bei meinem zweiten Serien-Special auftauchen. Ich habe halt gedacht, dass kennt echt schon fast jeder, aber evtl. ist das doch nicht so oder wird unterschätzt. Wenn du es schaust, sag Bescheid, ob es dir auch gefällt :)

      So und nun wünsche ich euch noch einen schönen Abend!

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