Motzmädchen, Entwicklung & Wochenrückblick #46

Montag, 22. Dezember 2014
Ich habe mich schon letzte Woche wahnsinnig auf die freie Zeit mit meinem Mädchen gefreut. Viel geplant habe ich nicht, weil sich das meiste eh nicht umsetzen lässt und die Feiertage meistens eh verplant sind. Ich freute mich einfach darauf, meinen kleinen Wirbelwind mal wieder viele Tage am Stück dauerhaft um mich herum zu haben, mit ihr gemeinsam Mittagsschlaf zu machen und dabei ihren Herzschlag zu hören. Ihre geschlossenen Augen und der herzförmige Mund sehen einfach viel zu niedlich aus, da liege ich manchmal noch eine ganze Weile wach neben ihr und schaue sie einfach an. So friedlich wie ein Engel. Manchmal kann ich auch gar nicht schlafen, aber dann genieße ich das Ausruhen und die Mittagsruhe trotzdem, denn der Vormittag ist meistens schon sehr turbulent. Womit ich allerdings nicht gerechnet habe war: Ein Motzmädchen und Stinkstiefel rund um die Uhr. Aber genau das habe ich bekommen. Angefangen hat alles schon am Donnerstag, nachdem ich sie aus der KiTa abholte. Nichts konnte man ihr recht machen und anstatt zu sagen, was sie stört wird gekreischt und geheult. Auch die Nächte sind so anstrengend geworden. Kaum eine Nacht schläft sie durch, meistens wird sie sogar schon wach, wenn wir noch wach sind. Es ist so kräftezehrend. Bestes Beispiel: Die Püppi und ich gönnen uns einmal die Woche einen Pudding mit Kekskugeln. Der ist sooo lecker. Ich fragte sie also heute, ob wir ihn naschen wollen und sie heulte einfach und sagte dann irgendwann noch sowas wie: neee. Also habe ich mir meinen Pudding trotzdem genommen. Da ging das Geheule und Gemecker aber erst richtig los. Und dauernd sagte sie: Meina meina meina. Ich wollte ihr dann ihren Pudding holen, aber da heulte sie noch mehr. Meinen habe ich ihr auch angeboten, aber ratet mal: sie heulte noch mehr. Waaaaaah. Irgendwann wollte sie den Pudding dann doch. Warum, wieso, weshalb das jetzt so ablief oder warum genau sie so reagiert hat, erzählte sie mir natürlich nicht. 
Oder heute Morgen: Sie wollte malen, schien jedenfalls so. Und trotzdem heulkreischte sie die ganze Zeit, bis sie dann selbst an die Kiste mit den Stiften ging und sie herausholte. Was sie hätte die ganze Zeit tun können. Dann forderte sie ihren Papa auf, ihr etwas zu malen und gab ihm dazu einen Stift. Also er zum Malen ansetzte, fing sie an zu heulkreischen und rief immer wieder: meina meina meina. Also Stift zurück gegeben, Kind trotzdem noch irgendwie motzig. Und so geht das fast den ganzen Tag. Mein Nervenkostüm wird immer dünner und dünner. Manchmal frage ich mich ja selbst, wie man das immer wieder macht, ohne komplett am Rad zu drehen. Meine Ohren bluten jedenfalls mittlerweile und ich weiß noch immer nicht, was mit ihr los ist und ich habe die Befürchtung, ich werde es auch nicht herausfinden.

Was ich auch merkwürdig finde, dass sie plötzlich Dinge nicht mehr kann (oder wohl eher nicht mehr können will), die sie vorher schon so gut beherrschte. Farben benennen und Gegenstände in der richtigen Farbe dazu stellen. Oder Obst und Gemüse benennen. Dafür klappt das Zählen wieder und es wird weder die 4 oder die 7 vergessen. Auch sprachlich macht sie eigentlich wahnsinnige Sprünge und trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, dass sie unheimlich viel zurückhält. Etwas sorge ich mich um ihr Verständnis. Das sie ein Nein nicht akzeptiert zähle ich jetzt mal nicht dazu, weil sie einfach nie auf ein Nein hört. Aber wenn man ihr zum Beispiel Fragen stellt, antwortet sie immer mit ja. Sie erzählt selten von selbst etwas. Wenn ich versuche ihr etwas zu  erklären hört sie nicht zu und versteht es folglich auch nicht. So bin ich mir also sicher, dass sie noch immer nicht verstanden hat, das in 2 Tagen Weihnachten ist und da jemand Geschenke bringt. Vielleicht mache ich mir auch wieder umsonst Sorgen, aber gerade jetzt wo sie in der KiTa ist, bekomme ich ja vermehrt mit, wie "weit" andere Kinder in ihrem Alter sind und frage mich manchmal, ob ich mir wirklich ernsthafte Sorgen machen müsste. Dann habe ich auch immer Angst und Schuldgefühle. Das ich sie nicht genug fordere und fördere. Oder das ich zu wenig mit ihr rede, weil ich nicht alles kommentiere. Das Problem ist ja auch: Vieles interessiert sie auch einfach nicht. Mal sehen, vielleicht versuche ich mal im nächsten Jahr ein "exklusives" Gespräch mit einer Erzieherin zu bekommen um mich da mal auszutauschen und zu erfahren, wie sie das so sehen. Interessieren würde mich das nämlich wirklich sehr.

Morgen steht erstmal noch eine große Besorgung an (oh und was für eine) und der Papa hat 2 Tage frei. Wobei er am 1. Feiertag einen Termin hat, aber ich zähle das mal nicht. Ich hoffe, es bleibt trocken und wir können nochmal auf den Spielplatz. Vielleicht entspannt sie das etwas. Ich hoffe nämlich auf besinnliche Weihnachten und ein glückliches Kind, welches mal ein paar Stunden nicht motzt. Wäre ein Traum!

P.S.: Das Zukkermädchen leistet mir seit den letzten 10 Minuten Gesellschaft. Sie will Sport machen und heult. Ich warte auf den Papa, der den Döner mitbringt und damit ein bisschen den Abend rettet. Ich sags euch ja, der Wurm ist drin. Waaah! Die Geschenke kann ich dann hoffentlich morgen einpacken oder schlage mein Lager im Schlafzimmer auf.

Daumen hoch für: Selbstgemachten Glühwein, selbstgemachte Zimtschnecken, meinen Weihnachtsbaum und sowieso alles was mit Weihnachten zu tun hat.
Daumen runter für: Ausverkaufte Weihnachtsleckereien, durchwachsene Nächte und Unfähigkeit.
Sehenswert: Das Winterfinale von Revenge und das Weihnachts-Special von Pretty Little Liars!
Hörenswert:
Hoizer - Take Me To Church und George Ezra - Blame It On Me
Gelesen:
Rachekind von Janet Clark (wahnsinnig spannend) und Passagier 23 von Sebastian Fitzek
Gegessen:
Zitronenpasta mit Lachs (die unfassbar vorzüglich ist), selbstgemachte Plätzchen, Apfel-Zimt-Schnecken, Spaghetti Bolognese, Hähnchen-Enchilada-Auflauf, Pitataschen mit Salat und Hähnchen, Döner, Chicken Wings, selbstgemachten Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen
Getrunken: Cherry Cola, viiiiel Tee, selbstgemachten Glühwein, Feuerzangenbowle auf dem Weihnachtsmarkt, Multi 12 Saft, Latte Macchiato mit selbstgemachtem Schoko-Minz-Sirup
Geärgert:
Das war in den letzten 2 Wochen wirklich einiges, aber das soll nicht hier stehen, weil ich darüber nicht mehr nachdenken will ;) vor allem nicht so kurz vor Weihnachten!
Geschockt: Über den Tod von 2 großen Musiklegenden: Udo Jürgens und Joe Cocker. Ich bin erschüttert und tieftraurig. Sie verlassen unsere Bühnen für immer. Hoffentlich ruhen sie in Frieden.
Gefreut: Über den Besuch der Herzfreundin und einer anderen lieben Freundin. Das war ein schöner Tag!
Gestaunt: Darüber wie schnell der 4. Advent da war und alle 4 Kerzen brannten.
Gekauft:
Die letzten Weihnachtsgeschenke!
Gebloggt: Dankeschön Weihnachts-Gewinnspiel, Weihnachtsvorbereitungen und Geschenkeliste, [Rezept] Unwiderstehliche Plätzchen , Wenn Weihnachten auch Trauer bedeutet
Süchtig nach:
Gutem Essen, der warmen Badewanne und dem Buch Rachekind!
Vorfreude auf: Heiligabend und die strahlenden Augen der Püppi.
Letzte Sünde: Ein Glas Weißwein, weil ich es mir verdammt nochmal verdient habe, nach den letzten Tagen ;) Schokolade wäre auch noch gut gewesen.
Gut zitiert:
What do we live for, if it is not to make life less difficult for each other? [George Eliot]

Ich wünsche euch noch einen zauberhaften Abend

Unser Weihnachtsbaum steht und ich liiiebe ihn | Das Weihnachtsoutfit der Püppi steht auch - sie wird goldig aussehen ;) | Die leckersten Plätzchen, die ich je gemacht habe
Wir haben den Weihnachtsmarkt besucht und es war wunderschöne Familienzeit | Die Kerzen brannten weltweit für Sternenkinder | Leckere, weihnachtliche Apfel-Zimt-Pancakes
Maria & Josef durften eine Nacht bei uns verbringen, die Püppi ist heute noch begeistert | Nach dem Plätzchen backen müssen diese noch verziert werden - Naschen nicht vergessen ;) | Ein bisschen Liebe!

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