[Rezept] Unwiderstehliche Plätzchen

Freitag, 19. Dezember 2014
Plätzchen gehören zu Weihnachten einfach dazu. Ich habe sie früher schon gerne gebacken und verziert. Nach ein paar Blechen gingen mir dann allerdings immer die Ideen aus und ich hatte keine Lust mehr. Gegessen habe ich Plätzchen allerdings nie so gerne. Erstens: Ich mag den Zuckerguss nicht und von denen mit Schokolade oder ohne alles, habe ich immer nur zwei, drei auf einmal essen können und irgendwann konnte ich sie nicht mehr sehen. Und zweitens: Ich bin generell kein Kekslienhaber. Dafür habe ich ja genügend andere Laster ;) 

Nachdem ich die letzten Jahre immer nur für Männchen und zum Verschenken gebacken habe, wollte ich dieses Jahr für uns alle backen. Den Mann, die Püppi und mich. Also mussten ein paar neue Rezepte her. Vielleicht würde ja eines dabei sein, welches mir zusagt. Denn mal ehrlich: Weihnachten ohne Plätzchen geht ja dann doch nicht - vor allem dann nicht, wenn man ein Kind hat, welches mittlerweile mindestens genauso gerne die Zutaten zusammen schüttet, verrührt und Teig knetet wie die Mama selbst. Mal ganz abgesehen vom Naschen des Teiges und dem anschließenden Ausstechen der Plätzchen. 

Begonnen habe ich dieses Jahr eigentlich ziemlich zeitig. Allerdings nicht mit den üblichen Plätzchen, sondern eher mit Keksen, die weihnachtlich angehaucht waren. Das waren Cookies mit roten, grünen und weißen Streuseln oder Red Velvet Cookies. Erstere liefen mir über das ganze Blech (darüber berichtete ich ja). Letztere waren zwar lecker, aber unfotogen. Außerdem probierte ich mich an grünen Baiser-Tannenbäumchen, die aber leider viel zu "dick" waren und Apfel-Zimt-Schnecken-Kekse. Die waren ziemlich lecker, aber wirklich fotogen sind sie ebenso wenig wie ihre große Schwester: (Apfel-)Zimt-Schnecken. Die gab es bei uns bestimmt 3 oder 4mal und die sind auch wirklich ein Gedicht! Deswegen MÜSSTE ich das Rezept eigentlich mit euch teilen, aber ein Rezept ohne Fotos geht eigentlich auch nicht, oder? Und dann gab es da noch wahnsinnig leckere Schneebälle, die sehr teigig und schokoladig und puderzuckrig waren, aber unheimlich gut. Aber sie sehen eben auch einfach aus wie teigige Schneebälle ;) 

Das habe ich also alles gebacken, bevor es an stinknormale "Butterplätzchen" gehen sollte. Wobei, ehrlich gesagt wollte ich die dieses Jahr gar nicht backen und dann dachte ich: Kannste nicht machen. Du musst mit deinem Mädchen ein paar Butterkekse backen, die sie anschließend noch verzieren kann. Tja und so stöberte ich mich quasi durch das ganze Internet. Da gibt es ja sooo viele Rezepte und fast alle sind gleich. Also musste ich mir was einfallen lassen. Mein Kopf ratterte und ich überlegte hin und her, wie ich die Plätzchen so hinbekommen könnte, dass sie auch mir schmecken. Und was für einen Guss ich machen könnte, der mir ebenfalls schmeckt. Bei ersterem verließ ich mich auf mein Bauchgefühl, gepaart mit meiner Backerfahrung bei Kuchen, Torten und Muffins. Bei letzterem nahm ich einfach den Guss, den ich auch über meine Zimtschnecken gebe, denn der schmeckt sogar mir und ist lecker frisch ohne den Zimtschnecken oder den Plätzchen die Show zu stehlen. Die Zimtschnecken will ich übrigens nochmal zu Heiligabend backen, denn die sind wirklich ein Traum! Aber jetzt geht es um die Plätzchen. Wenn ihr alles beachtet, werdet ihr die weltbesten Plätzchen herstellen, vertraut mir! Davon kann man sooo so viele essen, vor allem wenn sie gerade frisch aus dem Ofen kommen. Die Püppi hat andauernd welche stibitzt und vernascht, sodass wir zu dritt fast die Hälfte verputzt haben, ehe wir verzieren konnten. Deswegen haben die Püppi und ich ein paar Tage später direkt noch einmal welche gebacken. Probiert es unbedingt aus und esst sie selbst, verschenkt sie oder stellt sie zu Heiligabend auf die Kaffeetafel, eure Gäste werden es euch danken ;)

Ihr benötigt (für ca. 30-40 Stück):

220gr. Butter (zimmerwarm)
220gr. weißen Zucker (feine Körnung)
450gr. Mehl + etwas für die Arbeitsfläche
1 Prise Salz
1 Ei
1 TL Vanilleextrakt
1/2 TL Backpulver

Für den Guss:

100gr. Frischkäse
5-7 EL Milch
etwas Puderzucker
evtl. Lebensmittelfarbe (1 Msp. pro Portion)


Erster Schritt: Mehl und Backpulver in eine Schüssel sieben (wirklich sieben, da gibt es keine Klümpchen und der Teig wird fluffiger). Beiseite stellen. Die zimmerwarme Butter in eine große Schüssel geben. Zucker und die Prise Salz hinzufügen. Den Handmixer auf höchste Stufe stellen und mindestens 4min. zu einer cremigen Masse verrühren. Ideal ist es, wenn die Masse hellgelb ist und keine Zuckerkörnchen mehr fühlbar sind. Dafür einfach etwas Teig zwischen zwei Fingern reiben.

Zweiter Schritt: Das Ei in eine kleine Schüssel schlagen und mit dem Vanilleextrakt verquirlen. Zu der Butter-Zucker-Masse geben und eine Minute auf höchster Stufe weiter mixen. Nun stellt ihr das Handrührgerät auf die niedrigste Stufe und gebt etappenweise das Mehl hinzu. 4-5 Etappen solltet ihr euch Zeit lassen. Das Mehl langsam einrieseln lassen und gut mit der restlichen Masse vermixen, aber nicht zu lange, sonst geht die Fluffigkeit flöten. Sobald alles vermischt ist, den Mixer austellen und mit den Händen solange kneten, bis ihr eine Kugel formen könnt. Diese wird in Frischhaltefolie eingewickelt und mindestens 4 Stunden in den Kühlschrank gelegt.


Dritter Schritt: Teig aus dem Kühlschrank nehmen und halbieren. Eine Hälfte zurück in den Kühlschrank legen. Die andere Hälfte 5min. ruhen lassen, kurz durchkneten und auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 5-7mm dick ausrollen. Und ja, die sollen so dick sein, nur dann werden sie außen leicht knusprig und innen bleiben sie weich. Nicht Kuchenteig-weich, aber keks-weich und das ist wirklich himmlisch. Ich schwöre es euch. Plätzchen ganz nah beieinander ausstechen, sodass so wenig Teig wie möglich übrig bleibt und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Eine Silikonmatte geht genauso. Nochmal 10 Minuten in den Kühlschrank stellen (oder auf dem Balkon - so habe ich es gemacht). Wichtig ist nämlich das die Plätzchen kalt in den vorgeheizten Backofen kommen. So haben sie kaum eine Chance sich auszubreiten oder gar auszulaufen (was bei diesem Rezept aber eher ungefährlich ist). Außerdem ist dadurch einmal mehr gegeben, dass der Teig innen weich und außen schön knusprig, aber trotzdem hell ist. 

Vierter Schritt: Nach den 10 Minuten ab in den Ofen. Bei 190 Grad ca. 8-10 Minuten. Bei unserem Ofen ist es so, dass sich die Backzeit mit jedem Mal verkürzt, also immer gut aufpassen und besser bei der nächsten Ladung schon nach 5-7 Minuten reinschauen. Mit dem restlichen Teig verfahrt ihr einfach weiter genauso. Die Plätzchen lasst ihr dann auf einem Kuchengitter auskühlen und gebt sie anschließend in eine luftdichte Dose oder dekoriert sie zunächst.


Fünfter Schritt: Für die Glasur gebt ihr einfach den Frischkäse zusammen mit der Milch in eine kleine Schüssel und verrührt es solange miteinander bis es zu einer cremigen Masse wird. Sollte sie nicht dickflüssig, sondern zu cremig sein, noch esslöffelweise Milch hinzufügen. Anschließend Puderzucker einrühren, solange bis ihr eine schöne "streichfeste" Masse habt. Ich habe meine dann in 3 kleine Schüsseln aufgeteilt. Einen Teil habe ich grün, den zweiten Teil rot eingefärbt und den dritten Teil einfach weiß gelassen. Auf den Plätzchen verstreichen (macht vor allem Kindern Spaß) und Streusel darüber geben. Klebt bombenfest und schmeckt äußerst lecker. Guten Appetit!


Post Comment
Kommentar veröffentlichen

Auto Post Signature

Auto Post  Signature