Ich bin wieder da!

Freitag, 19. Juni 2015
Den Anfang zu finden, wenn man über einen Monat lang nicht gebloggt hat, gestaltet sich wirklich schwierig. Wie fange ich an und womit? Natürlich könnte ich ausführlich erklären, warum ich so lange nicht gebloggt habe, aber so genau weiß ich das auch nicht. Irgendwie setzte mich allein das Wort "bloggen" unter Druck. Und wann immer ich am Abend am Laptop saß und die leere, weiße Seite vor mir sah, klappte ich ihn wieder zu. Es ist nicht so, als hätte ich nichts zu erzählen - ganz im Gegenteil. Viel mehr entschied ich mich einfach dagegen, aus verschiedenen Gründen. Oft war ich Abend einfach nur geschafft vom Tag und wollte nichts weiter tun, als eben nichts. Ich ließ mich vom TV oder Musik berieseln, holte sämtliche Serien auf oder beendete sie und ließ das Internet sein was es ist: Ein Medium mit vielen Informationen. Ich dachte oft darüber nach, warum mir denn jetzt nicht der Sinn nach dem Bloggen steht oder generell nach dem Internet. Die Antwort lag eigentlich auf der Hand: Reizüberflutung. Und diese kam in ganz verschiedenen Formen daher. 
 

Selbst Instagram habe ich gemieden. Das soziale Medium, welches ich sonst noch am regelmäßigsten bediene. Ich habe zwar hier und da mal ein Foto hochgeladen, hatte aber weder Lust noch Zeit den ganzen Stream durchzuscrollen und mich erneut der Reizüberflutung hinzugeben. Da schlug sich direkt in den Likes meiner Fotos wieder. Kaum noch einer drückte auf das Herz, geschweige denn auf den Kommentar-Button. Witzigerweise erschreckte mich das ein wenig, dabei kenne ich Instagram mittlerweile sehr gut. Drückst du nicht bei den anderen das Herz, drücken sie auch nicht bei dir. Keine Ahnung wann das passiert ist oder ist es einfach der natürliche, menschliche Geben-und-Nehmen-Reflex? Woher weiß ich denn jetzt eigentlich, wann jemand mein Foto wirklich mag und mir nicht nur sein Herz schenkt, in der Hoffnung ich tue bei ihm dasselbe? Irgendwie finde ich es schade und ertappe mich selbst immer wieder dabei, wie ich auf Fotos drücke, die ich vielleicht gar nicht so toll finde. Das habe ich mir dann aber auch langsam abgewöhnt. Ich spürte auch das deutlich an den Herzen unter meinen Fotos. Von mir bekommen nur noch Fotos ein Herz, die ich wirklich mag oder die mir etwas geben. Zum Beispiel das Rezept zu einem leckeren Smoothie. Wenn jemand etwas schönes mit seinem Kind gemacht hat oder stolz auf etwas ist, dass das Kind jetzt kann, dann drücke ich auch gerne. Aber ich drücke nicht mehr nur auf Fotos, damit bei mir auch jemand drückt. Bei lieben Menschen, die ich in mein Herz geschlossen habe mache ich eine Ausnahme. Da bekommt ausnahmslos jedes Foto ein Herz, einfach damit derjenige auch weiß: ich habe es gesehen, gelesen, wahrgenommen. Jetzt wisst ihr also, warum ich auch dort quasi inaktiv war. 


Aber es war nicht nur die Reizüberflutung, Zeitmangel oder fehlende Lust, die mich am Bloggen hinderte. Es war vor allem das Leben. Das hatte ich mich tatsächlich voll im Griff. Und tatsächlich wünschte ich mir trotzdem ich hätte hier und da gebloggt, einfach um schöne Erinnerungen direkt festzuhalten und sie mit euch zu teilen. Das ist etwas schade, aber nicht mehr zu ändern.

Es ergab sich ganz spontan, als ich im Kindergarten mal wieder mit einer Mama ins Gespräch kam, mit der ich mich desöfteren schon mal verquatschte. Wir stellten dann fest, dass sie ein paar Schritte entfernt von einem Spielplatz wohnt, den wir oft besuchen. Daraufhin sagte sie, wir sollten einfach mal klingeln, wenn wir wieder dort sind. Und tatsächlich war es genau das, was wir dann taten. Seitdem sehen wir uns beinahe wöchentlich. Meistens verbringen wir die warmen Sommernachmittage bei ihnen im Garten. Manchmal treffen wir uns auch mal ohne die Kinder zu einem Kaffee und guten Gesprächen. Das fabelhafte daran ist, dass auch die Männer sehr gut miteinander auskommen. So begab es sich, dass wir schon zweimal gemeinsam grillten und lange Abende mit den Kindern hatten. Die beiden Mäuse verstehen sich zum Glück -die meiste Zeit- sehr hervorragend und haben viel Spaß zusammen. Waren sie anfangs noch distanziert und spielten nebeneinander her, so passiert es jetzt zunehmend, dass sie sofort miteinander spielen. Natürlich geht auch nichts um kleine Zickereien und Stänkereien, aber insgesamt ist es sehr harmonisch für uns alle. Aber wie immer wollte ich dazu eh noch seperat bloggen ;)


Nach dem Kindergarten gehen die Püppi und ich an schönen Tagen oft ein Eis essen. In unserer Lieblings-Eisdiele gibt es nämlich das beste Melonen-, Pfirsich-und Bitterschokolade-Eis. Definitiv immer einen Besuch wert. Dort treffen wir auch meistens andere Kinder aus der KiTa und dann kommt man hier und da auch ins Gespräch. Anschließend schlendere ich meistens noch mit dem Zukkermädchen durch die Stadt. Wir kaufen frisches Brot und Obst. Manchmal gehen wir auch auf den Spielplatz, anstatt ein Eis zu essen und manchmal sitzen wir auch einfach auf dem Balkon und genießen dort ein Eis aus dem hauseigenen Tiefkühlfach.

In den vergangenen Wochen gab es zudem noch einige Attraktionen und Feierlichkeiten. So waren wir auf einem Kindertagsfest, auf dem Stadtfest, bei einer Freundefeier (die sich als Hochzeitsfeier entpuppte), auf dem Geburtstag der Tante, in einem kleinen Tierpark in dem man keinen Eintritt zahlt und besagte Grillabende mit Freunden. 


Außerdem sind es nur noch 15 Tage bis zum Geburtstag der Püppi. FÜNFZEHN!! Dann wird sie schon DREI. Herrje. Die Zeit und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Ein Geburtstagsmotto steht endlich. Irgendwie gestaltete es sich schwierig, da sich die Püppi für vieles begeistert. Minnie Mouse, Panda, Schildkröten (seit sie in der KiTa eine haben), Autos, Biene Maja, Sandmann usw.! Irgendwie fand' ich das am Ende doch alles nicht so passend und die Püppi äußerte auch wirklich keinen Wunsch. Mal wollte sie das, dann wieder das und am Ende gar nichts. Also entschloss ich mich kurzerhand eine Eiscreme-Party zu machen. Da gibt es wieder viele bunte Farben in Pastelltönen, ich werde eine Eisbar herrichten, Kuchen in Eiswaffeln zaubern und eine Eistorte backen. Das perfekte Kleid habe ich auch schon gefunden, dazu folgt aber wirklich nochmal ein seperater Eintrag - also zum Geburtstag. Davor und danach. Für den Kindergarten habe ich auch schon lange etwas auf dem Radar und das werde ich auch so umsetzen. Die Püppi wird vermutlich mit ihrer Freundin, bei der wir immer zu Besuch sind, gemeinsam feiern. Diese hat nämlich nur 2 Tage später Geburtstag. Wir Mamas haben schon gesagt, dass wir ja dann gemeinsam ordentlich was auffahren können und werden das auch gemeinsam vorbereiten. Darauf freue ich mich sehr.


Dann steht auch schon der "Urlaub" für die Püppi an, den wir mit unseren Freunden getauscht haben. Bei ihnen ergab sich kurzfristig etwas, dass sie zur Umplanung zwang und auch wir gewinnen dadurch nur, weil ich den Urlaub plante und der Mann nicht wusste, dass sein Arbeitskollege auch eben diese zwei Wochen Urlaub einreichte. So ziehen wir unseren eine Woche vor und der Mann hat ein paar freie Tage. Unserer KiTa hat ja keine Schließzeiten und gibt den Eltern die 6 Ferienwochen + eine Woche vorher und nachher in denen sie die Kinder zwei Wochen am Stück aus der KiTa nehmen müssen. Das finde ich ganz toll und es klappt auch prima. Danach steht dann langsam der Wechsel in die Ü3-Gruppe an. Mittlerweile wissen wir in welche Gruppe die Püppi kommen wird und sind mit der Wahl sehr sehr zufrieden. Da unsere KiTa aber sowieso offene Gruppen hat, sehen sich alle Kinder immer wieder. Sie dürfen selbst entscheiden, was sie machen wollen und wo. Das ist ganz großartig und hilft den Kindern sich wirklich frei zu entfalten. Ich mag das Prinzip gerne. Eine der liebsten Freundinnen vom Zukkermädchen ist schon zum 1. Juni gewechselt und die Püppi kommt eben dorthin. Das freut mich sehr, denn ich bin mir sicher, dass ihre Freundin sie an die Hand nehmen wird. Ein bisschen wehmütig bin ich dennoch schon, weil es auch ein kleiner Abschied ist und wir die Erzieherinnen in der U3-Gruppe sehr ins Herz geschlossen haben. Auch die Kinder waren toll. Es war eine rundum tolle Gruppe an Kindern und eine wahnsinnig schöne Zeit. Ich würde das nie-niemals tauschen wollen. Daher überlege ich auch die ganze Zeit, was ich als Abschied schenken könnte. Etwas selbstgemachtes oder sich lieber mit anderen Eltern absprechen und gemeinsam etwas größeres schenken? Ich bin da noch hin-und hergerissen, denke aber das mir noch ein Licht aufgehen wird ;) 


Ansonsten herrscht hier der ganz normale Alltag, wie bei den meisten von euch auch! Die Püppi vergisst ihre Ohren immer im Kindergarten und ist schwer zufrieden zu stellen. Hat sie einmal schlecht geschlafen, ist die Hölle los und sie hört nicht mehr auf zu Jammern. Ebenso haben wir aber auch wunderschöne, zauberhafte Momente in denen sie mit der Sonne um die Wette lacht, glücklich und gut gelaunt ist. Diese Momente genieße ich sehr und sauge sie in mich auf. In der Hoffnung sie helfen beim nächsten Wutanfall. Klappt leider nicht, habe es für euch ausprobiert. 

Ich bin derzeit wirklich sehr dankbar für mein Leben. Auch wenn es nicht immer glatt läuft und einige Probleme unlösbar scheinen. Es nützt nichts, sich zu vergraben und es nützt auch nichts, wenn immer die Sorgen überhand gewinnen. Natürlich muss man sich immer wieder mit ihnen befassen, aber sie sollten keine Priorität haben. Priorität hat die Familie. Zeit mit dem Kind verbringen. Lachen. Mit nackten Füßen über grüne Wiesen laufen. Gemeinsam rutschen und schaukeln. Gemeinsam glücklich sein. Das Leben genießen und es feiern. Wir haben nur dieses eine Leben, wir sehen unser Kind nur einmal groß werden. Wir sollten die Zeit nutzen und nichts verpassen.





Kommentare on "Ich bin wieder da!"
  1. Ein wunderbarer Blogeintrag! Danke, dass Du uns immer wieder an Deinem/Eurem Leben teilnehmen lässt! <3

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  2. Schön, dass du wieder da bist :-) <3

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  3. Tolle Bilder und schön, wieder was von euch zu lesen.
    Mir geht es mit Instagram auch so. Ich verteile meine Herzchen an die Menschen, die ich gern mag und an Bilder, bei denen ich irgendwie hängen bleibe.
    Auch bei mir selbst hab ich manchmal das Gefühl, dass manche einfach nur auf das Herzchen klicken, obwohl ihnen das Bild in dem Moment gar nichts gibt bzw. bedeutet.

    Mit dem Bloggen habe ich gerade massive Schwierigkeiten. Ich hätte wirklich Lust darauf, wieder mehr zu bloggen, aber in meinem Alltag genieße ich den Moment so sehr, dass ich vergesse, es festzuhalten.
    Oft sitze ich dann auch da und denke mir "So, über was bloggst du jetzt? Sollte ja was sinnvolles sein"

    Dein Mädchen ist so groß geworden, der Wahnsinn. Ich bin ja quasi seit eurem Anfang dabei und hab alles mitverfolgt und wenn man dann nach langer Zeit wieder Bilder sieht, erschrickt man gleich selbst darüber, wie schnell doch die Zeit vergeht. :)

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