Du wunderbares, großes Mädchen

Donnerstag, 10. September 2015
Nun ist es schon weit über einen Monat her - die Püppi wechselte von ihrer U3 Bienchengruppe in die Ü3 Glühwürmchengruppe. Sie ist jetzt eine von den "Großen". Seitdem ist schon wieder so viel passiert, aber erst jetzt komme ich dazu, alle Eindrücke aufzuschreiben. Euch teilhaben zu lassen und es aufzuschreiben, um mich immer erinnern zu können. Denn das ist ein großer Schritt in dem Leben der Püppi und auch in unserem, der festgehalten werden sollte. Mittlerweile habe ich auch einen richtigen Eindruck und nicht nur den bekannten ersten Eindruck.

Alles beginnt in unserer KiTa damit, dass wir ein Elterngespräch führen. Das ist ja schon eine Weile her. Aber schon da sprach nichts dagegen, dass die Püppi die Gruppe wechselt. Ich hatte ja vor ein paar Monaten immer Bedenken, weil das Zukkermädchen nicht so viel spricht wie andere Kinder in ihrem Alter - jedenfalls kommt es mir so vor. Doch sie macht da täglich wahnsinnige Fortschritte. Als nächstes wird ein ungefährer Zeitraum ins Auge gefasst - meist um den 3. Geburtstag. Manche brauchen auch etwas länger Zeit. Die Püppi war mit einem anderen Mädchen somit die zweite, die die Gruppe wechseln durfte. Dazu erkläre ich nochmal kurz, wie das bei uns in der KiTa abläuft. Nachdem man aus der U3 Gruppe wechselt, gehört man quasi zu den großen Kindern. Es wechselt nie die ganze Gruppe gemeinsam, weil die Kinder in unterschiedliche Gruppen wechseln. In den meisten Fällen aber nicht alleine. Wir haben drei große Gruppen in denen Kinder von 3-6 Jahren zusammen sind. Das alles sind offene Gruppen - das bedeutet: Die Gruppen essen für sich Frühstück, Mittag und Vesper. Und die Gruppen machen jeweils für sich Sport und Mittagsschlaf. Alles andere findet in den meisten Fällen gemeinsam statt. Die Kinder, die töpfern wollen, können dies tun. Ebenso wie Küchenarbeit, Schauspiel & Tanz, Zeichnen, Basteln, Backen, Gärtnern ... da gibt es fast alles bei uns. Und dabei treffen alle Kinder aus allen Gruppen aufeinander. Nachmittags ist im großen Garten freies Spiel, wo sich alle Kinder ebenfalls wiedersehen. Einmal im Monat gibt es einen Tag an dem man jemanden aus einer anderen Gruppe in seine Gruppe "einladen" darf. Das ist auch immer schön. Und Mittwochs, da sind die Gruppen nur für sich. Alles in allem finde ich das wirklich ein ganz wunderbares System. Und ich würde mich immer, immer wieder für diese KiTa entscheiden - da gibt es wirklich keine Diskussion. Allerdings bringt das "System" auch ein paar kleine Nachteile mit sich, die sich eben erst jetzt - nach einiger Zeit, herauskristallisieren. Da wäre die Sache, dass in der jeweiligen Gruppe immer nur etwa 3-4 Gleichaltrige sind. Alle anderen sind größer und haben meistens auch schon feste Freundschaften. Natürlich wollen die ganz großen Kinder auch eher selten mit einem "kleinen" Kind spielen. Das macht es etwas schwierig eine richtige Freundschaft aufzubauen, finde ich. Da manchmal auch schon ein Kind alleine vor den anderen wechselt, weil es eben schon 2 Monate früher 3 Jahre alt wird, hat sich dieses auch schon eingelebt und evtl. eine Freundschaft mit einer fast 4-Jährigen geschlossen und so kommen die Neuzugänge da nicht mehr richtig rein und sind so ein bisschen außen vor. Das finde ich so ein mini bisschen schade. Das ist aber auch schon alles. Insgesamt funktioniert alles wirklich gut und hat auch Prinzip. Toll ist zum Beispiel, dass alle Kinder Rücksichtnahme, Respekt und Durchsetzungsvermögen stärken. Und am Ende muss die Gruppe zusammenhalten, so unterschiedlich sie auch sein mag.


Wenn dann geklärt ist, wer, wann und mit wem wechselt werden die Eltern informiert. Wir haben dann mit der Püppi darüber geredet. Wir wissen nicht genau, ob sie das so verstanden hat, aber sie hat auch nie gesagt, dass sie das nicht will, sondern hat sich darauf gefreut. Denn die kleinen Mäuse gehen schon zuvor öfter mal bei den Großen schnuppern, was das Ganze um einiges erleichtert, denke ich. Am Tag X werden die Kinder, die die Gruppe wechseln dann von ihrer Gruppe samt Erzieher/in und einer Laterne abgeholt. Ein wahnsinnig schönes Ritual, wie ich finde. Die großen Kinder zeigen den Neuankömmlingen ihre Fächer und wo sie jetzt Zahnbürste etc. finden. So schön.
Als wir die Püppi am Tag des Wechsels am Nachmittag abholten, räuberte sie schon durch den großen Garten, als hätte sie nie etwas anderes getan. Und auch die Erzieherin empfing uns gleich mit den Worten: Das haben sie aber gut gemacht mit dem Zukkermädchen. Es ist, als wäre sie schon immer hier. Das war wirklich schön zu hören. Eigentlich hatte ich nichts anderes erwartet, aber Gedanken macht man sich ja dann doch immer. Die Püppi geht nicht gerne in den Frühdienst, weil das zu viele Kinder für sie sind, aber da der Wechsel in den Sommerferien stattfand, war das etwas leichter. So waren es viel weniger Kinder pro Gruppe und sie lernte alle nach und nach kennen. Jetzt kann ich sagen, dass man wirklich schon nach den ersten zwei bis drei Tagen merkte, wie nötig dieser Wechsel war, wie unterfordert die Püppi. Plötzlich stand sie vor komplett neuen Herausforderungen, die sie bisher wirklich komplett OHNE Probleme gemeistert hat. Ihrer Erzieherin vertraut sie über alle Maße, freut sich immer wenn sie diese sieht und der Herzerzieherin geht es nicht anders. Auch in der Bienchengruppe waren die Erzieherinnen fabelhaft, aber jetzt in der Glühwürmchengruppe ist das nochmal anders, nochmal besser. Wobei eine Steigerung gar nicht möglich schien.

Seit dem Wechsel ist die Püppi noch selbstständiger und sie spricht noch viel mehr. So viel hat sie erlebt, in so kurzer Zeit und sie macht das prima. Wirklich. Ich bin so so wahnsinnig stolz, wie problemlos das abläuft. Es gab auch keinen einzigen Rückfall mit Pipi in der Hose, nichts. Die Erzieherinnen sagten, das könne mal passieren, weil dann alles neu ist und die Kinder ganz anders ins Spiel vertieft. Aber nein, nichts. Noch selbstverständlicher geht das Zukkermädchen jetzt auf die Toilette. 

Ich glaube das Zukkermädchen ist wirklich gut angekommen in ihrer Gruppe. Nach 3 Tagen konnte sie plötzlich ein viel zu großes Dreirad fahren. Sie ist geduldiger und ruhiger geworden, jedenfalls in der KiTa. Sie waren sogar einmal im Kino beim "Kleiner Rabe Socke 2" und die Püppi hat 45 Minuten ganz gespannt auf dem Kinostuhl gesessen. War richtig dabei. Zuhause quasi undenkbar. Da reichts gerade für eine Folge Sandmann. Grundsätzlich stört mich das nicht, aber beim Vorlesen war das auch immer so. Das ist wohl einer der größten Punkte, der sich geändert hat - die Püppi lässt sich vorlesen. Besteht sogar jeden Abend darauf. Immer ein Pixi-Buch und die "Heule Eule". Die muss jeden Abend vorgelesen werden und die kann sie mittlerweile selbst auswendig vorlesen. Oh Gott und ich glaube, es gibt kaum etwas süßeres. Sie imitiert dann auch immer die Stimmen, herrlich.
Und ich glaube, die Püppi wurde auch gut in ihrer Gruppe aufgenommen. Dennoch habe ich immer Angst, dass sich keine richtige Freundschaft entwickeln wird. Jedenfalls hat sie bisher keine. Dabei wünsche ich ihr das so, so sehr. Und überall höre ich, dass andere Kinder in dem Alter schon richtig dicke Freundschaften haben. Das Zukkermädchen kann halt auch wahnsinnig gut alleine spielen, sich für alles begeistern und ist deswegen auch immer auf Achse. Ein Wirbelwind eben. Aber die meisten anderen in der Gruppe haben schon jemanden oder sind eben um einiges älter. Mittlerweile scheint sich allerdings sowas wie eine kleine Freundschaft zwischen ihr und dem Mädchen zu entwickeln, mit dem sie gewechselt ist. Sie sagen zwar, die beiden können sich auch richtig anzicken, aber sie vertragen sich dann immer ganz schnell wieder. Und das Anzicken ist doch normal, oder?

Insgesamt kann ich also sagen: Die Püppi ist ganz wunderbar und ohne eine einzige Träne in ihrer großen Gruppe angekommen. Sie liebt es nach wie vor, jeden Tag in den Kindergarten zu gehen. Sie sucht sich ihren Platz, räumt die Brotdose auf den Tisch und holt sich dann Teller, Tasse und evtl. Besteck. Sie erzählt mittlerweile sofort nach dem Abholen, was sie im Kindergarten gemacht hat, ohne das ich nachfragen muss. Das finde ich so wunderbar. Vor allem, wenn ihr etwas wirklich auf dem Herzen liegt, egal ob positiv oder negativ. Ich liebe das - mich mit ihr zu unterhalten. Letztens erst, als ich mit meiner Herzfreundin telefonierte, wollte die Püppi auch mal. In den meisten Fällen sagt sie gerade mal "Hallo", aber dieses Mal hat sie der Herzfreundin alles erzählt, was sie am Tag zuvor erlebt hat und ebenso hat sie das jetzt auch mal beim Papa gemacht, als der von Arbeit kam. Es ist wirklich zum Knutschen. Natürlich ist die Püppi jetzt ein "großes Mädchen" und das lässt sie uns auch immer wieder wissen ;) Am schönsten war einmal Folgendes: Die Püppi nimmt immer ihr Kissen (den kleinen Stillmond) und ein Kuscheltier ihrer Wahl (meistens Panda) mit zum Mittagsschlaf in den Kindergarten. Mittlerweile liegen diese im Schlaffach, aber am Anfang lagen sie noch ganz oben auf der Garderobe, für die Püppi unerreichbar. Ich legte das dort am Morgen hin, die Erzieherin brachte es ihr zum Schlafen und legte es danach wieder auf die Garderobe. Als ich die Püppi also an einem Nachmittag abholte und sie Kissen und Panda erspähte, sagte sie zu mir: "Mama, ich bin ein großes Mädchen, aber da komm ich nicht ran. DU schaffst das!" Ich konnte nicht anders als zu schmunzeln und sie dann ganz feste an mich zu drücken und sie abzuknutschen, so süß war das. Und weil wir gerade irgendwie bei der Entwicklung von der Püppi sind: Die U7a haben wir ohne Probleme überstanden. Ich hatte auch null Bedenken, nachdem wir jetzt schon so lange bei dem neuen Arzt sind. Die Püppi hat echt alles super gemeistert. Ich bin so so stolz auf sie. Ohne Witz, das kann ich auch sein. Die U7a wird bei unserem Arzt oft in zwei Teilen gemacht, damit die Kinder nicht immer denken, da gibt es nur Spritzen, Blut abnehmen oder Medikamente ;) Sie haben hierfür extra eine Schwester, die auf die U-Untersuchungen spezalisiert ist. Der Arzt macht dann im zweiten Teil dann eben den Rest, wie Impfung, Körper abtasten ... nochmal ein paar Fragen stellen und schauen, ob Gewicht, Gang usw. normal sind. Jedenfalls ist die Püppi ganz normal und zeitgerecht entwickelt. Macht alles, was sie können muss. Hat einen normalen Körperbau und gute Zähne. Bei der Impfung hat sie nicht mal geweint, obwohl sie die natürlich partout nicht wollte. Aber sogar der Arzt war ganz baff, wie gut sie das weggesteckt hat, ohne eine einzige Träne. Als Belohnung gab es eine Zahnpasta und ein Traubenzucker. Die Püppi protestierte noch, sie wollte sich im Behandlungszimmer und nicht im Wartezimmer wieder komplett anziehen, aber das war dann auch schon alles. 


Habe ich schon erwähnt das ich stolz bin? Ja? Gut so. Denn das bin ich und zwar sehr. Ich habe wirklich so ein wahnsinnig tolles Kind. Natürlich hat sie ihre Macken, dieselben wie vermutlich jedes andere Kind auch, aber darüber wollen wir heute nicht reden ;) Denn wenn man mal von den vielen Nerven absieht, die sie mir raubt ist sie wirklich ein fabelhaftes, wunderschönes Mädchen mit einem riesengroßen Herzen, sehr viel Empathie und Sensibilität. Ich liebe es mitanzusehen, wie sehr sich ihr Charakter entwickelt und wie sie die verschiedenen Erlebnisse prägen. Sie ist mein kleiner Sonnenschein, mein Frechdachs, mein Herz ... einfach alles. Sie ist mein Leben. 
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