Mach den Mund auf! #refugeeswelcome #bloggerfuerfluechtlinge

Freitag, 4. September 2015
Ich habe lange überlegt, ob ich hier auf meinem Blog über dieses Thema schreiben sollte, ob ich es kann. Aber eigentlich ist völlig klar, dass ich es muss. Denn wenn ich nicht darüber schreibe, könnte ich diesen Blog niemals weiterführen. Nein, ich erreiche vermutlich nicht so viele Menschen, wie andere Blogger es könnten und sicher habe ich keine außerordentliche Reichweichte, die es bräuchte um an so viel wie möglich Menschen heranzukommen. Aber das ist egal, weil momenten nur noch eins zählt:

Mund aufmachen!

Und jeder, der eine Stimme hat, egal wo, sollte dies tun. So sehr ich mich auch anstrenge, kann ich nicht verstehen, was momentan in unserer Welt passiert und das Menschen, in einem Land wie unserem, den Aufstand proben. Ohne Grund. Jeder der Hilfe benötigt, sollte Hilfe bekommen. Ohne Hilfe hätten auch wir Deutschland nicht wieder aufbauen können. Menschen fliehen vor dem Krieg, verlieren Familienmitglieder, ihr zuhause und fast ihr ganzes Leben. Alles was ihnen bleibt, ist meistens nicht mehr als die Kleidung, die sie am Körper tragen. Und nein, ich beginne jetzt nicht hier aufzuklären, warum die meisten Flüchtlinge ein Handy haben. Vielleicht geht ihr einfach mal in euch und überlegt, was ihr euch schnappen würdet, wenn ihr nur mitnehmen könntet, was ihr in zwei Händen tragen könnt.

Ich bin so so wütend, welchem blinden Rassismus ich überall begegnen muss und wie viele Lügen und Halbwahrheiten verbreitet werden. Diese besorgten Bürger und "Ich bin kein Nazi....ich habe nichts gegen Ausländer und noch viel schlimmer-Typen", die sich alles so drehen wie sie es gerade brauchen. Die Dinge verbreiten, über die sie sich selbst nicht informiert haben. Diese Menschen, die blind sind und denen jegliche Empathie fehlt, die ganz offensichtlich auch kein Herz haben. 

Ihr glaubt euch wird etwas weggenommen, etwas das ihr vielleicht nicht einmal besitzt. Ihr fühlt euch stets und ständig unfair behandelt und glaubt jeder Flüchtling führt ein besseres Leben als ihr. Also wie wäre es, wenn ihr einfach tauscht? Ich möchte gerne sehen, wie ihr mit 500 anderen Flüchtlingen, verschiedener Nationalität und Religion in einer Turnhalle lebt. Wie ihr euch dort um eure Kinder kümmert, sollte dieses nicht ein skrupelloser Schlepper über Bord geworfen haben. 
Ich durfte mir vor ein paar Tagen sagen lassen (als ich mich mit einem rechtsgesinnten Menschen anlegte), dass ich zu wenig belesen wäre und das die Flüchtlinge sich um nichts Gedanken machen müssten, das sei doch Luxus. Erst wollte ich lachen über so viel Blödheit, aber dafür ist das Thema viel zu ernst. Diese Menschen haben alles verloren, vielleicht sogar ihr Kind, ihre Frau, ihren Mann. Niemand weiß, ob sie jemals zurück in ihr Land können oder was mit ihnen als nächstes passiert. Diese Menschen wissen nicht, wie ihr Leben weiter geht und was morgen kommt - und das nennt ihr "um nichts Gedanken machen"? Dann tauscht doch bitte euer Leben, wenn sich das für euch nach Luxus anhört. Luxus ist es, dass ich gerade diesen Blogeintrag schreiben kann, an einem Computer. Und nebenbei schaut der Mann fern und tippt noch was auf dem Handy herum. Die Püppi schläft in ihrem eigenen Zimmer, im eigenen Bett und hört dabei ein Hörspiel. In ein eigenes Bett können der Mann und ich auch gehen, nachdem wir etwas leckeres zu Abend gegessen und ein Glas Wein getrunken haben. Das alles ist Luxus, welchen die meisten von uns nicht mehr zu schätzen wissen, weil es hier bei uns, ganz normal ist. Ich möchte mir nicht vorstellen müssen, mein ganzes Leben von den einen auf den anderen Tag zu verlieren, vor dem Nichts zu stehen, flüchten zu müssen, in ein Land in dem ich nicht willkommen bin. In dem ich mit Hassparolen, Beschimpfungen und Böllern begrüßt werde. In ein Land, in dem ich das Gefühl habe ich nicht willkommen und auch nicht sicher zu sein. 

Wir haben so ein unheimliches Glück und das ist vielen von uns nicht bewusst. Egal was wir täglich tun, egal um was wir uns sorgen oder was uns belastet, nichts davon könnte so schlimm sein, wie die Situation in der sich die Flüchtlinge befinden. Und unsere einzige Aufgabe ist es, diese willkommen zu heißen, so gut wir das eben können. Wenn du denkst, du kannst nichts tun, dann lächle sie doch einfach mal an, sollten sie dir auf der Straße begegnen oder versuche mit ihnen zu kommunizieren, solltest du sie auf dem Spieplatz treffen. Das tue ich immer und ich sehe den Menschen an, dass sie sich darüber freuen. Das nicht alle gegen sie sind, sondern das es die Menschen gibt, die sie willkommen heißen.

Letztens habe ich gelesen, dass man nicht nur reden, sondern auch handeln sollte. Das sehe ich anders. Zum derzeitigen Stand sollten wir um jeden Menschen froh sein, der den Mund aufmacht. Ob im Internet oder im Familien/Freunden/Bekanntenkreis. Diese rassistischen Idioten sollen begreifen, dass sie eine Minderheit sind und bleiben. Und deshalb bitte ich jeden von euch, nutz deine Stimme, mach deinen Mund auf. Egal wo, egal wie. Wenn du helfen kannst, tu es - egal wie. Aber tu irgendwas. 

Helfen kannst du auch hier #bloggerfuerfluechtlinge
Dort könnt ihr euch informieren und spenden. Solltet ihr Blogger sein, könnt ihr an dem Projekt teilnehmen, euren Blogeintrag verlinken und so zeigen auf welcher Seite ihr steht. Den Mund aufmachen und Position beziehen. Denn diese verkappten Nazis sind in der Minderheit - daran glaube ich nach wie vor ganz fest. In der Sidebar -> findet ihr ab sofort auch dauerhaft den direkten Link zum Spenden. Auf der Seite von #bloggerfuerfluechtlinge findet ihr auch eine Liste mit den Organisationen an die das gespendete Geld oder auch die Sachspenden gehen. 


// In unserem Elternrat der KiTa haben wir auch darüber gesprochen und uns darauf geeinigt Sachspenden zu sammeln. Diese werden dann von mir und einer anderen Mama sortiert und an die jeweiligen Stellen gefahren, wo die Dinge am dringensten gebraucht werden. Bei uns im Ort gibt es zum Beispiel viele Männer, wohingegen es in einem benachbartem Ort viele Familien gibt. 

Vermutlich habe ich die Hälfte vergessen und ich habe noch längst nicht all das gesagt, was ich gerne sagen würde. Aber ich bitte euch: Macht die Augen auf, macht den Mund auf und behandelt die Flüchtlinge so wie jeden anderen Menschen auch. Denn sie sind ebenso Menschen wie du und ich. Und ich verstehe einfach nicht, wie man einem Menschen den Tod wünschen kann, den man nicht kennt und der einem nichts getan hat. Ich weiß, solltet ihr nicht auf meiner Seite stehen, kann ich euch eh nicht bekehren, aber lasst euch gesagt sein: Ihr steht auf der falschen Seite und sollten hier bei uns schreckliche Dinge passieren, seid ihr der Auslöser!

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!



1 Kommentar on "Mach den Mund auf! #refugeeswelcome #bloggerfuerfluechtlinge"
  1. Liebe Sahra, ich sehe es ganz genauso! Bin seit dem aufkommen der seltsamen Partei P... so ziemlich entsetzt und schockiert über unsere Mitbürger, Nachbarn und sogar Freunde. Vor zwei Jahren hätte ich es niemals für möglich gehalten, dass soviele Menschen gegen die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen sind. Aber es regt sich was, gestern erst habe ich von der Aktion "Schrei nach Liebe" gehört, genial!
    Vele Grüße
    Tatjana

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