Wochenrückblick #8

Montag, 28. September 2015
Manchmal, da wünschte ich mir, ich wäre nochmal achtzehn. Jünger als jetzt. Fast zehn Jahre jünger. Mit der Schule fertig, ohne Ziel vor den Augen, aber mit einem Wunsch fest in meinem Herzen. Reisen. Ein Jahr lang. Jeden Kontinent einmal betreten. Jetzt bin ich 27, habe zwei Kinder, eines davon irgendwo da wo ich nicht bin, aber wo es ihm gut geht und eines hier bei mir. Ich habe den Mann an meiner Seite, der mir diese zwei Wunder schenkte und bin lange nicht mehr gereist. Aber der Wunsch? Den gibt es immer noch. Der verstärkt sich jedes Mal dann, wenn ich wieder einen Reisebericht sehe oder lese, wenn ich mich durch all die wunderschönen Pinterest-Fotos scrolle oder einfach an vergangene Reisen denke. Manchmal, da wünschte ich mir, ich wäre nochmal achtzehn und würde vieles anders machen. Ich würde diese Reise antreten. Würde so viel von der Welt sehen, alle Ziele erreichen und über das Leben nachdenken. Das was ich eigentlich will. Vom Leben. Kennt ihr das oder bin ich damit allein? Versteht mich nicht falsch. Ich bin unendlich dankbar für mein Leben und meine Kinder und ich bin meist zufrieden mit dem was ich habe, was mir niemand nehmen kann und das ich mit Menschen zusammen bin, die ich liebe. Das da immer jemand ist an den ich mich wenden kann, der Wege mit mir geht. Aber trotzdem, da bleibt immer diese schwere Stein auf dem Herzen, wenn ich Fotos von Irland, Bali, Rom oder Neuseeland sehe. Und das sind nicht einmal annähernd all die Reiseziele die ich gerne sehen würde. Nicht um den typischen Urlaub zu machen, sondern um das Land kennen zu lernen und die Menschen, die Kultur. Diese Weltreise wird ein immer wieder aufkeimender Wunsch sein, er wird immer mein Traum bleiben und ich hoffe, dass ich ihn irgendwann wahr machen kann. Denn auch mit 40 bin ich nicht zu alt, um solch eine Reise anzutreten. Ich brauche keine komfortablen Hotels. Mir reicht ein Zelt und ein Schlafsack. Und wenn ich mich nach einem Bett sehne, reicht auch ein Hostel. Ich will zu Fuß legendäre Straßen und Gassen entlanggehen, Berge besteigen, in einer Wüste den Sonnenauf-und Untergang erleben. Ich will im Auto oder auf dem Motorrad die Route 66 und den Mulholland Drive entlangfahren. Ich möchte überall meine Füße ins Wasser halten, vielleicht in jeden Ozean einmal. 

Es ist starkes Fernweh, verbunden mit einem Gefühl etwas "verpasst" oder einfach nicht erlebt zu haben. Aber ich bin noch jung und es ist nicht unmöglich, dass nicht eines Tages dieser Traum Wirklichkeit wird. Und vielleicht kommt die Püppi auch einfach mit. Wenn sie die Schule beendet hat und das ihr Wunsch ist? Warum nicht gemeinsam erleben, wenn das für sie passt. Und wenn sie nur ein bisschen ist wie ich, dann weiß ich, dass sie das niemals bereuen würde und nicht eines Tages darüber schreibt, nicht genug von dieser wunderschönen Welt gesehen zu haben. 

// Würde euch ein seperater Bericht über meine Traum-Reiseziele interessieren?



S C H Ö N S T E R  M O M E N T

Es gab so so viele kleine Momente in den letzten zwei Wochen, dass ich mich auf keinen einzelnen festlegen möchte. Wann immer die Püppi mir um die Arme fällt, weil sie mich vermisst hat oder wann immer sie mein Gesicht in beide Hände nimmt und sagt: "Mama, ich liebe dich so sehr" schmilzt mein Herz dahin, es wird ganz warm in mir drin und ich sauge die Momente tief in mich ein und erinnere mich immer wieder so gerne an sie. Auch liebe ich es mittlerweile sehr, wenn sie sich nachts einfach zu uns ins Bett schleicht und ganz ruhig weiterschläft. Am nächsten Morgen sehe ich sie dann noch schlafen, ihr Atem geht ganz ruhig und ihr kleiner Mund ist leicht geöffnet und dann muss ich sie irgendwann wecken und ihre kleinen Äuglein öffnen sich sofort und sie hat direkt etwas zu erzählen, ganz schlaftrunken sind das meist viele Sachen durcheinander und das ist wirklich zuckersüß.


E S S E N  G E N O S S E N

Letzte Woche habe ich im Zuge einer Kooperation (Blogeintrag folgt) aus einem neuen Kochbuch ein wahnsinnig leckeres Rezept ausprobiert. Es gab Flammkuchen mit Trauben und Zwiebeln. Das war so so lecker. Die Kombination klingt im ersten Moment vielleicht merkwürdig, aber gerade die Mischung aus der herben, scharfen Zwiebel und den süßen Trauben war ein Gedicht. Außerdem buk ich mit der Püppi am Wochenende endlich Pflaumen-Zimtschnecken und die waren auch so lecker. Nur machen Zimtschnecken durch den Hefeteig immer so satt, dass man die zu dritt gar nicht schafft (außer man isst den ganzen Tag nichts anderes, höhö). Und zu guter Letzt habe ich mit dem Zukkermädchen auch mal wieder eine Marmelade gekocht. Wieder mit Chia Samen, denn das geht so einfach, schmeckt herrlich frisch und geht ruckzuck. Wie es sich für den Herbst gehört haben wir die Marmelade auch aus typischen Herbstfrüchten-und Gewürzen hergestellt: Feigen, Pflaumen, Zimt. Nachmachen? Auf jeden Fall!

Achja und da gab es da noch einen fabelhaften Smoothie. Einen mit den letzten, dunkelpinken Himbeeren aus Deutschland, Kaki, Joghurt und Banane. Geschichtet mit dem Lieblingsmüsli ein wirklich sättigendes Frühstück. 


H E R B S T L I C H E S  B L O G V O R H A B E N 

Einige von euch wissen es vielleicht schon, einigen ist es eventuell neu: Ich liebe den Herbst. Neben dem Frühling ist er meine liebste Jahreszeit. Auch an grauen Tagen. Er inspiriert mich am meisten, lässt mich aufblühen und Ideen in mir wachsen ins Unendliche. Daher möchte ich dieses Jahr auf dem Blog eine kleine Herbstserie starten. Ich möchte mit euch tolle Rezepte und Do It Yourself-Ideen teilen. Ich möchte viele viele schöne Herbstfotos machen und auch diese mit euch -hier auf dem Blog- teilen. Die Farben im Herbst geben den Fotos so viel Magie und Tiefe, wie in keiner anderes Jahreszeit. Die schönsten Sonnenuntergänge? Erlebt man im Herbst und das zu einer Uhrzeit, in der man oft gerade auf dem Heimweg ist und ihn festhalten kann. Wir sammeln Blätter, Stöckchen, Eicheln udn Zapfen. Kastanien haben wir zuletzt leider nicht gefunden. Es wird gebastelt, gemalt, gebacken und gekocht. Wir trinken heiße Schokolade, zünden die ersten Kerzen an und kuscheln uns in Decken. Der Herbst ist so gemütlich und trotzdem so aufregend. Nach oder während des Regens durch Pfützen springen, den Spielplatz unsicher machen und anschließend noch mit dem Laufrad eine Runde durch den Park drehen, vorbei am Fluss und Enten bestaunen. Endlich wieder Stiefel, Schlauchschal und Capes, Trenchcoats... wobei, nachdem ich mich diesen Sommer an Shorts gewagt habe, fehlt mir diese Freiheit nicht viel tragen zu müssen, tatsächlich ein wenig. Aber der Herbst? Der ist trotzdem nicht zu toppen.


G E L E S E N / G E S E H E N / G E K L I C K T 

Gelesen habe ich unter anderem diesen Artikel, in dem es darum geht, dass eine Hausfrau ein Burn-out erlitten hat und warum es wahrscheinlich dazu gekommen ist. Es gibt da in den meisten Fällen, nicht den einen Auslöser - am Ende kommt zu viel zusammen und darauf reagiert der Körper. Ich bin der Meinung: Das kann jedem Menschen passieren. Dabei ist es egal, ob du Hausfrau oder Manager bist. Angestellter oder Chef. Bauarbeiter oder Arzt. Es kommt auf den Menschen an. Und ja, vielleicht kommt es auch ein bisschen darauf an, wieviel Acht man auf sich und seinen Körper gibt, vielleicht könnte man es verhindern, wenn man es frühzeitig erkennt und sich helfen lässt. Doch so leicht ist das eben nicht und erklärt ist das mit den paar Sätzen noch lange nicht. Was mich so geärgert hat und warum ich das mit euch teilen möchte? Das sind die Kommentare, bei denen ich mich fast übergeben musste. Das war so an den Haaren herbei gezogen und von "Die soll sich nicht so anstellen" über "Meine Mutter/Oma hat das früher auch gechafft und noch viel mehr" bis hin zu "Hausfrau sein ist kein Fulltime Job, Kinder auch nicht und überhaupt hat sie es sich ja so ausgesucht" ist alles dabei. Ich frage mich ernsthaft: War der Mensch schon immer so? Oder ist er erst so geworden? Und sind die Menschen überall auf der Welt gleich? Wenn nicht, dann würde ich gerne auswandern. Danke! Ich meine, mit welcher Berechtigung nimmt sich ein fremder Mensch raus, über diese Frau und ihre Krankheit zu urteilen, ohne sie zu kennen? Nur weil er diesen einen Artikel gelesen hat? Und was soll das überhaupt: "Das hat sie sich so ausgesucht" - sagt man das dem Manager auch? Der wollte ja ganz nach oben, kein Wunder das der ein Burn-out hat? Und überhaupt, da musste man lesen: "Sie hätte ja auch Kuchen kaufen können" oder "Sie hätte ja gar keinen Kindergeburtstag ausrichten müssen." Hallo? Erde an Mensch! Wenn sie das doch aber gern möchte und überhaupt? Soll ich jetzt keinen Kuchen mehr selbst backen, weil es sein könnte das ich in 30 Jahren ein Burn-out erleide? Ja, vielleicht übertreibe ich, aber da werde ich richtig wütend, wenn ich so viel Stuss lesen muss. So geht es doch nicht!

Gesehen habe ich die erste Folge von "House Of Cards". Hat mich aber ehrlich gesagt nicht wirklich abgeholt. Hat die einer von euch schon gesehen oder weiß, ab wann es da richtig zur Sache geht? Ich habe auf jeden Fall keine Lust mich erst durch 10 Folgen zu quälen, ehe die Serie Spaß macht. Derzeit warte ich sehnsüchtig auf alle kommenden Serienstarts, dann habe ich dahingehend auch wieder mehr zu erzählen. 

Geklickt habe ich mich durch diverse Blogs auf der Suche nach Inspiration. Leider schaffen das mittlerweile die wenigsten. Alles andere langweilt mich sehr. Da war nur der eine Blogeintrag von einer meiner liebsten Bloggerinnen, bei der ich noch jeden Beitrag lese und immer wieder Inspiration finde: Vera von Nicest Things. Durch sie bin ich auch auf den Shop Hejvin aufmerksam geworden. Dieser verbinden Musik mit Wein. So gut! Eine perfekte Geschenkidee, wenn ihr eine Person kennt, die auf gute, alte Musik und grandiosen Wein steht. Das alles kommt in einer wunderschönen Verpackung (Wein + Schallplatte). Also mir könnte man damit sofort eine Freude machen. 


F A B E L H A F T E  U N T E R N E H M U N G E N 

Vergangene Woche Sonntag waren wir, so wie das letzte Jahr auch schon, auf dem Kindertag in Leipzig. Schön war es wieder, auch wenn die Püppi anfangs ganz schön zickig war und mir etwas die Laune verdarb. Man will den Kindern ja nur eine Freude bereiten und dann ist doch immer was. Aber nachdem sie dann noch ein paar Mal Karrusell fahren durfte, riesengroße Seifenblasen machte, wir Quarkbällchen und Pommes aßen, ging es schon viel besser. Ganz viel gute Laune und Energie wurden dann dazu aufgewendet noch viel mehr Karrusell zu fahren, ein Feuer zu löschen, auf eine Torwand zu schießen, an einem Rad zu drehen, Gemüse zu erraten und Wackelaufgen zu gewinnen. Es war am Ende ein doch wirklich schöner Tag, auch wenn der Mann und ich zugeben mussten, dass es uns letztes Jahr besser gefiel, wobei wir das auch nicht genau an einer Sache festmachen konnten. Aber ich bin sicher, wir sind nächstes Jahr wieder mit dabei. 

Ansonsten ist und bleibt alles Alltag. Die Püppi und ich gehen regelmäßig nach dem Kindergarten noch auf den Spielplatz und bleiben dann dort noch 2-3 Stunden. Die kühle Luft, die uns aber nicht frieren lässt tut einfach so gut, dass wir das Wetter immer sehr auskosten. Einmal waren wir auch Enten füttern. Da war das Zukkermädchen ganz begeistert und hätte am liebsten säckeweise Brot an die Enten verfüttert. 



P L Ä N E  F Ü R  D I E S E  W O C H E 

Haben wir keine. Ich möchte gerne noch mit der Püppi ein Buttermilchbrot backen. Und dann werden wir sicher wieder den Spielplatz unsicher machen und ich lasse mir ganz viel Sandkuchen, Sandeis und Suppe machen. Am Samstag ist im Zoo Dresden ein Kinderfest, welches ich sehr gerne mit der Püppi besuchen würde... ich hoffe der Dienstplan vom Mann spielt mit. 
Kommentare on "Wochenrückblick #8"
  1. Liebe Sahra,

    hui, so viele Themen, zu denen ich etwa schreiben kann.

    Da ich kein Fernwehtyp bin, kann ich Deine Wünsche danach nicht direkt nachvollziehen, aber ich finde es toll, dass Du diese Träume nicht vergisst. Und na klar, Du kannst sie auch mit 40 erleben! Und vielleicht auch mit Deiner dann großen Tochter - das wäre eine tolle Vorstellung.

    Verrätst Du das Pflaumen-Zimt-Rezept? Das Zwiebelkuchenrezept klingt auch super :-)

    Diese Kinderherzmomente sind einfach unbeschreiblich. Wenn sich die kleine Hand in die eigene schiebt. Wenn man geküsst wird. Wenn sich jemand an einen kuschelt. Einfach nur ein Traum, aber ein realer :-)

    Die Anerkennung bzw. der Umgang mit psychischen Erkrankungen ist leider oft eine Katastrophe - ich verstehe Deine Wut dazu sehr gut.

    Herzlichen Drücker.

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  2. Liebe Michaela,
    wieder einmal vielen Dank für deinen langen Kommentar, das freut mich jedes Mal sehr.

    Das ist doch aber auch was, dann plagt einen das Fernweh nicht ;) Ich kann das bei mir auch schwer beschreiben, aber ich für mich finde, ich muss mehr von dieser wunderschönen Welt mit all ihren schönen Orten sehen. Wahnsinn eigentlich das bewiesen wurde, dass selbst wenn man sein Leben lang reisen würde, niemals die ganze Welt sehen könnte. Nicht mal alle australischen Strände sollen möglich sein - alles gelesen, also Halbwissen ;)

    Welches Rezept meinst du genau? Das der Zimtschnecken oder das der Marmelade? Das Rezept für den Zwiebel-Trauben-Flammkuchen kommt hoffentlich spätestens nächste Woche online.

    Ja dieser reale Traum ist der schönste den ich mir vorstellen kann und jedes Mal frage ich mich: Wenn man nicht dafür lebt, wofür eigentlich dann?

    Das Problem war glaube ich, nicht die Krankheit an sich, sondern weil eine Hausfrau daran erkrankt war. Das konnte niemand nachvollziehen, hatte sie doch nichts weiter zu tun und andere hätten das auch schon geschafft ohne ein Burn-out zu erleiden. So oder so ist es schlimm.

    Ich drücke dich auch ganz fest <3

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