Die Serientäterin empfiehlt / Teil 4

Freitag, 2. Oktober 2015
Es wird kälter, regnerischer und grauer. Auch wenn der Oktober sich schon an den ersten zwei Tagen von seiner allerbesten Seite zeigt, so wird die Kuschelzeit schneller kommen, als uns lieb ist. Und da trifft es sich doch ganz gut, dass ich wieder drei neue Serien-Empfehlungen für euch habe, oder? Da könnt ihr euch schön auf das Sofa kuscheln, ein paar Kerzen anzünden, einen Tee aufkochen und Serien schauen. Für mich ist das ja Abschalten pur. Geht es euch genauso? Ich habe auch gegen einen guten Film nicht einzuwenden. Allerdings muss ich zugeben, dass Serien mich schon seit geraumer Zeit mehr fesseln. Serien trauen sich heute viel mehr, als noch vor ein paar Jahren. Man hat meisten viel länger etwas davon, als von einem Film mit einer durchschnittlichen Spiellänge von 120 Minuten. Aber das ich ein Serienjunkie bin, dass wisst ihr ja schon. Was ihr noch nicht wisst: Ich schaue meine Serien am liebsten auf englisch mit deutschen Untertiteln. Mittlerweile ist mein Englisch dadurch so gut geworden, dass ich bestimmte Serien sogar auf englisch ohne Untertitel schauen kann. Dazu sollten sie aber nicht zu schnell reden und noch zu viele Fachbegriffe enthalten. Bei Pretty Little Liars zum Beispiel klappt das sehr gut, bei Scandal hingegen muss ich mich sehr konzentrieren. Wäre auch mal ein guter Zeitpunkt das einzige englischsprachige Buch zu lesen, welches ich besitze. Was ich euch aber eigentlich damit auf den Weg geben will: Die meisten Serien machen auf englisch mehr Spaß. Die deutsche Synochronisation lässt mittlerweile sehr zu wünschen übrig, die Sendeplätze sind mehr als unpassend und überhaupt schaut der Durchschnitts-Deutsche schneinbar nur noch Scripted Reality (füchterlich!). Manchmal dauert es aber auch schon mal 4 Jahre, ehe es eine Serie zu uns schafft. Somit passiert es schon mal, dass eine Wahnsinns-Serie aus Amerika oder Großbrittanien bei uns abgesetzt wird, was aber gar nichts darüber aussagt, wie gut die Serie ist. Was bei uns fehlt? Ein Sender, der uns die Serien zeitnah untertitelt zeigt. Ich hoffe, euch gefallen meine Empfehlungen! Suchtgefahr garantiert.


SECRETS AND LIES

War eine Serie die ich schon sehr lange auf dem Radar hatte. Ich speichere mir alle Serien die mir so im Internet begegnen in den Lesezeichen ab. So habe ich eine große Auswahl und wenn ich mal nichts mehr anzuschauen habe, greife ich gerne auf diese Liste zurück. Ursprünglich war dort jedoch das Original aus Australien abgespeichert. Da die Imdb-Bewertung für die adaptierte, amerikanische Version aber besser war (und ja, auch weil Ryan Phillippe die Hauptrolle spielt) schaute ich eben diese. Bei Secrets and Lies geht es um Ben Crawford. Er findet beim Joggen die Leiche eines Jungen den er kennt. Sofort läuft er nach Hause und benachrichtigt die Polizei. Im Laufe der Ermittlungen wird Ben zum Hauptverdächtigen und es kommt heraus, dass er sich nicht daran erinnern kann, was er eigentlich genau in der Tatnacht gemacht hat. Das Ganze wird zu einer harten Bewährungsprobe für seine ganze Familie. Secrets and Lies hat gut gezeichnete Charaktere und schlüsselt mit jeder Folge mehr auf, was passiert ist. In jeder Folge dreht es sich immer ganz speziell um eine Person. Ben, seine Frau, seine Tochter, die Polizistin usw.! Besonder beeindruckt hat mich, wie die Serie es schafft immer genügend in einer Folge aufzuklären, ohne zu viel zu verraten, sodass ein konstanter Spannungsbogen bis zur Auflösung gehalten wird. Ich bin jedenfalls wahnsinnig gespannt, wie es in Staffel zwei weitergeht.

// Facts: Die erste Staffel umfasst 10 Folgen und die zweite Staffel folgt 2016.  Eine Folge dauert um die 40 Minuten und hat damit eine optimale Länge.





HOW TO GET AWAY WITH MURDER
Als erstes: Ich liebe liebe liebe diese Serie. Wirklich! Und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass sie einfach unfassbar grandios ist. Die Schauspieler sind ebenfalls grandios. Ich liebe diese Serie und ich liebe alles was die Serie mit sich bringt. Angefangen bei den Charakteren bis hin zu den Dialogen rockt diese Serie. Wenn ihr euch diesen Herbst für nur eine Serie entscheiden dürftet, wählt diese. Dankbar können wir dafür mal wieder Shonda Rhimes sein. Diese Frau versteht es einfach, Serien zu erfinden. Viola Davis spielt die Hauptrolle der Anwältin Annaliese Keating. Sie unterrichtet zudem an der Universität das Fach Strafrecht oder wie sie es nennt: How to get away with murder (Wie man mit Mord davon kommt). Jedes Jahr dürfen fünf Studenten bei ihr ein Praktikum absolvieren. An ihrer Seite stehen außerdem Frank (oh mein Gott, der wohl heißeste Typ seit Jensen Ackles in Supernatural) und Bonnie. In welchem Verhältnis die einzelnen Personen zueinander stehen, warum sie zum Team von Annalise gehören und warum jeder das tut was sie will, erfährt man in Staffel eins nicht. Wenn ihr die Serie schaut, werdet ihr aber verstehen, was ich damit meine. Annalise löst keine Fälle und ihr geht es auch nicht darum, ob jemand schuldig ist oder nicht, sondern darum den Fall zu gewinnen - für den Mandanten. Oft wirkt sie wie ein Eisklotz, aber schon ganz am Anfang lernt man auch eine andere, sehr zerbrechliche Seite an ihr kennen. Staffel eins dreht sich um zwei Mordfälle. Schon zu Beginn der ersten Folge wird man damit konfrontiert und von Folge zu Folge wird mehr aufgeschlüsselt was vorgefallen ist. Die "Oh mein Gott, WAS??" - Momente nehmen kein Ende. Wer hat Sam getötet, den Mann von Annalise und was hat der Mord an einer Studentin damit zu tun? Am Ende der Staffel werden zwar beide Fragen beantwortet, aber trotzdem wird man mit viel Unwissen und Fragezeichen im Kopf zurückgelassen. Eine Serie die unter die Haut geht, die an Spannung aktuell kaum zu übertreffen ist und die einfach intelligent aufgebaut wurde. Hut ab, Frau Rhimes.

// Facts: Die erste Staffel umfasst 15 Folgen, die zweite Staffel startet vor 2 Wochen und umfasst wieder 15 Folgen (um die 40min. pro Folge). Ich bin so gespannt wie es weitergeht. Selten habe ich so auf eine zweite Staffel hingefiebert. Das Viola Davis nicht nur ich großartig finde, beweist ihr verdienter Gewinn eines Primetime Emmys für die beste Hauptdarstellerin - und das nach gerade mal einer Staffel. Respekt. Übrigens: Das die Serie in Deutschland nicht läuft (gerade beendet VOX die erste Staffel) hat wenig damit zu tun, ob sie gut ist. Ich kann sie euch nur ans Herz legen. Ihr werdet nicht enttäuscht sein, versprochen.



ORPHAN BLACK
Diese Serie begegnete mir immer mal wieder. Dann habe ich gelesen worum es geht und sie abgelegt unter: Nicht mein Genre. Ich meine: Klone? Das ist nichts für mich. Aber als ich dann irgendwann wirklich nicht mehr wusste was ich gucken sollte (hallo Sommerloch) gab' ich der Serie doch eine Chance. Zum Glück! Denn ich war sofort süchtig und inhalierte die Serie innerhalb weniger Wochen. Zweieinhalb Staffeln!!! Alles beginnt damit das Sarah auf einem Bahnhof mit ansieht wie eine Frau sich umbringt, die genauso aussieht wie sie. Kurzerhand entschließt sie sich, in ihre Rolle zu schlüpfen und somit an Geld zu kommen um mit ihrer Tochter und ihrem Bruder (nicht blutsverwandt) ein besseres Leben führen zu können. Bis sie erfährt das sie ein Klon ist und irgendjemand versucht, alle Klone umzubringen. Orphan Black schafft es dieses Thema wirklich realistisch darzustellen, sodass es wenig verwunderlich ist, dass man diese Serie überhaupt nicht unlogisch findet. Sarah Manning wird gespielt von Tatiana Maslany, die auch all ihre Klone spielt. Eine ungemein gute Schauspielerin. Anfangs habe ich immer wieder überlegt, ob das wirklich sie ist, wenn eine neue Rolle dazukam, weil sie es nicht nur optisch schaffen die Figur zu verändern, sondern Tatiana selbst die größte Leistung bringt mit all ihrer Mimik, Gestik und der Art und Weise zu sprechen. Es ist wirklich eine außerordentliche Leistung, wofür ich unglaublichen Respekt habe. Auch die anderen Charaktere (fernab von den Klonen) sind toll gezeichnet. Jede Staffel endet mit einem großen Cliffhanger, was ganz schön gemein ist, der Serie aber noch mehr Spannung verleiht. Entgegen meiner Befürchtungen finde ich das Thema der Serie fabelhaft und habe es so vorher auch noch nie in einer Serie gesehen. Solltet ihr also wegen des Genres Bedenken haben, kann ich euch sagen: Abschütteln und sofort anschauen, es lohnt sich.

// Facts: Es gibt aktuell drei Staffeln mit jeweils 10 Folgen, die alle rund 40min. dauern. Wieder eine optimale Länge. Staffel 4 startet 2016. Auch Tatiana Maslany war für den Primetime Emmy in der Kategorie: Beste Hauptdarstellerin nominiert, musste sich aber gegen Viola Davis geschlagen geben. Sie wäre aber von allen Nominierten defnitiv noch mein Favorit gewesen, verdient hätte sie ihn nämlich ebenfalls. Wer so viele Rollen, so perfekt spielt .... das kann nicht jeder! Und bei den Canadian Screen Awards haben sie auch die ganze Palette abgeräumt.






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