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Schwangerschaft mit dem Schaefchen

Mittwoch, 27. März 2013
Guten Abend meine lieben Herzchenleser,
viele wollten noch einmal ausfuehrlich lesen, wie das so war - in der Schwangerschaft mit Leni und auch die Geburt. Also moechte ich das alles mal aufschreiben. Ich mache das auch gerne fuer mich, als Erinnerung und vielleicht kann ich ja auch jemandem Mut machen, der so wie wir, ein Baby still geboren hat. Fuer mich kann ich abschließend schon mal sagen, dass es richtig war, seine Angst zu ueberwinden. Das es richtig war, wieder schwanger zu werden. Denn sein lebendes, zauberhaftes Baby im Arm zu halten ist das Allerschoenste, was es auf dieser Welt gibt.

Aber ich beginne von vorn. Fuer den Herzmann und mich stand von Anfang an fest, dass das Kinderzimmer nicht leer bleiben wird. Das ich die Pille nicht wieder nehmen wuerde und das ich wieder schwanger werde, wenn alle bereit dazu sind. Wir haben uns also nicht unter Druck gesetzt und unsere Angst zur Seite geschoben. Wir waren uns nach ungefaehr 4 Wochen einig, dass wir es -schon- mit uns vereinbaren koennen, wenn ich wieder schwanger werden wuerde. Unsere Trauer war allgegenwaertig, aber wir haben es Jonas ueberlassen. Waere er bereit wuerde er uns ein Geschwisterchen schenken. Wir waren voellig klar im Kopf und wussten, dass Jonas nicht ersetzt wird. Jonas ist Jonas. Unser Sohn, den wir unendlich lieben und welcher immer seinen festen Platz in unserem Herzen hat. Unser Engel, der auf seinem Stern sitzt und uns beobachtet.
Ich hatte genau einmal meine Periode nach der Geburt von unserem Engel. Genau an dem Tag, als die Periode erneut einsetzen sollte, tat sie das auch, jedenfalls dachte ich das. Jedoch blieb sie nicht mal einen ganzen Tag. Daraufhin machte sich schon Hoffnung bei mir breit und jaaa, ich besorgte einen Schwangerschaftstest. Ich wollte aber ewig nicht testen, zu groß war die Angst, dass es doch nicht geklappt hatte. Und obwohl wir es nicht darauf anlegten, wurde ich schon traurig, wenn ich nur daran dachte, dass der Schwangerschaftstest negativ sein koennte. Ich schrieb ein bisschen mit meiner Hebamme Solveig (ihr erinnert euch). Sie wollte mir natuerlich keineswegs Hoffnung machen, nein, eher versuchte sie mich von dem Gedanken abzubringen. Einen Tag spaeter, war die Periode noch immer nicht -wieder- in Sicht und ich wollte nicht mehr laenger warten. Es war der 16. November 2011. Der Herzmann war in der Kueche und bereitete den Kaffee vor und ich stapfte ins Bad um den Test zu machen. Diese Minuten, ehe die Streifen auf dem Test sichtbar werden, schienen ewig. Der eine war da, aber wichtig war ja der Zweite. Und ploetzlich glaubte ich ihn schwach erkennen zu koennen. Ich lief wie in Trance zum Mann in die Kueche, zitterte am ganzen Koerper und gab ihm den Test in die Hand - ich fragte: "Da ist doch ein zweiter Streifen oder bilde ich mir das ein? Er ist nur schwach, aber er ist doch da, oder?" Der Herzmann schaute rauf und sagte dann: "Klar ist da ein zweiter Strich!" Wir lachten und weinten, hielten uns fest in den Armen. Wir waren so uebergluecklich. Natuerlich war immer noch nichts sicher. Ich hatte im Internet gelesen, dass es eventuell noch ein Rest-HCG sein koennte, aber Solveig verneinte. Dieser Wert faellt eigentlich sehr schnell ab. Total bloed war, das meine Frauenaerztin noch die ganze Woche im Urlaub war - wir hatten doch gerade mal Mittwoch. Am Montag den 21. November rief ich an, schilderte der liebevollen Schwester meine Situation und bekam einen Termin fuer Donnerstag den 24. November. Ich habe oft gelesen, dass Frauen die Aerztin gewechselt haben, weil sie mit der Erinnerung nicht umgehen konnten, aber ich fuehlte mich einfach so unendlich wohl dort, sie waren einfuehlsam und kannten meine Geschichte. Fuer mich war das ein sicherer Hafen. Die Zeit bis Donnerstag verging - richtig, GAR NICHT! Als es dann soweit war, war ich unendlich aufgeregt, wurde aber schon am Telefon gebeten, meinen Mutterpass mitzubringen. Das fuehlte sich so schoen an, so vertraut und ich hoffte instaendig, dass meine Aerztin auf dem Ultraschall die Schwangerschaft bestaetigen konnte. Der Herzmann war auch dabei und wir waren so aufgeregt. Dann wurde ich endlich ins Behandlungszimmer gerufen. Nach einem lieben Gespraech mit allen wichtigen Informationen, sollte ich mich frei machen und ein Ultraschall wurde gemacht. Und an dieser Stelle lasse ich ein Bild sprechen.


Ich war wieder schwanger. 6+0! Der Herzmann und ich hatten Traenen in den Augen, obwohl man nichts weiter sehen konnte - ausser ganz gewiss, dass ich schwanger war, uebermannten uns die Gluecksgefuehle. Aber die Angst blieb. Meine Aerztin war von Anfang an sehr verstaendnisvoll und versicherte mir, dass ich IMMER vorbei kommen koennte, wenn ich denke, dass etwas mit dem Baby ist. Ansonsten bekam ich alle 14 Tage einen Termin. Insgesamt hatte ich in Lenis Schwangerschaft 19 Termine bei meiner Frauenaerztin. Hinzu kamen 3 Termine zur Feindiagnostik, von welchen wir aber auch 5 hatten, einfach weil die neue Chefaerztin in unserem Krankenhaus ebenso verstaendnisvoll war. Ich fuehlte mich sicher, aufgehoben - einfach in guten Haenden. Am 09. Dezember 2011 hatte ich also den naechsten Termin. Der Herzmann war wieder dabei. Ich war mittlerweile 8+1 und freute mich so unheimlich auf den Ultraschall. Heute wuerde ich mein Baby sehen. Jedenfalls hoffte ich das. Immer wieder kreisten schreckliche Gedanken in meinem Kopf. Was, wenn da kein Baby mehr ist? Ich wurde gewogen, mein Blutdruck wurde gemessen und mein HB und ph-Wert bestimmt. Ich bekam Eisentabletten. Demnaechst stand auch wieder der Diabetes-Test an, da ich ja in der Schwangerschaft mit Jonas eine leichte Schwangerschaftsdiabetes hatte. Dies wurde aber in der Schwangerschaft mit Leni nicht bestaetigt. Am 9. Dezember bekam ich dann dieses schoene Ultraschallbild meines Babys. Gott, ich war so unendlich gluecklich. 


Hach, hach. Unser Baby war ploetzlich so greifbar. Kopf und Koerper deutlich zu erkennen. Das kleine Wunderwesen in mir entwickelte sich praechtig. Herztoene - positiv. Wir konnten unser Glueck kaum fassen. Dies sollte allerdings nur 6 Tage anhalten. Als ich am 15.Dezember am Morgen auf die Toilette ging, blutete ich. Dem Mann erzaehlte ich sofort davon. Mir war schlecht und der Mann musste zur Arbeit. Es war schrecklich. Ich wartete eine Zeit ab in der Hoffnung das die Blutung stoppt. Aber dem war nicht so. Ich war verzweifelt, rief den Mann an, sackte im Flur auf den Boden und heulte. Noch beim Telefonat musste ich mich uebergeben. Das war zu viel. Ich wollte mein Baby nicht schon wieder verlieren. Es gehoerte -seit dem positivem Test- zu uns. Das kleine Wunderwesen war Teil unseres Lebens, nicht mehr wegzudenken. Der Herzmann berichtete seiner Mama von den Geschehnissen. Sie sagte zu ihm, er solle in Ruhe weiter arbeiten, sie wuerde mich abholen und mit mir sofort zu meiner Aerztin fahren. Ihr koennt euch kaum vorstellen, wie unendlich dankbar ich dafuer war. Ich haette es zu Fuß nicht geschafft, waere bestimmt vor ein Auto gerannt. Ich konnte nicht klar denken, hatte rote, geschwollene Augen. In der Praxis angekommen, laechelte mich die Sprechstundenhilfe erst noch nett an, bis sie meine Augen sah. Sofort fragte sie liebevoll was los sei und ich erzaehlte ihr alles. Ich sollte meine Jacke sofort aufhaengen und dann schon mal auf die Toilette gehen und zum Wiegen und Blutdruck messen. Zu der einen Sprechstundenhilfe -die das alles durchfuehrte- gesellte sich dann die zweite und beide waren ganz interessiert, ob es denn meine Mama oder die Schwiegermama sei. Ich fluesterte dann, dass es meine Schwiegermama ist und sie waren voellig hin und weg und beeindruckt und beglueckwuenschten mich zu so einer lieben Schwiegermama. Keine Frage, ich konnte mich gluecklich schaetzen. Dann durfte ich ins Untersuchungszimmer und es war Gott sei Dank, alles in bester Ordnung. Ich kann euch nicht mehr genau wiedergeben, was es war, aber ich bekam etwas um die Blutung zu stoppen, was auch direkt half. Am 22. Dezember hatten wir dann die naechste Vorsorgeuntersuchung mit allem drum und dran. Mittlerweile war ich 10+0 und bekam eines meiner liebsten Ultraschallbilder ♥ Scheitel-Steiß-Länge: 31,0mm
 

Ist das nicht wahnsinnig sueß? Man konnte auf einmal noch so viel mehr ekennen. Dort wuchs ein kleines Baby in mir, ganz von allein. Und es ist so zauberhaft und so unfassbar sueß. Da ich von Jonas ja erst in der 14. SSW erfuhr, war das ja auch wirklich alles noch ganz neu fuer mich und ich war jedes Mal aufs Neue fasziniert, wie schnell sich das kleinen Wunderwesen in mir entwickelt. Der naechste Termin mit Ultraschall war am 17. Januar. Ich war 13+5 und unser Wunderwesen lag in Querlage. Keine Auffaelligkeiten. Herzaktivitaet - positiv!


Am 26. Januar (2 Tage vor meinem Geburtstag) hatten wir dann die erste Feindiagnostik und ich freute mich wie ein Honigkuchenpferd. Die neue Chefaerztin des Krankenhauses in dem ich auch erneut entbinden wollte, war unglaublich nett - ich war hin und weg. Eine Schwester -welche unsere Geschichte kannte- informierte sie schon darueber, was uns geschehen war. Sie war sehr aufmerksam und einfuehlsam. Sie garantierte mir, dass WIR dieses kleine Wunderwesen in mir lebend auf die Welt bekommen. Das sie alles dafuer tun wuerde. Sie versicherte mir, dass ich immer ins Krankenhaus kommen koennte, wenn etwas sein wuerde. Ich koennte mich auch jederzeit ein paar Tage zur Ueberwachung aufnehmen lassen, falls meine Angst zu groß werden wuerde und sie wuerde bei mir auch schon vorzeitig einleiten, auch wenn sie das nicht unbedingt befuerwortete. Sie verstand uns, unsere Situation. Sie wusste, wie man mit Menschen umgeht, die ein Baby verloren haben. Sie verstand mich - als Mama und Frau. Nach dem ausfuehrlichen Gespraech durften wir unser Baby dann endlich wieder sehen :)) Woche 15+0!


Ohja, ich war ganz fasziniert von der Wirbelsaeule. Mein Baby. Hier gab es dann schon eine Vermutung ueber das Geschlecht unseres Wunderwesens, welche uns aber nicht verraten wurde. Jedoch bekam ich es mit Betteln aus meiner Hebamme Josephine raus. Die Vermutung: ein Maedchen. ♥ Die Mama meiner Freundin erzaehlte mir mal, dass sie eine Reportage ueber Muetter sah, die mal ein Kind verloren. 9 von 10 Frauen bekamen das gegenteilige Geschlecht. Sollte ich eine von ihnen sein? Glauben konnte ich das ja noch nicht. Kopfumfang: 11,3cm Groeße ca. 11,9cm  ; Kindsbewegung darstellbar ; sonst alles unauffaellig oder noch nicht darstellbar. :)) Mein kleines Wunderwesen wird groß :) Und ich hatte eine Vorderwandplazenta - was ich doof fand', daher spuerte ich erst realtiv spaet die Tritte meines Babys und es kam zu einem Zwischenfall, bei dem der Herzmann und ich einfach in die Frauenarztpraxis fuhren, weil ich doch mein Baby schon mal spuerte und ploetzlich war da wieder nichts mehr. Die Angst wuchs, wurde uns aber mit einem Ultraschall wieder genommen. Und erneut war meine Aerztin so verstaendnisvoll und konnte das gut nachvollziehen. Inzwischen wurde so ziemlich alles getestet, was getestet werden kann. Um sicher zu gehen, das alles in Ordnung ist. Roeteln, HIV, Chlamydien, LUES, Antikoerper, Toxoplasma ... etc.! Am Ende kam heraus, das ich eine Schilddruesenunterfunktion hatte. Die Praxis in Leipzig zu der ich musste, war sehr kompetent, die Aerztin unglaublich nett und ich fuehlte mich -auch hier- direkt wohl. Die Nachricht, das ich eine Schilddruesenunterfunktion hatte, bekam ich per E-Mail, da dies ein schneller Weg der Kommunikation ist. Und wann habe ich sie gelesen? Um 2h nachts. Ich brach in Panik aus, googelte alles darueber und was mein Baby fuer Schaeden davon tragen koennte. Ich hatte so Angst. Wieso immer diese ganzen Komplikationen. Kann auch mal einfach NICHTS sein. Aber wie das so immer ist, macht einen das Internet kirre. Am Ende bekam ich Tabletten, die meine Schilddruese in Einklang brachten und dann konnte auch nichts weiter passieren.
Der naechste Ultraschall war am 27. Februar bei meiner Frauenaerztin. Unser Baby hatte nun einen Kopfumfang von ca. 17cm, war ca. 23cm groß und wog ungefaehr 310gr.!


Wie immer ist alles unauffaellig gewesen und unser Wunderwesen lag in Schaedellage :) Hier sah ich jetzt schon, wie wunderschoen und perfekt mein Baby war. Ich hatte immer, bei jeder Untersuchung Angst, das etwas nicht stimmt. Deswegen untersuchte meine Aerztin immer ganz genau die Nabelschnur, zeigte mir immer und immer wieder das Herzchen schlagen und sprach mir gut zu, war fuer mich da. Ich bekam immer ein Bild, wenn ich darum gebeten hatte und mein Baby sich ein wenig zeigte. Es war naemlich schuechtern. Das Gesicht hat unser Wunderwesen ewig nicht gezeigt. Am 14. Maerz war es dann soweit. Wir hatten wieder einen Termin im Krankenhaus zur Feindiagnostik.


Unser Wunderwesen, welches nun eindeutig eine kleine Prinzessin war, hielt sich die Hand vor ihr huebsches Gesicht. Die kleine schuechterne Maus. Ich war so gluecklich und zittere ein wenig. Mein Maedchen entwickelte sich toll. Ich war so stolz wie sie wuchs, ganz von allein. Wie oft sie sich bewegte und mich spueren ließ, dass ich nicht alleine bin. Das da in mir, die kleine Schwester von unserem Jonas wuchs. Das Schaefchen hatte nun einen Kopfumfang von 18,3cm und eine Groeße von ca. 25,2 cm :) Herzaktivitaet: positiv. Sie lag wieder in Querlage und hatte es sich bequem gemacht. Woche 21+6!

Generell hatte ich uebrigens wenig Beschwerden in der Schwangerschaft mit dem Schaefchen. Nichts Auffallendes. Nur Steiß und Rueckenschmerzen. Das laesst sich aber auf die raschgefolgte Schwangerschaft schieben. Jedoch wachte ich am 26. Maerz um ca. 3h nachts auf und mir war unendlich schwindelig. Ich wollte auf die Toilette, musste jedoch den Mann bitten mich zu begleiten, weil ich nicht daran glaubte, dass mich meine Beine bis dahin tragen wuerden. Danach legte ich mich wieder ins Bett und schlief auch nochmal ein. Als ich am Morgen erwachte, gab es keine Aenderung. Mir ging es kotzelend. Ernsthaft. Und das Kotzen setzte ich auch mehrmals in die Tat um. Aber nur Magensaeure. Was soll da auch frueh am Morgen sonst sein? -.- Ekelhaft! Mir war so schwindelig, ich konnte ernsthaft kaum laufen. Ich kam mir vor wie besoffen. Schlimmer! So besoffen war ich jedenfalls nie - das ich nicht wusste wo ich hinlief oder ob ich gleich gegen etwas laufen wuerde. Ich wusste und auch der Herzmann wusste, ich muss zum Arzt, aber schaffte ich das? Ich weiß nicht wie, aber zum Glueck war es schon relativ warm an dem Tag. Ich schmiss ein langes, weißes, bodenlanges Kleid ueber und eine Strickjacke. Zog meine weißen "Tennisschuhe" an und los gings. Vor dem Haus, an der Straße, wo so in einer Minute 20 Autos langfuhren, kotzte ich dann nochmal. Fein. Gar nicht peinlich. Zu meiner Frauenaerztin dauert es zum Glueck nur 5min. mit dem Auto - dort angekommen durfte ich erstmal ins CTG-Zimmer, mich auf eine Liege legen. Stehen haette ich auch kaum koennen. Musste dann kurz ins Sprechzimmer und wurde dann sofort ins Krankenhaus ueberwiesen. Bei mir wolle man sicher gehen. Auch wenn ein kurzer Ultraschall zeigte, das mit unserem Baby alles in Ordnung war. Zum Glueck. Der Herzmann fuhr mich dann. Dort wurde ich aufgenommen - von einer eher unangenehmen Schwester - aber naja. Nochmal Ultraschall gemacht und dann habe ich einen Tropf mit Fluessigkeit bekommen, denn an dieser mangelte es mir - logisch! Ich schlief ein, bestimmt 2 Stunden. Der Herzmann war an meiner Seite. Meine Liebe. Mein Mann. Als ich erwachte, war der Tropf auch komplett durchgelaufen und ich fuehlte mich topfit. Wollte nach Hause, durfte aber nicht. Schock! Ich wollte aber. Mir war klar, der Liebste konnte nicht bleiben. Ich war zwar nicht alleine auf dem Zimmer, aber ich bin schuechtern. Ach man. Das war nix fuer mich. Ich wollte heim. Habe geheult, aber man ließ mich nicht. Auf eigene Gefahr wollte ich nicht, wollte ich doch, dass mit meinem Baby alles gut ist und vor allem bleibt. Also verabschiedete sich der Mann um 18h. Irgendwie kam ich dann doch noch mit meiner Zimmergenossin ins Gespraech. Sie war auf Verdacht einer Schwangerschaftsvergiftung im Krankenhaus. Und ein Gutes hatte die Sache, noch heute haben wir Kontakt. Wir verstanden uns auch wirklich gut :) Trotzdem war ich froh, als ich am naechsten Tag Aerzte und Schwestern ueberzeugen konnte, dass ich nach Hause koenne. Denn dort ist es am Schoensten. Ich kann entspannen und mich ablenken. Abschlussuntersuchung, CTG - alles in Ordnung, noch ein Mittagsschlaf (denn unter staendiger Muedigkeit litt ich :D) und dann ging es nach Hause. Der Herzmann holte mich ab. Wie schoen! 
Am 03. Mai hatten ich dann mein erstes CTG mit unserer Helene. Der Name stand schon immer fest. Schon als ich mit Jonas schwanger war, fragte mich der Herzmann an einem warmen Sommerabend, an dem wir grillten, ob wir unser Baby -wenn es ein Maedchen wird- Helene nennen koennen, da seine verstorbene Lieblingsomi so hieß. Ihr Spitzname war Leni. Und da ich den Namen wunderschoen fand' und auch kein Fan von amerikanischen Namen bin, war ich sofort einverstanden. Und der Herzmann war einfach nur unendlich gluecklich. 
Das Schaefchen tat sich bei jedem CTG schwer. Bewegte sich hin und her. Strampelte und war wieder schuechtern. Wollte nichts preisgeben. Oft hat sie auch einfach geschlafen. Beim ersten Mal mussten wir das CTG sogar am naechsten Tag wiederholen. Angst durchfuhr mich. Aber das 2. CTG war dann besser. Wenn auch nicht ideal. Also noch ein Ultraschall. Und meine wundervolle Aerztin schlaltete auf 3D - ein kleines Traeumchen wurde wahr. Es war schwer die schuechterne Prinzessin einzufangen, zumal sie gerne mit der Planzenta kuschelte (:D!!) und doch hat es meine Aerztin geschafft. Die Schoenheit war nun einmal mehr UNABSTREITBAR :P 


29+0 - Schaedellage ♥ Wunderschoen oder? Hach, ich war verliebt. Habe immer wieder geheult wenn ich dieses Bild angeschaut habe. Bin vor Stolz fast geplatzt. Jeden Tag habe ich Jonas dafuer gedankt. Ohne ihn, haette ich dieses Glueck nie erfahren. Er ist Glueck und er schenkte uns noch mehr Glueck. Wir besuchten ihn zu der Zeit oft am Grab - so wie wir es eigentlich immer taten und immer wieder betete ich, dass er zurueck kommen wuerde um seine Schwester in meinem Bauch wachsen zu sehen und um dann zu sehen, wie sie ihm nacheifert. Der Anblick, wie sehr die zwei sich lieben, wird mir immer verwehrt bleiben, aber ich weiß, dass es so ist. Jonas ist hier - bei uns. 
Weitere 5 CTG'S folgten. Und noch 3mal ein Besuch im Krankenhaus. Die Chefaerztin wollte einfach selbst sehen, wie sich die Prinzessin entwickelte. Den letzten großen Ultraschall bei meiner Frauenaerztin gab es am 04. Juni - genau einen Monat vor Lenis Geburt. WOW, das habe ich auch nicht gewusst, bis ich das hier geschrieben habe :) Mittlerweile war ich 33+4 (ich wollte noch erwaehnen, das natuerlich auch immer Doppler gemacht wurden) ... Leni wurde auf 2470gr. geschaetzt und auf eine Groeße von 47cm! Und auch diesmal haben wir einen 3D Ultraschall gemacht. Diesmal wollte sich das Schaefchen noch weniger zeigen, wir erwischten sie dann aber doch noch, nachdem sie uns den Vogel zeigte (jaja, damals schon frech) ... aber sie hatte die Lacher der Aerztin, des Mannes uns mir auf ihrer Seite ;) Mein Herzblatt! 


Das letzte Ultraschallbild unserer Prinzessin :) Und immer noch war ich hin und weg von meinem Wunderwesen. Dieses kleine, zauberhafte Wesen sollte mein Baby sein. Unser Baby?! Ja! Der Tag der Woche in der Jonas verstarb rueckte immer naeher. Wir dachten, dass wir in unheimliche Trauer fallen wuerden. Warum auch immer ... vielleicht wollte Jonas es so, verrechneten wir uns. Und der Tag war rum, ohne das wir es wussten. Es war gut. Ja, das war es. Denn so hatte ich keine Angst, dass die Tritte aufhoeren wuerden, dass das Herz nicht mehr schlagen wuerde.
Am 20. Juni hatten wir unsere letzte Feindiagnostik im Krankenhaus an dem wir alle zusammen entschieden, dass ich am 28. Juni zur Einleitung kommen wuerde. Denn die Angst, dass dem Schaefchen etwas passiert hielten wir nicht mehr aus. Nein, ich konnte nicht mehr. War am Ende meiner Kraefte. Ich hatte Angst um mein Baby. Wuerde ich mein Schaefchen verlieren, wuerde ich nicht mehr exestieren koennen. So durfte ich also am 28. Juni kommen und mich aufnehmen lassen. Nicht alleine, sondern mit meinem Herzmann, im Familienzimmer. Am 27. Juni hatte ich somit den letzten Termin bei meiner Frauenaerztin. Dort gestand mir meine Hebamme, das sie und Solveig ganz doll an DEM Tag an uns gedacht haben und uns Kraft geschickt haben. Herrje, ich bin so unendlich dankbar, so wundervolle Menschen an meiner Seite zu haben, die immer an uns und an unseren Jonas dachten. Ihr seid so wahnsinnig liebevolle Menschen, ich kann es mit Worten nicht beschreiben. Mit unserem Schaefchen war alles in bester Ordnung und so wurden wir mit den besten Glueckwuenschen und der Bitte Bescheid zu geben, wenn die kleine Helene da ist, verabschiedet. 

Meine Lieben, viel ist es geworden, ich hoffe ich habe nichts vergessen - ansonsten ergaenze ich es nachtraeglich. Bauchbilder werde ich noch hochladen, falls das Interesse besteht. Ansonsten bin ich jetzt fix und foxi und splitte Schwangerschaft und Geburt. Ich wuensche euch eine entspannte, ruhige Nacht. Schlaft schoen
Ich hafte nicht fuer meine Rechtschreibung. 

Einmal klatschen bitte!

Dienstag, 26. März 2013
Hallo meine lieben Herzchenleser,
die letzten Tage hat uns immer die Sonne angestrahlt, wenn wir aufgestanden sind. Schoen oder? Die Temperaturen sind zwar immer noch eisig und duerften ihren Popo mal ins Plus schwingen, aber wir wollen ja nicht immer nur meckern. Der Fruehling mit warmer Luft wird kommen, ich bin mir sicher.
Der Herzmann, das Schaefchen und ich haben uns also heute warm eingepackt und sind am Nachmittag mal eine große Runde spazieren gegangen. Leider sind mir keine Fruehjahrsblueher ueber den Weg gelaufen, sonst haette ich euch die mitgebracht, Ehrenwort. Dafuer habe ich aber ein wenig Sonne mitgebracht, fuer alle die zu wenig davon haben.


Das Schaefchen kann uebrigens seit heute in die Haende klatschen. Das erste Mal gemacht hat sie es kurz vor dem Abendessen und wollte dann nur schwer einschlafen. Viel lieber haette sie noch stundenlang in die Haende geklatscht und sich darueber gefreut und das mit einem herzallerliebsten Lachen zum Ausdruck gebracht.
Ausserdem schafft es das Schaefchen seit gestern sich die Strumpfhose auszuziehen, wenn sie durch ihr Laufgitter laeuft (an den Staeben versteht sich *hihi). Das ist so amuesant, dass ich beim ersten Mal laut losgelacht habe und das so lange bis mein Bauch weh getan hat. Das Schaefchen ist einfach jeden Tag aufs Neue so herrlich erfrischend und voller Liebe. 


Ansonsten haben wir heute einfach viel gespielt und gekuschelt. Ich habe 3 zauberhafte Shops fuer meine Osterverlosung gewonnen und freue mich schon wie ein Honigkuchenpferd auf Donnerstag :)
Der Blogeintrag zur Schwangerschaft und Geburt von Leni ist in Arbeit, nimmt aber ein wenig Zeit in Anspruch. Sonst ist bei uns in den letzten Tagen nicht viel passiert. Der Herzmann und ich werden gleich noch etwas essen und lassen den Abend dann noch entspannt ausklingen mit einer Folge "The Following" - eine unfassbar geniale Serie! Ich wuensche euch noch einen zauberhaften Abend.


50 random facts, Zaehne & Gewinner

Samstag, 23. März 2013
Guten Abend meine lieben Herzchenleser,
ich hoffe ihr hattet alle einen zauberhaften Samstag. Wir waren bei meinen "Schwiegereltern", da die Mama vom Herzmann Geburtstag hatte. Das Schaefchen war natuerlich wieder der Mittelpunkt, was die kleine Nachzuegler-Schwester (9 Jahre) vom Herzmann natuerlich gar nicht mag ;) Das Schaefchen hat alle in ihren Bann gezogen und sie waren hin und weg - alle ... mit Herzchen in den Augen. Und ich hatte die groeßten, roten Leuchtherzen in den Augen. Gott, ich bin einfach so stolz. Das Schaefchen laesst sich einfach fuer ALLES begeistern, ist neugierig, aufgeweckt und lustig. Mann kann MIT ihr lachen, nein, man MUSS mit ihr lachen. Ihre großen Kulleraugen strahlen dann wie kleine Sterne. Mein Babymaedchen macht mich so gluecklich und sie hat das Herz am rechten Fleck. Jeder der ihr ein Lachen schenkt, dem schenkt sie es tausendfach zurueck. Mein Goldstueck
Und, einige werden es sicher schon mitbekommen haben, das Schaefchen hat endlich den ERSTEN Zahn. Seit dem 22. Maerz. Endlich war die ganze Quaelerei mit Husten und Schnupfen nicht "umsonst" ... leider kaempfen wir auch immer noch ein bisschen damit, aber es geht bergauf. Zum Glueck. Und wir sind so gluecklich, dass der erste Zahn nun endlich durch ist. Zuckersueß.

Und jetzt habe ich noch einen kleinen interessanten [TAG] fuer euch. Ich wurde zwar nicht "getaggt" und habe ihn bisher selten auf Blogs gesehen, aber ich will mitmachen und so lernt ihr mich ein bisschen besser kennen. Ich hoffe, ihr habt viel Spaß und macht eventuell auch mit. Ich wuerde mich freuen, wenn ihr es macht und den Link dazu dann in meine Kommentare schreibt :) 


50 random facts about me

01.) Mein Zweitname ist Janin und ja, ohne "e" und Sahra mit "h" in der Mitte!
02.) Zwischen Jonas und Leni liegen nur 10 Monate.
03.) Frueher habe ich Mila Superstar, Die Kickers und Sailor Moon geliebt.
04.) Meine Freundinnen und ich haben auf unserem Abenteuerspielplatz Sailor Moon nachgespielt.
05.) Ich war immer Sailor Jupiter.
06.) Ich habe das Schaefchen erst einmal abgegeben und war mit dem Mann im Kino bei Django Unchained.
07.) Das Schaefchen hat nicht geheult, ich dafuer umso mehr.
08.) Ich bin Berlinerin. Ich liebe Berlin. Berlin ist die schoenste Stadt der Welt.
09.) Mit meiner neuen "Heimat" werde ich einfach nicht warm.
10.) Ich habe hier kaum Konakte.
11.) Ich war Make-Up-suechtig, gebe das Geld aber jetzt lieber fuer das Schaefchen aus.
12.) Seit ich 12 bin toene bzw. faerbe ich mir die Haare.

13.) Ich war ein richtiges Maedchen mit Barbie, Britney Spears und Backstreet Boys.
14.) Meine Mutter ging ohne mich zum Backstreet Boys Konzert und nahm mich mit als ich sie doof fand'.
15.) Den Wunsch vom Britney Spears Konzert habe ich mir mit 21 selbst erfuellt und kostete mich 94€!
16.) Ich war innerhalb von 6 Jahren auf ca. 35 Konzerten. Seit 3 Jahren auf keinem mehr - LEIDER!
17.) Jetzt hoere ich lieber Rock, aber auch Adele und Milow.
18.) Ich bin suechtig nach Serien. Wirklich. Ganz schlimm. "Sex & the City, Desperate Housewives, Criminal Minds, The Mentalist, King of Queens, Pretty Little Liars, The Lying Game, The Following, Supernatural, Gilmore Girls, O.C. California (...)"
19.) Ich habe den Mann durch einen lustigen Zufall ueber Facebook kennen gelernt.
20.) Seit Leni auf der Welt ist, werde ich beim kleinsten Staubkorn verrueckt.
21.) Ich HASSE den Sommer. Der ist VIEL zu warm.
22.) Ich kann "A Walk to Remember" komplett mitsprechen.
23.) Ich muss bei "A Walk to Remember" immer heulen.
24.) Ich will einen alten, hellblauen Ford Mustang mit offenem Verdeck.
25.) In der 4. Klasse gab es in der Schule eine Mini Playback Show. Wir waren die Spice Girls - ich Geri Halliwell.
26.) Ich moechte Bunjee-Jumping machen.
27.) Ich habe nur einmal geraucht. Mit 12 - 1 Woche lang. Um cool zu sein.
28.) Wenn ich traurig bin, hoere ich traurige Musik um mich noch mehr reinsteigern zu koennen.
29.) Ich will unbedingt ein Buch schreiben, weiß aber nicht wie oder wo ich anfangen soll.
30.) Ich liebe Staubsaugen.
31.) Ich schneide meine Haare meistens selbst.
32.) Ich verabscheue oberflaechliche Menschen.
33.) Ich verabscheue Menschen, die voreingenommen sind.
34.) Bei Ikea kaufe ich Kerzen. Immer.
35.) Ich brauche immer frische Blumen auf dem Esstisch.
36.) Mir ist viel zu oft wichtig, was andere ueber mich denken.
37.) Ich moechte gerne kreativ sein, bin aber zu faul.
38.) Ich koche OHNE Maggi Fix & Co. und das sehr gut!
39.) Ich liebe die Familie meiner besten Freundin mehr, als meine eigene und sie natuerlich auch.
40.) Immer wenn wir in Berlin zu Besuch sind, muss ich auf dem Heimweg heulen. Wie ein Schlosshund.
41.) Ich habe kein iPod, iPad, iPhone oder MacBook.
42.) Ich finde Frauen mit roter Naturhaarfarbe unfassbar schoen. Nicht alle, aber wirklich viele.
43.) Ich liiiiebe Eier. Ausser roh.
44.) Ich bin Fotoverrueckt.
45.) Ich hasse Sportsendungen.
46.) Aber ich liebe die Eisbaeren Berlin. Schaue aber auch nur diese Eishockeyspiele.
47.) Ich habe mal gelispelt.
48.) Ich bin ein absoluter Pessimist. Ich stelle mir immer nur das Schlimmste vor. Dann kann es ja nur besser werden.
49.) Ich denke immer nach. Und immer zu viel.
50.) Ich glaube ganz fest daran das Jonas jeden Tag bei uns ist und seine Schwester beschuetzt.


 

Ich hoffe, ihr hattet daran ein bisschen Spaß :) Als letztes verkuende ich noch die Gewinnerin der letzten Verlosung. Ausgelost habe ich mit random.org. Gewonnen hat die liebe Nathalie :) Bitte sende mir doch eine E-Mail mit deiner Adresse an drei_herzen@yahoo.de! Herzlichen Glueckwunsch und viel Spaß mit dem Gutschein. Alle anderen, seid nicht traurig. Schon ganz bald kommt meine große Osterverlosung und ich habe schon tolle Partner im Boot. Ihr duerft also gespannt sein. 
Habt noch einen zauberhaften Abend und morgen einen sonnenreichen Sonntag.

Mamarazzi & Krabbelschuhe

Mittwoch, 20. März 2013
Guten Abend meine lieben Herzchenleser,
bei uns liegt immer noch Schnee und so langsam reichts. Der Herzmann meinte letztens, dass wir gute Chancen auf weiße Ostern haben! Klar, wenn nicht zu Weihnachten, dann doch bitte wenigstens zu Ostern, oder was? Also darauf kann ich verzichten. Ich erinnere mich dunkel, dass wir letztes Jahr um die Zeit schon angegrillt haben - Geburtstag von der Mama vom Herzmann! Stellt euch das mal vor. Diesen Samstag wird das definitiv nicht der Fall sein. Heute hat sich wenigstens mal kurz die Sonne blicken lassen. Ich hoffe, das wird die naechsten Tage auch nochmal der Fall sein, denn der Herzmann hat bis einschließlich Samstag frei - es waere so schoen, mal zu dritt die Sonnenstrahlen zu genießen, die waermere Luft einzuatmen, den leichten Wind um die Haare wehen zu lassen und Fotos zu knipsen, auf denen man ein paar Sonnenstrahlen einfangen kann. Aber wenn ich den Wetterbericht so sehe, bekommen wir wieder Schneeregen. Toll - ganz große Klasse, noch mehr Schnee! Den werde ich erst wieder lieben, wenn ihn das Schaefchen liebt. SO!

Ich hatte mit dem Schaefchen gestern einen zauberhaften Tag. Sie war so froehlich, hat ihren Mittagsschlaf gemacht und wir haben viel gespielt und natuerlich war Mamarazzi auch wieder am Start :D Ich bekomme einfach nicht genug Fotos von meinem Babymaedchen. Am liebsten wuerde ich die ganze Zeit Foto & Videokamera laufen lassen, damit ich jeden Gesichtsausdruck, das ganze Brabbeln und dieses wunderschoene Lachen festhalten kann. Hahaha, ihr haltet mich sicher fuer durchgeknallt! Unser Schaefchen schlaeft seit den letzten 3 Naechten sehr gut. Die letzte Nacht waren es sogar 11 Stunden am Stueck. Es geht also bergauf mit der Prinzessin und ihr geht es schon wieder ziemlich gut. Aber der Zahn? Der ist natuerlich immer noch nicht da. Vielen Dank auch bloedes Zahnbiest!

 
Natuerlich sollt ihr auch etwas davon haben, wenn ich wieder Mamarazzi spiele :D

Heute war es ein ebenso zauberhafter Tag - bis auf eine Ausnahme. Das Schaefchen akzeptiert einfach kein NEIN. Sie versteht es sehr wohl, aber alles was verboten ist macht ja noch mehr Spaß. So glaubt sie auch sich an Kabeln festhalten zu koennen und faellt dann um. Und sie muss getroestet werden. Das mache ich natuerlich liebend gerne. Vor allem um es 3min. spaeter wieder zu tun, weil das Schaefchen meint, man koenne sich an Mamas Huefte festhalten, wenn man steht. Pustekuchen. Natuerlich war ich nicht schnell genug und bei jeder Bewegung von mir waere sie eh umgefallen. Also nochmal troesten. Und als sei das nicht genug: Muetze aufsetzen ist ja eigentlich immer scheiße, aber heute war es soooo toll, dass das Schaefchen ganz doll gelacht hat und, na klar - umgekippt ist. Bestimmt ist Muetze anziehen ab sofort noch schlimmer als scheiße. Dann waren wir unseren Wocheneinkauf machen. Und wir haben Krabbelschuhe gekauft. Ich wusste nie, ob wir wirklich welche benoetigen, aber nachdem ich heute ein Loch in einer Schlupfhose am großen Zeh gesehen habe und ich die Hoffnung hege, dass das Krabbeln mit Krabbelschuhen noch besser klappt, habe ich eben doch welche gekauft. Die sind aber leider noch zu groß, aber kleinere Schuhe gab es nicht - buhuuuu. Nagut, sie wird schon reinwachsen ;)


Tragebilder werden sicherlich folgen :)
Die derzeitige Lieblingsbeschaeftigung vom Schaefchen ist uebrigens: Im Laufgitter von Ecke zu Ecke laufen und immer mal stehen bleiben, etwas erzaehlen, lachen und weiter an den Stangen laufen. Einfach zuckersueß.

Und zu guter Letzt gibt es noch eine kleine Blitzverlosung, bevor ich eine etwas groeßere Osterverlosung starte :) Gewinnen koennt ihr heute einen 10€-Gutschein fuer Yves Rocher. Ihr koennt natuerlich etwas fuer eure Schaetze kaufen oder ihr goennt euch selbst eine Kleinigkeit. Ich hoffe ihr freut euch. Alles was ihr tun muesst um in den Lostopf zu huepfen: Schreibt unter diesen Eintrag einen Kommentar. Solltet ihr nicht teilnehmen wollen, schreibt das einfach dazu. Zeit habt ihr bis morgen den 21.03.2013 um 23:59h. Ausgelost wird wieder mit dem Schaefchen.

Ich wuensche euch ganz viel Glueck und habt noch einen wundervollen Abend.

Fast vergessen meine Lieben, ich habe nun auch ask.fm. Ich freue mich auf eure Fragen :)

Schaefchens Spiel & Traumland

Montag, 18. März 2013
Meine lieben Herzchenleser,
ich hoffe ihr hattet einen guten Wochenstart? Bei uns lief eigentlich alles so wie immer. Das Schaefchen ist auf dem Wege der Besserung - hoffen wir. Kein Erbrechen, weniger Schnupfen und auch weniger Husten, aber alles noch allgegenwaertig.
Das Schaefchen will momentan absolut keinen Mittagsschlaf halten. Weder um 13h, 14h oder beim Versuch um 16h, weil sie sich die Augen reibt und total quengelig und weinerlich ist. Sie schlaegt denn immer ihren Nucki aus dem Mund und dreht sich weg...manchmal lacht sie mich dabei aus, manchmal hoert sie nicht auf zu schreien. Ich hoffe das ist eine "Nebenerscheinung" der Erkaeltung. Sie ist dann naemlich vor dem Abendessen so muede, dass sie eigentlich nicht genuegend isst, weil sie einschlaeft.
Eine supersueße und neue Macke von der Prinzessin ist es, wenn sie sich irgendwo hochgezogen hat, auf ihre Hose zu treten (davor werden natuerlich die Socken ausgezogen) und das so lange, bis die Hose halb runtergerutscht ist und man fast den Popo sieht, hihi. Ein zuckersueßer Anblick.
Hach, mein Schaefchen ist so herzallerliebst und bringt mich jeden Tag zum Lachen. Sie ist einfach ein Sonnenschein (wenn sie genug Schlaf bekommt *grml) und erhellt mir den verschneitesten Maerztag ;) ich liebe mein Schaefchen - so sehr.

Heute zeige ich euch das Spiel & Traumland von unserem Schaefchen. Dies bedarf nicht vieler Worte, da ich lieber Fotos sprechen lasse. Erwartet jedoch keinen rosa Maedchentraum. Es ist viel blau hier und da, denn das Zimmer gehoert ja auch Jonas und war mal fuer ihn vorgesehen. Wir wollten nicht alles veraendern, sondern eher zusaetzlich maedchenhafte Akzente setzen. Ausserdem bedenkt bitte, dass das Schaefchen viel im Wohnzimmer ist und dort das meiste Spielzeug, ebenfalls ist die Einrichtung momentan ausreichend und wird mit zunehmenden Alter erweitert. Und wenn ich an etwas Dekorativem nicht vorbei gehen kann und sich etwas veraendert, werde ich euch teilhaben lassen und nun viel Spaß beim Fotos gucken :)
Ich brauechte es vermutlich nicht erwaehnen, aber ich kann keine Wohnungen/Zimmer fotografieren - find' ich doof!


Ich denke die Fotos sind selbsterklaerend :) Solltet ihr trotzdem Fragen haben, koennt ihr diese natuerlich stellen. Wir waren von Anfang an sehr gluecklich mit dem Zimmer und -ja, man kann es sehen- sehr Winnie Pooh vernarrt! Das ist natuerlich auch nur unser persoenlicher Geschmack. Ich koennte auch noch so vieles machen, veraendern ... aber das kommt mit der Zeit. Ich hoffe ihr freut euch ueber den kleinen Einblick. Zum Abschluss gibt es noch ein Foto vom Schaefchen - beim Fruehsport *tihhihiiii
Habt noch einen zauberhaften Abend!


Liebelei

Sonntag, 17. März 2013
Meine lieben Herzchenleser,
weil das Wochenende sehr anstrengend war, der Mann am Samstag von 10h bis 0h gearbeitet hat, weil das Schaefchen um 1:20h unser Bett vollgekotzt hat, weil sie heult wenn sie ihren Willen nicht bekommt, weil sie heute den Mittagsschlaf verweigerte und auch 3 Stunden spaeter nicht schlafen wollte, weil sie dann im Stehen einschlief, der Mann nach der Arbeit Doener mitbringen musste und ich ein Bad nehmen konnte, weil das Schaefchen seit 19h nach dem Abendessen friedlich schlaeft ... gibt es heute noch einen Eintrag, aber nur einen kleinen, kurzen. Seid nicht boese, morgen folgt ein laengerer, einen den sich wirklich viele von euch wuenschen. Es wird einen Einblick in das Reich des Schaefchens geben. Und nun schreibe ich hier noch fertig, fuege Fotos ein und schaue danach eine Folge meiner Lieblingsserie, genehmige mir ein Glas Sekt und ein Stueck leckere Schokolade um danach totmuede ins Bett zu fallen, in der Hoffnung etwas Schlaf zu bekommen. Habt alle noch einen zauberhaften Abend und einen tollen Start in die neue Woche ... bei uns wieder mit Schneeregen - mal was ganz neues ;)

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8 Monate & 13 Tage
5875 Stunden
352 500 Minuten
21 150 000 Sekunden 

zeigst du mir schon die Schoenheit der Liebe und die damit verbundene Unendlichkeit.



You are the answer to every prayer I've offered. You are a song, a dream, a whisper, and I don't know how I could have lived without you for as long as I have.
[Nicholas Sparks]


Von Schnupfen und Nerven.

Freitag, 15. März 2013
Meine liebsten Herzchenleser,
nochmal ein ganz ganz großes Dankeschoen an euch, fuer eure lieben, staerkenden und wohltuenden Worte. Danke, dass ihr unsere Geschichte ueber unseren Jonas gelesen habt. Ich habe auf viele eurer Kommentare geantwortet, teilweise fehlten mir aber auch die Worte. Fuehlt euch ganz doll umarmt, ihr Lieben.

Bei uns sind momentan wieder die Zahnbiester los. Sie gehen einher mit starker Rotznase und auch Reizhusten. Die letzte Nacht war wirklich unschoen. Unser Schaefchen verwoehnt uns ja sehr, wenn sie gesund ist, keinen Schub hat und nicht zahnt. Umso "anstrengender" werden die ploetzlich -fast komplett- schlaflosen Naechte. Wir kamen eventuell auf 4 Stunden Schlaf. Das Schaefchen vielleicht auf 6-7 ... mit weinenden Unterbrechungen. Die Nase war zu. Die Nasentropfen, die aufgeschnittene Zwiebel, die feuchten Tuecher und das Aussaugen der Nase haben kaum geholfen. Heute war sie daher auch den ganzen Tag sehr quengelig und konnte ebenfalls kaum schlafen. So schlimm war der Schnupfen noch nie, wobei momentan der Husten mehr nervt. Sie hustet sich seit einer Stunde immer wieder wach. Und dasselbe auch beim Mittagsschlaf und dann laeuft noch die Nase. Also konnte sie auch kaum Schlaf nachholen und dementsprechend schlug sich das auf ihre Laune nieder. Ich bin trotzdem furchtbar stolz wie tapfer sie das alles meistert. Wie froehlich sie ist und trotzdem Spaß daran hat, durch die Wohnung zu krabbeln und sich immer und immer wieder in den Stand zu ziehen.
Momentan bin ich nervlich jedoch am Ende und weiß nicht WARUM! Mich nervt das Quengeln, das Heulen - einfach alles. Das ist so gemein, weil es ihr doch so viel schlechter geht. Und sie tut mir so Leid. Ich liebe sie so wahnsinnig und wenn sie mich so verheult anschaut und ihr Gesicht gegen meine Brust drueckt, ihre Augen reibt und sich die Nase an meinem Kleid abschmiert ... empfinde ich so viel Liebe. Ich komme mir schrecklich vor, wenn ich im naechsten Moment wieder so rasend bin, weil es mich nervt. Vor allem aber, weil kaum etwas hilft. Ich fuehle mich machtlos. Ich will das sie gesund ist. Diese doofen Zahnbiester, ich hasse sie. Und das soll jetzt jedes Mal so sein? Na super. Kann ich ja nur hoffen, dass man sich irgendwann besser daran gewoehnt. Das Beste ist aber, dass sich bisher immer noch kein Zahn blicken laesst. Jedenfalls nicht vollstaendig. Man sieht die Spitzen und der Mann meinte, manchmal hoert er es auch quietschen, aber die Biester brechen nicht durch. Es nervt. Voll. Total. Ich hasse es und ich will, dass mein Babymaedchen keine Schmerzen mehr hat. Keinen Schnupfen und keinen Husten. Das wir alle schlafen koennen um am naechsten Tag abenteuerlich durch die Wohnung zu toben, zu lachen und zu spielen. Um neues zu Lernen und den Tag zu genießen.
Meine Lieben, ich glaube noch nicht daran, aber bisher scheint es heute ein wenig besser zu laufen. Wir haben jetzt mal ein Loeffelchen Prospan gegeben ... soll ja wohl auch reizstillend sein, mal sehen. Ich werde jetzt das obligatorische Abendprogramm sehen und dann was schnelles zu Essen machen. Und hoffentlich, vielleicht, schlaeft das Schaefchen ja und ich kann mir noch gemuetlich eine neue Folge von meiner neuen Lieblingsserie anschauen und ein Stueck Schokolade essen. Wuenscht uns Glueck UND vor allem Gesundheit ;)

Ich wuensche euch auf jeden Fall einen zauberhaften, entspannten Abend und ein wunderschoenes Wochenende, mit viel waermender Sonne.


Unser Sternenkind Jonas #3

Mittwoch, 13. März 2013
Ihr Lieben,
vielen Dank fuer eure herzallerliebsten Worte in den letzten Tagen. Heute moechte ich euch noch den dritten Teil von unserem Jonas aufschreiben. Es geht um die Beerdigung, die Zeit danach, die Folgeschwangerschaft mit unserem Schaefchen und darum, wie Menschen mit uns und unserer Situation umgegangen sind. Ich weiß, ich muesste es sicher nicht nochmal erwaehnen, aber erneut gilt: Es sind unsere persoenlichen Erfahrungen und Empfindungen. Und nun fange ich direkt an, damit es nicht so lang wird wie gestern ;)


Der erste Tag zuhause. Der 14. September. Es war ganz ganz schrecklich fuer uns. Im Krankenhaus kam immer mal ein Arzt, eine Schwester oder eine Hebamme reingeschneit - zuhause waren da nur wir. Der Herzmann und ich. Und es ging uns elend. Wir haben geheult, immer wieder, jeden Tag. Ich wollte am liebsten nicht mehr vor die Tuer, mich einigeln. Dem Mann ging es ebenso. Noch an diesem Tag kam unser Bestatter vorbei um die Sachen fuer Jonas Beerdigung abzuholen und noch einige Sachen abzuklaeren. Wir entschieden uns fuer eine stille Zeremonie, denn selbst der Bestatter meinte, dass er zwar selbst Reden haelt, jedoch an dieser Stelle auch nichts sagen koennte, weil ihn die Traenen uebermannen wuerden. Wir sollten uns also 4 Lieder auswaehlen und diese wuerden in der Kapelle abgespielt, dann wuerden wir zu dem Bettchen von Jonas laufen und ihn beerdigen. Allerdings mussten wir ein paar Tage spaeter trotzdem noch einmal in eine seiner Geschaeftsstellen um uns verschiedene Blumengestecke, Sprueche und Kinder-Urnen anzuschauen, welche sehr selten sind, aber er versprach das wir eine bekommen. Zudem gingen wir zeitnah auf den Friedhof um einen Platz fuer Jonas auszuwaehlen. Der Bestatter sagte uns, dass es auf dem staedtischen Friedhof eine Stelle gibt, an der mehrere Kinder und Babys liegen. Da wollten wir Jonas auch beerdigen. Bei den ganzen anderen, kleinen Engeln. So zeigte man uns auf dem Friedhof, was an dieser Stelle noch frei waere und wir fanden einen "schoenen Platz". Die Frau war sehr freundlich und mitfuehlend. Sie gab uns eine Liste von Liedern mit, die sie vor Ort haetten, wir duerften aber auch gerne eigene auswaehlen, auf CD brennen und am Tag der Beerdigung mitbringen. Wir entschieden uns die Beerdigung zeitnah anzusetzen, damit unser Jonas in den Himmel fliegen konnte ... wir waehlten einen Freitag aus. Meine Mutter kam erneut zu uns. Ich war eigentlich froh darueber, wobei sie auch nicht so richtig darueber reden konnte. So wurde ueber Jonas mehr geschwiegen als geredet. Allerdings begleitete sie uns zum Standesamt um die Geburtsurkunde von Jonas abzuholen. Danach gingen wir noch in die Geschaeftsstelle des Bestatters. Wir waehlten eine wunderschoene hellblaue Urne aus mit einem goldenen Teddybaer darauf. Sie schien perfekt. Wir waehlten einen Spruch aus, der auf dem Band unserer Blumen stand:

"Danke, dass du bei uns warst"

und wir waehlten die Blumen aus. Gelbe und weiße Rosen, zusammengefasst in einem Herz. Ich weinte, zeigte auf Dinge und nickte, wenn ich einverstanden war. Am Tag darauf, wollten wir ihr noch unsere neue Wohnung zeigen - wir wollten schließlich immer noch umziehen, immer noch an demselben Tag. Schließlich waren alle Umzugshelfer darauf eingestellt. Ich glaube, jeder Einzelne haette es verstanden, wenn wir es verschoben haetten, aber das wollten wir -auch fuer uns- nicht. Zudem trafen wir dort meinen Vater mit seiner Freundin und einem Freund der uns unseren Teppich verlegte. Meine Mutter und ich raeumten alle Sachen von Jonas in sein Kinderzimmer und verschlossen die Tuer. Es war ein Stich ins Herz. Das kann man mit Worten nicht beschreiben. Alles war blau und fast fertig, es war liebevoll ausgewaehlt. Und er wuerde es nie tragen oder benutzen. Er wuerde nie durch diese Wohnung laufen. Und dann sagte meine Mutter etwas, das ich damals zu diesem Zeitpunkt, ca. eine Woche nach der Geburt von meinem geliebten Engel, nicht registrierte, kaum reagierte. Sie sagte wirklich Wort fuer Wort zu mir: "Jetzt musst du aber langsam mal wieder was aus dir machen, sonst rennt dir der Mann noch weg" .... ich wuerde jetzt gerne schreiben, dass das gesessen hat und das ich ihr dafuer am liebsten eine "gescheppert" (entschuldigt!) haette, aber ich nahm das gar nicht richtig wahr. Das kam erst lange spaeter, als ich ueber alles nachdachte, alles Revue passieren ließ. Aber das sollte noch nicht alles gewesen sein. Sie fuhr noch am selben Tag. Sie wollte zur Beerdigung wieder kommen, gemeinsam mit meinen Großeltern.
Unterdessen machten wir uns auf den Weg in eine Geschaeftsstelle der Zeitung bei welcher der Mann Fotograf ist. Sie haben uns eine "Todesanzeige" geschenkt. Eine Sache, die ich als schoen empfand. Viele Menschen konnten sehen, dass Jonas bei uns war, das so etwas passierte. Vor allem war es aber auch, ein Stueck weit "Verarbeitung" ....


23. September 2011. Es war soweit. Jonas wurde beerdigt. Ich kaufte mir noch ein schwarzes Kleid. Ich schminkte mich das erste Mal ein wenig, faerbte meine Haare nach. Ich zog einen schwarzen Blazer an und Pumps. Ich wollte schoen sein, fuer meinen Engel. Die Eltern & Großeltern vom Herzmann kamen, meine Mutter und Großeltern und auch mein Vater. Ausserdem die Tante und der Onkel vom Herzmann, seine Chefin und sein Bruder (natuerlich erhielten wir viele Karten von lieben Menschen, die nicht kommen konnten). Wir liefen zur Kapelle, gaben dem Bestatter noch ein Foto von Jonas, welches er zu der Urne stellte, und setzten uns. Da saßen wir, vorne stand die Urne, sein Foto, die Blumen ... ich heulte einfach drauflos, der Herzmann tat es mir gleich. Wir verbrauchten unglaublich viele Taschentuecher, noch ehe die Zeremonie begann. Ploetzlich kam noch jemand in die Kapelle. Es war der Saenger der Band, in welcher der Herzmann spielt. Ich war unglaublich geruehrt, wussten wir doch nicht, dass er kam ... das es ihm so nah ging. Er brachte Blumen mit und ich dankte ihm, ich werde es ihm immer danken. Dann ertoenten die Lieder, welche wir fuer unseren Engel auswaehlten. Bis heute sind wir der festen Ueberzeugung allesamt richtig ausgewaehlt zu haben, was uns auch sehr wichtig war. Wenn ihr wollt, koennt ihr euch hier ein Lied anhoeren, welches MIR persoenlich viel bedeutete.

If only you could see the tears - in the world you left behind
If only you could heal my heart - just one more time
Even when I close my eyes - there's an image of your face
And once again I come to realise - you're a loss I can't replace

Nachdem alle Lieder gespielt wurden, liefen wir geschlossen zu dem Bettchen von unserem Engel. Der Friedhofswaerter (welcher mir unglaublich sympatisch war) verlas noch ein Gedicht, von dem ich aber zugegebenermaßen NICHTS mitbekam, es also LEIDER auch nicht wiedergeben kann. Dann wurde unser Engel in die Erde gelassen. Als erstes nahm ich mir Blumen, widmete Jonas meine Gedanken, meine Worte ... und versicherte ihm meine bedingungslose, niemals endende Liebe. Ich heulte und heulte und gab ihm wohl auch ein paar Traenen mit auf den Weg. Dann war der Herzmann an der Reihe und auch er blieb eine Weile stehen, gab ihm Blumen, Gedanken, Worte und Traenen mit auf den Weg. Danach schlossen sich die anderen an. Teilweise hatten sie eigene Blumen dabei, die daneben gelegt wurden, um danach auf dem Grab zu liegen, umarmten uns, sprachen uns ihre Trauer und ihr Mitgefuehl aus und gaben uns Briefumschlaege mit wunderschoenen Trauerkarten und auch Geld fuer die Beerdigung. Danach liefen alle zum Parkplatz, wir verweilten noch kurz bei Jonas allein, holten dann wieder unser Foto ab und liefen auch zu den anderen. Dort verabschiedeten wir uns und fuhren nach Hause. Ich war dann ehrlich gesagt froh, mit meiner Trauer und meinem Herzmann allein zu sein. Wir lasen die Karten, waren dankbar fuer das Geld. Am Abend besuchten wir unseren Engel noch einmal allein. Das Grab wurde wundervoll hergerichtet. Wir waren zwischenzeitlich uebrigens schon umgezogen und fuehlten uns im neuen Heim sehr wohl. Ich habe lange mit mir gehadert, habe mich mit dem Herzmann besprochen und wir wollen Fotos vom Grab mit euch teilen. Hoffentlich ist EUCH das nicht zu viel. Bedenkt, dass dieser Platz fuer uns, kein Platz der Trauer ist. Mir hat es unheimlich geholfen einen Ort zu haben, an dem ich Jonas besuchen kann, an dem ich noch etwas fuer ihn tun kann ... an dem ich mit ihm reden kann. Ich kann dort mit ihm die Sonne genießen.


Schon im Krankenhaus stand fuer uns fest, das Kinderzimmer soll nicht leer bleiben. Wir wuenschten uns ein Geschwisterchen. Ich habe gar nicht erst wieder die Pille genommen. Wir sagten uns, wenn es sein soll, soll es sein. Wenn wir alle bereit sind, wird es passieren. Und es dauerte nur knapp 2 Monate, da hielt ich den positiven Schwangerschaftstest in den Haenden. Gerade einmal hatte ich meine Periode bekommen. Ich haette es nicht fuer moeglich gehalten, dass es so schnell gehen wuerde. Ich weinte, hielt dem Herzmann den positiven Schwangerschaftstest unter die Nase und sagte nur "Ja, da ist doch ein zweiter Strich, oder?" Und er weinte und umarmte mich. Wir waren so gluecklich und gleichzeitig so aengstlich. Ich vereinbarte einen Frauenarzttermin und schon bald hielten wir das erste Ultraschallbild in unseren Haenden. Alle 14 Tage hatte ich nun eine Vorsorgeuntersuchung. Jedes Mal hatte ich einen Ultraschall und das dazugehoerige Bild bekommen. Besonders untersucht wurde hier und bei der Feindiagnostik immer die Nabelschnur, auf unseren Wunsch hin. Natuerlich passiert sowas nur einmal unter 1000 und die Wahrscheinlichkeit das es uns ein 2. Mal trifft ist ungemein gering, aber du bekommst das nicht raus. Meine Frauenaerztin war so einfuehlsam, der Herzmann war bis auf ein/zweimal bei jedem Termin dabei. Eines Morgens, ich muss Anfang des 3. Monats gewesen sein, bekam ich Blutungen. Der Mann war arbeiten und ich brach zuhause im Flur einfach zusammen. Ich rief ihn an, konnte vor Traenen kaum ein Wort rausbringen. Ich dachte, ich verliere zum zweiten mal MEIN Baby. Das durfte doch nicht sein. Das wuerde Jonas nicht zulassen. Der Herzmann konnte einfach nicht weg von der Arbeit und rief seine Mama an - ich haette nicht alleine gehen koennen, vermutlich haette mich ein Auto erfasst - seine Mama dachte nicht lange nach, holte mich ab und fuhr mit mir zur Praxis. Alle waren geschockt, ich kam ziemlich schnell dran und alles war in Ordnung, meine Aerztin zeigte mir immer wieder wo und wie das Herz schlaegt. Auch meine Schwiegermami in spe konnte das sehen. Alles war gut. Meine Aerztin verstand mich, sagte mir, ich koenne immer vorbei kommen, wenn ich das Gefuehl haette, das etwas nicht stimmte. Die Schwestern waren ganz begeistert von meiner Schwiegermami ... ich haette so ein Glueck, dass sie mitkam. Das stimmt, der Normalfall ist das sicher nicht. 
Natuerlich begleitete uns staendig die Angst. Da ich dieses Mal eine Vorderwandplazenta hatte, spuerte ich mein Baby erst sehr spaet, als ich sie dann spuerte wurde es fast schlimmer. Jedes Mal, wenn mein Baby nicht reagierte, bekam ich unfassbare Angst, einmal war ich auch wieder bei meiner Aerztin, welche mir wieder versicherte, dass sie mich versteht und das voellig normal und in Ordnung  ist. Die Feindiagnostik konnten wir diesmal im Krankenhaus machen, wo ich Jonas entbunden habe. Sie hatten eine neue Chefaerztin und die brachte das Geraet direkt mit. Auch mit ihr fuehrten wir viele Gespraeche. Wir hatten Glueck, sie kannte unsere Geschichte, eine Schwester hatte sie informiert. Wir waren schließlich damals, nach 5 Tagen Einleitung, Gespraechsthema Nummer 1. Die Chefaerztin war unheimlich nett und auch sie sagte immer wieder, wenn etwas sei, ich Angst haette etc. koennte ich immer kommen, keiner wuerde mich wegschicken ... wenn ich mich im Krankenhaus unter Beobachtung besser fuehlte, koennte ich auch mal ein paar Tage bleiben. Aber nein, von Krankenhaus hatte ich genug. Zuhause war es halt am schoensten. Wir durften oft kommen. Und irgendwann hielten wir es mit unserer Angst nicht mehr aus. Die Angst ist immer da, Tag und Nacht dein staendiger Begleiter. Ich bekam in der Schwangerschaft 2Mal unheimlich Schwindelanfaelle, sodass ich nicht laufen konnte, alles schmerzte, ich mich uebergab...einmal MUSSTE ich deswegen ueber Nacht im Krankenhaus bleiben. Bei der letzten Feindiagnostik entschieden wir uns fuer eine Einleitung bei 37+0! Ab da waere mein Baby kein Fruehchen mehr, die Gefahr gering, dass sie auf die Neugeborenen-Station muss. Ich wollte meine Prinzessin natuerlich gebaehren, ist doch klar.  6 Tage Einleitung im Juli *schwitz* ... gefuehlte 100 Frauen bekamen vor mir ihr Kind. Tatsaechlich waren es sicher 10 - die Fruchtblasen sind an diesen Tagen nur so im Minutentakt geplatzt. Gott war ich sauer...alle, nur ich nicht. Am 6. Tag sagte die Chefaerztin dann, dass wir jetzt so lange einleiten, bis mein Baby kommt, so kann es ja nicht weiter gehen. Eine Nacht lang lief ein Wehentropf nach dem anderen in meinen Koerper, gespuert habe ich es nur seitlich im Liegen, sonst nicht. Das kann doch nicht sein. Nach einer schier endlosen, schlaflosen Nacht kam am Morgen die Chefaerztin, untersuchte den Muttermund und machte die Fruchtblase auf. Danach wurde Solveig angerufen. Ja, meine Solveig. UNSERE Solveig. Sie wollte unser Baby holen. Wieder. Diesmal lebend. Von ihr zum Krankenhaus dauert es ca. 45min.! Es war frueh um 7h als man sie anrief um 8h war sie da! Ich fuehlte mich so sicher, so geborgen. Ich wusste, JETZT ist es soweit, es kann NICHTS mehr passieren. Gleich werde ich erneut Mama. Von der kleinen Schwester unseres Engels. Welche er uns schenkte. Welche er beschuetzte und bewachte. Es dauerte 30min. - dann kamen die ersten Wehen. Die Sonne schien und 3 1/2 Stunden spaeter war unsere kleine Helene auf der Welt. Der Mann weinte und fotografierte. Ich befand mich wohl wieder in einer Schock-Starre oder so. Der Mann schnitt die Nabelschnur durch, meine Prinzessin wurde mir auf den Bauch gelegt und sie atmete. Ich weiß nur, wie ich immer wieder sagte "Sie lebt, sie lebt" ... mein Schaefchen, mein Babymaedchen, Jonas kleine Schwester. Solveig nahm ihre Groeße und ihr Gewicht, dann musste die Maus in die Waerme. Die ganze Zeit saßen wir bei ihr, streichelten sie durch Eingriffsloecher ... nach ca. 3 Stunden wurde es ihr zu warm, sie schrie und war ganz rot, sie wurde mir endlich wieder gegeben und dann durften wir auf unser Familienzimmer mit unserer Tochter. Welche die Augen oeffnete und wieder schloss. Unser Traum wurde wahr. Jonas hat uns eine kleine Schwester geschenkt. Er hat sie ausgesucht... 

Jetzt noch einige Dinge die mir auf der Seele brennen, die ich noch teilen moechte.
Wir haben Jonas anfangs alle 2 Tage besucht. Irgendwann alle 3 Tage. Seit Leni da ist, mindestens noch 3mal die Woche, ausser jetzt im Winter. Wir machen ihm sein Grab immer neu - zum Fruehling, Sommer, Herbst und Winter. An Weihnachten und zum Geburtstag lassen wir uns etwas Besonderes einfallen. Ja, wir ziehen unser Schaefchen in dem Wissen auf, dass sie einen Bruder hat, welcher im Himmel bei den Sternen wohnt und auf sie Acht gibt. 

Zur Beerdigung bekam Jonas von den Eltern und vom Bruder des Herzmannes einen Teddy. Beide wurden uns entwendet und noch heute fange ich an zu weinen, wenn ich an den Tag zurueck denke, als sie ploetzlich nicht mehr da waren. Was fuer Menschen muessen das sein, die von einem Kindergrab Teddys klauen? Ich wuensche wirklich wenigen Menschen etwas schlechtes, aber diesen wuensche ich, dass ihnen die Haende abfallen. 

Mein Vater war aus meiner Familie der Einzige der eine Karte und Geld zur Beerdigung gab. Meine beste Freundin und deren Eltern kamen ihm am Grab besuchen und brachten ein wundervolles Gesteck mit ... ein Windrad und einen Engel. Meine Mutter besuchte ihn auch einmal mit meiner Schwester, sie brachten weder zur Beerdigung noch zum Besuch Blumen mit. Meine Mutter beschwerte sich im selben Jahr zu Weihnachten, dass ICH nicht angerufen habe. Daraufhin sagte ich ihr meine Meinung. Im Gegenzug richtete mir meine Schwester dann aus, dass Jonas ja nie gelebt haette, dass ich nicht verlangen kann, dass man einem nie dagwesenem Baby Blumen ans Grab bringt und das man ja mit der Trauer auch anders umgehen koenne. Daraufhin brach ich den Kontakt ab.

Zuhause hat Jonas seinen festen Platz. Wir haben ein Foto von ihm aufgestellt. Davor steht ein Teelichthalter, wo wir jeden Tag eine Kerze anzuenden und ein Engel. Auch an der Wand haengt ein Bilderrahmen mit 3 Fotos. Hand, Fuß und Gesicht. Dasselbe haengt unmittelbar daneben von seiner Schwester. Wir haben alle Sachen, die wir fuer Jonas kauften aufgehoben, nutzen sie fuer Leni und zogen ihr auch Kleidung an, die fuer Jonas vorgesehen war.

Besonders geholfen hat es mir, Geschichten von anderen Betroffenen zu lesen. Menschen die auch nicht schweigen. Wir haben von unserer lieben Freundin Heike das Buch Erinnerungen an Dich geschenkt bekommen. Dieses immer wieder mit Inhalt zu fuellen ist wunderbar. Ich habe viel mit meiner besten Freundin und deren Mama geredet, sie sind meine Familie. Der Herzensmann hat viel mit seiner Mama geredet. Sie haben das Foto von Jonas auch an ihrer Familienwand aufgehangen. Ausserdem habe ich mir das Buch Tief im Herzen und fest an der Hand bestellt, welches mir auch irgendwie half. Man fuehlt sich einfach nicht mehr alleine. Aber das was am meisten half, war die noch viel engere Bindung zum Herzensmann. Unsere Liebe. Die Gewissheit, dass Jonas noch da ist, nur an einem anderen Ort. Wir haben oft in die Sterne geschaut und werden es in sternenklaren Naechten auch wieder tun. Wir haben geredet und uns Halt gegeben. Der Herzensmann war IMMER an meiner Seite. Im Krankenhaus ging er nicht, er blieb ... bei Jonas und bei Leni. Wir kamen und wir gingen gemeinsam. 

Wir lieben uns nach wie vor. Jonas hat uns so viel beigebracht. Er hat uns viel gelehrt und er hatte seinen Auftrag. Ich weiß, dass er auf uns wartet, am Ende des Regenbogens - um uns seine Welt zu zeigen.

Mein Engel, vielleicht klingt es albern, aber Leni weiß wer du bist, sie schaut dein Foto oft mit großen Augen an und verhaelt sich meistens sehr ruhig, wenn wir dich besuchen. Du bist ihr wundervoller, großer Bruder und wir verdanken dir alles. Durch dich, sind wir zusammengewachsen und durch dich haben wir viel gelernt. Nie, werden wir dich vergessen. Im Schaukelstuhl noch, werden wir ueber dich sprechen.  Jonas, wir wuenschten du waerst niemals von uns gegangen, denn dann waere unser Leben perfekt. Du und Leni gemeinsam an unseren Haenden. Niemals wird diese Wunde heilen und trotzdessen deine Schwester unser Leben ein Stueck perfekter und um einiges gluecklicher macht (weil sie die tollste und schoenste Prinzessin der Welt ist) wirst du immer fehlen. Wir werden oft an dich denken und wann du wohl das erste Mal gelaechelt haettest oder wann du gelaufen waerst. Doch etwas hilft uns, dass wir wissen, dass du uns auf deine Weise begleitest, als kleiner Stern oder als Sonnenstrahl oder als was auch immer – du nimmst Gestalt an, wann immer du bei uns sein willst. Kleiner Engel, wir lieben dich und jede Erinnerung an dich hilft uns mit der Trauer etwas besser umzugehen.Wir werden uns wiedersehen.


Meine Lieben, ich danke euch fuer eure Zeit ... das ihr meine vielen Zeilen und die Geschichte von Jonas gelesen habt. Ich habe auch heute, keine Kraft mehr eine Ueberpruefung auf Fehler durchzufuehren und hoffe ihr nehmt es mir nicht krumm. Ich wuensche euch nur das allerbeste.

P.S.: Falls ihr noch Fragen zu einem bestimmten Thema habt, schreibt es mir einfach in die Kommentare, per Facebook, Twitter oder E-Mail. Dann werde ich darauf nochmal genauer eingehen. 

Eine traumhafte Nacht und alles Liebe

Unser Sternenkind Jonas #2

Dienstag, 12. März 2013
Ihr Lieben,
ich moechte mich ganz doll fuer eure lieben Worte zu dem ersten Eintrag von unserem Jonas bedanken. Ich freue mich wirklich, das ihr es lest. Es ist ein Tabuthema und ich moechte gerne darueber schreiben, weil Jonas ein Teil von uns ist, weil er seinen eigenen großen Platz in unseren Herzen hat. Weil wir ihm Raum geben.
Auch bei dem heutigen Eintrag, dem zweiten Eintrag ueber unseren Jonas moechte ich wieder dazu sagen, dass das unsere persoenlichen Erfahrungen sind - so wie wir sie erlebt haben. Es sind unsere Empfindungen, Dinge die uns passierten.


Der 7. September. Wir kamen im Krankenhaus an. Alle waren bestuerzt, wirkten bedrueckt. Spaeter erfuhren wir, dass es in dieser Klinik ungefaehr einmal im Jahr passiert, dass hier ein Baby tot geboren wird. Natuerlich gab es auch Aerzte, die sich nichts anmerken ließen, die ueber der Sache standen, weil man darueber stehen muss. Weil sie es wahrscheinlich nicht das erste und auch nicht das 10. mal erlebten ... Ich las mal einen Artikel, dass ca. 1500 Babys pro Jahr allein in Deutschland tot geboren werden. Warum man das nicht weiß? Ich denke die Frage koennt ihr euch selbst beantworten. Ich erwaehnte ja bereits, dass Sternenkinder ein Tabuthema in unserer Gesellschaft sind. Bis vor einigen Jahren wurden Babys, die unter 500gr. wogen mit dem Klinikmuell entsorgt. Die Eltern durften ihre Babys nicht sehen, nicht beerdigen... Bis vor einiger Zeit, wurden Babys die unter 500gr. wogen nicht als Menschen angesehen. Das hat sich Gott sei Dank geaendert. Ein Elternpaar, welches 3 Sternenkinder hat (davon einmal Zwillinge) haben sich dafuer eingesetzt, dass auch Babys unter 500gr. eine Geburtsurkunde erhalten. Sie haben sich dafuer stark gemacht, dass jedes noch so kleine Wesen, welches zu frueh sterben muss -auch natraeglich- eingetragen werden kann. So besteht auch eine realistische Chance sein Baby beerdigen zu duerfen. Das sind erstmal ein paar harte Fakten, die man aber eventuell mal gehoert haben sollte.

Ich wurde also im Krankenhaus aufgenommen, bekam ein Zimmer ganz am Ende des Flurs, mit einem extra Ausgang (welcher eigentlich nur ein Notausgang ist) ... diesen durften wir aber nutzen um nicht immer Babygeschrei zu hoeren und schwangere Frauen oder Eltern mit gesundem Babys zu sehen. Natuerlich ließ sich das trotzdem nicht vermeiden! Man kann sich wohl nicht annaehernd vorstellen, wie schlimm das ist. Du stehst da, hast einen kugelrunden Bauch, jeder sieht, dass du schwanger bist, aber keiner weiß, was du weißt. Das mein Baby nicht mehr lebt. Ich wurde untersucht, habe die Augen geschlossen, da ich den Ultraschall einfach nicht mehr sehen konnte. Ich wollte nicht sehen, wie sich NICHTS mehr bewegt. Ich weinte ... und doch hoffte ich immer, dass mir jemand sagte, dass sein Herz wieder schlug, dass er sich in mir bewegte. Der Mann fuehlte sich unterdessen in der Lage noch die restlichen Sachen aus der Wohnung zu holen, die wir brauchten - unter anderem auch seine Kamera. Vielleicht wuerden wir sie ja benutzen. Diese Stunde des Alleinseins wuerde ich ueberstehen, doch danach sollte er nicht mehr von meiner Seite weichen. Informiert hatte ich meine Mutter, meine beste Freundin und deren Mama und meine Hebamme. Leider wohnten meine Mutter und auch meine beste Freundin und deren Mama in Berlin. Ich bin ja auch aus der Hauptstadt ;) Aber die Liebe verschlaegt einen manchmal in andere Staedte ... Meine Mutter wollte vorbeikommen und auch meine beste Freundin mit Freund und Eltern. Ich wurde zuerst mit Gel und Tabletten eingeleitet. Der Herzensmann und ich hatten viel Zeit zum Nachdenken, zum Weinen ... ich glaube wir weinten fast den ganzen Tag. Mir war nicht nach rausgehen. Ich wollte im Bett liegen, weinen, mich mit fernsehen ablenken. Der Herzensmann und ich waren uns am Anfang sicher, dass wir unseren Engel NICHT sehen wollten. Wir konnten uns nicht vorstellen, ein totes Baby zu sehen. Unser totes Baby. Wir sagten, das unser zweites Baby dann den Namen Jonas bekommen wuerde... wir waren ueberfordert, das waren nur UNSERE ERSTEN Gedanken. Eine liebe Freundin von uns und Arbeitskollegin vom Herzensmann (welche uns die Wiege schenkte) brachte uns Infomaterial mit, welches sie aus dem Internet hatte. Und hier hoerten wir zum ersten Mal von "Sternenkindern"!

Als Sternenkinder werden im engeren und ursprünglichen Sinn Kinder bezeichnet, die mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm vor, während oder nach der Geburt versterben. Im weiteren Sinne wird Sternenkinder von betroffenen Eltern auch für solche Kinder verwendet, die mit mehr als 500 Gramm Geburtsgewicht sterben.
Der poetischen Wortschöpfung liegt die Idee zugrunde, Kinder zu benennen, die „den Himmel“ (poetisch: die Sterne) „erreicht haben, noch bevor sie das Licht der Welt erblicken durften. In neuerer Zeit wird der Begriff auch generell für verstorbene Kinder verwendet. [Quelle: Wikipedia]

So waren wir also Eltern eines Sternenkindes. Mir gefiel dieses Wort. Es hatte so viel Positives in einer solchen Situation. Von einer anderen Seite (ich werde euch am Ende Seiten verlinken, die uns geholfen haben) erfuhren wir, dass viele Eltern ihr totes Baby nicht sehen wollen, dieses aber am Ende bereuen und froh sind, dass zumindestens das Krankenhaus ein Foto gemacht hat (das ist aber auch leider immer noch nicht ueberall der Fall...) Sie legten den Eltern ans Herz, alles mitnehmen zu koennen was man mitnehmen kann, ist es doch alles was man hat. Hand & Fußabdruecke, eine Haarlocke [...] sie legten ebenfalls ans Herz, viel Zeit mit dem Baby zu verbringen, viele Fotos zu machen. Und ich denke genau da kam dann auch der Wendepunkt bei uns. Wir brachen in Traenen aus, sagten immer wieder, dass wir Jonas unbedingt sehen wollen, dass wir so viel Zeit mit ihm verbringen wollen, wie es nur eben geht ... und natuerlich, dass er seinen Namen behaelt. Er IST Jonas. Es ist SEIN Name, den wir fuer ihn auswaehlten, der so hervorragend zu ihm passt. Wir waren so dankbar, dass wir diese Informationen bekamen, danke an Heike ♥ 
Am naechsten Tag kam meine Mutter und auch mein Opa. Ich hatte nicht darum gebeten (dass Verhaeltnis zu meiner Mutter war sehr angegriffen), aber sie wollte es. Sie kamen, blieben ein paar Stunden und fuhren wieder. Dankbar fuer die "Ablenkung" war ich natuerlich trotzdem. Ich spuerte unterdessen nichts. Es tat sich NICHTS. Wir mussten einen Tag mit der Einleitung pausieren und das kam mir wie ein schlechter Scherz vor. Noch laenger warten? Ich halte das nicht mehr aus. Bin ein Wrack. Dem Mann ging es nicht anders. Am darauffolgenden Tag bekam ich endlich einen Wehentropf. Jetzt muesste sich ja dann mal so langsam was tun. An diesem Tag kam meine beste Freundin + Eltern und Freund. Und ich war so unendlich dankbar, dass sie kamen. Es war der 11. September, aber auch diesmal tat sich nichts. Wir redeten viel mit Hebammen, eine Psychologin schickten sie uns auch vorbei ... ich musste was wegen einer PDA unterschreiben, falls ich eine haben wollen wuerde. Mittlerweile dachten wir schon ueber einen Kaiserschnitt nach, auch wenn uns davon abgeraten wurde (wegen der Verarbeitung, eventuell weiterer Kinder). Aber wir wollten nicht mehr warten. Am Abend redeten wir mit Jonas. Wir sagten ihm, dass wir uns eigentlich auch nicht trennen wollen, aber das es sein muss, dass wir uns sonst schaden koennten, wenn er noch laenger in meinem Bauch bliebe und das er morgen bitte rauskommen soll. Und hier war wohl der naechste Knackpunkt - meine Psyche stand mir nicht mehr im Weg. Am naechsten Tag mit Wehentropf tat sich auch erstmal wieder NICHTS. Um 18:30h rief meine beste Freundin nochmal an um sich zu erkundigen, ich legte dann auf, mit den Worten "Immer noch nichts..." Ploetzlich zog es einmal maechtig in meinem Bauch. Erst nahm ich das nicht ernst, bis es immer und immer und immer wiederkehrte. Ich ging auf die Toilette und das Fruchtwasser plaetscherte. Dann kam die Hebamme - Solveig! Meine Hebamme sagte noch ein paar Tage zuvor, dass ich Glueck haette, wenn Solveig Jonas holt. Warum, wieso, weshalb sagte sie mir nicht. Ich wollte noch nicht in den Kreißsaal, wollte mich -wie immer- mit fernsehen ablenken. Doch ziemlich schnell kamen die Wehen alle 2 Minuten, mit ablenken war da nichts mehr, also hoch in den Kreißsaal. Ich musste dauernd anhalten und mich am Gelaender abstuetzen, weil die Wehen schmerzten. Im Kreißsaal angekommen, untersuche Solveig meinen Muttermund (an dieser Stelle kann ich euch keine Angaben ueber cm machen ... das habe ich einfach nicht wahrgenommen). Ich durfte auf jeden Fall nochmal auf die Toilette. Unterdessen daemmte Solveig das Licht, schaltete Musik ein (weil ich es wollte...) und bereitete alles vor. Es war ungefaehr 20h, denke ich. Es gab in unserem Krankenhaus 2 Kreißsaele und wir waren ganz alleine auf der Etage. Es war soooo ruhig! Ich habe im Nachhinein gelesen, dass Frauen ihr Baby still zur Welt brachten, waehrend nebenan eine andere Frau ihr Baby lebend gebaehrte. Ich bin so unendlich dankbar, dass mir wenigstens das erspart blieb. Bis heute bin ich mir sicher, dass Jonas das so wollte. Er waehlte den 12. September aus, er waehlte Solveig aus ... er waehlte den Moment, die Zeit. Die Wehen kamen in wirklich kurzen Abstaenden, die Zeit dazwischen nahm ich um zu verschnaufen, mich zu beschweren, zu heulen ... im Geburtstvorbereitungskurs erzaehlte meine Hebamme mal, dass Frauen richtig ausfallend unter der Geburt werden koennten. Ich sagte also dem Herzmann (als ich noch Herr meiner Lage war), dass er nicht vergessen soll, dass ich ihn liebe, egal was ich sagen wuerde. Irgendwann, es muss gegen 22h gewesen sein wollte ich eine PDA, hatte ja schließlich was unterschrieben, jetzt wollte ich das auch haben. Solveig sagte dann, dass ich sie ruhig hassen duerfte, ich jetzt aber keine mehr bekomme, weil der Muttermund schon 8cm offen war (glaube ich) ... daraufhin schaute ich den Herzmann an und sagte: "Ich hasse dich" ... aber es war nicht so gemeint, das erklaerte ich ja bereits ;) ich bekam dann irgendein Schmerzmittel ueber meine Flexuele. Das war sowas wie "LMAA-Tropfen" oder so. Ich kam mir auf jeden Fall benebelt vor, aber die Schmerzen linderte es kaum. Solveig meinte, dass mir meine Psyche erneut ein wenig im Weg steht. Ich wollte meinen Engel einfach nicht gehen lassen. Ich wollte nicht Abschied nehmen muessen. Es dauerte dann nicht mehr lange und ich musste beginnen zu pressen, bekam mit, wie Solveig die Aerztin anrief und ihr mitteilte, dass Jonas jetzt gleich da ist ... der Kopf tat am meisten weh, der kleine, zarte Koerper rutschte einfach hinterher. Und da war mein Engel geboren am 12. September 2011 um 23:08h mit 52cm und 2825gr.! Und auch wenn ich bis zuletzt hoffte, war da nichts ausser Stille. Unertraegliche Stille! Eine Sache, die uns "erleichterte" war die Tatsache, dass es nichts mit mir oder meinem Koerper zu tun hatte, dass Jonas verstarb. Wir waren froh, dass wir darueber nicht im Ungewissen blieben. Man sah es direkt. Also ich nicht, ich konnte nicht ... Jonas hatte die Nabelschnur 5mal um seinen Hals und einen Knoten. Die Nabelschnur war unglaublich lang. Solveig nahm Jonas also erst einmal mit, hat ihn gewogen und gemessen und hat ihn uns dann gebracht. Und das war der schoenste und gleichzeitig schlimmste Augenblick in meinem ganzen Leben. Ich war so stolz, mein kleiner Jonas war fertig, er sah aus, als wuerde er friedlich schlafen. Er hatte so wunderschoene kleine Haende und Fueße, er hatte das schoenste Gesicht, dass ich je sah. Er war perfekt. Ich liebte ihn. Mit jeder Faser meines Herzens. Er musste jetzt nur noch seine Augen oeffnen. Ich hielt ihn lange einfach nur fest, weinte kaum, war wie in einer Schock-Starre. Der Mann weinte, holte seine Kamera hervor und machte die schoensten Fotos, die man in dieser Situation machen kann. Dafuer werde ich mein Leben lang dankbar sein. Diese Fotos kann mir niemand nehmen, niemand kann mir meine Erinnerung nehmen. Ich probierte es ebenfalls. Der Herzmann nahm seinen wunderschoenen Sohn in die Arme, streichelte und kuesste ihn. Ich war noch sehr erschoepft, die Kamera so unglaublich schwer und trotzdem versicherte mir der Herzmann, dass es ein Foto gab, fuer welches er mir, immer dankbar sein wird.

 
 Some people only dream of angels - i held one in my arms. ♥ 

Die Zeit verging viel zu schnell. Ich weiß nicht wie lange wir im Kreißsaal waren. Irgendwann kam Solveig, wir legten unseren Engel in ein Bettchen mit seiner Spieluhr und zuendeten eine Kerze fuer ihn an. Wir weinten - zu dritt - um unseren wundervollen Engel. Ich fragte Solveig, ob dies ihre erste stille Geburt war, sie nickte nur ... und ich verstand, was meine Hebamme meinte. Ich haette mir wirklich keine bessere Hebamme als Solveig vorstellen koennen. Ich verstehe, warum Jonas sie fuer sich auswaehlte. Solveig war einfuehlsam und lieb. Auch ihr werde ich niemals genug danken koennen. Wir verabschiedeten uns dann von Jonas, mit der Gewissheit ihn am naechsten Tag noch einmal sehen zu duerfen um uns dann "richtig" zu verabschieden. Ich glaube es war 3h als wir wieder auf unserem Zimmer waren. Ich weiß nicht wie wir schlafen konnten, aber es funktionierte. Wahrscheinlich weil wir die Naechte zuvor kaum ein Auge zutaten, erschoepft waren ... lange schliefen wir allerdings nicht. Am Morgen muss Solveig nochmal im Zimmer gewesen sein, denn sie hinterließ uns noch das ...

Ich war so geruehrt. Es waren ebenfalls eine Haarlocke und noch einige persoenliche Worte von Solveig dabei. Ausserdem die Karte von seinem Bettchen und eine Blume, die er an seiner Krankenhauskleidung trug. Ich bin bis heute unendlich dankbar, dass alles zu haben, aufbewahrt in seiner ganz eigenen Erinnerungskiste. 
Der Mann und ich mussten uns nun um einen Bestatter kuemmern, um die Beerdigung. Ich kann euch nicht annaehernd beschreiben wie schrecklich das ist. Vor 2 Wochen dachtest du noch, dass du schon bald dein wunderschoenes Baby im Arm halten kannst, ihm all deine Liebe schenken kannst und ploetzlich kommt alles ganz anders. Gestern hast du noch die Wickelkommode gekauft, heute ueberlegst du, was fuer Blumen du auf dem Grab willst. Ob du eine stille Zeremonie willst, oder ob jemand ein paar Worte sagen soll. Der Herzmann hatte von Arbeitswegen her mal mit einem Bestatter zu tun gehabt und bisher auch nur Gutes ueber ihn gehoert und kontaktierte diesen. Es dauerte nicht lange und er traf im Krankenhaus ein. Wir erzaehlten ihm alles und er beriet uns toll. Er verhielt sich sehr mitfuehlend und liebevoll. Er sagte uns, das wir ihm Kleidung von Jonas geben koennen, damit er sie tragen kann. Wir durften ebenfalls eine Decke und sein erstes Schnuffeltuch dazu tun und jeder einen Brief an ihn schreiben... Ich weiß heute nicht mehr, wie wir es schafften all diese Entscheidungen zu treffen. Ich denke, man funktioniert einfach. So gut man es kann. Es ist das einzige was ich in dem Moment FUER Jonas tun konnte, was WIR tun konnten. WIR entschlossen uns fuer eine Feuerbestattung. Ich konnte zwar den Gedanken kaum ertragen und musste heulen, aber noch weniger haette ich den Gedanken ertragen koennen, einen kleinen Sarg zu sehen, der in die Erde gelassen wird ... ganz zu schweigen von dem Zerfressen durch Wuermer (entschuldigt die Wortwahl). Nein nein, das wollten WIR nicht. Bitte bedenkt nochmal, das sind nur unsere Empfindungen und Entscheidungen. Das macht jeder so, wie er es am "schoensten" findet. 
Nachdem der erste Teil dessen geschafft war, gingen wir wieder auf unser Zimmer und kurz darauf, bekamen wir nochmal unseren Engel. Wir konnten mit ihm nochmal so viel Zeit verbringen, wie wir es wollten -allein. Wir wiegten ihn in unseren Armen, liefen mit ihm durchs Zimmer. Kuschelten. Kuessten ihn. Ich werde seinen wunderbaren Geruch niemals vergessen. Er ist allgegenwaertig. Irgendwann kam der Zeitpunkt "Auf Wiedersehen" zu sagen. Ich musste mich von meinem eigenen Kind verabschieden. Ich musste, ich hatte keine Wahl ... auch wenn ich ihn am liebsten fuer immer bei mir gehabt haette, am liebsten mit ihm abgehauen waere. Ich weinte und weinte, der Herzensmann ebenso. Ich WOLLTE meinen Sohn nicht abgeben. Unsere Verbindung, unsere Liebe war so stark. Der Mann betaetigte dann den Knopf, die Schwester kam und nahm unseren Engel mit - fuer immer. Das war das letzte Mal das ich meinen Engel in den Armen halten durfte. Ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen, es tut heute weh wie damals. Unser Engel fehlt so sehr. Jeden Tag.

 

An dieser Stelle habe ich mich entschlossen noch einen 3. Teil zu schreiben, das liest ja sonst niemand durch. Alles andere waere jetzt wahrscheinlich auch zu viel. Ich war auch ehrlich gesagt nicht mehr in der Stimmung auf Fehler zu kontrollieren (zu verheult) ... bitte seht mir das nach. Alles Liebe und habt noch einen schoenen Abend ♥ 


Interessante Links fuer Betroffene und fuer Angehoerige von Betroffenen!

Ein Artikel zu dem neuen Gesetz bei dem auch Babys unter 500gr. als Menschen anerkannt werden.
Land der Sternenkinder - Eine Seite auf die ich immer wieder gerne geschaut habe, die mir half! 
Sternenkinder Eltern - Viel ueber Rechtliches, was man unbedingt wissen sollte und ein Grabstellenverzeichnis.
Now i lay me down to sleep - Eine wunderschoene Organisation. Fotografen kommen ins Krankenhaus um die Eltern mit ihren Sternenkindern wunderschoen abzulichten. Eine Erinnerung fuer immer. Leider in Deutschland noch nicht so weit verbreitet. 

 

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