Unser Sternenkind Jonas #1

Montag, 11. März 2013
Heute moechte ich euch von unserem Jonas erzaehlen. Vorweg moechte ich sagen, dass alles was ich aufschreibe unsere persoenlichen Erfahrungen sind. Es sind Dinge, die wir erlebt haben. Das heißt, es ist allein unsere Erfahrung. Das laesst sich nicht auf jeden Menschen projezieren. Jeder geht mit dem Schicksalsschlag "Sternenkind"anders um.


Ich war in der 15. Schwangerschaftswoche als ich von unserem Baby erfuhr. Ich gebe offen und ehrlich zu, dass unser Baby nicht geplant war. Ich bekam meine Periode den 2. Monat nicht. Zuerst schob ich das auf neue Lebensumstaende, Stress. Doch den Schwangerschaftstest machte ich trotzdem. Er war positiv. Der Mann erfuhr es zeitnah. Fuehlte sich ueberfordert, sagte 10 Minuten lang, dass er kein Vater sein koennte. Dann schickte er mich in die Apotheke um einen 2. Test zu kaufen. Auch dieser war positiv. Daraufhin sagte er: "Wir erzaehlen es meinen Eltern, jetzt..." auf dem Weg dorthin sagte er: "Das ist das Zeichen, dass wir fuer immer zusammen gehoeren"! Seine Eltern waren weder schockiert, noch himmelhoch jauchzend, aber sie freuten sich - sehr sogar.  Das Ihnen ihr aeltester Sohn noch ein Enkelkind schenkt, daran hatten sie nicht geglaubt ;)
Danach fuhren wir zur Frauenaerztin. Eigentlich nahm diese keine Patienten mehr auf, aber sie konnte mich auch nicht wegschicken, ich war ja ziemlich eindeutig schwanger. Und schon damals wusste ich, eine bessere Aerztin koennte es nicht geben und das sollte sich noch mehr als bewahrheiten. Ich bekam einen Termin - in 2 Tagen sollte ich zur Untersuchung kommen. Es wuerde ein Ultraschall gemacht werden und ich wuerde den Mutterpass bekommen. So war es auch. Als ich da so lag und meine Aerztin das Gel auf den Schallkopf drueckte, wurde mir heiß und kalt. Gleich wuerde ich mein Baby sehen. MEIN BABY!! UNSER BABY!! Und auch der Mann war dabei und ich sah ihm an, wie aufgeregt er war. Und es dauerte auch nicht lange und man sah unser Baby zappeln, das Herz schlug kraeftig. Alles war in bester Ordnung. UNSEREM BABY ging es sehr gut und es war super entwickelt. Errechneter Entbindungstermin war der 13. Oktober 2011.

Das war also UNSER BABY! Unser erstes "Foto" uns es war schon so groß. :) Der Mann und ich verdrueckten beide mindestens eine Traene. Es machte uns gluecklich, dass da ein Mensch in mir wuchs. Es war ein wunderbares Gefuehl. Uebrigens sind wir hier 14+5 gewesen.

Daraufhin organisierten wir viel. Wir nahmen jeden Frauenarzttermin wahr. Zweimal waren wir in einer anderen Praxis zur Feindiagnostik, weil unsere Frauenaerztin das nicht anbot. Zweimal, weil ich erst so spaet von der Schwangerschaft erfuhr und weiterhin die Pille nahm. Es sollte sicher gegangen werden, das einfach alles in Ordnung ist -  von Anfang an. Ich suchte mir eine Praxis heraus die auf Praenataldiagnostik spezalisiert war. Leider waren die Schwestern und Aerzte nicht sehr freundlich und man musste Ewigkeiten warten. Aber egal, wichtig war, dass es unserem Baby gut geht.

Das zweite "Foto" unseres Babys bekamen wir am 04. Mai 2011. Hier waren wir nun schon 16+5! Die Aerztin sprach auch dort schon eine vage Vermutung ueber das Geschlecht unseres Babys aus - ein Junge. Ich sollte so einen wunderschoenen kleinen Jungen bekommen. Einen Mini-Rabauken :)

Ab da an fingen wir an Babysachen zu kaufen. Vieles was man eben so braucht. Aber auch noch nicht alles. Ich hatte gerade zu Beginn der Schwangerschaft oft mit Uebelkeit und Erbrechen zu kaempfen, dafuer hatte ich -sofern ich mich erinnere- keine weiteren Schwangerschaftssymptome die mir zu schaffen machten. Ich reagierte zwar empfindlicher auf Gerueche und wollte auch nicht mehr alles essen bzw. trinken, aber das stoert ja nicht weiter. Natuerlich gruebelten wir auch ueber Namen. Ueber den Namen fuer unser Baby, fuer unseren Sohn. Wir wurden uns eigentlich schnell einig und nannten unser Baby ab sofort, nicht nur Baby oder Pooh, sondern auch Jonas. Ich habe mein Baby so oft mit seinem Namen angesprochen. Er passte einfach so perfekt zu dem kleinen Wunderwesen in mir. Alle 4 Wochen hatte ich natuerlich meine Vorsorgeuntersuchung, habe einige Tests gemacht um sicher zu gehen, dass es dem Baby gut gehen wird und das auch mit mir alles in Ordnung ist.
Von Anfang an stand fest, dass ich mein Baby natuerlich gebaehren will und das der Herzensmann mit dabei sein soll. Jonas machte es sich auch relativ frueh in der richtigen Lage bequem. Drehte sich natuerlich immer wieder ... aber er wusste, wo er hinmuss, wenn es soweit ist :) Genau bei 21+0 hatte ich den zweiten Termin in der Praenatalpraxis. Diesmal hat die Aerztin uns versichert, dass wir einen wunderschoenen Jungen bekommen werden, dem er sehr gut geht und der sich praechtig entwickelt.

Unser 3. Bild von unserem Spatz. Und schon hier, sagte der Papa, dass sein Sohn nach ihm kommt, ist schließlich dieselbe Nase und auch derselbe Mund, dasselbe Kinn und ueberhaupt sieht unser Baby hier schon aus, wie der Papa ;)

Wir haben uns ziemlich frueh dazu entschlossen in eine groeßere Wohnung zu ziehen. Damit unser Schatz ein Zimmer fuer sich hat. Wir wollten also noch umziehen, bevor unser Schatz das Licht der Welt erblickte. Geplant war der Umzug Ende September. Eine Wohnung fanden wir zum Glueck. Eine, in der wir uns von Anfang an wohlfuehlten. Wir spuerten, dass das UNSERE Wohnung, UNSER Zuhause wird. Der Herzensmann, Jonas und ich. Eine kleine Familie. Der Herzensmann, der kleine Mann und ich strichen das Kinderzimmer in einem wunderschoenem Meeresblau-Tuerkis-Ton. Der kleine Mann und ich strichen zusaetzlich das Schlafzimmer und ein wenig im Wohnzimmer. Natuerlich nur, so viel wie ich mir zutraute und in meinem "Zustand" schaffte. Es wurde zu Ikea gefahren und eingekauft. Wickelkommode, Schrank, Bett ... eine Wiege bekamen wir von einer lieben Freundin und Arbeitskollegin des Mannes geschenkt. Sie ist wunderschoen. Darin sollte unser Jonas die erste Zeit schlafen, gemeinsam mit uns im Schlafzimmer. Nachdem das Groebste erledigt war, hatte ich wieder einen Frauenarzt-Termin und mein erstes CTG. Der Herzensmann und ich waren aufgeregt wie 2 Bekloppte und so freuten wir uns auch ;) Jonas war vorbildlich und schrieb ein wunderschoenes CTG. Es wurde auch wieder ein Ultraschall gemacht. Der kleine Mann wurde gemessen und wurde schon auf 2500gr. geschaetzt.

 
Unser letztes Ultraschallbild bekamen wir SSW 32+6! Und wir waren so gluecklich, so stolz. Wir konnten es kaum abwarten, dass der kleine Mann auf die Welt kam.

Wir kauften einmal eine blaue Strickjacke. Eine, die ich fand' und die genauso aussah wie eine, die der Papa hat. GENAU GLEICH. Die mussten wir einfach kaufen. Ich malte mir aus, wie ich den Herzensmann und unseren kleinen Schatz in derselben Strickjacke fotografierte. Ein wunderschoener Gedanke. Eigentlich machten wir das jeden Tag. Wir stellten uns die Zukunft mit unserem Baby vor. Die kleinen Momente. Die Momente die man nur MIT KIND erlebt. Ja, wir malten uns tatsaechlich aus, wie es sein wird, wenn Jonas das erste Mal "Mama" oder "Papa" sagt. Wie er auf uns zugerannt kommt, wenn wir ihn aus dem Kindergarten abholen. Und immer wenn wir Babys oder Kleinkinder sahen, stellten wir uns nur die schoensten Dinge vor. Das unser Jonas all das auch mal erleben wuerde und wir duerfen es miterleben, weil er UNS als seine Eltern ausgewaehlt hat. Es machte mich so stolz. Wenn sich mein kleiner Schatz in mir bewegte ... als ich es das erste Mal wahrnahm, war es das Schoenste was ich je in meinem Leben spueren durfte. Ich liebte dieses kleine Wunderwesen in mir abgoettisch. Und ich spuerte, wie er es ebenso tat. Es war einer der Tage, an dem ich den Herzensmann besonders vermisste, als er arbeitete. An dem ich weinte, weil er mir so fehlte und ich ihn so gern bei uns gehabt haette (ich habe damals dauernd geheult - so nah am Wasser gebaut war ich). Und wie ich so im Bett lag und an den Herzensmann dachte, strampelte mein Baby, als ob es mir sagen wollte "Mama, du bist nicht allein, ich bin da und ich vermisse den Papa auch" ... Leider kauften wir erst ziemlich spaet eine Spieluhr. Als wir dann gluecklich waren eine schoene gefunden zu haben, legten wir sie mir noch am selben Abend auf den Bauch und Jonas freute sich. Das zeigte er uns, indem er einfach drauf lostritt ... der Herzensmann hatte ebenfalls die Hand auf meinem Bauch und ich luege nicht, wenn ich sage, dass das einer der schoensten Momente der ganzen Schwangerschaft war. Am Tag darauf wurde es sehr ruhig in meinem Bauch. Ich spuerte mein Baby Mittags einmal ganz deutlich und dann waren wir ein wenig unterwegs, da habe ich es generell einfach weniger wahrgenommen. Ausserdem befand ich mich mittlerweile in der 36. Schwangerschaftswoche und da wird es ja auch langsam eng im Bauch. Also machte ich mir vorerst keine Gedanken. Am Abend legten wir die Spieluhr wieder auf meinen Bauch, der Herzensmann legte wieder seine Hand dazu, doch Jonas reagierte nicht. Wir sprachen uns dann gut zu, dass er schon schlaeft ... doch ich wurde stuendlich wach, stubste den Mann an und sagte ihm, dass sich unser Schatz immer noch nicht gemeldet hat. Woher ich das wusste, obwohl ich schlief, weiß ich nicht. Ich war mir sicher, ich wuerde es spueren und so fest war mein Schlaf nicht. Die Stunden vergingen und so wachte ich frueh auf und teilte dem Mann weinend mit, dass ich unsere Schatz bisher noch immer nicht gespuert habe. Ich wollte nicht zum Arzt. Ich WOLLTE NICHT. Oder vielleicht KONNTE ich NICHT? Weil ich schon wusste, was passiert ist? Ich ging ins Wohnzimmer, aß etwas und trank einen Tee. Der Mann wollte unsere Sohn wecken, holte die Gitarre und spielte ihm viele Lieder vor, sang mit und ich wurde immer ruhiger, schuettelte den Kopf. Bis der Mann sagte, ich sollte jetzt die Aerztin anrufen. Ich tat es, schilderte kurz was war und sollte sofort kommen. Der Mann begleitete mich natuerlich. Ich musste kurz warten, aber es fuehlte sich wie eine Ewigkeit an. Ich streichelte immer wieder meinen Bauch und sprach in Gedanken immer wieder zu meinem Schatz. Ich sagte ihm, er solle aufwachen und mich jetzt doch bitte treten. Ich betete. Dann wurden wir reingerufen. Ich sollte direkt ans Ultraschallgeraet. Meine Aerztin schallte und schallte. Ich betete und doch lief schon eine Traene ueber mein Gesicht. Innerlich zerriss es mich. Ich betete und flehte in Gedanken die Aerztin an, dass sie mir endlich sagte was los ist. Als haette sie meine Gedanken lesen koennen, sagte sie: "Frau ... ich sehe das Herzchen nicht schlagen" In diesem Moment verfiel ich in eine Art "Trance-Zustand" ... ich wollte und konnte es nicht glauben. Das kann nicht moeglich sein. Letztens ging es unserem Schatz noch gut, alles war perfekt. Sein Herz schlug! Heute nichts mehr, ich sah es ja selbst. Der Herzensmann weinte, ihm kullerten die Traenen ueber die Wangen und ehrlich gesagt erinnere ich mich nur noch daran, dass wir beide immer wieder "Nein, Nein, Nein" sagten. Meine Aerztin versuchte dann, so gut wie moeglich an unserer Seite zu sein, die richtigen Worte zu finden. Sie eroeffnete mir dann, dass ich mein Baby gebaehren muss, am besten auf natuerlichem Wege, per Einleitung. Das wuerde am Ende auch bei der Verarbeitung helfen. Natuerlich wollte ich das alles NICHT hoeren. Ich hatte doch eben noch alles fuer sein Zimmer eingekauft. Ich habe ihm seinen ersten Strampler und den ersten Body ausgesucht. Es kann nicht sein, dass ich mein Baby tot zur Welt bringe. Das darf und kann nicht wahr sein. NIEMALS. Die Aerztin riss mich aus den Gedanken, sie fragte den Mann, ob wir jemanden haben, der uns ins Krankenhaus fahren kann. Wir muessten sofort hin, sie wuerde uns anmelden ... sie wuerde aber auch einen Krankenwangen rufen, der uns faehrt. Der Mann traute es sich natuerlich nicht zu, alleine zu fahren, aber er wollte, dass seine Mama uns faehrt. Diese arbeitete und dorthin konnten wir laufen. Das taten wir dann auch. Alle sprachen uns ihr Beileid aus, Aerztin und Schwestern. Sie sagten, dass sie an uns denken wuerden und das ich mich melden solle, sobald ich in der Lage dazu waere. Eigentlich wuerden sie eh alles ueber meine Hebamme erfahren, die sowohl in der Frauenarztpraxis arbeitet, als auch in dem Krankenhaus, indem ich meinen Engel gebaehren wollte. Natuerlich lebend. Ich weiß heute nicht mehr, wie wir es bis zur Mama des Herzmannes geschafft haben, aber als wir ankamen, heulte ich nur, der Herzmann auch und er schaffte es dann zu sagen, was passiert war ... was wir jetzt tun sollten. Seine Mama ueberlegte nicht lange, packte ihre Sachen zusammen und lief mit uns zum Auto des Herzmannes. Den Weg nach Hause wuerde er schaffen. Dort trafen wir uns dann, packten das Noetigste zusammen und dann fuhr uns seine Mama ins Krankenhaus. Und dafuer werde ich ihr IMMER DANKBAR SEIN. Mein ganzes Leben lang ...


So meine Lieben. Ich muss das in mehrere Teile splitten, es wird sonst zu viel auf einmal. Der 2. Teil folgt dann hoffentlich morgen. Habt noch einen zauberhaften Abend.


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