Gedankenmatsch #4

Freitag, 25. Oktober 2013
Wenn ich mich taeglich durch viele Blogs lese und auf verschiedene Websiten stoße muss ich immer wieder den Kopf schuetteln, die Stirn runzeln, laut lachen und manchmal, da moechte ich sogar weinen. Ich bin fest davon ueberzeugt das beim Thema Erziehung am meisten diskutiert, kluggeschissen und bessergewusst wird (entschuldigt die Wortwahl). Viele wollen einem "ihre Erziehung" aufzwingen. Wobei, das Wort aufzwingen wuerden sie wohl nicht benutzen. Sie nennen es dann lieber "ans Herz legen, weil es das Beste fuer das Kind ist" - Aha! Eine Tatsache ist das jedes Kind verschieden ist. Sie haben verschiedene Verhaltensweisen, Charakterzuege, Angewohnheiten UND Eigenheiten. Ebenfalls eine Tatsache ist, das unsere Kinder Liebe und Aufmerksamkeit benoetigen. Ich denke, bis hier gibt es noch keine Reibungspunkte. Wobei ich meine irgendwo, irgendwann gelesen zu haben, dass jemand vermutet hat jedes Kind sei gleich und muss nach einem bestimmten Muster in einer bestimmten Zeit, gewisse Dinge lernen. MUSS!
MEIN Kind entscheidet das Tempo selbst. Mein Kind entscheidet allein wann es gerne das erste Mal den Kopf heben moechte. Mein Kind entscheidet selbst, wann es krabbeln oder ob es krabbeln moechte. Mein Kind entscheidet, ob es lieber Brei oder Stuecke essen will. Mein Kind entscheidet selbst, ob es Milch, Wasser oder Tee haben moechte. Sie entwickelt sich ganz allein. Ich unterstuetze sie. Ich gebe ihr Halt und das was sie braucht. Ich bin ihr eine gute Mutter und das -jetzt haltet euch gut fest- obwohl sie noch immer Windeln traegt und erst einmal auf das Toepfchen gemacht hat. Und ich bin auch eine gute Mutter, obwohl mein Maedchen noch immer kein richtiges Wort sagt. Ich lese ihr vor, wir schauen uns Buecher an. Wir reden alle miteinander. Viel. Der Papa ist ebenfalls ein guter Vater. Wir sind gute Eltern. Und das obwohl unser Maedchen am Abend noch eine Milch bekommt, weil sie es liebt. Und wir sind auch gute Eltern, obwohl sie im eigenen Bett in ihrem Zimmer schlaeft. Und mein Kind stand nie so auf Stueckchen und haengt immer noch ein bisschen an der Breiform, was sie allerdings nicht davon abhaelt auch ihr angebotenes Brot (geschmiert oder nicht), Gurken, Weintrauben, Nudeln, Wuerstchen, Karotten, Fisch und dergleichen zu essen.
Aber jetzt der Oberhammer: Sie bekommt Joghurt und Quark. Ebenfalls die Gummi-Reiscrisp Dinger. Immer mal wieder. Auch die Hirsekringel. Und ich stopfe ihr das Ei und die Banane nicht rein nur weil alle anderen Kinder das so gerne essen.
Uebrigens sind wir alle gute Muetter. Eltern. Egal ob Brei oder Stuecke. Stoffwindel, Pampers oder keine Windel. Laufen mit 11 Monaten oder 1 1/2 Jahren. Sprechen mit einem Jahr oder erst mit 2. Egal ob das eigene Bett im eigenen Zimmer oder das Familienbett. Ihr koennt tragen oder den Kinderwagen schieben. Stillen oder die Flasche geben. Ihr seid tolle Frauen!
Wir alle wissen, das es Grenzueberschreitungen gibt, von denen ich hier nicht rede. Wir wissen alle das da draußen auch Eltern sind, welche ihre Kinder nicht gut erziehen. Um das alles geht es hier nicht. Ich beziehe mich auf die normalsten Dinge, die jede Mama anders handhabt. Anders ist nicht schlecht. Ihr macht das richtig, wenn bei euch Bauch, Herz und Kopf im Einklang stehen. Nur weil andere es anders machen und dir sagen, dass es so besser ist stimmt das nicht. Beim Thema Erziehung kann man nicht von dem einen Kind auf das andere Kind schließen, denn wir haben nicht dieselben Kinder. Natuerlich aehneln sich die Kleinsten auch desoefteren. Das heißt aber immer noch nicht, dass das was bei Kind A funktioniert auch bei Kind B, C und D klappt. Macht euch das bewusst.
Staendiges Vergleichen nervt ebenso. Ganz genauso wie das Darstellen, was das Kind jetzt schon wieder Tolles kann. Da macht der Ton die Musik. Ich schreibe auch gerne auf, wenn das Schaefchen wieder etwas Neues kann, weil ich stolz bin. Dennoch buhle ich nicht um die Aufmerksamkeit, was das neu Erlernte betrifft und ich wiederhole es auch nicht droelftausend Mal.

Lasst euch nicht einreden das ihr euer Kind verwoehnt oder verzieht. Liebt euer Kind so wie ihr es tut. Kuesst es, drueckt es, wiegt es in den Schlaf. Erfuellt ihre Beduerfnisse, ebenso wie Traeume und Wuensche. UNSERE Kinder haben WIR auf die Welt gebracht. Jede einzelne von euch. Wir geben dem groeßten Glueck -welches wir im Leben erfahren duerfen- genau den Raum, den es verdient. Ich moechte mehr Offenheit und Akzeptanz. Keiner sollte sich unwohl fuehlen, weil er etwas "anders" macht. Ich wuensche mir von Herzen, das man nicht schief angeschaut wird, weil man die Flasche gibt oder die Milchbar rausholt. Denn sind wir mal ehrlich, man kann es niemanden recht machen. Dabei waere es so einfach!

Habt noch einen zauberhaften Abend und ein entspanntes Wochenende :)


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