Gedankenmatsch #6

Dienstag, 10. Dezember 2013
Ihr kennt mich. Bei mir ist es oft rosarot. Ganz oft ist es aber grau. Oder weiß. Oder schwarz. Manchmal bunt. Naja, machen wir uns nichts vor. Hier ist oft Land unter. Wahrscheinlich, weil ich zu viel denke. Eigentlich staendig. Deswegen kann ich auch oft nicht schlafen. Die Gedanken kreisen in meinem Kopf tausend Runden - wenn das mal reicht. Und manche zischen wie eine Schlange. Das sind so boese und truebe Gedanken. Die schaffen es dann noch oft bis in die Traeume. Ich traeume ja wirklich viel. Und auch bunt. Wie traeumt ihr? Auf jeden Fall ... ich hatte frueher schon Probleme mit Albtraeumen. Das erste Mal mit 12, als ich traeumte das mir ein Eisverkauefer am Bahnhof mein Kinn abgebissen hat. Findet ihr bestimmt jetzt sehr bedenklich. Ein paar Wochen spaeter traeumte ich das mein Cousin in einem Zug verbrannte aus dem ich kurz zuvor ausstieg, weil ich meine Prinzessinnen-Herztasche vergessen hatte. Und noch ein paar Wochen spaeter -als ich bei meinen Großeltern uebernachtetet (das tat ich oefter und liebte es!), dass das Bettende brannte und mir jemand mein Fahrrad gestohlen hat. Ich wachte weinend auf. Immer. Frueher konnte ich mich laenger an Traeume erinnern. Von vielen weiß ich heute noch, sonst koennte ich das ja gar nicht aufschreiben. Ich traeumte aber auch ab und an schoene Sachen. Zum Beispiel das ich mit meinem Arielle-Nachthemd, meiner Baby Born (welche auch ein Arielle-Nachthemd trug -das gab es frueher so zu kaufen-) und meiner Arielle-Kassette in den Kindergarten ging und dort einschlief, waehrend die Kassette lief. Der schlimmste Albtraum den ich hatte -bevor das Schaefchen zur Welt kam- war, das meine Schwester von einem großen Aussichtsgebaeude fiel (welches, weiß ich nicht mehr), aber ich war wohl Schuld - natuerlich versehentlich. Als Jonas starb hatte ich kaum schlechte Traeume oder sie waren so schlimm, dass ich mich nicht mehr an sie erinnere. Ich glaube aber einfach fest daran, dass mein Engel -was das angeht- meine Traeume schuetzt. Ja, das glaube ich wirklich. Aber da der kleine Mann eben auch klein ist kann er natuerlich nicht alle schlechten Traeume fernhalten. So traeumte ich also schon die schlimmsten Dinge mit und ueber das Schaefchen. Frueh erwache ich dann schweißgebadet, heulend ... ungefaehr 10 Sekunden weiß ich noch alles. Sobald ich es aber erzaehlen will und das erste Wort ausspreche ist der Rest weg. Woran das liegt weiß ich nicht. Aber vielleicht ist es besser so. Ich weiß, dass in meinen Traeumen mit meinem Maedchen schon Schlimmes passiert sein muss, sonst waere ich nicht traenenueberstroemt aufgewacht. Ehrlich gesagt macht mir das Angst. Wenn ich aufwache muss ich wirklich noch ueberlegen, ob das jetzt wirklich passiert ist. Mein Herz schlaegt dann immer so doll, als wuerde es direkt herausspringen. Ich habe Angst. Wirklich. Und diese Aengste nehme ich mit in den Schlaf - in meine Traeume. Frueher -nachdem ich das mit den Traeumen kaum ausgehalten habe- bekam ich dann mal ein Saeckchen mit so Mini-Puppen geschenkt. Das legte ich unter das Kopfkissen und die Albtraeume hoerten auf. Nein, eigentlich traeumte ich nie mehr (oder erinnerte mich nicht) ... aber irgendwann kehrten die guten und auch die boesen Traeume wieder (trotz der Puppen).Trotzdem denke ich noch immer darueber nach, diese Saeckchen mit Puppen erneut zu bestellen. Auch wenn es nur 1-2 Jahre hilft - besser als nichts, oder? Und vielleicht tut es ja dann auch einfach ein neues Saeckchen Puppen. Aberglaube hin oder her. Eine Option, eine Moeglichkeit die schlechten Traeume loszuwerden, sollte ich nicht einfach unversucht lassen. Auch wenn ich damit ebenfalls die guten Traeume aufgebe.

Koennt ihr euch jetzt noch vorstellen, dass ich eigentlich gar nicht ueber Traeume schreiben wollte? Und schon gar nicht ueber meine Albtraeume? Moechte ja nicht, dass ihr am Ende auch welche bekommt. Aber da seht ihr es wieder  - ich kann mich nicht kurz fassen UND ich schweife immer zu jedem Thema ab.

Eigentlich wollte ich euch darueber berichten wie anstrengend das Schaefchen sein kann. Ich moechte immer mit ihr zusammen spielen, jeden Tag - klar. Das gehoert sich ja auch so fuer eine Mama, neben kochen, Waesche waschen und Hausputz. Das Schaefchen moechte aber gar nicht mit mir spielen. Sie moechte lieber zerstoeren oder vorzugsweise immer gerade das haben, womit ich mich gerade beschaeftige. Sie ist da auch ruecksichtslos und laeuft es nicht so wie sie es sich vorgestellt hat, wird geheult umd rumgezickt. Ich moechte ihr z.B. eine Geschichte anhand der Holzeisenbahn erklaeren. Ich komme aber nicht mal dazu, diese aufzubauen. Sie mopst mir die Schienen, die Zuege, die Haeuser und die Baeume - einfach alles. Dasselbe passiert bei Playmobil 123. Wenn ich etwas vorlesen moechte, geht es nicht schnell genug und das Schaefchen blaettert um - nach einem Satz! Prima. Versteht mich nicht falsch, ich weiß gewiss das Kinder immer genau mit den Dingen spielen wollen, die andere gerade benutzen, auch wenn sie diese 5 Stunden zuvor mit dem Po nicht angeguckt haben. Und das Schaefchen z.B. kann auch ganz wunderbar teilen. Aber das sind -hier- zwei verschiedene Paar Schuhe. Natuerlich bin ich auch froh, dass das Schaefchen sich prima mal eine Weile alleine beschaeftigen kann, dass sie -grundsaetzlich- aktiv am Spiel teilhaben will. Und ich weiß, dass sie es noch nicht so recht versteht, wie es geht eine Geschichte zu spielen. So nenne ich es. Mich macht es aber wirklich ganz arg rasend, wenn sie alles zerstoert und die Kisten nur ein oder ausraeumt. Entferne ich mich dann bspw. von der Eisenbahn und mache etwas anderes kommt sie entweder direkt hinterher gedackelt und moechte genau das machen, was Mama gerade tut oder zerstoert nochmal kurz alles, bekommt -wegen was auch immer- nochmal schnell einen Wutanfall und moechte dann genau das machen, was Mama gerade macht. Ausserdem kommt hinzu, dass das Schaefchen nun langsam maekelig wird und sie es nicht stoert zum Mittag einfach mal gar nichts zu essen. Stellt an sich ja kein Problem dar (sagt doch eh immer  jeder 3. mein Kind waere zu moppelig -.-), wenn da nicht das Kochen und der damit verbundene "Aufwand" waere ... und die kostbare Zeit natuerlich ;) Ich meine, ich koche gerne fuer mein Kind, aber nicht um danach alles in der Tonne verschwinden zu lassen. Selbst Gerichte von denen sie vor 2 Wochen nicht genug bekam. Naja. Alles Phasen oder? Sagt doch eh immer jeder. Und die gehen vorbei. Dann kommt aber einfach ne Neue. Einfach waere ja zu leicht. Dafuer kommt das Schaefchen aber auch dauernd knutschen. Das liebe ich ja. Spitzt ihren sueßen Lippen zu einem Kussmund, macht "mhhhhhmmmm" und kuesst uns einfach. 1000mal. Gefuehlt. In Wirklichkeit koennte es noch 1000mal mehr sein. Und ich moechte einfach mal mit ihr auf dem Sofa liegen. Eingemummelt in eine Decke. Aber nicht mit dem Abenteuermaedchen, welches immer nach Gefahren sucht, die es zu ueberwinden gilt ;)


Das war auch so ungefaehr unser Tag heute. Nachmittags war die Knutschphase. Das war toll nach der anstrengeden, austestenden Phase. Das Schaefchen ist eben Abenteuer pur. Jeden Tag. Und sie ist wie ein Ueberraschungsei. Ernsthaft. Spiel, Spaß und Spannung. Ganz ganz oft wuenschte ich unser Jonas waere hier. Wuerde dem Schaefchen die Welt auf seine Weise erklaeren. Wuerde mit ihr Eisenbahn spielen. Wuerde darum bitten, dass ich mitspiele. Ich weiß, das Schaefchen ist eine tolle Schwester. Die Beste. Ob groß oder klein. Ich bin mir sicher, Jonas zeigt ihr den Weg, sitzt an ihrem Bett und kuesst ihre Stirn. Er streift sie jeden Tag mit seinen Fluegeln und funkelt als heller Stern, wenn es ihr zu dunkel ist, wenn sie Angst hat. Er streichelt ueber ihren Kopf wenn sie schlecht traeumt und haelt seine schuetzenden Arme um sie, damit ihr nichts passiert. Er umhuellt sie mit seiner Liebe und in ihr, lebt ein Stueck von ihm weiter. Wenn sie hier rumtollt, ist da ein kleiner Engel der hinterherschwebt und ihren Bauch kitzelt. Da bin ich sicher.

In solchen Augenblicken, in denen ich hier sitze und solche Romane schreibe ... in denen fehlt mir meine beste Freundin und ihre Mama. Da fehlt mir meine Heimat. Da fehlt ein Stueck von meinem Herz. Da ist Trauer. Und Glueck. Diese Emotionen und Gefuehle die sich nicht vereinbaren lassen. Mit denen man nicht umzugehen weiß. Immer wieder kreisen die Gedanken. Die Schlange zischt wieder im Kopf und man moechte den Schalter finden um einmal auszuschalten. Die Gedanken, die Traeume. Aber was waeren wir ohne Angst, Trauer, Traeume, Gedanken? Seelenlose, kalte Steine.
Ich verliere mich gerade vollkommen, aber ich moechte noch etwas an meine beste Freundin richten...

Ich danke dir fuer die wunderbaren Jahre. Das du noch immer da bist - an meiner Seite. Auch wenn wir uns viel zu selten sehen, hoeren, sprechen. Ich weiß, DU bist immer da. Du hast mir ein schuetzendes Zuhause gegeben, seitdem ich dich kenne. Und du weißt besser als ich, dass ich nicht die Einzige war, der du "Obhut" gegeben hast. Ich kann, will und moechte mein Leben nicht ohne dich leben. Egal wie lange wir uns nicht sehen oder sprechen, ich muss dich nur an meiner Seite wissen und mir geht es so viel besser. Du umgibst mich, meine Gedanken. Ich sage es sicher nicht oft genug, kann es selten so aeussern, aber du bist nicht mehr wegzudenken. Meine Liebe zu dir, kann ich nicht in Worte fassen und ich wuerde einfach alles fuer dich tun. Du weißt doch, es gibt die Menschen, die man einfach in seinem Leben braucht, ohne die es unvorstellbar ist - wo ein Stueck Herz fehlen wuerde, wenn sie aus dem Zug steigen wuerden. Neben den 2 wundervollsten Kinder, die immer bei mir sind und dem Mann, der mein Herz gestohlen hat bist das auch du. Und ich bin sicher, dass du dir dessen bewusst bist. Trotzdem muss ich es heute niederschreiben. Als ich dich heute am Telefon hatte -die 5min.- war ich einfach gluecklich deine Stimme zu hoeren. Das du dich fuer mich ins Samstags-Weihnachts-Getuemmel gestuertzt hast um fuer die Prinzessin ein Weihnachtskleid zu finden ist ein winzig kleines Detail wofuer ich dich liebe. Du weißt besser, was diese -unsere- Freundschaft ausmacht und manchmal habe ich das Gefuehl dir nicht genug zurueckgeben zu koennen, aber ich bin sicher - der Zeitpunkt wird kommen. Bis dahin zaehlen wir die kleinen Momente, erinnern uns an die Fruehlingstage in den Berliner Parks und die stundenlangen Gespraeche. Uns verbindet ein Band, welches untrennbar ist, nicht fuer jeden sichtbar, aber da. DANKE!

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