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Wochenrückblick #8

Montag, 28. September 2015
Manchmal, da wünschte ich mir, ich wäre nochmal achtzehn. Jünger als jetzt. Fast zehn Jahre jünger. Mit der Schule fertig, ohne Ziel vor den Augen, aber mit einem Wunsch fest in meinem Herzen. Reisen. Ein Jahr lang. Jeden Kontinent einmal betreten. Jetzt bin ich 27, habe zwei Kinder, eines davon irgendwo da wo ich nicht bin, aber wo es ihm gut geht und eines hier bei mir. Ich habe den Mann an meiner Seite, der mir diese zwei Wunder schenkte und bin lange nicht mehr gereist. Aber der Wunsch? Den gibt es immer noch. Der verstärkt sich jedes Mal dann, wenn ich wieder einen Reisebericht sehe oder lese, wenn ich mich durch all die wunderschönen Pinterest-Fotos scrolle oder einfach an vergangene Reisen denke. Manchmal, da wünschte ich mir, ich wäre nochmal achtzehn und würde vieles anders machen. Ich würde diese Reise antreten. Würde so viel von der Welt sehen, alle Ziele erreichen und über das Leben nachdenken. Das was ich eigentlich will. Vom Leben. Kennt ihr das oder bin ich damit allein? Versteht mich nicht falsch. Ich bin unendlich dankbar für mein Leben und meine Kinder und ich bin meist zufrieden mit dem was ich habe, was mir niemand nehmen kann und das ich mit Menschen zusammen bin, die ich liebe. Das da immer jemand ist an den ich mich wenden kann, der Wege mit mir geht. Aber trotzdem, da bleibt immer diese schwere Stein auf dem Herzen, wenn ich Fotos von Irland, Bali, Rom oder Neuseeland sehe. Und das sind nicht einmal annähernd all die Reiseziele die ich gerne sehen würde. Nicht um den typischen Urlaub zu machen, sondern um das Land kennen zu lernen und die Menschen, die Kultur. Diese Weltreise wird ein immer wieder aufkeimender Wunsch sein, er wird immer mein Traum bleiben und ich hoffe, dass ich ihn irgendwann wahr machen kann. Denn auch mit 40 bin ich nicht zu alt, um solch eine Reise anzutreten. Ich brauche keine komfortablen Hotels. Mir reicht ein Zelt und ein Schlafsack. Und wenn ich mich nach einem Bett sehne, reicht auch ein Hostel. Ich will zu Fuß legendäre Straßen und Gassen entlanggehen, Berge besteigen, in einer Wüste den Sonnenauf-und Untergang erleben. Ich will im Auto oder auf dem Motorrad die Route 66 und den Mulholland Drive entlangfahren. Ich möchte überall meine Füße ins Wasser halten, vielleicht in jeden Ozean einmal. 

Es ist starkes Fernweh, verbunden mit einem Gefühl etwas "verpasst" oder einfach nicht erlebt zu haben. Aber ich bin noch jung und es ist nicht unmöglich, dass nicht eines Tages dieser Traum Wirklichkeit wird. Und vielleicht kommt die Püppi auch einfach mit. Wenn sie die Schule beendet hat und das ihr Wunsch ist? Warum nicht gemeinsam erleben, wenn das für sie passt. Und wenn sie nur ein bisschen ist wie ich, dann weiß ich, dass sie das niemals bereuen würde und nicht eines Tages darüber schreibt, nicht genug von dieser wunderschönen Welt gesehen zu haben. 

// Würde euch ein seperater Bericht über meine Traum-Reiseziele interessieren?



S C H Ö N S T E R  M O M E N T

Es gab so so viele kleine Momente in den letzten zwei Wochen, dass ich mich auf keinen einzelnen festlegen möchte. Wann immer die Püppi mir um die Arme fällt, weil sie mich vermisst hat oder wann immer sie mein Gesicht in beide Hände nimmt und sagt: "Mama, ich liebe dich so sehr" schmilzt mein Herz dahin, es wird ganz warm in mir drin und ich sauge die Momente tief in mich ein und erinnere mich immer wieder so gerne an sie. Auch liebe ich es mittlerweile sehr, wenn sie sich nachts einfach zu uns ins Bett schleicht und ganz ruhig weiterschläft. Am nächsten Morgen sehe ich sie dann noch schlafen, ihr Atem geht ganz ruhig und ihr kleiner Mund ist leicht geöffnet und dann muss ich sie irgendwann wecken und ihre kleinen Äuglein öffnen sich sofort und sie hat direkt etwas zu erzählen, ganz schlaftrunken sind das meist viele Sachen durcheinander und das ist wirklich zuckersüß.


E S S E N  G E N O S S E N

Letzte Woche habe ich aus einem neuen Kochbuch ein wahnsinnig leckeres Rezept ausprobiert. Es gab Flammkuchen mit Trauben und Zwiebeln. Das war so so lecker. Die Kombination klingt im ersten Moment vielleicht merkwürdig, aber gerade die Mischung aus der herben, scharfen Zwiebel und den süßen Trauben war ein Gedicht. Außerdem buk ich mit der Püppi am Wochenende endlich Pflaumen-Zimtschnecken und die waren auch so lecker. Nur machen Zimtschnecken durch den Hefeteig immer so satt, dass man die zu dritt gar nicht schafft (außer man isst den ganzen Tag nichts anderes, höhö). Und zu guter Letzt habe ich mit dem Zukkermädchen auch mal wieder eine Marmelade gekocht. Wieder mit Chia Samen, denn das geht so einfach, schmeckt herrlich frisch und geht ruckzuck. Wie es sich für den Herbst gehört haben wir die Marmelade auch aus typischen Herbstfrüchten-und Gewürzen hergestellt: Feigen, Pflaumen, Zimt. Nachmachen? Auf jeden Fall!

Achja und da gab es da noch einen fabelhaften Smoothie. Einen mit den letzten, dunkelpinken Himbeeren aus Deutschland, Kaki, Joghurt und Banane. Geschichtet mit dem Lieblingsmüsli ein wirklich sättigendes Frühstück.


H E R B S T L I C H E S  B L O G V O R H A B E N 

Einige von euch wissen es vielleicht schon, einigen ist es eventuell neu: Ich liebe den Herbst. Neben dem Frühling ist er meine liebste Jahreszeit. Auch an grauen Tagen. Er inspiriert mich am meisten, lässt mich aufblühen und Ideen in mir wachsen ins Unendliche. Daher möchte ich dieses Jahr auf dem Blog eine kleine Herbstserie starten. Ich möchte mit euch tolle Rezepte und Do It Yourself-Ideen teilen. Ich möchte viele viele schöne Herbstfotos machen und auch diese mit euch -hier auf dem Blog- teilen. Die Farben im Herbst geben den Fotos so viel Magie und Tiefe, wie in keiner anderes Jahreszeit. Die schönsten Sonnenuntergänge? Erlebt man im Herbst und das zu einer Uhrzeit, in der man oft gerade auf dem Heimweg ist und ihn festhalten kann. Wir sammeln Blätter, Stöckchen, Eicheln udn Zapfen. Kastanien haben wir zuletzt leider nicht gefunden. Es wird gebastelt, gemalt, gebacken und gekocht. Wir trinken heiße Schokolade, zünden die ersten Kerzen an und kuscheln uns in Decken. Der Herbst ist so gemütlich und trotzdem so aufregend. Nach oder während des Regens durch Pfützen springen, den Spielplatz unsicher machen und anschließend noch mit dem Laufrad eine Runde durch den Park drehen, vorbei am Fluss und Enten bestaunen. Endlich wieder Stiefel, Schlauchschal und Capes, Trenchcoats... wobei, nachdem ich mich diesen Sommer an Shorts gewagt habe, fehlt mir diese Freiheit nicht viel tragen zu müssen, tatsächlich ein wenig. Aber der Herbst? Der ist trotzdem nicht zu toppen.


G E L E S E N / G E S E H E N / G E K L I C K T 

Gelesen habe ich unter anderem diesen Artikel, in dem es darum geht, dass eine Hausfrau ein Burn-out erlitten hat und warum es wahrscheinlich dazu gekommen ist. Es gibt da in den meisten Fällen, nicht den einen Auslöser - am Ende kommt zu viel zusammen und darauf reagiert der Körper. Ich bin der Meinung: Das kann jedem Menschen passieren. Dabei ist es egal, ob du Hausfrau oder Manager bist. Angestellter oder Chef. Bauarbeiter oder Arzt. Es kommt auf den Menschen an. Und ja, vielleicht kommt es auch ein bisschen darauf an, wieviel Acht man auf sich und seinen Körper gibt, vielleicht könnte man es verhindern, wenn man es frühzeitig erkennt und sich helfen lässt. Doch so leicht ist das eben nicht und erklärt ist das mit den paar Sätzen noch lange nicht. Was mich so geärgert hat und warum ich das mit euch teilen möchte? Das sind die Kommentare, bei denen ich mich fast übergeben musste. Das war so an den Haaren herbei gezogen und von "Die soll sich nicht so anstellen" über "Meine Mutter/Oma hat das früher auch gechafft und noch viel mehr" bis hin zu "Hausfrau sein ist kein Fulltime Job, Kinder auch nicht und überhaupt hat sie es sich ja so ausgesucht" ist alles dabei. Ich frage mich ernsthaft: War der Mensch schon immer so? Oder ist er erst so geworden? Und sind die Menschen überall auf der Welt gleich? Wenn nicht, dann würde ich gerne auswandern. Danke! Ich meine, mit welcher Berechtigung nimmt sich ein fremder Mensch raus, über diese Frau und ihre Krankheit zu urteilen, ohne sie zu kennen? Nur weil er diesen einen Artikel gelesen hat? Und was soll das überhaupt: "Das hat sie sich so ausgesucht" - sagt man das dem Manager auch? Der wollte ja ganz nach oben, kein Wunder das der ein Burn-out hat? Und überhaupt, da musste man lesen: "Sie hätte ja auch Kuchen kaufen können" oder "Sie hätte ja gar keinen Kindergeburtstag ausrichten müssen." Hallo? Erde an Mensch! Wenn sie das doch aber gern möchte und überhaupt? Soll ich jetzt keinen Kuchen mehr selbst backen, weil es sein könnte das ich in 30 Jahren ein Burn-out erleide? Ja, vielleicht übertreibe ich, aber da werde ich richtig wütend, wenn ich so viel Stuss lesen muss. So geht es doch nicht!

Gesehen habe ich die erste Folge von "House Of Cards". Hat mich aber ehrlich gesagt nicht wirklich abgeholt. Hat die einer von euch schon gesehen oder weiß, ab wann es da richtig zur Sache geht? Ich habe auf jeden Fall keine Lust mich erst durch 10 Folgen zu quälen, ehe die Serie Spaß macht. Derzeit warte ich sehnsüchtig auf alle kommenden Serienstarts, dann habe ich dahingehend auch wieder mehr zu erzählen. 

Geklickt habe ich mich durch diverse Blogs auf der Suche nach Inspiration. Leider schaffen das mittlerweile die wenigsten. Alles andere langweilt mich sehr. Da war nur der eine Blogeintrag von einer meiner liebsten Bloggerinnen, bei der ich noch jeden Beitrag lese und immer wieder Inspiration finde: Vera von Nicest Things. Durch sie bin ich auch auf den Shop Hejvin aufmerksam geworden. Dieser verbinden Musik mit Wein. So gut! Eine perfekte Geschenkidee, wenn ihr eine Person kennt, die auf gute, alte Musik und grandiosen Wein steht. Das alles kommt in einer wunderschönen Verpackung (Wein + Schallplatte). Also mir könnte man damit sofort eine Freude machen. 


F A B E L H A F T E  U N T E R N E H M U N G E N 

Vergangene Woche Sonntag waren wir, so wie das letzte Jahr auch schon, auf dem Kindertag in Leipzig. Schön war es wieder, auch wenn die Püppi anfangs ganz schön zickig war und mir etwas die Laune verdarb. Man will den Kindern ja nur eine Freude bereiten und dann ist doch immer was. Aber nachdem sie dann noch ein paar Mal Karrusell fahren durfte, riesengroße Seifenblasen machte, wir Quarkbällchen und Pommes aßen, ging es schon viel besser. Ganz viel gute Laune und Energie wurden dann dazu aufgewendet noch viel mehr Karrusell zu fahren, ein Feuer zu löschen, auf eine Torwand zu schießen, an einem Rad zu drehen, Gemüse zu erraten und Wackelaufgen zu gewinnen. Es war am Ende ein doch wirklich schöner Tag, auch wenn der Mann und ich zugeben mussten, dass es uns letztes Jahr besser gefiel, wobei wir das auch nicht genau an einer Sache festmachen konnten. Aber ich bin sicher, wir sind nächstes Jahr wieder mit dabei. 

Ansonsten ist und bleibt alles Alltag. Die Püppi und ich gehen regelmäßig nach dem Kindergarten noch auf den Spielplatz und bleiben dann dort noch 2-3 Stunden. Die kühle Luft, die uns aber nicht frieren lässt tut einfach so gut, dass wir das Wetter immer sehr auskosten. Einmal waren wir auch Enten füttern. Da war das Zukkermädchen ganz begeistert und hätte am liebsten säckeweise Brot an die Enten verfüttert. 



P L Ä N E  F Ü R  D I E S E  W O C H E 

Haben wir keine. Ich möchte gerne noch mit der Püppi ein Buttermilchbrot backen. Und dann werden wir sicher wieder den Spielplatz unsicher machen und ich lasse mir ganz viel Sandkuchen, Sandeis und Suppe machen. Am Samstag ist im Zoo Dresden ein Kinderfest, welches ich sehr gerne mit der Püppi besuchen würde... ich hoffe der Dienstplan vom Mann spielt mit. 

Meine Lieblingsbücher / Buchvorstellungen

Samstag, 19. September 2015
Endlich endlich endlich! Lange angekündigt, fast in Vergessenheit geraten und jetzt doch auf meinem Blog: Buchvorstellungen. Und in welche Jahreszeit passt das besser als in den Herbst oder den kommenden Winter? Am liebsten lese ich abends, ganz in Ruhe. Eingekuschelt in eine Decke mit einem warmen Tee und Kerzenlicht. Aber ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob ich so etwas kann. Ich meine, natürlich, jeder kann Bücher vorstellen. Mein Ziel jedoch ist es, dass ich euch durch meine Rezensionen für das Buch begeistern kann. Und das nicht, weil ich davon einen Nutzen hätte, sondern weil ich möchte, dass ihr die Bücher lest die mich begeistern und euch im besten Fall auch. Deshalb lasst mir doch sehr gerne ein Feedback da, ob ihr das so in Ordnung findet oder was ich eventuell besser machen könnte. Eines schon mal vorweg, für alle die vielleicht Angst vor Spoilern haben: Ich verrate definitiv nicht zu viel vom Buch, denn das kann ich selbst  nicht leiden. Wenn ich eine Rezension lese, dann möchte ich das Buch danach bestenfalls lesen und nicht schon wissen was haargenau passiert. Ebenso handhabe ich das hier auf meinem Blog. Ihr könnt euch also ruhig durchlesen, was ich zu den Büchern zu sagen habe. Meistens schwafele ich vermutlich eh mehr drumherum. Aber ich finde es auch wichtig zu erfahren, warum einen Menschen ein bestimmtes Buch begeistert und was es in ihm ausgelöst hat. 

Ebenfalls werdet ihr bei mir keine schlechten Rezensionen finden. Das hat mehrere Gründe. Erstens: Ich informiere mich meistens so genau über Bücher, dass ich meistens nicht enttäuscht werde. Ich weiß was mir gefällt und bin zweitens: kein kritischer Leser. Ich bin niemand, der alles schlecht redet oder das Haar in der Suppe sucht. Ich bin niemand, der über Bücher herzieht. Dann halte ich einfach meinen Mund. Nichts nervt mich mehr, als so fiese Amazon-Bewertungen, die meistens nicht mal wirklich etwas mit dem Buch zu tun haben. Nein, ich muss mich nicht mit jedem Protagonisten identifizieren können. Nein, ich muss nicht jeden Charakter sympatisch finden. Charaktere brauchen wir für mich tiefe, sollten nicht zu weichgezeichnet und perfekt sein .... denn mal ehrlich, das ist doch viel unrealistischer, als ein Charakter der böse ist, Macken hat oder psychopatisch ist. Das gibt es nun mal wirklich. UND, wenn man nicht gerade eine Biographie oder ähnliches liest, sind Bücher immer noch Bücher und somit in dem Kopf eines Autors entstanden. Da kann es schon mal passieren, dass einige Abschnitte ein wenig überzogen wirken. Ihr seht, ich bin kein sehr kritischer Leser, was aber nicht bedeutet, dass mir alles egal ist. Ich mag wirklich durchdachte und intelligente Geschichten, vorzugsweise Thriller und Psychothriller, aber wenn mich ein Buch fesselt, ist das Genre am Ende zweitrangig. Daher werdet ihr hier vermutlich immer nur Bücher finden die eine 4 oder 5 Herzen-Bewertung haben, aber nicht nur Thriller. Ich werde nach und nach all die Bücher rezensieren, die ich so bisher gelesen habe und die auch noch immer in meinem Kopf sind, sei es auch schon 5 Jahre her. Ich hoffe, ihr habt daran genauso viel Spaß wie ich.


G O N E  G I R L
GENRE: DRAMA | AUTORIN: GILLIAN FLYNN | SEITEN: 592 | ERSTAUFLAGE: APRIL 2012 | FÜNF VON FÜNF

Ich bin mir fast sicher, jeder Zweite hat dieses Buch schon gelesen oder es wenigstens schon einmal in der Hand gehabt. Wenn nicht, dann habt ihr vielleicht die Verfilmung gesehen. Ich habe zuerst das Buch gelesen, um anschließend den Film schauen zu können. Lange bevor der Film in die Kinos kam, hatte ich das Buch beendet. Dennoch hoffe ich vielleicht die Menschen zu erreichen, die das Buch noch nicht gelesen haben oder aber die, die immer wieder skeptisch waren, ob sie das Buch nun lesen sollten oder nicht. Aber worum geht es überhaupt? Es gibt zwei Hauptprotagonisten: Nick und Amy Dunne. Ein scheinbar glückliches Ehepaar, welches die perfekte Ehe führt. Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Amy Dunne und einmal aus der Sicht von Nick Dunne geschrieben. Während wir bei Amy im Tagebuch lesen, sind wir bei Nick direkt in der Gegenwart. Alles beginnt damit, dass Amy urplötzlich verschwindet. Die Beweise legen ein Verbrechen nahe und Nick wird nach und nach zum Hauptverdächtigen.

Mehr kann und will ich nicht verraten, denn das würde dem Buch die ganze Spannung nehmen. Auch wenn die Einführung zunächst lapidar klingt, so kann ich euch versichern, dass das Buch unheimlich fesselnd geschrieben ist. Gillian Flynn hat eine etwas "rotzige" Schreibweise, aber ich mag das gerne. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund. Vermutlich werdet ihr keinen der Hauptprotagonisten sympatisch finden, aber das braucht ein Buch für mich auch nicht, um fabelhaft zu sein. Ich bewundere Gillian Flynn für das, was sie mit mir gemacht hat, während ich das Buch gelesen habe. Immer wieder war ich schockiert, aufgeregt und wurde mit unschönen Wahrheiten konfrontiert. Zudem konnte ich es kaum beiseite legen, weil ich unbedingt wissen musste, wie das Buch weiter geht und wie sich die ganze Geschichte auflöst. Sehr intelligent inszeniert und wenig verwunderlich, dass sich ausgerecht David Fincher an die Verfilmung gewagt hat.

// Die Verfilmung ist wirklich gut. Ich finde aber, dass es dem Film die komplette Spannung nimmt, wenn man das Buch schon kennt. Deshalb: Buch lesen!





M E I N  W I N T E R  M I T  G R A C E
GENRE: DRAMA | AUTOR: RICHARD PAUL EVANS | SEITEN: 224 | ERSTAUFLAGE: NOVEMBER 2010 | FÜNF VON FÜNF

Mein Winter mit Grace ist wohl eines der besten Bücher, welches ich jemals gelesen habe und auch lesen werde. Dieses Buch hat mich so tief im Herzen berührt, es hat mich aufgewühlt und sehr lange nicht mehr losgelassen. Am Ende des Buches habe ich unzählbar viele Tränen vergossen, sodass ich euch dieses kleine Meisterwerk unbedingt ans Herz legen muss. Aber worum geht es überhaupt? Wir schreiben das Jahr 1962 in Salt Like City. Grace ist ein junges Mädchen und offensichtlich obdachlos. Eric ist erst vor kurzem mit seinen Eltern in die Stadt gezogen. An einem kalten Herbsttag trifft er auf Grace. Da sie ihm Leid tut, quattiert er sie in dem kleinen Gartenhaus seiner Eltern ein. Nach und nach kommen sich Grace und Eric näher, sie werden Freunde und schließlich verlieben sie sich auch. Doch die junge Liebe droht an einem Geheimnis zu zerbrechen, welches Grace unter keinen Umständen preisgeben will, aber es ist schlimmer, als Eric es sich vorstellen kann.

Mein Winter mit Grace erzählt die Geschichte zwei junger Menschen, welche durch Zufall zueinander finden und sich nahe kommen. Dabei ist das Buch überhaupt nicht kitschig, sondern sehr berührend. Es ist nicht aufdringlich, sondern zurückhaltend. Es gibt dir so viel Wärme und lässt dich kalt im Regen stehen, wenn du am Ende angelangt bist. Das Buch ist höchst gefühlvoll, vereinnahmend und erschütternd zugleich. Die einzelnen Stränge und Verbindungen, die Vielschichtigkeit, welche das Buch mitbringt, kann keine Rezension erfassen. Aber wenn ihr euch in diesen Herbst/Winter für nur ein Buch entscheiden dürftet, dann sollte es unbedingt dieses sein!




R A C H E K I  N D 
GENRE: THRILLER | AUTORIN: JANET CLARK | SEITEN: 512 | ERSTAUFLAGE: JANUAR 2013 | FÜNF VON FÜNF

Rachekind ist mein jüngst beendetes Buch und es hat mich wirklich beeindruckt. Ich konnte es tagsüber wirklich kaum abwarten am Abend, wenn die Püppi im Bett ist, das Buch in die Hand zu nehmen und die nächsten Seiten zu lesen. Es hat mich so wahnsinnig gefesselt, dass ich gar nicht anders konnte, als selbst auf meine ausstehenden Folgen der Lieblingsserien zu verzichten. Somit hatte ich das Buch noch schneller beendet als Gone Girl. Aber worum geht es überhaupt? Rachekind erzählt die Geschichte der jungen Mutter Hanna, dessen Mann von den einen auf den anderen Tag spurlos verschwunden ist. Alle denkbaren Möglichkeiten scheinen unrealistisch und plötzlich beginnt ihre einjährige Tochter Lilou sich komisch zu verhalten. Es wirkt gerade so, als könnte sie mit ihrem Vater kommunizieren. Als diese dann fast entführt wird, begibt sich Hanna selbst in große Gefahr um herauszufinden, was mit ihrem Mann passiert ist.

Janet Clark versteht es, in ihrem Buch einen Spannungsbogen aufzubauen und diesen auch zu halten - bis zum Ende. Sie schreibt mit einer wunderbaren Leichtigkeit und trotzdem mit so viel Tiefe, die dieses Buch auch benötigt. Das Buch besticht durch die einfallsreichen Wendungen, die toll gezeichneten Charaktere und mit einem Ende, das so wohl kaum ein Leser erwartet hat. Mich ließ es ein bisschen verstört zurück. Aber das ist es, was ich an Büchern liebe. Wenn sie in mir wahre Gefühle wecken und mich nachdenklich stimmen. Wenn ich sie einfach nicht vergessen kann - Rachekind ist eines dieser Bücher und wenn ihr es lest, wird es euch danach sicher ebenso gehen.

Wochenrückblick #7

Montag, 14. September 2015
Wie geht es euch? Ich hoffe, es ist alles in Ordnung? Ich meine diese Frage ernst, das ist keine hohle Phrase. Ich möchte es wirklich wissen. Ich interessiere mich ehrlich für Menschen und ich weiß, dass das heutzutage nicht mehr normal ist, obwohl es das sein sollte. Es gibt Länder, in denen ist das normal. Und da wollen sie auch wirklich wissen, wie es dir geht und fragen nicht einfach nur aus Höflichkeit oder weil man das eben so macht. Ich würde es wirklich schön finden, wenn wir uns einfach wieder mehr füreinander interessieren. Ganz ehrlich und aufrichtig. Wenn wir einmal Religion, Hautfarbe, Aussehen oder dergleichen außen vor lassen und uns einfach miteinander beschäftigen. Damit wir uns kennenlernen. Damit wir wissen mit wem wir es zu tun haben. 

Leider musste ich erst vor kurzem wieder eine schlechte Erfahrung machen. Es war diese Familie, mit der wir uns Anfang des Sommers gut verstanden haben. Bei der wir dachten, das würde unser Sommer werden. Bis sich herauskristallisierte, dass diese Menschen so ganz anders sind als wir. Und nein, weder der Mann, noch ich, sind oberflächlich. Hier geht es wirklich um Dinge, die für uns unumstritten sind. Für die es nur ein richtig gibt und da sind wir um Gottes Willen nicht engstirnig. Das fängt bei der Erziehung oder den Ansichten dazu an. Dieses Kind hört niemals ein "nein" und kennt keine Grenzen. Dieses Kind hat keine Empathie und wie mir schmerzlich bewusst wurde, hat sie das von ihren Eltern. Denn ebenso wie ihr Kind, zeigen auch diese, keinerlei Empathie. Ihnen ist es egal, wenn sich jemand wegen ihnen schlecht fühlt oder verletzt ist oder gar wegen ihnen weint. Da kommt keine Entschuldigung, keine Erklärung, keine Umarmung. Da fehlt es an allen Enden. 

Verstärkt hat sich dieses Gefühl, als ich die politische Einstellung der Familie kennenlernte. So wurde ich bei Facebook täglich mit rassistischen Beiträgen bombardiert. Aus jedem Zusammenhang gerissen, mit Fehlinformationen gespickt und immer mit der Ausrede: "Ich bin ja kein Nazi, aber..." - und DAS bin ich so Leid. Wenn nicht schon vorher ein Punkt erreicht geworden wäre, dann spätestens hier. Denn wenn ich ganz ehrlich zu euch sein darf (und ich weiß, ich darf das, denn ich habe bisher keinen einzigen Leser verloren), mit solchen Menschen möchte ich einfach nichts zu tun haben. Ich möchte sie nicht sehen, nicht hören welche Halbwahrheiten sie zu verbreiten haben oder mir auch noch ihre Meinung aufzwingen wollen. Ja, ich mache meinen Mund auf, wenn es sein muss ... aber eigentlich will ich das nicht müssen. 

Begeistert war ich dafür von unserem letzten Elternratstreffen, bei dem ich spürte und bei dem auch bewusst wurde, dass wir alle auf derselben Seite stehen. Am zweiten Okotober ist etwas größeres geplant, an dem ich gerne teilnehme. Am zweiten Oktober ist "Tag des Flüchtlings". Mehr zu dem was wir geplant und dann auch getan haben, werde ich euch zu gegebener Zeit wissen lassen. Ich bin froh helfen zu können, eine Hand zu reichen oder ein Lächeln zu schenken. So wie ich es am Samstag mit der Püppi tat.



S C H Ö N S T E R  M O M E N T

Das weiß ich noch ganz genau. Es war ein Samstag oder ein Sonntag und wann immer der Mann erst etwas später zur Arbeit muss oder auch frei hat, kann ich länger schlafen. Grundsätzlich gilt für mich aber trotzdem nicht länger als bis 9h zu schlafen. An diesem einen Tag weckte mich die Püppi ganz liebevoll und kam mit ihrem Rabe Socke Buch noch ins Bett gekrabbelt. Sie hat mir "vorgelesen" und sich an mich gekuschelt. Ich sagte ihr verschlafen "Guten Morgen" und sie sagte das ebenso. Dann kam es ganz plötzlich und völlig überraschend und sie sagte: "Du bist die Beste" - Ganz ehrlich? Da ist mein Herz wirklich übergelaufen vor Liebe und ich habe sie noch viel fester an mich gedrückt. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn dein eigenes Kind so etwas zu dir sagt und dir damit so viel Liebe schenkt und das in diesem Moment nicht einmal ahnt. Weil für sie alles so selbstverständlich und bedingungslos ist. Für mich war es einer der Momente, den ich nie wieder in meinem Leben vergessen werde, er hat sich fest in meinem Herzen verankert und dort, kann ich ihn immer und immer wieder abrufen.



S C H L I M M S T E R  M O M E N T

Wo fange ich da an? Vielleicht einfach bei meinem "Unfall" im Freibad, bei dem ich mir -vermutlich- ganz stark die Ferse prellte. Jedenfalls konnte ich froh sein, dass ich es aus dem Freibad rausgeschafft habe. Nach den Treppen wäre ich aber dennoch fast umgekippt. Dennoch habe ich den Fuß vermutlich wieder zu früh stark belastet und immer noch Schmerzen wenn ich längere Strecken zurücklege. Daran knüpfte ein paar Tage später eine Nacht an, die ich eigentlich nur noch verdrängen möchte. Ich habe mich im 30 Minuten Takt übergeben, obwohl irgendwann nur noch Magensäure zum Übergeben vorhanden war. Ich zitterte und fühlte mich schon ziemlich dehydriert, ließ mir um 4h morgens unter Schmerzen eine warme Wanne ein, kann mich aber kaum noch daran erinnern. Konnte dann doch mal ein paar Minuten schlafen um mich dann weiterhin zu übergeben. Es war das allererste Mal, dass ich die Püppi weder in den Kindergarten bringen, noch abholen konnte. Ich lag flach mit Tee und Wärmflasche und Vomex. Irgendwann musste ich mich wenigstens nicht mehr übergeben. Ich konnte flüssige Nahrung zu mir nehmen und kam langsam wieder zu Kräften. Und letzte Woche plagte mich dann noch ein Schnupfen mit fiesen Gliederschmerzen. Aber jetzt geht es langsam wieder, hoffe ich. Reicht auch erstmal!



E S S E N  G E N O S S E N

In den letzten Wochen habe ich endlich wieder neue Dinge ausprobiert und meine Liebe zum Kochen & Backen somit erneut entfacht. Ehrlicherweise habe ich die Wochen vorher immer nur dasselbe gekocht und oft auch gar keine Lust gehabt. Aber der Wechsel von Hochsommer zu Spätsommer und Herbst macht so viel Lust auf gemütliche Stunden zuhause in denen man leckeren Kuchen backt und neue Suppen kreiert. Eine Suppe war zwar noch nicht dabei, aber das ist für diese Woche ganz fest vorgenommen. Kürbis, Kartoffel, Karotten, Erbsen, Kokusnussmilch, Limetten und viele andere Dinge liegen schon bereit.
Mein Lieblingsessen derzeit ist ein neues Rezept mit Pasta. Dazu das vermutlich allerbeste Mozzarella-Pesto, Zucchini und Hähnchen. Es ist wirklich der WAHNSINN! 

Außerdem habe ich mit dem Zukkermädchen endlich mal wieder gebacken. Etwas das den Herbst einläutet: Pflaumenmus-Mandel-Marmorkuchen. Auch dieser war einfach himmlisch. Noch lauwarm haben wir gemeinsam das erste Stück Kuchen genossen. Unbedingt nachmachen!

Ebenso wieder entfacht - wie jedes Jahr um diese Zeit - ist meine Teeliebelei. Diese lebe ich immer nur im Herbst und Winter aus, da bin ich sehr durchschaubar. Im Frühling und Sommer greife ich dann doch lieber zu Kaltgetränken wie Schorlen, selbstgemachten Eistee und Limonade. Derzeit meine liebste Teesorte: Heidelbeer Vanille!



M U S I K  D I E  M I C H  G L Ü C K L I C H  M A C H T E

So so viele wunderbare Musikstücke haben mich in den letzten Wochen begleitet. Da ist vermutlich für jeden Geschmack etwas dabei und jeder wird sicher mindestens einen Song vorfinden, den er nicht mag - ich teile sie trotzdem ALLE mit euch!

Leslie Clio - Eureka  / Schon beim ersten Mal hören, bekam ich diesen Ohrwurm nicht mehr aus dem Kopf. Er macht mir unheimlich gute Laune und untermalt die Spätsommertage mit viel Sonnenschein ganz wunderbar. Große Liebe!

Glasperlenspiel - Geiles Leben / Ich liebe die Message, die der Song rüberbringt und die damit verbundene Stärke. Und mit seiner Melodie macht auch dieser Song mir gute Laune und lässt mich jedes Mal laut mitsingen.

Ed Sheeran - Photograph / Seine Stimme verzaubert mich immer wieder, vor allem wenn sie so klar heraussticht wie in diesem Song. Gefühlvoll und melancholisch wie immer. Aber auch das höre ich sehr gerne. Berührt mein Herz, lässt mich nachdenken und in Erinnerungen schwelgen.

Donots - Dann ohne mich / Riesengroße Liebe! Für die Donots auf deutsch, die man sonst nur mit englischen Texten kennt (Lieblingslieder: Big Mouth, Private Angel, Saccharine Smile & Stop The Clocks). Riesengroße Liebe für die Message die Ingo da in die Welt rausgebrüllt hat #refugeeswelcome und einfach riesengroße Liebe für Punk-und Alternative-Rock!

Sido & Andreas Bourani - Astronaut / Ging sofort ins Ohr und ich war schon immer Fan von Rap gepaart mit gutem Gesang. Andreas Bourani klingt toll. Die Art von Musik weckt auch Erinnerungen an meine Jugend in der ich vorwiegend wirklich viel Rap und Hip Hop gehört habe. Für mich schwingt auch etwas Melancholie in der Melodie, was ich sehr gerne mag. Plus: Die Message ist cool: Einfach mal ZUhören!

Dann waren da noch: Ewig - Ein Geschenk / Yvonne Catterfeld - Lieber So / Cro - Bye Bye



S E R I E N  D I E  I C H  G E L I E B T  H A B E

Devious Maids Staffel 3 habe ich fast beendet und wieder einmal für großartig befunden. Die richtige Mischung aus Humor und Spannung. Pretty Little Liars ist schon wieder in der wohlverdienten Pause und Teil zwei der 6. Staffel folgt Ende Januar/Anfang Februar. Die Auflösung und dieser WHAT?!-Moment im Season Finale hat vielen nicht gefallen, ich aber fand' ihn FA-BEL-HAFT! Wirklich wirklich grandios. Ich danke I. Marlene King dafür und kann es kaum erwarten in die zweite Hälfte zu starten. Und danach gibt es nur noch eine Staffel, da werde ich schon jetzt ganz wehmütig. Bei Orphan Black bin ich auch fast durch und ich liebe diese Serie nach wie vor. Mit How To Get Away With Murder, eine der besten Serien in diesem Jahr. Bald folgt auch ein neuer Post zu Serienempfehlungen! Zuletzt habe ich auch die neuesten Staffeln von 2 Broke Girls und Mom beendet. Die finde ich toll und lustig, dabei bin ich nicht sehr für komödiantisches zu haben. Aber die beiden Serien schaue ich gerne mal zwischendurch. Und da wir nun das Sommerloch verlassen, starten bald wieder viele Lieblingsserien von mir und dem Mann. Da wären: Supernatural, The Blacklist, Scandal (okay die schaue nur ich, haha), How To Get Away With Murder, Secrets and Lies usw.! Ich kann es kaum erwarten. Dicke Kuscheldecken, Kerzen, Tee und Serien - die perfekten Abende in dieser Jahreszeit.



G E L E S E N  U N D  G E K L I C K T

Ich habe wieder ein paar Seiten in meinem aktuellen Buch: Manche Mädchen müssten sterben gelesen und mich immer wieder zu dem Buch Girl On The Train geklickt. Vielleicht sollte ich es endlich kaufen, das andere unterbrechen und mich nicht ewig meiner scheinbar zukünftigen Liebe verwehren ;) 

Desweiteren bin ich auf diversen Plattformen gewesen auf denen Konzertkarten verkauft werden. Ganz oben auf meiner Liste? Beatsteaks in Dresden, Donots in Leipzig und Ludovico Einaudi in Berlin. Ich hoffe, einen dieser Wünsche kann ich mir erfüllen. 

Auf Blogs bin ich kaum gewesen. Mein Blogreader wies ungelogen über 300 ungelesen Blogeinträge auf. In zwei Wochen habe ich es geschafft diesen auf 0 zu setzen. Etwas Einprägendes war trotzdem nicht dabei, ausmisten ist angesagt.



G U T E  I N V E S T I T I O N

Wir haben die Garderobe der Püppi für den Herbst und Winter aufgestockt und müssten sogar soweit komplett durch sein, wenn ich nichts vergessen habe. Winter-Matschkleidung haben wir noch nicht gekauft. Für den Kindergarten hat sie noch die aus dem letzten Jahr und die passen auch noch wunderbar. Sollte es wirklich gar nicht mehr aufhören zu schneien, werden wir kurzfristig noch dick gefütterte Stiefel und eine Winterjacke kaufen. Sollte es nicht so kommen, sind wir erst einmal für alles gewappnet. Für den Übergang und wärmere Herbstage hat die Püppi diese wunderschöne Sweat-Wichteljacke von Petit Cochon. Darüber werde ich aber demnächst mehr auf dem Blog berichten. Für die kalten Herbst-und normalen Wintertage haben wir uns ebenfalls für eine Jacke von Petit Cochon entschieden und zwar für diese. Es ist eine Wollwichteljacke in rot. Eine traumhafte Jacke, die ich am liebsten für mich selbst hätte. Bei den Stiefeln habe ich ewig hin-und her überlegt und mich schließlich für die Bobux Splash Boots entschieden. Wieso, weshalb, warum werdet ihr ebenfalls noch in einem seperaten Post erfahren!



F A B E L H A F T E  U N T E R N E H M U N G E N

Das Schönste für die Püppi waren unsere Besuche im Freibad, wenn das Thermometer mal wieder 29 oder noch mehr Grad anzeigte. Sie ist eine richtige Wasserfee und bekommt gar nicht genug. Sie liebt es sich nass zu spritzen, die Rutsche mit Karacho runterzusausen oder einfach nur zu planschen. Einmal trafen wir dort auch Kindergarten-Freunde und eine Mama und ihre Tochter, die wir durch den Geburtsvorbereitungskurs kennen lernten. Das war eine wirklich schöne Zeit und wir werden defnitiv im Herbst und Winter das Schwimmbad besuchen. Es kann eben doch so einfach sein ein Kind glücklich zu machen.

Immer noch besonders sind unsere Ausflüge in den Sonnenlandpark. Es ist immer wieder aufregend für die Püppi, die sich dort richtig austoben kann. Es gibt so viel zu entdecken und zu erleben, es ist schön zu sehen, wie sie sich auf alles einlässt. Noch einmal im September wollen wir den Sonnenlandpark besuchen und damit "unseren Sommer" gebührend ausklingen lassen.



P L Ä N E  F Ü R  D I E S E  W O C H E 

Unter der Woche ist nicht viel geplant. Heute haben wir schon den Wocheneinkauf erledigt. Der Mann kann Ende der Woche sein neues Handy abholen und ab Donnerstag dürften wir endlich schnelleres Internet haben. Dafür ist das Wochenende dieses Mal ausgeplant. Am Samstag feiert die Oma vom Mann ihren Geburtstag in einem Restaurant. Eventuell werden wir vorher noch mit der Püppi ein kleines "Shooting" im Wald machen und Steine, Stöckchen, Eicheln sammeln. Am Sonntag fahren wir dann auf das Kinderfest nach Leipzig, welches uns letztes Jahr schon so gut gefallen hat. Darauf freue ich mich schon sehr. Die Püppi ist ein Jahr älter und kann sicher noch mehr der Attraktionen mitmachen. Auch wenn sie den ganzen Tag auf einer Hüpfburg und einem Karussell verbringen könnte (hier gelangt ihr zu meinem Eintrag vom letzten Jahr).



Du wunderbares, großes Mädchen

Donnerstag, 10. September 2015
Nun ist es schon weit über einen Monat her - die Püppi wechselte von ihrer U3 Bienchengruppe in die Ü3 Glühwürmchengruppe. Sie ist jetzt eine von den "Großen". Seitdem ist schon wieder so viel passiert, aber erst jetzt komme ich dazu, alle Eindrücke aufzuschreiben. Euch teilhaben zu lassen und es aufzuschreiben, um mich immer erinnern zu können. Denn das ist ein großer Schritt in dem Leben der Püppi und auch in unserem, der festgehalten werden sollte. Mittlerweile habe ich auch einen richtigen Eindruck und nicht nur den bekannten ersten Eindruck.

Alles beginnt in unserer KiTa damit, dass wir ein Elterngespräch führen. Das ist ja schon eine Weile her. Aber schon da sprach nichts dagegen, dass die Püppi die Gruppe wechselt. Ich hatte ja vor ein paar Monaten immer Bedenken, weil das Zukkermädchen nicht so viel spricht wie andere Kinder in ihrem Alter - jedenfalls kommt es mir so vor. Doch sie macht da täglich wahnsinnige Fortschritte. Als nächstes wird ein ungefährer Zeitraum ins Auge gefasst - meist um den 3. Geburtstag. Manche brauchen auch etwas länger Zeit. Die Püppi war mit einem anderen Mädchen somit die zweite, die die Gruppe wechseln durfte. Dazu erkläre ich nochmal kurz, wie das bei uns in der KiTa abläuft. Nachdem man aus der U3 Gruppe wechselt, gehört man quasi zu den großen Kindern. Es wechselt nie die ganze Gruppe gemeinsam, weil die Kinder in unterschiedliche Gruppen wechseln. In den meisten Fällen aber nicht alleine. Wir haben drei große Gruppen in denen Kinder von 3-6 Jahren zusammen sind. Das alles sind offene Gruppen - das bedeutet: Die Gruppen essen für sich Frühstück, Mittag und Vesper. Und die Gruppen machen jeweils für sich Sport und Mittagsschlaf. Alles andere findet in den meisten Fällen gemeinsam statt. Die Kinder, die töpfern wollen, können dies tun. Ebenso wie Küchenarbeit, Schauspiel & Tanz, Zeichnen, Basteln, Backen, Gärtnern ... da gibt es fast alles bei uns. Und dabei treffen alle Kinder aus allen Gruppen aufeinander. Nachmittags ist im großen Garten freies Spiel, wo sich alle Kinder ebenfalls wiedersehen. Einmal im Monat gibt es einen Tag an dem man jemanden aus einer anderen Gruppe in seine Gruppe "einladen" darf. Das ist auch immer schön. Und Mittwochs, da sind die Gruppen nur für sich. Alles in allem finde ich das wirklich ein ganz wunderbares System. Und ich würde mich immer, immer wieder für diese KiTa entscheiden - da gibt es wirklich keine Diskussion. Allerdings bringt das "System" auch ein paar kleine Nachteile mit sich, die sich eben erst jetzt - nach einiger Zeit, herauskristallisieren. Da wäre die Sache, dass in der jeweiligen Gruppe immer nur etwa 3-4 Gleichaltrige sind. Alle anderen sind größer und haben meistens auch schon feste Freundschaften. Natürlich wollen die ganz großen Kinder auch eher selten mit einem "kleinen" Kind spielen. Das macht es etwas schwierig eine richtige Freundschaft aufzubauen, finde ich. Da manchmal auch schon ein Kind alleine vor den anderen wechselt, weil es eben schon 2 Monate früher 3 Jahre alt wird, hat sich dieses auch schon eingelebt und evtl. eine Freundschaft mit einer fast 4-Jährigen geschlossen und so kommen die Neuzugänge da nicht mehr richtig rein und sind so ein bisschen außen vor. Das finde ich so ein mini bisschen schade. Das ist aber auch schon alles. Insgesamt funktioniert alles wirklich gut und hat auch Prinzip. Toll ist zum Beispiel, dass alle Kinder Rücksichtnahme, Respekt und Durchsetzungsvermögen stärken. Und am Ende muss die Gruppe zusammenhalten, so unterschiedlich sie auch sein mag.


Wenn dann geklärt ist, wer, wann und mit wem wechselt werden die Eltern informiert. Wir haben dann mit der Püppi darüber geredet. Wir wissen nicht genau, ob sie das so verstanden hat, aber sie hat auch nie gesagt, dass sie das nicht will, sondern hat sich darauf gefreut. Denn die kleinen Mäuse gehen schon zuvor öfter mal bei den Großen schnuppern, was das Ganze um einiges erleichtert, denke ich. Am Tag X werden die Kinder, die die Gruppe wechseln dann von ihrer Gruppe samt Erzieher/in und einer Laterne abgeholt. Ein wahnsinnig schönes Ritual, wie ich finde. Die großen Kinder zeigen den Neuankömmlingen ihre Fächer und wo sie jetzt Zahnbürste etc. finden. So schön.
Als wir die Püppi am Tag des Wechsels am Nachmittag abholten, räuberte sie schon durch den großen Garten, als hätte sie nie etwas anderes getan. Und auch die Erzieherin empfing uns gleich mit den Worten: Das haben sie aber gut gemacht mit dem Zukkermädchen. Es ist, als wäre sie schon immer hier. Das war wirklich schön zu hören. Eigentlich hatte ich nichts anderes erwartet, aber Gedanken macht man sich ja dann doch immer. Die Püppi geht nicht gerne in den Frühdienst, weil das zu viele Kinder für sie sind, aber da der Wechsel in den Sommerferien stattfand, war das etwas leichter. So waren es viel weniger Kinder pro Gruppe und sie lernte alle nach und nach kennen. Jetzt kann ich sagen, dass man wirklich schon nach den ersten zwei bis drei Tagen merkte, wie nötig dieser Wechsel war, wie unterfordert die Püppi. Plötzlich stand sie vor komplett neuen Herausforderungen, die sie bisher wirklich komplett OHNE Probleme gemeistert hat. Ihrer Erzieherin vertraut sie über alle Maße, freut sich immer wenn sie diese sieht und der Herzerzieherin geht es nicht anders. Auch in der Bienchengruppe waren die Erzieherinnen fabelhaft, aber jetzt in der Glühwürmchengruppe ist das nochmal anders, nochmal besser. Wobei eine Steigerung gar nicht möglich schien.

Seit dem Wechsel ist die Püppi noch selbstständiger und sie spricht noch viel mehr. So viel hat sie erlebt, in so kurzer Zeit und sie macht das prima. Wirklich. Ich bin so so wahnsinnig stolz, wie problemlos das abläuft. Es gab auch keinen einzigen Rückfall mit Pipi in der Hose, nichts. Die Erzieherinnen sagten, das könne mal passieren, weil dann alles neu ist und die Kinder ganz anders ins Spiel vertieft. Aber nein, nichts. Noch selbstverständlicher geht das Zukkermädchen jetzt auf die Toilette. 

Ich glaube das Zukkermädchen ist wirklich gut angekommen in ihrer Gruppe. Nach 3 Tagen konnte sie plötzlich ein viel zu großes Dreirad fahren. Sie ist geduldiger und ruhiger geworden, jedenfalls in der KiTa. Sie waren sogar einmal im Kino beim "Kleiner Rabe Socke 2" und die Püppi hat 45 Minuten ganz gespannt auf dem Kinostuhl gesessen. War richtig dabei. Zuhause quasi undenkbar. Da reichts gerade für eine Folge Sandmann. Grundsätzlich stört mich das nicht, aber beim Vorlesen war das auch immer so. Das ist wohl einer der größten Punkte, der sich geändert hat - die Püppi lässt sich vorlesen. Besteht sogar jeden Abend darauf. Immer ein Pixi-Buch und die "Heule Eule". Die muss jeden Abend vorgelesen werden und die kann sie mittlerweile selbst auswendig vorlesen. Oh Gott und ich glaube, es gibt kaum etwas süßeres. Sie imitiert dann auch immer die Stimmen, herrlich.
Und ich glaube, die Püppi wurde auch gut in ihrer Gruppe aufgenommen. Dennoch habe ich immer Angst, dass sich keine richtige Freundschaft entwickeln wird. Jedenfalls hat sie bisher keine. Dabei wünsche ich ihr das so, so sehr. Und überall höre ich, dass andere Kinder in dem Alter schon richtig dicke Freundschaften haben. Das Zukkermädchen kann halt auch wahnsinnig gut alleine spielen, sich für alles begeistern und ist deswegen auch immer auf Achse. Ein Wirbelwind eben. Aber die meisten anderen in der Gruppe haben schon jemanden oder sind eben um einiges älter. Mittlerweile scheint sich allerdings sowas wie eine kleine Freundschaft zwischen ihr und dem Mädchen zu entwickeln, mit dem sie gewechselt ist. Sie sagen zwar, die beiden können sich auch richtig anzicken, aber sie vertragen sich dann immer ganz schnell wieder. Und das Anzicken ist doch normal, oder?

Insgesamt kann ich also sagen: Die Püppi ist ganz wunderbar und ohne eine einzige Träne in ihrer großen Gruppe angekommen. Sie liebt es nach wie vor, jeden Tag in den Kindergarten zu gehen. Sie sucht sich ihren Platz, räumt die Brotdose auf den Tisch und holt sich dann Teller, Tasse und evtl. Besteck. Sie erzählt mittlerweile sofort nach dem Abholen, was sie im Kindergarten gemacht hat, ohne das ich nachfragen muss. Das finde ich so wunderbar. Vor allem, wenn ihr etwas wirklich auf dem Herzen liegt, egal ob positiv oder negativ. Ich liebe das - mich mit ihr zu unterhalten. Letztens erst, als ich mit meiner Herzfreundin telefonierte, wollte die Püppi auch mal. In den meisten Fällen sagt sie gerade mal "Hallo", aber dieses Mal hat sie der Herzfreundin alles erzählt, was sie am Tag zuvor erlebt hat und ebenso hat sie das jetzt auch mal beim Papa gemacht, als der von Arbeit kam. Es ist wirklich zum Knutschen. Natürlich ist die Püppi jetzt ein "großes Mädchen" und das lässt sie uns auch immer wieder wissen ;) Am schönsten war einmal Folgendes: Die Püppi nimmt immer ihr Kissen (den kleinen Stillmond) und ein Kuscheltier ihrer Wahl (meistens Panda) mit zum Mittagsschlaf in den Kindergarten. Mittlerweile liegen diese im Schlaffach, aber am Anfang lagen sie noch ganz oben auf der Garderobe, für die Püppi unerreichbar. Ich legte das dort am Morgen hin, die Erzieherin brachte es ihr zum Schlafen und legte es danach wieder auf die Garderobe. Als ich die Püppi also an einem Nachmittag abholte und sie Kissen und Panda erspähte, sagte sie zu mir: "Mama, ich bin ein großes Mädchen, aber da komm ich nicht ran. DU schaffst das!" Ich konnte nicht anders als zu schmunzeln und sie dann ganz feste an mich zu drücken und sie abzuknutschen, so süß war das. Und weil wir gerade irgendwie bei der Entwicklung von der Püppi sind: Die U7a haben wir ohne Probleme überstanden. Ich hatte auch null Bedenken, nachdem wir jetzt schon so lange bei dem neuen Arzt sind. Die Püppi hat echt alles super gemeistert. Ich bin so so stolz auf sie. Ohne Witz, das kann ich auch sein. Die U7a wird bei unserem Arzt oft in zwei Teilen gemacht, damit die Kinder nicht immer denken, da gibt es nur Spritzen, Blut abnehmen oder Medikamente ;) Sie haben hierfür extra eine Schwester, die auf die U-Untersuchungen spezalisiert ist. Der Arzt macht dann im zweiten Teil dann eben den Rest, wie Impfung, Körper abtasten ... nochmal ein paar Fragen stellen und schauen, ob Gewicht, Gang usw. normal sind. Jedenfalls ist die Püppi ganz normal und zeitgerecht entwickelt. Macht alles, was sie können muss. Hat einen normalen Körperbau und gute Zähne. Bei der Impfung hat sie nicht mal geweint, obwohl sie die natürlich partout nicht wollte. Aber sogar der Arzt war ganz baff, wie gut sie das weggesteckt hat, ohne eine einzige Träne. Als Belohnung gab es eine Zahnpasta und ein Traubenzucker. Die Püppi protestierte noch, sie wollte sich im Behandlungszimmer und nicht im Wartezimmer wieder komplett anziehen, aber das war dann auch schon alles. 


Habe ich schon erwähnt das ich stolz bin? Ja? Gut so. Denn das bin ich und zwar sehr. Ich habe wirklich so ein wahnsinnig tolles Kind. Natürlich hat sie ihre Macken, dieselben wie vermutlich jedes andere Kind auch, aber darüber wollen wir heute nicht reden ;) Denn wenn man mal von den vielen Nerven absieht, die sie mir raubt ist sie wirklich ein fabelhaftes, wunderschönes Mädchen mit einem riesengroßen Herzen, sehr viel Empathie und Sensibilität. Ich liebe es mitanzusehen, wie sehr sich ihr Charakter entwickelt und wie sie die verschiedenen Erlebnisse prägen. Sie ist mein kleiner Sonnenschein, mein Frechdachs, mein Herz ... einfach alles. Sie ist mein Leben. 

Mach den Mund auf! #refugeeswelcome #bloggerfuerfluechtlinge

Freitag, 4. September 2015
Ich habe lange überlegt, ob ich hier auf meinem Blog über dieses Thema schreiben sollte, ob ich es kann. Aber eigentlich ist völlig klar, dass ich es muss. Denn wenn ich nicht darüber schreibe, könnte ich diesen Blog niemals weiterführen. Nein, ich erreiche vermutlich nicht so viele Menschen, wie andere Blogger es könnten und sicher habe ich keine außerordentliche Reichweichte, die es bräuchte um an so viel wie möglich Menschen heranzukommen. Aber das ist egal, weil momenten nur noch eins zählt:

Mund aufmachen!

Und jeder, der eine Stimme hat, egal wo, sollte dies tun. So sehr ich mich auch anstrenge, kann ich nicht verstehen, was momentan in unserer Welt passiert und das Menschen, in einem Land wie unserem, den Aufstand proben. Ohne Grund. Jeder der Hilfe benötigt, sollte Hilfe bekommen. Ohne Hilfe hätten auch wir Deutschland nicht wieder aufbauen können. Menschen fliehen vor dem Krieg, verlieren Familienmitglieder, ihr zuhause und fast ihr ganzes Leben. Alles was ihnen bleibt, ist meistens nicht mehr als die Kleidung, die sie am Körper tragen. Und nein, ich beginne jetzt nicht hier aufzuklären, warum die meisten Flüchtlinge ein Handy haben. Vielleicht geht ihr einfach mal in euch und überlegt, was ihr euch schnappen würdet, wenn ihr nur mitnehmen könntet, was ihr in zwei Händen tragen könnt.

Ich bin so so wütend, welchem blinden Rassismus ich überall begegnen muss und wie viele Lügen und Halbwahrheiten verbreitet werden. Diese besorgten Bürger und "Ich bin kein Nazi....ich habe nichts gegen Ausländer und noch viel schlimmer-Typen", die sich alles so drehen wie sie es gerade brauchen. Die Dinge verbreiten, über die sie sich selbst nicht informiert haben. Diese Menschen, die blind sind und denen jegliche Empathie fehlt, die ganz offensichtlich auch kein Herz haben. 

Ihr glaubt euch wird etwas weggenommen, etwas das ihr vielleicht nicht einmal besitzt. Ihr fühlt euch stets und ständig unfair behandelt und glaubt jeder Flüchtling führt ein besseres Leben als ihr. Also wie wäre es, wenn ihr einfach tauscht? Ich möchte gerne sehen, wie ihr mit 500 anderen Flüchtlingen, verschiedener Nationalität und Religion in einer Turnhalle lebt. Wie ihr euch dort um eure Kinder kümmert, sollte dieses nicht ein skrupelloser Schlepper über Bord geworfen haben. 
Ich durfte mir vor ein paar Tagen sagen lassen (als ich mich mit einem rechtsgesinnten Menschen anlegte), dass ich zu wenig belesen wäre und das die Flüchtlinge sich um nichts Gedanken machen müssten, das sei doch Luxus. Erst wollte ich lachen über so viel Blödheit, aber dafür ist das Thema viel zu ernst. Diese Menschen haben alles verloren, vielleicht sogar ihr Kind, ihre Frau, ihren Mann. Niemand weiß, ob sie jemals zurück in ihr Land können oder was mit ihnen als nächstes passiert. Diese Menschen wissen nicht, wie ihr Leben weiter geht und was morgen kommt - und das nennt ihr "um nichts Gedanken machen"? Dann tauscht doch bitte euer Leben, wenn sich das für euch nach Luxus anhört. Luxus ist es, dass ich gerade diesen Blogeintrag schreiben kann, an einem Computer. Und nebenbei schaut der Mann fern und tippt noch was auf dem Handy herum. Die Püppi schläft in ihrem eigenen Zimmer, im eigenen Bett und hört dabei ein Hörspiel. In ein eigenes Bett können der Mann und ich auch gehen, nachdem wir etwas leckeres zu Abend gegessen und ein Glas Wein getrunken haben. Das alles ist Luxus, welchen die meisten von uns nicht mehr zu schätzen wissen, weil es hier bei uns, ganz normal ist. Ich möchte mir nicht vorstellen müssen, mein ganzes Leben von den einen auf den anderen Tag zu verlieren, vor dem Nichts zu stehen, flüchten zu müssen, in ein Land in dem ich nicht willkommen bin. In dem ich mit Hassparolen, Beschimpfungen und Böllern begrüßt werde. In ein Land, in dem ich das Gefühl habe ich nicht willkommen und auch nicht sicher zu sein. 

Wir haben so ein unheimliches Glück und das ist vielen von uns nicht bewusst. Egal was wir täglich tun, egal um was wir uns sorgen oder was uns belastet, nichts davon könnte so schlimm sein, wie die Situation in der sich die Flüchtlinge befinden. Und unsere einzige Aufgabe ist es, diese willkommen zu heißen, so gut wir das eben können. Wenn du denkst, du kannst nichts tun, dann lächle sie doch einfach mal an, sollten sie dir auf der Straße begegnen oder versuche mit ihnen zu kommunizieren, solltest du sie auf dem Spieplatz treffen. Das tue ich immer und ich sehe den Menschen an, dass sie sich darüber freuen. Das nicht alle gegen sie sind, sondern das es die Menschen gibt, die sie willkommen heißen.

Letztens habe ich gelesen, dass man nicht nur reden, sondern auch handeln sollte. Das sehe ich anders. Zum derzeitigen Stand sollten wir um jeden Menschen froh sein, der den Mund aufmacht. Ob im Internet oder im Familien/Freunden/Bekanntenkreis. Diese rassistischen Idioten sollen begreifen, dass sie eine Minderheit sind und bleiben. Und deshalb bitte ich jeden von euch, nutz deine Stimme, mach deinen Mund auf. Egal wo, egal wie. Wenn du helfen kannst, tu es - egal wie. Aber tu irgendwas. 

Helfen kannst du auch hier #bloggerfuerfluechtlinge
Dort könnt ihr euch informieren und spenden. Solltet ihr Blogger sein, könnt ihr an dem Projekt teilnehmen, euren Blogeintrag verlinken und so zeigen auf welcher Seite ihr steht. Den Mund aufmachen und Position beziehen. Denn diese verkappten Nazis sind in der Minderheit - daran glaube ich nach wie vor ganz fest. In der Sidebar -> findet ihr ab sofort auch dauerhaft den direkten Link zum Spenden. Auf der Seite von #bloggerfuerfluechtlinge findet ihr auch eine Liste mit den Organisationen an die das gespendete Geld oder auch die Sachspenden gehen. 


// In unserem Elternrat der KiTa haben wir auch darüber gesprochen und uns darauf geeinigt Sachspenden zu sammeln. Diese werden dann von mir und einer anderen Mama sortiert und an die jeweiligen Stellen gefahren, wo die Dinge am dringensten gebraucht werden. Bei uns im Ort gibt es zum Beispiel viele Männer, wohingegen es in einem benachbartem Ort viele Familien gibt. 

Vermutlich habe ich die Hälfte vergessen und ich habe noch längst nicht all das gesagt, was ich gerne sagen würde. Aber ich bitte euch: Macht die Augen auf, macht den Mund auf und behandelt die Flüchtlinge so wie jeden anderen Menschen auch. Denn sie sind ebenso Menschen wie du und ich. Und ich verstehe einfach nicht, wie man einem Menschen den Tod wünschen kann, den man nicht kennt und der einem nichts getan hat. Ich weiß, solltet ihr nicht auf meiner Seite stehen, kann ich euch eh nicht bekehren, aber lasst euch gesagt sein: Ihr steht auf der falschen Seite und sollten hier bei uns schreckliche Dinge passieren, seid ihr der Auslöser!

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!



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